Warum unsere Schulen zerfallen!

Was unterscheidet den nordrhein-westfälischen Finanzminister von einem Ochsen? Na? Richtig. Ein Ochse hat eine gewisse biologische Intelligenz. Die scheint Herrn Lienenkämper kurz nach seiner Ernennung zum Minister irgendwie abhanden gekommen zu sein. Warum sonst hätte er seine besten Steuerfahnder vergraulen sollen, die daraufhin in die freie Wirtschaft entschwirrten? Nur zur Erinnerung: die beiden SteuerfahnderInnen Höfer-Grosjean und Radermacher hatten durch CD-Ankäufe für Staats-Mehreinnahmen von bis zu sieben Milliarden Euro gesorgt.

Und wie nennt man das noch, wenn eine der ersten Amtshandlungen eines neuen Managers (und nichts anderes ist ja ein Finanzminister – ein Geldbeschaffungs-Manager) darin besteht, seine profitabelsten Angestellten wegzubeißen? Schlechtes Personal-Management, wenn man höflich ist. Und das in einer Partei, die sich für ihre Wirtschaftsnähe rühmt! Neulich war ich in einem Düsseldorfer Baumarkt. „Haben Sie Nieten?“ frage ich den Obi-Typen. „Nee,“ erwidert der, „die sitzen doch alle im neuen Finanzministerium!“

Dummheit ist noch die freundliche Auslegung dieser Vorgehensweise. Wie nennt man es gleich, wenn eine Regierung reichen Steuerhinterziehern das Leben erleichtert? „Griechische Zustände“! Ist es nicht das, was dieselben Herren von der FDP und der CDU immer so vehement an den Südeuropäern kritisieren? Diesen laxen Umgang mit Steuervermeidern? Und das Ganze in einem Bundesland, in dem Schulen und Kitas so marode sind, dass afrikanische Flüchtlinge bei deren Anblick ernsthaft zweifeln, ob ihnen die Flucht überhaupt gelungen ist! Oder fällt so eine Kooperation mit Kriminellen etwa schon unter den Kampfbegriff „organisiertes Verbrechen“?

Vielleicht hat es auch etwas mit dieser angeblichen Begebenheit einer Post-Wahl-Veranstaltung zu tun, auf welcher der CDU-Finanzminister schmunzelnd erwähnt haben soll, er wäre als Kind ja gern Räuber geworden. „Und“, fragte daraufhin eine alte Frau aus dem Publikum, „ wie ist das so, wenn man seinen Traum verwirklicht?“