Wie die Bahn jetzt den Eisbären hilft!

Neulich sitze ich im Speisewagen des ICE. Es ist bitterkalt. Eine ältere Dame fragt – ob man es etwas wärmer machen könne. Geht nicht, lautet die Antwort des Kellners, sie hätten in der Küche öfen, die Wärme abgeben, und wenn es nicht so kalt wäre, geriete das Personal ins Schwitzen! Mir war neu, dass Eisenbahnerschweiß jetzt eine noch wertvollere Flüssigkeit ist als der oft geschmähte Beamtenschweiß! Ist das Kellnerkörpersekret bereits im Fahrkartenpreis enthalten oder müssen wir uns demnächst auf einen Schweißzuschlag gefasst machen?
Andererseits kann man es auch positiv sehen. Mitten in der globalen Erwärmung stemmt die Bahn sich gegen den Trend und bereitet in immer kühleren Speisewagen ein Reservat für die letzten Eisbären vor! Fast wäre ich allerdings nicht so weit gekommen, das zu bemerken. Ich konnte mich nämlich kaum noch aus meinem Sitz erheben. Die Bahn tauscht seit einiger Zeit alte gegen neue Sitze aus. Die neuen sind ergonomisch in etwa so sinnvoll wie die Arbeit in einem zu niedrigen Steinkohleschacht! Sie zwingen den Fahrgästen eine Rundbuckelhaltung auf und führen zu extremen Rückenproblemen.
Unklar ist die Absicht dahinter. Plant die Bahn ein Musical namens „Quasimodo“ und möchte eine möglichst große Anzahl authentischer Buckliger zum Casting bitten? Oder erhält sie großzügige Spenden vom Orthopäden-Verband? Oder ist es viel einfacher? Die Bahn will dafür sorgen, dass die Buckligen sich in den vereisten Speisewagen aufgrund gesunkener Widerstandskräfte rasch eine Lungenentzündung zuziehen und so schnelle Opfer der Eisbären werden…