Warum wir jetzt neue Banken brauchen!

Banken brauchen zurzeit Geld. Daher erfinden Sie jetzt eine Menge kreativer Projekte, die für den Kunden nicht so wahnsinnig lukrativ sind. Etwa der Trick mit dem „Top-Zins“-Konto für nur – und jetzt halten Sie sich bitte fest – Null Prozent Zinsen! Top-Zins! Dazu gibt es auch noch freche Werbesprüche, die in etwa so motivierend sind wie ein Animationstraining mit Sigmar Gabriel: „Monat für Monat sparen und ein kleines Vermögen aufbauen!“ (Sparkasse Osnabrück) Bei 0,01 Prozent Zinsen in den ersten vier Jahren und 0,7 Prozent danach handelt es sich allerdings um ein sehr, sehr kleines Vermögen. In den ersten vier Jahren erzielt man bei einer monatlichen Sparrate von 100 Euro insgesamt grade mal einen Euro Zinsen. Ein Euro! Immerhin! Dafür müssen andere Leute fast zehn Minuten lang am Bahnhof betteln! Und wenn man die 100 Euro monatlich fleißig weiterspart, ist man bereits in 270 Jahren Millionär!

Dann haben Banken auch noch die Automaten für sich entdeckt. Abheben bei „artfremden“ Banken kann Wiederholungstäter in kürzester Zeit ruinieren. „Fremdabheben“ (5,50 bei der Sparkasse München) kann so teurer werden als „Fremdgehen“. Jedenfalls in Kombination mit Kontogebühren. Die Augsburger Aktienbank verlangt für das „Girokonto Komfort“ schlappe 9,90 Euro im Monat. Daher auch der Name Komfort – mit dem Konstrukt kann die Bank endlich ruhiger schlafen! Billiger ist die Deutsche Bank. Das „AktivKonto“ kostet „nur“ 4,99 Euro im Monat – „Leistung aus Leidenschaft“ muss eben auch der Kunde mal bringen! Die HypoVereinsbank verlangt beim Konto „Klassik“ 90 Cent pro Überweisung – es war eben schon immer etwas teurer ein Klassik-Fan zu sein. Oder Kunde einer Bank, die das Präfix „Hypo“( = unter) im Namen führt.

Da scheint es sinnvoller, auf die günstigeren Banken auszuweichen. Etwa die „Hypo-Matratzen-Sparkasse“ oder die „Im-Schrank-Bank“ – die haben keine Abhebe-Gebühren, keine Kontoführungsgebühren und einen Top-Zins von Null Prozent! Günstiger geht nicht.