Warum der erste Mai den Flughafen rettet!

Gestern war der erste Mai! Tag der Arbeit – oder wie es in einigen Kreisen heißt: „Weihnachten für Linksautonome“. Denn dieser Tag ist traditionell dem bewaffneten Kampf gegen „das Kapital“ gewidmet. Gut, eigentlich ist es gar kein Kampf. Es ist eher Steine werfen auf Dinge, die man direkt dem Kapitalismus zuordnet. Fensterscheiben etwa. Wie genau Fensterscheiben den Kapitalismus entstehen ließen, ist aber nicht überliefert.

Genauso unklar ist, inwiefern der Kapitalismus sich vom Kampf der Linken gegen Fensterscheiben beeindrucken lässt. Bislang sind wenige Konferenzen bekannt, auf denen sich die Top-Vertreter des „Kapitalismus“ trafen und sagten: „Es sind wieder Fensterscheiben eingeworfen worden – da müssen wir jetzt dringend das System ändern.“

Mittlerweile werden sogar Stimmen laut, die den ersten Mai ganz abschaffen möchten. Es ist ja gar kein Tag der Arbeit, sagen die, sondern ein Tag der Gewalt. Das stimmt so natürlich nicht. Der erste Mai ist für viele Linksautonome vermutlich der einzige Tag im Jahr, an dem sie überhaupt arbeiten. Und genau diese Potentiale sollte man nutzen. Es gibt in jeder Großstadt etliche Gebäude, die eigentlich abgerissen gehören. Ich sage nur: Das schweinchenrosafarbene Einkaufszentrum „Alexa“ in Berlin, das Kritiker als die Vollform eines „Bau-Herpes“ empfinden. Oder das Spree-Dreieck, ein brauner Beton-Traum von der Eleganz einer überdimensionierten Stein-Fäkalie. Oder das Ihme-Zentrum in Hannover, gegen das der Berliner Sozial-Palast ein gelungener Architektur-Geniestreich ist. Wenn man in der autonomen Szene glaubhaft machen kann, dass genau das die bösesten aller bösen kapitalistischen Fensterscheiben sind, dann reißen die solche Gebäude in einer einzigen Nacht nieder.

Und im Falle des Berliner Katastrophen-Fluchhafens BER könnte das die Lösung des Problems sein: Berliner Flughafen von Chaoten zerstört! Neubau in drei Monaten fertig. Danke, Linksautonome!