Warum wir alle in die Radar-Falle rasseln!

Wen berührt man häufiger: PartnerIn – oder Smartphone? Letzteres! Der Partner weiß Dinge nicht so genau, beziffert etwa die Distanz Berlin-München mit: Circa fünf bis sechs Stunden, je nach Verkehr. Das Smartphone sagt: 5 Stunden,24 Minuten, davon 12 Minuten Stau.

Eine meiner Lieblings Apps ist der Regen-Radar. Der zeigt auf der Landkarte Regenwolken, wie sie sich auf den eigenen Standort zu bewegen und dann auch wieder abziehen. Man sieht also, wann es wo wie lange regnet. Sehr nützlich, wenn man trocken bleiben möchte.

Radar-Apps boomen. Ein Radar-Radar existiert bereits – der zeigt Blitzer an. Ein Fahrkarten-Kontrolleurs-Radar hätte bei Schwarzfahrern sicher reißenden Absatz. Wie wäre es mit einer Paarungs-Radar-App, die nicht nur mögliche Singles in der Umgebung anzeigt, sondern bei Frauen auch den Grad der partnerschaftlichen Verzweiflung, welcher die Ansprüche sinken lässt? Bei Männern muss Paarungsbereitschaft nicht gesondert angezeigt werden – die ist eh meist auf 180 Grad, also bereit für die Horizontale! Für Frauen müsste es also eine App geben, die auf einer Karte die Männer anzeigt, die einfühlsam, intelligent, humorvoll, gutaussehend und Single sind. Und der eine Typ, der dann da angezeigt wird, ist mit Sicherheit irgendwo weit weg und umgeben von den ganzen gutaussehenden, verzweifelten, paarungswilligen Frauen von der anderen App…

Leider lügen Apps auch. Der Navi dehnt die Fahrzeit beliebig aus, so dass man Ende auf 6 Stunden und 13 Minuten nach München kommt. Also circa fünf bis sechs Stunden, je nach Verkehr. Nicht auszudenken, wie viele Scheidungen lügende Apps provozieren… Neulich saß ich mit meinem Bruder auf dem Balkon. „Es regnet“, sage ich. Er guckt auf seinen Regen-Radar: „Kann nicht sein, es wird kein Regen angezeigt!“ „Ich werde aber grade sehr nass,“ sage ich. „Ja,“ meint er, „aber Regen kann das nicht sein.“ „Sondern?“ „Wasser von oben!“