Warum wir post-digital werden müssen!

„Disruptiv“ ist der neue Trend. Eine disruptive Technologie ist eine Innovation, die ein bestehendes Produkt oder eine bestehende Dienstleistung völlig verdrängt. Donald Trump etwa ist hochgradig disruptiv, weil er sowohl ein bestehendes Produkt, nämlich eine kompetente US-Präsidentschaft, als auch eine bestehende Dienstleistung, nämlich eine entfernt an die Vernunft angelehnte Diplomatie, völlig verdrängt.

Natürlich hat die Digitalisierung auch jede Menge Chancen. Dank Google haben wir immer ein Lexikon bei uns und jeder Idiot kann eine potentielle Partnerin mit dem Fachwissen, dass der Kilimandscharo der höchste Berg Afrikas ist, in die Flucht schlagen und dafür sorgen, dass er sich nicht vermehrt. Wir wissen, dass Katzenvideos immer geklickt werden und dass Flüchtlinge schneller gerettet würden, wenn sie ein paar Kätzchen mit an Bord ihrer Schlauchboote nähmen und twittern, dass die nicht schwimmen können.

Die Maschinen nehmen uns jedoch auch immer mehr Arbeit ab. Dankenswerterweise. Sogar vor dem eigenen Job machen sie nicht Halt. Dafür gibt es dann keinen Dank. Gut die Hälfte aller Jobs soll demnächst überflüssig sein, angefangen bei Taxi- und „Uber“-Fahrern bis hin zu Postzustellern und Lagerarbeitern. Mal abgesehen von der Frage, ob diese Jobs jemals auf der „Will ich unbedingt mal werden wenn ich groß bin“-Liste von irgendjemand gestanden haben, könnte dadurch eine Gruppe von Leuten entstehen, die unsere schöne neue Welt nicht nur mit Enthusiasmus begrüßen.

Es gibt jedoch auch gute Nachrichten. Nicht betroffen von der Vernichtung durch Digitalisierung sind nämlich alle Berufe, die besondere menschliche Fähigkeiten verlangen – also Krankenpfleger, Altenpfleger und Kinderbetreuer. Am besten werden Sie alles in einer Person – dann können Sie sofort in Washington als persönlicher Assistent von Donald Trump anfangen! Im Zentrum der Disruption!