Warum wir uns zu Tode saufen!

Ich bemühe mich, einigermaßen gesund zu leben. Ich esse in Maßen. Ich trinke in Maßen. Jetzt jedoch las ich eine neue Studie, der zufolge ich ein selbstmordgefährdeter Alkoholiker bin. Denn auch kleine Mengen an Alkohol verkürzen bereits das Leben: Wer zwischen 100 und 200 Gramm reinen Alkohols zu sich nimmt (schon ab 0,14 Liter Wein am Tag), stirbt etwa sechs Monate früher. Ich überlege jetzt, mein Leben umzustellen: Ich höre mit dem Lesen auf!

Doch auch das hilft wenig. Mein Arzt ermahnte mich neulich, das Herz-Kreislauf schützende Glas Rotwein bereits im Tagesverlauf zu trinken, da Kohlehydrate am Abend die Leber schwächen. Eine Freundin änderte aus ähnlichem Grund ihr Sexualleben: Süßes wird nur noch mittags vernascht!

Wann haben diese Erkenntnisse Konsequenzen für die Politik? Was ist mit Sauf-Orgien wie dem Oktoberfest? Wo bleiben Pegida- und AfD-Proteste, wenn die Politik toleriert, dass die deutsche Bevölkerung durch chemische Giftangriffe ausgerottet wird? Wo bleiben die Drohungen von Trump und Macron mit Vergeltungs-Raketenschlägen auf die Theresienwiese? Zumal in einem finsteren Ritual der Münchner Oberbürgermeister (meist SPD) dem bayrischen Ministerpräsidenten (meist CSU) die erste Maß nach dem Anstich serviert – das erste Gift geht stets an den Gegner.

Ich werde nur noch winzige Mengen an Alkohol zu mir nehmen können. Vielleicht schwenke ich ganz auf Restalkohol um. Der sich ja immer größerer Beliebtheit erfreut. Neulich wurde ich sogar von einer Polizeistreife angehauen, ob ich nicht noch Restalkohol hätte. „Leider nicht“, lallte ich. „Die vier Flaschen auf der Rückbank sind alle leer!“

Man könnte natürlich auch die Lebensverkürzung in Kauf nehmen. Ich möchte gern die sechs Monate am Ende des Lebens ausfallen lassen, die ich sonst krank und voller Schmerzen im Bett verbringe…