Warum wir aussondiert sind!

„Bruch“ ist das Wort der Woche. „Aufbruch“, sagt die Kanzlerin. Meint aber Machterhalt. Genau wie Horst Seehofer, der sogar von einem „untermauerten Aufbruch“ spricht. Was darauf hindeutet, dass er vorhat, noch sehr, sehr lange weiterzumachen – bloß um Markus Söder in den Wahnsinn zu treiben. „Groko-Durchbruch“, meldet die Presse und meint damit kein dem Blinddarm verwandtes Organversagen sondern eine Auflagensteigerung. „Hervorragende Ergebnisse“, sagt Manfred Schulz und meint wiederum Machterhalt – ist ja auch ganz schön, dass alle drei Groko-Protagonisten dieselbe Sprache sprechen!

Dieses Ergebnis markiert das Ende der „Sondierungs-Gespräche“. „Sondierung“ war ein Un-Wort des letzten Jahres, welches sich virusartig in alle Gesellschaftsschichten fraß. Fragte eine Verkäuferin, ob sie einem helfen könne, lautete die Antwort häufig: „Danke, ich sondiere nur.“ Viele Dating-App- oder Tinder-Verabredungen galten längst als „Sondierungs-Vögeleien“ und ein Beziehungsende war ein „Sondierungs-Aus“ oder „fertig ge-Lindnert“.

Könnte also sein, dass Deutschland demnächst wieder eine Regierung hat, was einerseits schön ist. Wobei ich persönlich niemand kenne, der panisch durch die Gegend lief, weil er sich „unregiert“ fühlte. Außer einige verlassene Ehemänner, was wiederum andere Gründe hatte… Ein erster Blick auf die Absichten der neuen Groko lässt erkennen, dass das zentrale Problem der sozialen und finanziellen Ungleichheit im Land nicht ernsthaft angegangen wird. Von dem Ende her droht also kein Bruch. Schon gar kein Auf- oder Durchbruch. So allerdings starten „Bruch-Piloten“!