Warum wir jetzt die Alternative zu Grab tragen!

In den 80gern hörten wird das Wort „Alternative“ zum ersten Mal. Es war jung, es war grün, es war voller Latzhosen und junger Kommune-Mitglieder, die sich andauernd umarmten, um bei alternativer Liebe alternative Müsli-Riegel zu knabbern. Dann zog die etwas erwachsenere Alternative mit Turnschuhen und Jackett in die Landestage ein. Das war gewöhnungsbedürftig. Aber immer noch alternativ!

Allmählich wollte die Alternative derart etabliert sein, dass sogar die Alternativen das Alternative ächteten und sich fortan nur noch „die Grünen“ nannten. Wenig später kam Angela Merkel und „alternativlos“. Das war verstörend – wer ist schon gern die Alternative los? Frustriert schlich die Alternative in den Untergrund. Dort muss irgendeine Traumatisierung passiert sein, denn auf einmal war sie wieder da, aber völlig entstellt. Zombie-artig wandelt sie fortan durch das Land und nennt sich „Alternative für Deutschland“.

Nur dass diese Alternative natürlich keine echte Alternative ist, sondern aus lauter Rezepten besteht, die schon vor 100 Jahren nicht funktionierten. Wie ein Untoter, der immer noch die Gesellschaft Lebender sucht, wendet sich diese entstellte Alternative an alte Wegbegleiter und wirbt mit Kiffern, die sich über marokkanische Dealer beschweren. Oder Indianern, die angeblich auch AfD gewählt hätten – was natürlich Quatsch ist, denn die sind ja als Ausländer total unerwünscht.

Den Tiefpunkt aber erreichte die Alternative, seit der amerikanische Präsident in eine Welt „alternativer Fakten“ abdriftete. Jetzt tun sich überall „Alternativen“ auf. Bald ist ein Tofu-Burger „Alternative für Fleisch“, Bankraub „Alternative für Hartz IV“ und eine Nonne „Alternative für Sex“! Die Alternative ist tot. Sollte die AfD abstürzen, inkarniert sie bald wieder in neuer Verkleidung: Neue Soziale Deutsche Alternativ-Partei – NSDAP…