Warum Söder die Kirche ums Kreuz trägt!

Markus Söder will er in allen bayrischen Landesbehörden Kreuzigungen aufhängen lassen. Geht das überhaupt? Muss man sich nicht entscheiden? Kreuzigen oder Aufhängen? Wie vernagelt kann ein Mann eigentlich sein? Da das aufgrund der Trennung von Kirche und Staat verfassungsrechtlich bedenklich ist, behauptet Söder bauernschlau: „Das Kreuz ist kein Zeichen einer Religion“. Könnte sein, dass der Papst das anders sieht und auf den Söder jetzt das Fegefeuer wartet. Oder zumindest eine Exkommunikation.

Schwerer allerdings wiegt, dass Söder mit seinem Kreuz vor dem Islamismus zu Kreuze kriecht, indem er Bayern in einen „Gottesstaat“ verwandelt. Schon dafür sollte man ihm eigentlich eine kreuzweise geben! All das geschieht unter dem heuchlerischen Deckmantel „kultureller Identität“ – die aber ist eine sehr fragwürdige Sache. Jegliche Zugehörigkeit eines Menschen zu einer bestimmten sozialen Gruppe ist eine zeitlich beschränkte und sehr ausgedachte Angelegenheit: Wir kommen allein ins Leben und gehen auch allein wieder hinaus – zu was wir uns zwischendrin zugehörig fühlen, ist in etwa so real wie ein „Tatort-Mord“. Zumal die meisten Deutschen heute mehr das Dschungelcamp zu ihrer kulturellen Identität rechnen dürften als das Kreuz. Damit wiederum könnte ich mich anfreunden: Costa Cordalis als Zeichen kultureller Identität in allen bayrischen Ämtern aufhängen! Das wäre sicherlich auch für Migranten sehr abschreckend: Will man wirklich in ein Land, in dem Costa Cordalis-Puppen auf allen Ämtern rumhängen, die lauthals „Anita“ singen?

Kompromissvorschlag: Vielleicht sollte man einfach eine Pappfigur vom Söder in jeder bayrischen Behörde aufstellen, die eine Latte quer über die Stirn genagelt hat – das sieht auch ein wenig nach Kreuz aus und wäre endlich mal ein sinnvoller Einsatz für das Brett, dass er vorm Kopp hat!