Warum wir jetzt noch netter zu den Reichen sein müssen!

Ausweitung der Ausgaben auch für deutsche Bedürftige forderte Sigmar Gabriel neulich und handelte sich damit prompt eine Standpauke vom Finanzminister ein. Wobei angesichts der Disposition Schäubles „Standpauke“ vielleicht der falsche Begriff ist: „Sitztrompete“ wäre angemessener. Auf jeden Fall Ärger.

Wobei Gabriels Position ja auch idiotisch ist. Wirtschafts-Befreiung geht ganz anders. Schließlich ist Kapitalismus Liebe. Die Liebe des Geldes zu sich selbst. Kapital zieht sich magisch an. Oder wie der Volksmund es formuliert: Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen – wobei sogar mir schleierhaft ist, wie Donald Trump auf den Riesen-Gülle-Haufen raufkommen will…

Ökonomen nennen das den Trickle-Down-Effekt. Dieser besagt, dass der Kapitalismus erst von allen lästigen Hemmnissen wie Steuern und derlei Unfug befreit werden muss, bevor die Reichen anfangen, ihr Geld mit vollen Händen auszugeben, so die Wirtschaft in Schwung bringen und für Vollbeschäftigung sorgen. Der Staat zahlt keine Sozialausgaben mehr und kann auf Steuern verzichten. Kurz: der Kapitalismus vereint Religion und Fiskus – er führt zeitgleich ins Paradies und ins Steuerparadies! Durch den Überfluss tröpfelt es also von ganz oben nach unten durch – trickle down halt! Das begreift nicht jeder: Mein Freund Fred behauptete neulich, er habe dieses Tröpfeln schon mal erlebt. Später stellte sich aber raus, dass es sich bloß um einen stinknormalen Tripper handelte…

Kritiker (also unwissende linke Schweine) behaupten gern, es gäbe keinen Trickle-Down-Effekt, sondern höchstens einen „Trickle-Up-Effekt“ – Reiche würden immer reicher, die Armen ärmer, es tröpfele also nach oben. Na und? Der Kapitalismus überwindet sogar die Schwerkraft – wo werden seine Wunder enden? Schluss mit Gabriels Staats-Aktionismus. Her mit Trickle-Down! Besagt nicht eine Hopi-Prophezeiung? „Erst wenn der Kapitalismus seine volle Finanz-Inkontinenz entfaltet, werdet ihr begreifen, was eine „Goldene Dusche“ wirklich ist!