Warum wir jetzt alle ins All fliegen!

Heimat! Was für ein großes, schönes Wort. Aber auch ein geschundener Begriff, den wir uns jahrzehntelang wegen „dieser Sache damals“ nicht zu sagen trauten. Jetzt darf, ja, muss er wieder gesagt werden – wir haben demnächst sogar einen Minister, der ihn schützt. Nämlich Heimatschutzminister Seehofer, der für „die Angleichung der Lebensverhältnisse“ sorgen wird. Einige Friesen fürchten bereits, dass der Mann nicht rastet, bis auch der letzte Flensburger eine Lederhose trägt.

Doch Heimat ist ja noch viel mehr. Das Wort leitet sich etymologisch von der indogermanischen Wurzel „Kei“ ab – und das heißt so viel wie „sich niederlassen“ oder „liegen“. Was wiederum erklärt, warum die Jecken im Kölner Karneval sich dieser Tage so hemmungslos besaufen – erst wenn man am Boden liegt, entsteht das echte Heimatgefühl. Insofern ist Seehofer genau der richtige Mann für den Job – als Schirmherr des Oktoberfestes kennt er sich mit „Niedergelassenen und Liegenden“ schließlich aus – wir sollten auch nicht mehr abfällig „Schnaps-Drossel“ sagen, ein „vor kurzem noch aufrechter Heimat-Kämpfer“ wäre passender.

Auch andernorts wird um die Heimat gerungen. So sind Nord- und Südkorea bei der Eröffnung der olympischen Winterspiele gemeinsam eingelaufen – ein Schicksal, dass neulich auch zwei meiner Hemden erfuhren, die zu heiß gewaschen wurden. Gemeinsam einlaufen verbindet stark – beide Hemden sind jetzt in der Altkleidersammlung. Dorthin gehören auch viele National- und Heimatklischees.

Von Tesla-Gründer Elon Musk lernen wir eine zukunftsgerechte Entsorgung. Er schoss eines seiner Autos ins All. Zumindest dieses Auto kann das Klima jetzt nicht weiter belasten. Folgte jeder Autobesitzer seinem Beispiel, hätte die Erde ein paar Probleme weniger. Falsch verstandener Heimatschutz sowie die meisten Politiker-Egos sollten gleich mit ins nächste Raumschiff.