Warum wir die Diebe aufhalten sollten!

Na, fehlt Ihnen was? Nein? Doch – Sie wissen es nur nicht. Ihnen fehlt ein IPad. Oder ein Fernsehgerät. Oder 400 Euro in bar. Oder… Aber der Reihe nach. Sie wurden ausgeraubt! Jetzt nicht mit vorgehaltener Pistole, es lief etwas subtiler ab. Oder schmutziger, je nachdem. Es waren Cum-Geschäfte. Nein, keine Pornos. Oder doch, je nachdem. Eine Bande von cleveren Bankern und Vermögensberatern bzw. Vermögens-Verräter, wie wir es in diesem Fall nennen müssen, hat über 32 Milliarden Euro Steuergelder abgezockt.

Cum-Cum-Geschäfte waren das, und analog zu der Pornobranche, die ja mit Cum auch Geschäfte macht (gucken Sie mal ins Internet), handelte es sich um eine Art Gang-Bang des Finanzamtes. Und das geht so: Ausländische Aktienbesitzer müssen Dividendeneinkünfte versteuern – gehören die Aktien am Dividenden-Stichtag aber einem Deutschen, zahlt der nix. Also wurden Aktien von Ausländern im großen Stil für einen Tag an Deutsche verkauft, die Ersparnis teilte man sich.

Der Trick ließ sich per Cum-Ex Deal noch mal doppeln. Grob vereinfacht ging das so: Aktionär A hat Aktien im Wert von einer Million und kassiert dafür eine Steuergutschrift am Dividendentag. Ein zweiter Aktionär B kaufte von einem dritten Aktionär C für eine Million Aktien, die C allerdings gar nicht besitzt (er hat sie bloß von A geliehen). Weil B am Stichtag die Aktien juristisch besitzt, erhält er ebenfalls eine Steuergutschrift für das Aktienpaket, das dann wieder an A zurückwandert. Dinge verkaufen, die man gar nicht hat, an der Börse geht das. Im echten Leben wäre das so, als würde Dieter Bohlen seine Jungfräulichkeit meistbietend versteigern… Und diese wundersame Art der Verdopplung kennen wir sonst nur von unseren Bankgebühren…

Dividenden-Stripping nannte sich das Drecks-Spiel, und leider handelte es sich nicht um einen Club, in dem hässliche Banker sich ausziehen. Diese Bande im Gegenteil uns Bürger nackt gemacht, denn der Staat ist ja letztlich nur eine Gemeinschaftskasse aller Deutschen. Von den 32 Milliarden hätte man das Schienennetz der Deutschen Bahn komplett sanieren können. Anders gesagt: Wenn Ihre S-Bahn mal wieder zu spät ist – liegt es auch an einem gierigen Banker-Steuer-Räuber! Von den 32 Milliarden hätte auch jeder Deutsche vom Staat ein IPad, ein TV oder 400 Euro in bar kriegen können – die fehlen jetzt.