Warum wir ver-Hipstert werden!

Ein guter Politiker erkennt Probleme, die sonst noch niemand auf dem Schirm hat. Jens Spahn, hipper junger CDU-Politiker (obwohl: ist das nicht ein Oxymoron, ein unauflöslicher Gegensatz – hipp, jung – und CDU?) mit einem Gespür für Parallelgesellschaften, hat sie gefunden: Hipster, die in einigen Gegenden Berlins dafür sorgen, dass man in Restaurants nur noch junge, bärtige Männer sieht, die Englisch sprechen. Mal ganz abgesehen von der sexistischen Komponente dieser Randgruppe, die Frauen aufgrund mangelnden Bartwuchses auszuschließen scheint, musste ich erst mal nachgucken, was ein Hipster überhaupt ist. Die meisten Hipster sehen sich nämlich nicht als Teil einer verschwörerischen Parallelgesellschaft, sondern haben einfach gern einen Bart, Männer-Dutt, ein Tattoo sowie ein Rennrad. Aber das ist natürlich das Gemeine – sie sind noch nicht mal bereit, offen zuzugeben, dass sie die Macht im Land ergreifen und das Land mit veganen Schnell-Imbissen zu scheißen wollen.

CDU-Politiker Spahn muss es nämlich wissen. Schließlich ist er ein Fachmann für Parallel-Gesellschaften wie die Muslime, die er mit Burka-Verbot belegen möchte. Vielleicht fordert er demnächst eine Burka-Pflicht für Hipster, damit man die doofen Kopfhörer und MacBooks nicht mehr sieht?

Neuerdings ist Herr Spahn übrigens an einem Start-Up Unternehmen zur Erstellung einer Steuer App namens „Tax-Butler“ beteiligt. „Jens,“ möchte man rufen: „Tax-Butler? Sollte die App nicht lieber „Steuer-Sklave“ heißen? I mean, how fucking hipster can you get, my dear Jens?“ Und man möchte fragen, ob er nicht allen Anreiz hat, das Steuersystem als Staatssekretär im Finanzministerium noch komplexer zu machen, um mehr Geld mit seiner App zu verdienen? Nennt man das in seiner Hipster-Language nicht einen „Conflict of Interest?“ My message für Jens: „Shoemaker, stay with your loins – Schuster, bleib bei deinen Leisten!“