Warum die Reichen so arm dran sind!

Vorgestern erschien eine neue Studie, die belegt, dass die Armut-Reichtums-Schere sich weltweit immer stärker öffnet. Nur ein Land hinkt hinterher: Deutschland. Was ist da schief gelaufen? Warum können die deutschen Reichen sich nicht angemessen an der Ausplünderung der Armen beteiligen? Gut, auch hierzulande besitzen die oberen zehn Prozent 40 Prozent des Volksvermögens, während die untere Hälfte nur auf 17 Prozent kommt. Im den USA besitzen die oberen Zehn allerdings 47 Prozent, in Indien und Brasilien 55 und im Nahen Osten sogar 61 Prozent. Da ist im wahrsten Sinne des Wortes noch „Luft nach Oben!“ Warum kann der deutsche Kapitalist nicht auch mal zeigen, was er auf dem Kasten hat?

Nun muss, wer so viel Vermögensungleichheit zulässt, auch die Gefängnisse besser ausbauen. Länder mit starken Wohlstandsunterschieden tendieren zu einer wesentlich höheren Kriminalität. In Brasilien (wo die oberen Zehn ebenfalls 55 Prozent am Volksvermögen besitzen) ist die Chance, ermordet zu werden, 40 mal so hoch wie in Deutschland. Ein Gutteil des Reichtums muss man dann eben auch schon mal in die Festung investieren, die man früher noch „Zuhause“ nannte. Und in die Panzerung der Limousine. Aber solange man sein Reichen-Ghetto noch ohne größere Angst verlässt, ist die Arbeit nicht getan.

Aber sogar der allen anderen hinterherhinkende deutsche Kapitalismus hat hierzulande mittlerweile wieder eine Situation produziert, wie es sie zuletzt 1913 gab – da war die Vermögensungleichheit ähnlich hoch. Das könnte die AfD beruhigen: Wir sind wieder in der guten alten Zeit angekommen, der Adel heißt jetzt nur anders: nämlich Familienunternehmer! Und gab es nicht bald nach 1913 einen etwas umfangreicheren Krieg, der die Verteilung auf einem erheblich niedrigeren Niveau wieder anglich? Da lautet die Devise: Lassen wir es doch „mal wieder richtig krachen“!