Warum unsere Politiker sterben!

Sie sind einsam. Sie sind zu wenige. Sie haben keine Chance. Die Rede ist von unseren armen Politikern. Denn die kommen gar nicht zum Politik machen. Weil sie essen gehen müssen. Auf jeden Politiker in Berlin kommen etwa 10 Lobbyisten. Das macht etwa 30 Essenseinladungen pro Abgeordneten. Pro Tag! Noch Fragen zum Übergewicht von Sigmar Gabriel? Der pfiffige, einst als Musikbeauftragter „Siggi Pop“ bekannte Minister wird von der Wirtschaftslobby nämlich gemästet wie ein Mangalitza-Wollschwein fürs Weihnachtsfest.

Kann Otto Normalverbraucher überhaupt ermessen, wie fies Politiker hier zu Tode gequält werden? Zwischen niveauvollen Gesprächen („TTIP nahezu unerlässlich für weiteres Wirtschaftswachstum…“ „ Tatsächlich?“ „Aber ja doch, noch ein Schluck „Domaine de la Romanee Conti Grand Cru“?“) siechen unsere Volksvertreter dahin. Wer jemals drei Frühstücke hintereinander zu sich nahm, gefolgt von einem Bretonischen Hummer à la presse mit saisonalem Gemüse und Hummercorailjus („noch ein „Petrus“ dazu?“), anschließend ein Kotelett vom Dry-Aged-Kalb mit Topinambur und Gärtnerin Sauce („ich bestehe auf diesem „Domaines Barons de Rothschild Chateua Lafite Rothschild“, ganz edler Tropfen – genau übrigens wie diese tollen Schiedsgerichte… – wohin müssen Sie jetzt auf einmal?“ „Der Edeka-Vertreter erwartet mich zum Dessert“) – der weiß, wovon ich rede.

In jeder Legislaturperiode werden 630 Bundestagsabgeordnete systematisch zu Tode gefressen und gesoffen – bald gibt es ein neues Krankheitsbild: „Politiker-Leber“. Wundern Sie sich, warum die Gesetzgebung den Mittelstand nicht so berücksichtigt? Vielleicht sollten wir Bürger mal zusammen legen und Siggi Pop zum Yoga-Wochenende einladen. Ein Vertreter der Yogabekleidungsfirma Lululemon hat mir bereits den passenden Wein versprochen. Einen Bio-Wein – „1811er Chateau d’Yquem“!