Warum wir die Briten vermissen!

Wenn der Brexit kommt, ist Barack Obama dran Schuld. Denn der warnte die Engländer vor einigen Wochen vor einem Austritt aus der EU. Das lässt man sich als Angehöriger einer ehemaligen Weltmacht natürlich ungern sagen. Die Konsequenzen sind unabsehbar, denn morgen lautet die spannende Frage: To Brexit or not to Brexit – um mal mit Hamlet zu reden. Obwohl natürlich Hamlets Meinung in diesem Fall nichts gilt. Schließlich ist er Däne. Andererseits sieht Hamlet einen Geist – insofern könnte er ein wichtiger Verbündeter der Brexit-Fans sein. Denn Geister bestimmen letztlich unser Leben. Nicht echte Geister jetzt. Eher unsere Einbildungen.

Ich sah neulich übrigens auch einen Geist. Er befahl mir, Angela Merkel zu töten. Ich ignorierte den Befehl, weil der Geist verdächtig nach Horst Seehofer aussah, und ich bayrische Befehle nur befolge, wenn dabei mindestens eine Innenstadtwohnung in München als Belohnung herausspringt und nicht nur diese kümmerliche Zweiraum-Klitsche am Rande von Nürnberg, wie der Geist sie mir antrug. Überdies habe ich schon bei der Ermordung von Mücken moralische Bedenken und es steht zu befürchten, dass Angela einen wesentlich größeren Fleck an der Wand hinterlässt, wenn man sie mit der Zeitung zerhaut.

Nicht alles, was Geister so labern, hat also Hand und Fuß. Um ehrlich zu sein, haben Geister überhaupt keine Hände und Füße. Deshalb ist ihr Gelaber auch so subtanzlos. Dennoch können Geister eine tragische Wirkung entfalten. Etwa der Geist Barack Obamas. Denn der sagte in Bezug auf die Frage, ob Großbritannien nach einem Brexit schnell ein Freihandelsabkommen mit den USA aushandeln könne, sie müssten sich dann „ganz am Ende der Schlange anstellen“. Und was lieben Engländer mehr als alles andere? Richtig: sich am Ende der Schlange anstellen…

Und dann? Der Rest ist Schweigen…