Warum wir jetzt keine Karten mehr spielen!

„House of Cards“ – „Kartenhaus“ heißt eine beliebte Serie auf Netflix, in der ein intriganter Politiker US-Präsident wird. Die Hauptrolle spielt Kevin Spacey, der sich jetzt wie einige andere Hollywoodgrößen vielen Missbrauchsvorwürfen ausgesetzt sieht. Man könnte auch sagen: Sein Kartenhaus ist eingestürzt. Ähnlich wie das von Harvey Weinstein, Brett Ratner, Dustin Hoffman und etlichen anderen Hollywood-Größen sowie das des britischen Verteidigungsministers, für den das vermutlich die einzige Möglichkeit war, in einem Atemzug mit Hollywood-Stars genannt zu werden.

Zuerst mal ist es gut, dass der Harvey nicht mehr sagen kann: „Bring meinen Weinstein zum Lachen, Baby, und deine Karriere lacht mit!“ Oder dass Kevin nicht mehr sagt: „Auf meinem Schoß mach ich dich groß!“ All das ist wunderbar – aber es gibt auch Kollateralschäden von #hollywoodgate. Die Besetzungscouch, einst das wichtigste Möbel eines Produzentenbüros, ist praktisch arbeitslos. Asiatische Kinderhände, die diese einst zärtlich fertigten, werden ihre Familien in Zukunft nicht mehr ernähren können. Schauspieler und Schauspielinnen, die im Bett besser sind als auf der Bühne oder im Film, erleiden schwere Wettbewerbsnachteile.

Aber vor allem: Warum zum Teufel sollte ein kreatives Arschloch jetzt noch Produzent werden wollen? Keine Besetzungscouch mehr, bei jeder Verabredung die Macho-Allüren bis zur Unkenntlichkeit zurückfahren müssen, ohne Fummeln in den Feierabend, auf Koks nur noch dumm rumlabern… Was bitte soll man jetzt noch als männliches, kreatives Arschloch machen, um Spaß am Leben zu haben?

Oh, nein! An dieser Stelle fällt der Blick auf einen Mann, dessen Kartenhaus erstaunlich stabil ist und dem Sexismus-Vorwürfe erstaunlicherweise nichts anhaben können: Donald Trump! Und da stellt sich die Frage: Verträgt die amerikanische Politik überhaupt noch mehr sexistische Arschlöcher?