Warum wir jetzt den Schnuppertest machen müssen!

Mein Held dieser EM steht bereits fest. Er heißt Jogi Löw. Der Mann, der in einer kritischen Situation den Mut aufbrachte, sich selbst in die Hose zu greifen, seinen eigenen Intimduft zu goutieren und sich somit von seiner eigenen Identität zu überzeugen: Ich rieche, also bin ich. Damit beweist er eine zutiefst archaische Männlichkeit. Spielausgang für Deutschland: 2:0. Vorgestern gab sich Jogi besondere Mühe, ebenjene Handlung zu vermeiden. Spielausgang: 0:0. Ich will damit nicht behaupten, dass das eine etwas mit dem anderen zu tun hat, aber Krake Paul lag ja 2010 auch meistens richtig…

Die Tabuisierung des Körpergeruchs ist eine der großen Geißeln der Menschheit. Und ein Riesengeschäft! Damit Menschen ihre eigene Duftnote verbergen, werden Jahr für Jahr Milliarden in die Kosmetikindustrie gepumpt. Das Übertünchen des eigenen Körpergeruchs hat fatale Konsequenzen. Häufig heiraten Menschen, die von der eigenen Duftnote her überhaupt nicht zusammen passen, weil die Dame beim Kennenlernen wie eine brünftige Moschuskuh riecht und der Herr wie ein Sandelholzwald in einer Pfefferplantage – was erst auffliegt, als ihnen 20 Jahre später das Geld ausgeht. Es folgen Frustration, Scheidung, Radikalisierung, bis sie tragisch als unabhängige Avon-Berater enden.

Hunde sind da weitaus ehrlicher. Bevor sie eine Interaktion miteinander aufnehmen, wird erst mal das Geschlechtsteil beschnuppert – so nehmen sie wichtige Informationen auf: „Aha, weiblich, läufig, na gut, der Abend ist ja noch jung.“ Führte man diese Sitte auch auf menschlichen Cocktail-Stehpartys ein, erübrigte sich manch Nerv tötende Konversation. Da können wir wirklich dankbar sein, dass der Bundestrainer sich öffentlich zu diesen frühzeitlichen Urinstinkten bekennt. Das verleiht ihm und der Mannschaft Kraft. Allein der beruhigende Gedanke: „Ja, das Zeugungspaket ist noch vorhanden – ok, Geruchsprobe riecht nach Hecht – vorwärts, Deutschland!“ Damit schaffen wir es auch über das Halbfinale hinaus!