Wie man Wahlen gewinnt!

Revolution! Ja, das können sie – die Franzosen. Und einen neuen Namen für die Guillotine haben sie auch: „Macrontine“! Der neue Sonnenkönig der Ile de France hat in einem einzigen Monat die gesamte politische Klasse der Grande Nation auf einen Schlag entsorgt – die Jakobiner brauchten dafür immerhin noch mehrere Jahre.

Alle Welt schaut jetzt auf Frankreich. Von Macron lernen heißt siegen lernen. Anders als von Theresa May lernen… Die fragt sich wahrscheinlich auch, warum sie nicht auf die Namens-Berater hörte? Im Mai hätte sie die Wahl noch gewonnen. Aber im Juni? Heißt sie etwa Theresa June?

In Berlin wird das Rezept jetzt sicherlich schon hektisch analysiert. Was ist an Macron anders als an Merkel? Gut, fast alles, – da wird es höchste Zeit für die Spin-Doktoren. Als erstes braucht Angie wie Macron ein Verhältnis mit einer sympathischen älteren Frau. Bereiten wir uns mental schon mal auf folgende Schlagzeile vor: „In dunklen Stunden holt sich Angela Hilfe bei ihrer langjährigen Geliebten, Mutter Beimer!“

Nun ist nicht alles an Macron wirklich auf Deutschland übertragbar. Immerhin heißt seine Partei „La République en Marche“ – eine Umbenennung der CDU in eine „sozial-liberale“ Bewegung „Deutschland marschiert“ könnte unsere polnischen Nachbarn zutiefst verunsichern.

Aber generell wird das politische Berlin französischer werden. Also Café au Lait und Baguette zum Frühstück, Rotwein und Gauloises ohne Filter zum Abendessen, und zwischen den Plenarsitzungen mit Baskenmütze und Ringelshirt schnell auf ein „Rendezvous erotique“ mit der Geliebten. Die SPD sucht schon hektisch nach passenden Kandidatinnen für Martin Schulz – erste Absagen soll es bereits von Iris Berben, Senta Berger und Hannelore Elsner gehagelt haben.

Panik bei der „Französisierung“ der politischen Bühne wird es allerdings besonders in einem Ressort geben: Bei den sehr, sehr langsamen Flughafen-Verantwortlichen des BER. Denn „Schnecken“ gehören zu Lieblings-Speisen der Franzosen!