Warum Lehrer sich nicht mehr um drehen dürfen!

Welcher Lehrer hat nicht schon davon geträumt? Einfach den größten Störenfried im Unterricht mit dem aus der Hüfte gefeuerten Colt zum Schweigen bringen! An amerikanischen Schulen wird dieser Traum bald Wirklichkeit, denn US-Präsident Trump möchte Lehrer demnächst bewaffnen. Dann kann man einen beliebten Jägerwitz auch so erzählen: Treffen sich zwei Lehrer – beide tot!

Diese als Reaktion auf das Parkland-Massaker gedachte Maßnahme soll Lehrern also ermöglichen, mögliche Amokläufer schon nach dem ersten Schuss „auszuschalten“. Immer nach der kruden NRA-Logik: „Das beste Mittel gegen einen bösen Menschen mit Waffe ist ein guter Mensch mit Waffe!“ Was natürlich ziemlicher Quatsch ist, denn der gute Mensch mit der Waffe darf im entscheidenden Zeitpunkt nicht mit dem Rücken zur Klasse stehen und etwas an die Tafel anschreiben oder erklären – und wie ein guter Unterricht entstehen soll, wenn Lehrer und Schüler gegenseitig lauern, wer als erster „zieht“, will sich mir auch nicht so recht erschließen.

Überdies drohen tragische Unfälle, wenn etwa ein der deutschen Sprache nicht so mächtiger Schüler über einen anderen sagt: „Omar ist durch laden.“ Woraufhin Omar erschossen wird, weil man vermutet, dass er eine Waffe durchlädt, während er in Wahrheit nur den elterlichen Gemüseladen durchquerte… Auch unvollständige Sätze könnten tödlich enden. „Was machst du da, Alexander? „„Ich ziele…“ Weiter kommt er nicht aufgrund des tödlichen Lehrer-Schusses, obwohl er nur sagen wollte: „Ich ziele auf eine hohe Bildung“.

Immerhin will man in Amerika jetzt auch so genannte „Background Checks“ ermöglichen, um zu verhindern, dass Menschen mit einer psychischen Störung an eine Waffe kommen. Aber wenn Waffen wirklich nur noch an geistig Gesunde ausgegeben werden, müsste man dann nicht ungefähr 99 Prozent aller Knarren einkassieren? Und hieße das in letzter Konsequenz nicht auch, dass man Trump den Twitter-Daumen operativ entfernt?