Warum der Osterhase „Fake News“ ist!

Ostern steht vor der Tür und da wird es Zeit für eine grauenhafte Wahrheit: Der Osterhase wurde gehackt. Einst ein unschuldiger kleiner Hoppler, der Kindern Schoko-Eier brachte um ihnen die Auferstehung des Heilands zu versüßen, stellt sich jetzt heraus, dass seine Daten abgegriffen wurden. Wir wissen nicht, ob es mal wieder die Firma Cambridge Analytica war, welche sich illegal Facebook-Profile beschaffte (Facebook und Datenschutz sind eben zwei Galaxien am jeweils anderen Ende des Universums).

Vielleicht geschah der Hack auch schon vor langer Zeit. Ostern hat schließlich zwei Seiten, die nur sehr schwer zusammenpassen. Einmal ist da die Idee der Wiederauferstehung, jene reine, vergeistigte Freude über das ewige, sich permanent selbst erneuernde Leben. Auf der anderen Seite das ehemals heidnische Fruchtbarkeitsfest inklusive seiner Symbolik: Ei (neues Leben) und Hase (der in seiner männlichen Form „Rammler“ heißt…) Beides sind für sich genommen schöne Dinge, aber die Kombination dieser Daten ist zweifelsohne eine toxische, rechte Verschwörung.

Und die liest sich so: Palästinensischer Migrant aus Ägypten mit einer schweren Psychose, der sich für den Sohn Gottes hält und dessen Stimme zu hören meint, versucht kleine deutsche Kinder mit heidnischen Fruchtbarkeitssymbolen aus Zucker zu vergiften, die obendrein von einem männlichen Hasen überbracht werden, der sich „Oster“(Ost-ern von Osten, hallo, Naher Osten – wir sind doch nicht blöd)-Hase nennt, überbracht werden. Oder kondensiert und stramm rechts formuliert: Ein vor langer Zeit verstorbener, religiös fanatischer Araber versucht aus dem Grab heraus deutsche Kinder mit versauten Ideen und Zucker zu vergewaltigen. Von wegen „Islam gehört nicht zu Deutschland“ – was ist eigentlich mit den anderen Beduinen-Fantasien aus dem Morgenland?

Die gute Nachricht dazu kommt aus der Rubrik Schlechte-Witze-die-trotzdem-raus-müssen: „Warum ist der Osterhase impotent? Weil man seine Eier suchen muss!“ In diesem Sinne: Frohe Ostern!

Chin Meyer ist am 9.4. live im „Schlosspark Theater“ zu erleben – mehr unter chin-meyer.de/termine“