Warum wir fette Reiche brauchen!

Eine französische Supermarktkette gewährt einen 70prozentigen Rabatt auf Nutella. Das führte zu tumultartigen Szenen in den Märkten. Wie bitte? Franzosen prügeln sich fast um Nutella? Wenn es wenigstens Frosch-Schenkel gewesen wären oder Weinbergschnecken. Oder ein ritterlicher Zweikampf um die schönste Geliebte. Aber Nuss-Nougat-Creme? Wie tief kann eine stolze Nation sinken?

Im schweizerischen Davos ging derweil gestern das Weltwirtschaftsforum zu Ende. Das ist eine Art Klassentreffen der Reichen und Mächtigen. Es gab dort keine Tumulte um Nutella. Nur ein Hauen und Stechen darum, wer mit Donald Trump aufs Foto darf. Das ist eben der Unterschied zwischen reich und arm: die einen kloppen sich um fettigen, zuckrigen, überbewerteten Dreck – und die anderen um eine zarte Nougatcreme…

Das Leben der Reichen ist nämlich auch nicht immer einfach. Sie werden beneidet und müssen mit unangenehmen Enthüllungen rechnen. In Deutschland kam gerade raus, dass die 45 reichsten Haushalte soviel besitzen wie die unteren 50 Prozent. Nun ist es beileibe keine Kunst, reich zu sein: Man gründet einfach ein erfolgreiches Start-Up, unterstützt Dritte-Welt-Diktatoren bei der Geldwäsche oder vertauscht Spendersamen im Aldi-Clan. Arm sein hingegen erfordert viel Haushaltsdisziplin und den festen Willen sowie die Notwendigkeit, jeden eingenommen Cent auch wieder rauszuhauen. Sagen wir mal, wie es ist: Arme sind volkswirtschaftlich gesehen erheblich wertvoller als Reiche.

Hier gilt es also, einen wirtschaftlich relevanten Ansatz zu finden. Das Problem ist ja nicht, dass die Reichen Geld haben. Sondern dass sie nicht genug davon ausgeben. Die obersten zehn Prozent, die ja in Deutschland über zwei Drittel des Volksvermögens besitzen, müssen dringend mehr verbrauchen. Ab jetzt heißt es jeden Montag in den Villenvierteln des Landes: Antreten zur Nutella-Schlacht!