Wie Sie jetzt reich werden!

Altersarmut! Bankrotte Banken! Frustrierte Sparer! Immobilienmakler mit brandneuen Golduhren! Wer kann das wollen? Die EZB will das. Und Sie, werter Leser, sollten das wollen – denn an dieser Stelle verrate ich Ihnen, wie Sie mit überschaubarem Aufwand Multimillionär werden. Vorgestern verkündete Mario Draghi, den Leitzins auf Null zu senken und Strafzinsen für Banker einzuführen. Och, mag jetzt der eine oder andere denken, Strafzinsen für Banken, warum nicht? Hatten wir nach der letzten Finanzkrise nicht alle an irgendwelche Strafen für Banken gedacht, die vielleicht weniger mit Zinsen, dafür aber mehr öffentlichem Auspeitschen zu tun hatten

Vergessen Sie die Peitsche. Werden Sie lieber reich. Denn Herr Draghi bietet „guten Banken“, also solche, die sich umsonst bei der EZB Geld holen und das an Unternehmen weiter verleihen, Negativ-Zinsen (also eine Prämie) in Höhe von 0,4 Prozent. An dieser Stelle setzt mein neues Finanzprodukt an. Sie, ja Sie, lieber Leser, gründen zusammen mit ein paar Freunden mit Hang zu halbseidenen Geschäften (arabische Drogen-Clans, albanische Zuhälter, CSU-Abgeordnete) eine „gute Bank“. Um Zeit und Geld zu sparen, können Sie auch eine in Schieflage geratene Bank zu einem symbolischen Euro erwerben. (Kleiner Tipp: Die Deutsche Bank ist grade günstig.) Dann leihen Sie sich von der EZB 10 Milliarden Euro für lau. Dieses Geld verleihen Sie ihrerseits für vier Jahre an ein paar befreundete Unternehmen (CSU-Abgeordnete etc. – zur Not mithilfe kleiner finanzieller Lockprämien), welche das Geld wiederum sicher anlegen (Immobilien, Aktien, Goldkettchen für Immobilienmakler). Nach vier Jahren zahlen Ihnen die Freunde die Kredite zurück, Sie geben es wieder an die EZB, und diese zahlt ihnen die Prämie in Höhe von 0,4 Prozent, also schlappe 40 Millionen!

Von dem Geld finanzieren Sie dann Billig-Altersheime für altersarme Senioren. Davon wird es nämlich dank der EZB-Negativität bald genug geben.