Autor: Alexa Knitter

Warum wir mehr Rettungsgassen brauchen!

Es ist noch nicht lange her, da gab es einen sehr schlimmen Busunfall. Rettungsfahrzeuge wurden durch Autofahrer behindert, die keine gute Rettungsgasse bildeten. Seitdem wird überall verbreitet, wie eine Rettungsgasse geht – und das ist gut so. Denn auch ich war mir nicht wirklich sicher, wie eine Rettungsgasse funktioniert. Als nicht so wahnsinnig-viel-Autofahrer komme ich nur selten in den zweifelhaften Genuss, eine Rettungsgasse bilden zu müssen.

Ich hatte, um ehrlich zu sein, „Rettungsgassen“ bisher sogar gar nicht mal notwendigerweise auf der Straße verortet. Denn – Hand aufs Herz – brauchen wir nicht generell viel mehr Rettungsgassen im Leben? Neulich war ich auf einer sehr, sehr langweiligen Grill-Party mit sehr, sehr langweiligen Gesprächen, wo ich aber aus „Anstandsgründen“ nicht weg konnte – wo war da die Rettungsgasse? Etwa ein plötzlicher Regenguss, der die traurige Veranstaltung vorzeitig beendete? Oder ein Blitz, der den Gartengrill in Brand setzt? Nichts! Schon mal bemerkt, dass Autofahrer nicht die einzigen sind, die keine Rettungsgassen bilden können?

Oder diese peinlich verlaufenden Geschäftsgespräche, in denen sich auf einmal rausstellt, dass die eigene neue Verlobte zeitgleich Gattin des Gesprächspartners ist, der überdies Syphilis hat – wo bleibt da die Rettungsgasse, also die rettende Öffnung im Erdboden, die einen verschlingt und in Australien wieder ausspuckt?

Vor einiger Zeit erlitt ich eine Nahtoderfahrung, in welcher der Druck eines Atomreaktorkerns auf meiner Blase lastete, während ich gefühlte Jahrhunderte vor einer verschlossenen Klotür wartete. Als die plötzlich aufging und der Weg frei wurde – da fungierte die „Rettungsgasse“ zeitgleich als Nierenklinik!

Neulich traf ich eine Bekannte mit einem jungen, gutaussehenden Mann. Oh, sagte ich zur ihr: neuer Geliebter? Gewissermaßen, sagte sie. Eigentlich nur die „Rettungsgasse aus meiner Ehe“!

Warum wir jetzt die Alternative zu Grab tragen!

In den 80gern hörten wird das Wort „Alternative“ zum ersten Mal. Es war jung, es war grün, es war voller Latzhosen und junger Kommune-Mitglieder, die sich andauernd umarmten, um bei alternativer Liebe alternative Müsli-Riegel zu knabbern. Dann zog die etwas erwachsenere Alternative mit Turnschuhen und Jackett in die Landestage ein. Das war gewöhnungsbedürftig. Aber immer noch alternativ!

Allmählich wollte die Alternative derart etabliert sein, dass sogar die Alternativen das Alternative ächteten und sich fortan nur noch „die Grünen“ nannten. Wenig später kam Angela Merkel und „alternativlos“. Das war verstörend – wer ist schon gern die Alternative los? Frustriert schlich die Alternative in den Untergrund. Dort muss irgendeine Traumatisierung passiert sein, denn auf einmal war sie wieder da, aber völlig entstellt. Zombie-artig wandelt sie fortan durch das Land und nennt sich „Alternative für Deutschland“.

Nur dass diese Alternative natürlich keine echte Alternative ist, sondern aus lauter Rezepten besteht, die schon vor 100 Jahren nicht funktionierten. Wie ein Untoter, der immer noch die Gesellschaft Lebender sucht, wendet sich diese entstellte Alternative an alte Wegbegleiter und wirbt mit Kiffern, die sich über marokkanische Dealer beschweren. Oder Indianern, die angeblich auch AfD gewählt hätten – was natürlich Quatsch ist, denn die sind ja als Ausländer total unerwünscht.

Den Tiefpunkt aber erreichte die Alternative, seit der amerikanische Präsident in eine Welt „alternativer Fakten“ abdriftete. Jetzt tun sich überall „Alternativen“ auf. Bald ist ein Tofu-Burger „Alternative für Fleisch“, Bankraub „Alternative für Hartz IV“ und eine Nonne „Alternative für Sex“! Die Alternative ist tot. Sollte die AfD abstürzen, inkarniert sie bald wieder in neuer Verkleidung: Neue Soziale Deutsche Alternativ-Partei – NSDAP…

Warum wir alle in die Radar-Falle rasseln!

Wen berührt man häufiger: PartnerIn – oder Smartphone? Letzteres! Der Partner weiß Dinge nicht so genau, beziffert etwa die Distanz Berlin-München mit: Circa fünf bis sechs Stunden, je nach Verkehr. Das Smartphone sagt: 5 Stunden,24 Minuten, davon 12 Minuten Stau.

Eine meiner Lieblings Apps ist der Regen-Radar. Der zeigt auf der Landkarte Regenwolken, wie sie sich auf den eigenen Standort zu bewegen und dann auch wieder abziehen. Man sieht also, wann es wo wie lange regnet. Sehr nützlich, wenn man trocken bleiben möchte.

Radar-Apps boomen. Ein Radar-Radar existiert bereits – der zeigt Blitzer an. Ein Fahrkarten-Kontrolleurs-Radar hätte bei Schwarzfahrern sicher reißenden Absatz. Wie wäre es mit einer Paarungs-Radar-App, die nicht nur mögliche Singles in der Umgebung anzeigt, sondern bei Frauen auch den Grad der partnerschaftlichen Verzweiflung, welcher die Ansprüche sinken lässt? Bei Männern muss Paarungsbereitschaft nicht gesondert angezeigt werden – die ist eh meist auf 180 Grad, also bereit für die Horizontale! Für Frauen müsste es also eine App geben, die auf einer Karte die Männer anzeigt, die einfühlsam, intelligent, humorvoll, gutaussehend und Single sind. Und der eine Typ, der dann da angezeigt wird, ist mit Sicherheit irgendwo weit weg und umgeben von den ganzen gutaussehenden, verzweifelten, paarungswilligen Frauen von der anderen App…

Leider lügen Apps auch. Der Navi dehnt die Fahrzeit beliebig aus, so dass man Ende auf 6 Stunden und 13 Minuten nach München kommt. Also circa fünf bis sechs Stunden, je nach Verkehr. Nicht auszudenken, wie viele Scheidungen lügende Apps provozieren… Neulich saß ich mit meinem Bruder auf dem Balkon. „Es regnet“, sage ich. Er guckt auf seinen Regen-Radar: „Kann nicht sein, es wird kein Regen angezeigt!“ „Ich werde aber grade sehr nass,“ sage ich. „Ja,“ meint er, „aber Regen kann das nicht sein.“ „Sondern?“ „Wasser von oben!“

Warum jetzt so gelärmt wird!

„Viel Lärm um nichts“, heißt eines meiner Lieblingsstücke von Shakespeare. Darin geht es unter anderem um die Verwechslung von Schein und Sein. Zurzeit erleben wir eine grandiose Neu-Inszenierung dieses Klassikers mit Laien-Darstellern in Hamburg. Es nennt sich zwar „G20-Gipfel“, aber der eigentliche Name des Stückes dürfte allen klar sein.

Das Ungewöhnliche an der Hamburger Inszenierung: Eine ganze Stadt muss mitmachen! Zur Erhöhung der Dramatik werden ganze Heere schwarz gekleideter Autonomer in die Stadt gebracht. Diese fühlen sich naturgemäß zu Autos hingezogen, welche sie gern mal abfackeln. Das macht Sinn, denn das griechische Wort „autonom“ heißt so viel wie „selbst stehend“, während „Automobil“ ja „selbst bewegend“ heißt. Und man kann natürlich viel ruhiger selbst stehen, wenn man sich nicht ständig selbst bewegt… Außerdem wird auf diese Weise der Verkauf von Neuwagen sowie Teilkasko-Versicherungen befördert, so dass man auch mal gucken sollte, ob hinter der Vermummung nicht ein Logo von „Audi“ oder „HUK Coburg“ lauert…

Einige der Sprechrollen haben zwar in etwa die geistige Reife von ADS-geplagten Kita-Kindern, machen das aber durch ihren energetischen Stil mehr als wett. Zwei der gesetzten Schurken, Putin und Trump, schwänzen in einem Akt präpubertärer Rebellion sogar den „Klima-Talk“ nach dem Motto: gegen Warmes Klima hilft am besten ein Kalter Krieg! Kritiker bemängeln, dass in dieser Inszenierung der Komödie der Humor etwas zu kurz kommt – geben aber zu, dass es immer noch lustiger ist als Atomkrieg mit Nordkorea! Als Finale gibt es ein Gruppenfoto, auf dem alle lächelnd sagen: „Schön, dass wir miteinander geredet haben!“

In der Politik wird gern gemeckert, dass Kultur so teuer ist. Aber mal ganz ehrlich: Teurer als die Politik (Kosten G20: mindestens 150 Millionen Euro) hat „Viel Lärm um nichts“ noch nie jemand inszeniert!

Warum jetzt alles gut wird!

Wir machen alles etwas anders, und schon wird es viel besser! Was ist das? Genau, das Wahlprogramm der SPD. Ein Manifest von derartiger Seichtigkeit, dass nicht mal RTL 2 es ins Spät-Programm nehmen würde! Jetzt setzt die CDU mit ihrem grad veröffentlichten Wahlprogramm noch einen drauf: Wir machen alles wie immer und trotzdem wird es noch viel, viel besser!

Gut, es ist Wahlkampf. Also „Märchenstunde“. Da will die CDU keine Steuererhöhung für niemand. Das klingt erst mal toll, so nach „Fiskal-Ehe für Alle“. Ist es aber nicht, weil die Reicheren sich im Verhältnis finanziell nicht so stark engagieren wie Mittel- und Unterschicht. Die CDU plant also ein „Reichenschonungs-Programm“. Das könnte man noch mit „Minderheiten-Schutz“ umschreiben: Reiche gibt es nicht so viele, die haben es nicht leicht, müssen sich gegen Neid-Attacken wehren und komplizierte Steuer-Konstruktionen planen, da kann man die unmöglich noch mehr belasten, sonst fliehen sie und müssen in armseligen Flüchtlings-Villen an der Cote d’Azur überwintern.

Geschenkt. Dann verspricht die CDU Voll-Beschäftigung bis 2025. Für wie blöde halten die uns? In einer alternden Gesellschaft, die jedes Jahr 300.000 Menschen mehr aus dem Arbeitsmarkt entlässt als neu aufnimmt, ist es nur logisch, dass 2,4 Millionen Arbeitslose spätestens in 8 Jahren aufgebraucht sind. Da stellt die CDU sich wahrscheinlich 2025 hin und sagt: „Siehste, wir konnten schon vor acht Jahren 24 durch drei teilen und auf die richtige Lösung kommen!“

Das Wunder des CDU-Wahlprogramms mit dem Untertitel „Kopf-in-den-Sand-stecken-für-Fortgeschrittene“ ist ein anderes: Horst Seehofer und Angela Merkel einträchtig Seite an Seite! Ein Paar, bei dem jeder Scheidungsrichter vermutlich Geld bietet, nur damit sie sich endlich mal trennen. Wenn selbst die es weiter miteinander aushalten, lautet die Botschaft, dann: „Deutschland, könnt ihr das auch“!

Warum wir jetzt alle Homo sind!

Ist doch bloß ein Wahlkampfmanöver von Angela Merkel, um der SPD ein Thema zu klauen. Sagen die einen. Kennt man von Fukushima. Quatsch, sagen andere, es ist ein Turbo-Marketing für Gloria Gaynors „I am what I am“ sowie eine Power-Vertriebsmaßnahme für Barbra Streisand und Queen! Egal – endlich „Ehe für Alle“. Gottseidank!

Nee, sagt die Katholische Kirche, das wäre gar nicht Gott gewollt. Ach ja? Warum setzte der Herr da kein Zeichen? Etwa ein Blitzschlag, der Volker Beck nach der Abstimmung mitten im Bundestag erledigt, dazu eine tiefe Stimme, die laut „Eh, Schwul“ sagt… Oder warum hört Gott mit der Erschaffung von Schwulen nicht einfach auf? Dann hätte die Kirche allerdings auch ein Thema weniger…

Wie dem auch sei, die Homo-Ehe ist ab jetzt Gesetz, heißt aber nur noch „Ehe für Alle“. Wobei der Begriff Homo sowieso irreführend ist. Denn das griechische Wort heißt sowohl „gleich“ als auch „Mensch“. Jede Ehe zwischen Menschen ist somit eine Homo-Ehe. Eine „Hetero-Ehe“ ist dem Wortsinn nach eine Ehe mit „Andersartigen“ – pervers, oder?

In Wirklichkeit brauchen wir die „Homo-Ehe für Alle“. Männer heiraten nur noch Männer, und Frauen nur noch Frauen. Einzige Bedingung: Kein Sex miteinander! Wenn gute Kumpel einander heiraten, entfallen die klassischen Ehe-Konflikte: Männer zicken bei unaufgeräumter Bude nicht rum, sondern warten geduldig, bis ein Notfallkommando sie unter dem Müll wieder ausbuddelt. Frauen hingegen verschönern die gemeinsame Wohnung und stellen einträchtig Kerzen und Blumen auf. Eifersucht ist kein Thema mehr – die Partner bauen sich nach gescheiterten Beziehungen mit Dritten wieder auf. Die Scheidungsrate tendiert gen Null. Bloß: Schwule heiraten dann natürlich keine Männer mehr sondern nur noch die beste Freundin. Und Lesben den besten Freund. So entstehen harmonische Partnerschaften, die keinen Hormon-Ausschlägen zum Opfer fallen. Und die Homo-Ehe wird echt hetero!

 

Warum die Love Parade wieder da ist!

Berliner Cops, die eine wilde Party in der Flüchtlingsunterkunft veranstalteten, in der sie während des G20-Gipfels wohnen sollten, haben jetzt richtig Ärger. Die Hamburger Polizei schäumt vor Wut. Aber vielleicht sollten wir einfach mal die Kirche im Dorf beziehungsweise die Flüchtlingsunterkunft in Bad Segeberg lassen. Überhaupt: Flüchtlingsunterkunft? Wenn 27 Jahre nach der Wende hilfsbereite Menschen aus Ostdeutschland immer noch in anonymen Flüchtlings-Massenunterkünften zusammen gepfercht werden – ist das vielleicht keine arrogante Wessi-Cop-Diskriminierung?

Die Liste der Vorwürfe ist lang: Sex im Freien, „An-den-Zaun-Pinkeln“ und eine weibliche Polizistin, die im Bademantel mit Waffe auf dem Tisch tanzte. Na und? Sind Polizisten etwa keine Menschen? Hilft es nicht sogar in der Deeskalation der Gewalt, wenn der Cop den Autonomen vom Raven kennt? Und wenn die „Bullin“ (niemals „Kuh“ sagen!) ein Miss-Undercover-Table-Dance-Training absolvierte, um auf der Reeperbahn diskret zu ermitteln, hat das durchaus dienstlichen Bezug. Ganz abgesehen von der Freiheit, dass es in Deutschland eben nicht nur adelige „Pinkel-Prinzen“ sondern eben auch „Piss-Polypen“ geben darf!

Sex im Freien – da war die linke Revolution mal erfolgreich! Warum ersetzen wir den G20 Gipfel nicht durch einen „Karneval der Kulturen“? Wenn die Staatschefs vom 6. bis 8. Juli eine Love Parade machen, können sie währenddessen keine weitere Ausbeutung „Arm durch Reich“ planen. Obwohl der Gedanke, dass Donald Trump über Angela Merkel herfällt, in etwa so appetitlich ist wie die Sodomisierung eines Springbocks durch King-Kong! Wobei ich mir hier über die Rollenverteilung noch nicht ganz sicher bin…

Die Hamburger sollten aufhören, Berliner Party-Cops zu dissen. Und sie so schnell wie möglich zurückholen. Damit es auch in der Hansestadt heißt: „Make love, not G20“!

 

Warum Ronaldo eine schlechte Investition ist!

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, heißt es. Cristiano Ronaldo hingegen macht jeden Sommer eine Schwalbe – mindestens. Er hat die Fähigkeit, ganz ohne Fremdwirkung beleidigt auf die Fresse zu fliegen. Auch außerhalb des Fußballfeldes. Denn Ronaldo hat Steuerprobleme. Wie sein Rivale Lionel Messi. Obwohl die beiden keine Sandkastenfreunde sind – Briefkastenkumpel sind sie allemal! Beide hinterzogen über Briefkastenfirmen Steuern. Messi jedoch führt– er wurde bereits zu zwei Jahren Knast verurteilt. Die rote Karte für Ronaldo steht noch aus.

CR7 – ein Welt-Fußballer, ein begnadeter Sportler. Ein Mann mit genug Gel im Haar, um die gesamte kalifornische Porno-Industrie ein Jahr lang mit Gleitmittel auszustatten! Ein Mann, der jeden Elfer verwandelt. Ein Mann, der alles hat. Außer Gemeinsinn. Ich frage mich: Wo sind die Empathie-Gehirnzellen bei diesen Fußballern geblieben? Einem Vernichtungsfeldzug während des Kopfball-Trainings zum Opfer gefallen? Bei Ronaldos Narzissmus stellt sich die Frage, ob da nicht irgendein genetischer Daumenabdruck von Donald Trump im Spiel ist?

Jetzt hat Ronald vorsichtshalber 15 Millionen Euro beim Gericht hinterlegt. Trotzdem findet er die Sache unfair und würde dem Schiri, der hier nur „Richter“ heißt, am liebsten mal so richtig in die Eier flanken. Außerdem denkt er über einen Wechsel von Real Madrid nach. Es hagelte Angebote. Uli Hoeness lockt mit Steuervorteilen. Der FC Bayern München gilt nicht umsonst als das „Fürstentum Monaco“ des Weltfußballs.

Doch Vorsicht! Sollte Ronaldo tatsächlich verurteilt werden (Strafmaß bis zu sieben Jahren), wäre ein Fonds mit „Prokon Windkraft Genuss-Scheinen“ und anderen Schrott-Anleihen lohnender. Selbst eine Investition in den bankrotten Boris Becker ist wohl renditeträchtiger. Denn bislang sind nicht viele Fußballer bekannt, die aus dem Knast heraus Elfer verwandeln.

Aber Ronaldo wird was einfallen. Zur Not macht er ne Schwalbe.

Warum uns tief durchatmen immer schwerer fällt!

„Woher kennst du den?“ fragt der Vater seinen Sohn, der von einem unbekannten Mann im Urlaub freundlich begrüßt wird. „Ach,“ sagt der Sohn, „das ist der Mann vom Umweltschutz!“ „Vom Umweltschutz?“ „Na, der fragt Mama immer, ob die Luft rein ist!“ Dieser Witz illustriert den Wechsel der Zeiten. Leitete die Frage nach der reinen Luft früher noch eine „verbotene“ Aktivität ein, ist sie heute der Auftakt zum Shoppen mit Atemmaske. Auch in Berlin haben wir neuesten Messungen zufolge sehr viel höhere Stickoxid-Werte als bisher bekannt. Gut, man könnte sagen: Das ist ein kleines Willkommensgeschenk für die vielen Schwaben im Prenzlauer Berg – da können die bei uns die gleiche dicke Luft inhalieren wie daheim in Stuttgart!

Die viel besungene „Berliner Luft“ wird auf diese Weise sehr kosmopolitisch – gewissermaßen der Duft der großen weiten Welt. Jedenfalls der Welt von Neu-Dehli, Karatschi oder Riad. Viele Parameter ändern sich: „Einfach mal tief durchatmen“ – für diesen therapeutischen Ratschlag kann man in den meisten deutschen Innenstädten mittlerweile eine Anklage wegen Körperverletzung kassieren! Schade. Als wir anfingen mit Zivilisation ging die Menschheit noch nicht davon aus, dass nur noch in Ausnahmefällen geatmet wird.

Doch auch abseits der Straße treten Feinstaub-Probleme auf. „Was möchtest du in deinem Leben noch erreichen? Hast du einen Lebenstraum?“ Wurde neulich mein Kumpel von seiner Frau gefragt. „Du meinst noch einen Lebenstraum außer der Realisierung des kompletten Eins-Seins der Existenz und dadurch bedingten Auflösung aller ich-hafter Strukturen, was zu einer entspannten Leichtigkeit des Seins, völliger Überwindung der Todesangst sowie einer seltsam anmutenden Glückseligkeit und Akzeptanz von allem, was einem zustößt, führt? Davon abgesehen möchte ich eigentlich nur noch mal Sex mit deiner Schwester haben!“ antwortet der. Daraufhin gab es Feinstaub-Alarm – also sehr dicke Luft und keinen Verkehr…

Warum die Wüste Kühe braucht!

Kennen Sie folgendes Bonmot: „Weine nicht, wenn eine Taube auf dich scheißt – freue dich lieber, dass Kühe nicht fliegen können!“ Mit dieser Gewissheit könnte es bald vorbei sein, denn demnächst fliegen Kühe. Nämlich nach Katar. Der kleine Wüstenstaat ist bekanntlich grade von seinen Nachbarstaaten mit einer Komplett-Blockade belegt worden. Um die Milchproduktion zu sichern, will jetzt ein katarischer Bau-Unternehmer 4000 Kühe in das Emirat fliegen.

Als Berliner ist man natürlich alter Hase, was Luftbrücken angeht, besonders, wenn man sie noch erlebt hat (ich habe das nicht, um bösen Gerüchten vorzubeugen). Da kann man dem Katari schon mal ein paar Tipps geben: Erstens: Die Kühe auf keinen Fall mit AirBerlin schicken – das führt zum sofortigen Hungertod der Bevölkerung durch ausgefallene oder verspätete Flüge. Zweitens: Auch wenn es damals mit den Rosinenbombern ganz gut funktioniert hat – „Rinder-Stukas“ könnten Schwindel bei den Kühen auslösen, was die Milchproduktion beeinträchtigt. Und drittens: Die Luftbrücke auf keinen Fall von BER starten… (siehe auch: erstens)!

Natürlich könnte diese Aktion auch Tierschützer auf den Plan rufen: Wird es den Kühen in Katar nicht zu heißt werden? Natürlich nicht. Warum bauen die Kataris (die in diesem Fall übrigens nicht nur die unschuldigen Opfer sind) sich wohl mit viel Sklavenarbeit die vielen gut klimatisierten Fußballstadien? Die WM ist da bloß Vorwand – es handelt sich um die teuersten Freiluft-Kuhställe der Welt. Was die Fußball-Profis zu den am besten bezahlten „Kuhwiesen-Glatt-Tramplern“ der Menschheitsgeschichte macht!

Wahrscheinlich macht in Katar bald eine Variation des Bekannten Wessi-Witzes die Runde: „Was ist der Unterschied zwischen einem Kuh-Schwanz und einem Saudi-Kopftuch? Der Kuh-Schwanz verdeckt das ganze Arschloch!“

Wie man Wahlen gewinnt!

Revolution! Ja, das können sie – die Franzosen. Und einen neuen Namen für die Guillotine haben sie auch: „Macrontine“! Der neue Sonnenkönig der Ile de France hat in einem einzigen Monat die gesamte politische Klasse der Grande Nation auf einen Schlag entsorgt – die Jakobiner brauchten dafür immerhin noch mehrere Jahre.

Alle Welt schaut jetzt auf Frankreich. Von Macron lernen heißt siegen lernen. Anders als von Theresa May lernen… Die fragt sich wahrscheinlich auch, warum sie nicht auf die Namens-Berater hörte? Im Mai hätte sie die Wahl noch gewonnen. Aber im Juni? Heißt sie etwa Theresa June?

In Berlin wird das Rezept jetzt sicherlich schon hektisch analysiert. Was ist an Macron anders als an Merkel? Gut, fast alles, – da wird es höchste Zeit für die Spin-Doktoren. Als erstes braucht Angie wie Macron ein Verhältnis mit einer sympathischen älteren Frau. Bereiten wir uns mental schon mal auf folgende Schlagzeile vor: „In dunklen Stunden holt sich Angela Hilfe bei ihrer langjährigen Geliebten, Mutter Beimer!“

Nun ist nicht alles an Macron wirklich auf Deutschland übertragbar. Immerhin heißt seine Partei „La République en Marche“ – eine Umbenennung der CDU in eine „sozial-liberale“ Bewegung „Deutschland marschiert“ könnte unsere polnischen Nachbarn zutiefst verunsichern.

Aber generell wird das politische Berlin französischer werden. Also Café au Lait und Baguette zum Frühstück, Rotwein und Gauloises ohne Filter zum Abendessen, und zwischen den Plenarsitzungen mit Baskenmütze und Ringelshirt schnell auf ein „Rendezvous erotique“ mit der Geliebten. Die SPD sucht schon hektisch nach passenden Kandidatinnen für Martin Schulz – erste Absagen soll es bereits von Iris Berben, Senta Berger und Hannelore Elsner gehagelt haben.

Panik bei der „Französisierung“ der politischen Bühne wird es allerdings besonders in einem Ressort geben: Bei den sehr, sehr langsamen Flughafen-Verantwortlichen des BER. Denn „Schnecken“ gehören zu Lieblings-Speisen der Franzosen!

Warum wir die Diebe aufhalten sollten!

Na, fehlt Ihnen was? Nein? Doch – Sie wissen es nur nicht. Ihnen fehlt ein IPad. Oder ein Fernsehgerät. Oder 400 Euro in bar. Oder… Aber der Reihe nach. Sie wurden ausgeraubt! Jetzt nicht mit vorgehaltener Pistole, es lief etwas subtiler ab. Oder schmutziger, je nachdem. Es waren Cum-Geschäfte. Nein, keine Pornos. Oder doch, je nachdem. Eine Bande von cleveren Bankern und Vermögensberatern bzw. Vermögens-Verräter, wie wir es in diesem Fall nennen müssen, hat über 32 Milliarden Euro Steuergelder abgezockt.

Cum-Cum-Geschäfte waren das, und analog zu der Pornobranche, die ja mit Cum auch Geschäfte macht (gucken Sie mal ins Internet), handelte es sich um eine Art Gang-Bang des Finanzamtes. Und das geht so: Ausländische Aktienbesitzer müssen Dividendeneinkünfte versteuern – gehören die Aktien am Dividenden-Stichtag aber einem Deutschen, zahlt der nix. Also wurden Aktien von Ausländern im großen Stil für einen Tag an Deutsche verkauft, die Ersparnis teilte man sich.

Der Trick ließ sich per Cum-Ex Deal noch mal doppeln. Grob vereinfacht ging das so: Aktionär A hat Aktien im Wert von einer Million und kassiert dafür eine Steuergutschrift am Dividendentag. Ein zweiter Aktionär B kaufte von einem dritten Aktionär C für eine Million Aktien, die C allerdings gar nicht besitzt (er hat sie bloß von A geliehen). Weil B am Stichtag die Aktien juristisch besitzt, erhält er ebenfalls eine Steuergutschrift für das Aktienpaket, das dann wieder an A zurückwandert. Dinge verkaufen, die man gar nicht hat, an der Börse geht das. Im echten Leben wäre das so, als würde Dieter Bohlen seine Jungfräulichkeit meistbietend versteigern… Und diese wundersame Art der Verdopplung kennen wir sonst nur von unseren Bankgebühren…

Dividenden-Stripping nannte sich das Drecks-Spiel, und leider handelte es sich nicht um einen Club, in dem hässliche Banker sich ausziehen. Diese Bande im Gegenteil uns Bürger nackt gemacht, denn der Staat ist ja letztlich nur eine Gemeinschaftskasse aller Deutschen. Von den 32 Milliarden hätte man das Schienennetz der Deutschen Bahn komplett sanieren können. Anders gesagt: Wenn Ihre S-Bahn mal wieder zu spät ist – liegt es auch an einem gierigen Banker-Steuer-Räuber! Von den 32 Milliarden hätte auch jeder Deutsche vom Staat ein IPad, ein TV oder 400 Euro in bar kriegen können – die fehlen jetzt.

Warum Berliner Männer wieder Kinder haben!

Wann ist ein Mann ein Mann? Erst wenn er Vater ist? Ab wann zählt die Vaterschaft? Muss man „Bio-Vater“ sein? Damit ist übrigens nicht notwendigerweise der Birkenstock-Sandaletten-Daddy mit Vorliebe für makrobiotische Kost gemeint. Der Bio-Vater ist in 10 Prozent aller Fälle nämlich ein anderer als der Zahlvater – und sie finden sich nur selten im Bio-Markt. Neuerdings gibt es in Berlin eine neue Kategorie: Schein-Vater! Das kenn ich, wird der eine oder andere denken: Meiner war auch nie zu Hause! Oder: Mein Schein-Vater gab mir statt Liebe immer nur Geldscheine. Bei dem jetzigen Skandal jedoch geht es um Männer, die ihr Kind nie gezeugt haben.

Einer der ersten Scheinväter war bekanntlich der Heilige Geist – oder Josef von Nazareth, je nach Perspektive. Es ist nicht bekannt, ob Josef den Heiligen Geist auf Unterhalt verklagte, zumal die Briefe an „Heiliger Geist, Himmelreich“ schon damals als schwer zustellbar galten.

Der richtige, biologische Vater jedoch, oder schlicht „Postbote“, wie es oft vereinfachend heißt, hat häufig gute finanzielle Gründe, eine Vaterschaft nicht anzuerkennen. Dieser Trend scheint gebrochen: In Berlin erkennen immer mehr Männer eine Vaterschaft an, auch wenn sie gar kein „Bio-Väter“ sind. Die Mütter sind häufig schwangere Asylbewerberinnen, die durch die Anerkennung der Vaterschaft ein Bleiberecht in Deutschland erhalten. Die Männer kassieren dafür Tausende von Euros, einige haben bereits zehn „Kinder“. Bei 10000 Euro pro anerkannter Vaterschaft braucht es also nur 100 Kinder für die erste Million! Und das, obwohl man eigentlich Hartz IV bezieht (die meisten Scheinväter sind arbeitslos) – den Unterhalt zahlt der Staat. „Berliner Scheinväter gefährden den Sozialstaat“, könnte man das auch nennen. Es kommt wieder auf die Perspektive an. Eine andere Lesart dürfte etwa der AfD weniger gefallen: „Ausländische Asylbewerberinnen machen arme, deutsche arbeitslose Männer reich! Und außerdem zum Mann!“

Warum die Menschheit ausgelöscht wird!

Donald Trump kündigt den Klimaschutz-Vertrag von Paris. Aus seiner Perspektive macht es Sinn, das Klima aufzuheizen – in wärmerem Wetter frieren kleine Hände nämlich nicht so schnell… Auch sein Lieblingsgetränk „Covfefe“, oder um es genauer zu bezeichnen „negative Press Covfefe“, also „mieser Zeitungs-Muckefuck“ (wie er etwa auf den Fluren der „New York Times“ ausgeschenkt wird), erkaltet in wärmerem Wetter nicht so schnell.

Trump steht hier im Zentrum einer Verschwörung – man muss einfach mal fragen: Wem nützt denn die Klima-Erwärmung? Den Menschen nicht, und den meisten Tieren auch nicht. Mit einer Ausnahme: Bärtierchen! Bärtierchen sind etwa 1mm groß und sehen etwas plump und putzig aus – so wie Bären. Ihnen kann der Klimawandel nichts anhaben – sie überleben ein Temperatur-Spektrum zwischen -30 und +77 Grad. Radioaktivität macht ihnen nichts aus – sogar im Vakuum des Weltraums können sie existieren. Sollte es doch mal etwas ungemütlich werden, ziehen sie sich in einen Zustand der Kryptobiose zurück, eines todesähnlichen Zustands, in dem sie Jahrzehnte unverändert überstehen – wir Menschen kennen die Kryptobiose nur von den Verantwortlichen des Flughafens BER…

„Seit Jahren schon“, sagte mir eines dieser Bärtierchen unter dem Siegel der Verschwiegenheit, „bauten wir Donald Trump auf und schleusten ihn ins Weiße Haus – er soll den Planeten so verändern, dass wir die einzige überlebende Tierart sind – wir und die Fadenwürmer. Irgendwas muss man schließlich essen, haha.“ „Moment mal“, sage ich, „ihr Bärtierchen gehört zu der Familie der Urmünder, also Lebewesen, bei denen sich Mund und Arsch aus einem Organ bildet… könnte es also sein, dass Donald Trump ein überdimensioniertes Bärtierchen ist?“ Mein Informant guckt mich an und schnaubt: „Jetzt werd mal nicht ausfallend, Freundchen – so blöd sind wir nun auch wieder nicht!“

Warum es heute Rubbellose umsonst gibt!

Heute läuft die Frist zur Sozialwahl ab. „Nimmst du teil?“ frage ich neulich eine Freundin. „Eh, lass mich in Frieden mit dem Scheiß!“ sagt die genervt. „Moment,“ sage ich, „es handelt sich hier um die Verteilung der Sozialversicherungs-Gelder, sprich die Höhe deiner Rente. Könnte wichtiger sein als die Bundestagswahl, wo es ja eher um die Höhe des Rentenbeitrags geht. Oder so.“ Ich tendiere wie die meisten Menschen dazu, sehr vage zu werden, wenn ich keine Ahnung habe.

„Und wen zum Teufel soll man da denn wählen?“ fragt die Freundin. Ja, wen? Es gibt da eine Liste mit zwölf Listen, man darf aber nur ein Kreuz machen. Das Gute daran: Man kann gar nicht falsch liegen, weil jede der Listen das Gute will. Das ist wie Spenden ans Kinderhilfswerk, nur billiger. Das Schlechte daran: Wen zum Teufel soll man da wählen?

Beim Untersuchen der Programme fällt nämlich auf, dass alle irgendwie für soziale Gerechtigkeit und gegen Altersarmut sind. Und für ein faires leistungsbezogenes System. Warum gibt es keine klare Ansagen? Vielleicht von der „Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung“ so etwas wie: „Um die Rente kümmert sich Gott. Und er zerschmettert seine Feinde und drückt ihr Antlitz in den Feinstaub. Protestanten kriegen die Hälfte.“ Was dann ein Echo beim „Christlichen Gewerkschaftsbund“ haben könnte, der sich für eine Gleichberechtigung der Protestanten einsetzt sowie eine Erhöhung der Rente bei gemeinsamen Gesangsaktivitäten – außer Karaoke! Der Deutsche Beamtenbund könnte sich für eine abschlagsfreie Rente für Beamte nach 45 Arbeitsminuten aussprechen. Und die Gewerkschaft Ver.di wirbt dann, dass sie eigentlich die SPD der Neunzigerjahre ist „egal was die IG Metall sagt“.

Ich werde auf jeden Fall wählen. Vielleicht kriege ich irgendwann auch raus, wofür ich da gestimmt habe. Die Sozialwahl ist ein bisschen das Rubbellos der Demokratie!

Warum wir Volkswagen im Paradies brauchen!

Kirchentag in Berlin. Erst mal: Super! Frieden, Liebe, gemeinsam singen – alles prima. Im Vorfeld des Kirchentags gab es allerdings Kritik, weil VW einer der Großsponsoren ist. Es hieß, dass auch die Kirche das kritisch sehe, weil ja grade VW es mit der Wahrheit nicht ganz so genau nehme und diese Software produziert habe, die merkt, dass geprüft wird und die dann die gewünschten Werte liefert. Diese Art modernen Ablasshandels sei in der Kirche verpönt, weil ja auch Lutherjahr ist und good old Martin bekanntlich vom Ablasshandel nicht so hundertprozentig überzeugt war… Doch nimmt die Kirche es mit der Wahrheit immer so genau? Stichwort Jungfrauengeburt – quasi die Mutter Maria aller Fake News? Ganz zu schweigen von brennenden Büschen, die vorgeben, Gott zu sein und einem Anweisungen erteilen – ein Bekannter landete neulich nach einem ähnlichen Erlebnis im Drogenentzug!

Zumal die Kirche VW braucht – schließlich ist das Motto des Kirchentags „Du siehst mich“! Auch nicht ganz ohne – war die Kirche nicht neulich noch gegen NSA-Ausspähung? Und als einer von sieben Milliarden Menschen auf einem unwichtigen Planeten, der einen kleinen Stern am Rande der Milchstraße umkreist, welche zusammen mit vielen anderen Galaxien ein Universum bildet, das seinerseits nur eines von endlos vielen Universen ist… da soll Gott nichts Besseres zu tun haben, als gerade mich zu sehen? Zeugt das nicht von einer Egozentrik, gegen die ein Donald Trump sich ausnimmt wie die Mutter Teresa internationaler Beziehungen? Wie viel Arbeit wollen wir dem armen Gott eigentlich noch machen? Braucht es da nicht langsam ein „Gottesgenesungswerk“?

Doch wenn Gott mich tatsächlich sieht samt all meiner Verfehlungen, und ich lande vor dem Jüngsten Gericht, von dem ich geprüft werde – dann braucht vermutlich jeder von uns dringend eine Software von VW!

Warum der Weltfrieden vielleicht doch nicht kommt!

Eigentlich wollte ich heute darüber schreiben, dass man mit Löwenzahn verhüten kann. Sensationell. Was kommt als nächstes? „Brennnesseln als Viagra-Ersatz? Eine deftige Einreibung mit frischen Brennnesseln versetzt männliche Schwellkörper in heftige Wallung…“

Aber dann fährt Donald Trump in den nahen Osten. Man sollte meinen, er könnte die FBI-freie Zeit einfach genießen und nett sein zu den Menschen. Und das ist er auch. Vorausgesetzt, man ist sunnitisch-islamistischer Diktator oder israelisch-nationalistischer Ministerpräsident. Für die entdeckt er die „Reich des Bösen“ neu: Der Iran ist laut Trump an viel Instabilität in der Region schuld! Das ist nicht ganz falsch – trifft aber genauso auf die USA zu, die obendrein die demokratische Regierung des Iran 1953 wegputschten und so indirekt auch das gegenwärtige Regime zu verantworten haben…

Der saudische König nannte Iran sogleich die „Speerspitze des internationalen Terrorismus“ und bestellte Waffen für 110 Milliarden Dollar. Nun ist Saudi-Arabien ein tolles Land. Vorausgesetzt man mag Sand, Männer in langen Kleidern und Straßen, auf denen Frauen unbegleitet nicht fahren dürfen. Interessanterweise kamen erstaunlich viele (14 von 19) Attentäter des 11. Septembers aus Saudi-Arabien. Und keiner aus dem Iran. Aber vielleicht meinte König Salman mit „Speerspitze“ eher so etwas wie: „Donald Trump ist die Speerspitze westlicher Intelligenz“…

Im Iran ist bei weitem nicht alles toll. Aber das Land wählte gerade eine moderate Regierung. Es gibt Bildung auch für Frauen, eine intakte Mittelschicht und Bewegung in der Gesellschaft. Anders als in vielen sunnitischen Autokratien. Es ist ein leidiges Problem, dass manche in ihrem mentalen Tuschkasten eine Schwarz-Weiß-Apartheid haben – sie sehen keine Grautöne. Vielleicht sollte Donald Trump sein Gehirn mal mit Brennnesseln einreiben…

Warum der Weltfrieden kommt!

Jetzt rächt sich, dass Donald noch keine Trump Towers in Deutschland errichtet hat. Er findet nämlich nix zum Wohnen. Jedenfalls nicht in Hamburg vom 7. bis 8. Juli. Das Hotel Vier Jahreszeiten hat kein Zimmer für ihn. Nun gibt es in Hamburg für diesen Zeitraum durchaus Hotelzimmer (ich habe grad noch mal nachgeschaut): Im „Hotel Terminus am Hauptbahnhof“ ist was frei. Ebenso im Intercity Hotel Altona. Oder wie wäre es mit dem Holiday Inn, wenn es etwas amerikanischer zugehen soll?

Aber diese Adressen sind nix für einen Donald Trump. Sie sind vermutlich nicht „großartig“ genug. Stattdessen kommt er jetzt nach Berlin ins Interconti und fliegt jeden Morgen mit dem Helikopter rüber. Dem großartigsten Helikopter, versteht sich. Also schon mal keiner von der Bundeswehr…

Donald ist allerdings nicht der einzige Staatschef, der in der Zeit noch nix zum Wohnen hat. Sein Kumpel Wladimir Putin erhielt ebenfalls eine Absage aus Hamburg. Die Not ist groß. Ich kann da übrigens Abhilfe schaffen. Eben buchte ich ein „Club Superior Zimmer mit Kingsize-Bett und Zugang zur Club Lounge“ vom 6.-9. Juli. Um meine nächste US- beziehungsweise Russland-Tournee etwas zu erleichtern, stelle ich Trump und Putin dieses Doppelzimmer zur Verfügung. Quasi als „Kumpelkammer“. Da kann Donald endlich mal frei von der Leber weg Staatsgeheimnisse ausplaudern, ohne dass die New York Times ständig mithört.

Natürlich „singt“ Trump nicht freiwillig. Man muss ihn zwingen. Ihn bei seiner Ehre packen. Etwa so. Putin: „Ich wette, du darfst mir nicht die Klar-Namen der Agenten sagen, die in Syrien für die CIA tätig sind.“ Trump: „Aber sicher doch, ich darf alles, ich bin schließlich der Präsident. Sie heißen…“ So wird der G20 Gipfel ein echter Friedensgipfel, denn natürlich wird Trump keinen Krieg mehr riskieren, wenn „der Wladi“ bereits die Atomcodes kennt…

Warum die Maschinen uns fertig machen!

Mein IPhone versucht mir seit einiger Zeit eine regelmäßige Schlafenszeit vorzuschlagen. Da ist schon meine Mutter dran gescheitert. Aber das IPhone gibt nicht auf. Smart-Technologien fangen nämlich im großen Stil an, uns zu kontrollieren. Einige Apps zählen die Schritte, die man am Tag zurück legt und teilen einem dann abends vorwurfsvoll mit, dass man das Soll von 12000 Schritten noch nicht erreicht hat. So weit ging nicht mal meine Mutter. Die sagte höchstens: Junge, geht doch mal an die frische Luft, aber sie lief nicht ständig hinter einem her und zählte Schritte mit.

Irgendwann wird einen das Smartphone auch kritisieren, wenn man was Ungesundes isst, oder raucht, oder trinkt. „Du hattest vorhin doch schon zwei Bier, die gemessenen Leberwerte sind nicht gut, ich empfehle eine Reduktion des Alkoholkonsums.“ „Halt die Klappe, Siri!“ Das ist auch neu, dass Menschen anfangen, mit ihren Telefonen zu streiten. Das Telefon sollte ein Medium sein, um mit Menschen zu reden. Wenn Menschen anfangen, mit ihrem Telefon zu reden, dann verwechseln sie das Werkzeug mit dem Zweck des Werkzeugs. Stellen Sie sich Ihren Friseur vor, der anfängt, mit seiner Schere zu reden: „Nein, du wirst ihr jetzt keine Glatze schneiden, du böses Ding! Böse Schere! Nein, ich finde nicht, dass sie ohne Haare besser aussieht. Lass das. Oh, zu spät, böse Schere, ganz, ganz böses Ding!“

Ich glaube, dass wir uns irgendwann wieder nach der Freiheit unseres Elternhauses zurücksehnen werden. Dann kriegt die Mutter einen Anruf: „Mama? Ich bins. Was? Ja, ich rufe mit unterdrückter Nummer an. Ist eine Telefonzelle. Wie, wo ich die gefunden habe? In Hannover. Ja, in Hannover haben sie noch Dinge, die es sonst nirgends mehr gibt, Telefonzellen zum Beispiel… Nein, Mama, ich will mich nicht über Hannover streiten – ich will wieder bei dir einziehen, bitte, ich kann nicht mehr heim, da wohnt das IPhone…“

Warum es keinen fairen Wahlkampf gibt!

Im Superwahljahr 2017 wünschen sich (fast) alle Politiker einen fairen Wahlkampf. Konkret versteht man darunter einen Wahlkampf, der nicht ständig von irgendwelchen Social Bots, also Meinungsrobotern manipuliert wird. Ich habe das erst überhaupt nicht verstanden: Angriffe durch Meinungsroboter – hieß das nicht früher noch „politischer Aschermittwoch“? Das war für mich eine neue Lern-Erfahrung, dass Sozial-Bots gar nicht Teil der CSU, also der „Christlichen Sozial-Bot Union“ sind, sondern richtige Maschinen!

Aber gibt es fairen Wahlkampf? Schon in der Familie, der Keimzelle unserer Gesellschaft, , kommt fairer Wahlkampf nicht vor. Die Rollen sind von Anfang an klar: Papi ist die CDU, Mami die SPD, beide zusammen sind GroKo, während die Kinder „Linke“ Dinger drehen, „Grün“ hinter den Ohren sind oder „Liberal“ für Ihre Freiheit eintreten, aber im Zweifelsfall nix zu sagen haben, außer wenn die Große Koalition Streit hat und temporär neue Koalitionspartner braucht…

Ob es wirklich ein fairer Wahlkampf war, werden wir erst erfahren, wenn Wladimir Putin überraschend zum Bundeskanzler gewählt wird und der russische Geheimdienst dementiert, irgend etwas mit dem Wahlergebnis zu tun gehabt zu haben… Obwohl ich mir fairen Wahlkampf wirklich wünsche – aber ich wünsche mir auch Frieden und eine gerechte Gesellschaft – doch der Weihnachtsmann bringt permanent Socken und eine neue Krawatte. Faschist!

Fairer Wahlkampf kommt in der Natur nicht vor. Sogar im Privatleben manipulieren wir – genau wie VW. Etwa bei Verabredungen mit möglichen PartnerInnen, wo man drei Stunden lang im Restaurant die drohende Blähung zurück hält und dadurch dann manipulierte Abgaswerte absondert! Die wahren Abgaswerte werden nachgeliefert, wenn man zusammen zieht.

Also: Solange wir nicht ehrlich furzen, wird es kein fairer Wahlkampf