Warum Berliner Männer wieder Kinder haben!

Wann ist ein Mann ein Mann? Erst wenn er Vater ist? Ab wann zählt die Vaterschaft? Muss man „Bio-Vater“ sein? Damit ist übrigens nicht notwendigerweise der Birkenstock-Sandaletten-Daddy mit Vorliebe für makrobiotische Kost gemeint. Der Bio-Vater ist in 10 Prozent aller Fälle nämlich ein anderer als der Zahlvater – und sie finden sich nur selten im Bio-Markt. Neuerdings gibt es in Berlin eine neue Kategorie: Schein-Vater! Das kenn ich, wird der eine oder andere denken: Meiner war auch nie zu Hause! Oder: Mein Schein-Vater gab mir statt Liebe immer nur Geldscheine. Bei dem jetzigen Skandal jedoch geht es um Männer, die ihr Kind nie gezeugt haben.

Einer der ersten Scheinväter war bekanntlich der Heilige Geist – oder Josef von Nazareth, je nach Perspektive. Es ist nicht bekannt, ob Josef den Heiligen Geist auf Unterhalt verklagte, zumal die Briefe an „Heiliger Geist, Himmelreich“ schon damals als schwer zustellbar galten.

Der richtige, biologische Vater jedoch, oder schlicht „Postbote“, wie es oft vereinfachend heißt, hat häufig gute finanzielle Gründe, eine Vaterschaft nicht anzuerkennen. Dieser Trend scheint gebrochen: In Berlin erkennen immer mehr Männer eine Vaterschaft an, auch wenn sie gar kein „Bio-Väter“ sind. Die Mütter sind häufig schwangere Asylbewerberinnen, die durch die Anerkennung der Vaterschaft ein Bleiberecht in Deutschland erhalten. Die Männer kassieren dafür Tausende von Euros, einige haben bereits zehn „Kinder“. Bei 10000 Euro pro anerkannter Vaterschaft braucht es also nur 100 Kinder für die erste Million! Und das, obwohl man eigentlich Hartz IV bezieht (die meisten Scheinväter sind arbeitslos) – den Unterhalt zahlt der Staat. „Berliner Scheinväter gefährden den Sozialstaat“, könnte man das auch nennen. Es kommt wieder auf die Perspektive an. Eine andere Lesart dürfte etwa der AfD weniger gefallen: „Ausländische Asylbewerberinnen machen arme, deutsche arbeitslose Männer reich! Und außerdem zum Mann!“