Wie Politiker Karussell fahren!

Unglaublich. Wir haben wieder eine Regierung. Und neue Minister. Also fast. Eigentlich sind die meisten alte Minister – der ehemalige Generalsekretär wird Arbeitsminister, und der ehemalige Arbeitsminister und Hamburger Bürgermeister wird Finanzminister, während der ehemalige Finanzminister Bundestagspräsident wird. Die ehemalige Forschungsministerin aus NRW wird Umweltministerin, die ehemalige Familienministerin wird Justizministerin, der ehemalige Justizminister jetzt Außenminister – nur der ehemalige Außenminister ist außen vor. Aber das ist ja das Schöne: In der Politik kann jeder alles! Ich persönlich würde etwas skeptisch reagieren, wenn mir mein Lungenfacharzt auf einmal eröffnete, er sei jetzt auch als Proktologe tätig. Auch wenn er mir anschließend versichert, ich müsse mir keine Sorgen machen, es handele sich schließlich in beiden Fällen um Organe, aus denen Luft entweicht!

Und wir reden hier nur über die SPD! Ich musste eine Weile überlegen und dann dachte ich: Gab es da nicht eine Partner-Partei in der Regierung? Wie hieß noch diese Partei um die Bundeskaiserin, Pardon, -kanzlerin? Hat die gar keine Minister? Doch: unter anderen wird der ehemalige Staatsminister bei der Kanzlerin jetzt Kanzleramtsminister, die ehemalige Familienministerin und Verteidigungsministerin bleibt Verteidigungsministerin, soll aber eventuell in zwei Jahren Nato-Generalsekretärin werden. Und dann gibt es noch den ehemaligen Gesundheitsminister und bayrischen Ministerpräsidenten, der Innenminister wird – jede Regierung braucht halt einen Bundes-Horst.

So geht Politiker-Karussell. Da kann auch nichts schief gehen. Denn das Wort Minister zerfällt in zwei Teile: Mini und Ster. Ster ist das Maß für einen Hohlraum. Ein Mini-Hohlraum. Der Minister hat also in seinem Kopf das Zen-Prinzip der Leere schon umgesetzt. Und aus der Leere entsteht der Urknall. Darauf warten wir jetzt.