Autor: Alexa Knitter

Warum wir jetzt wieder mehr Kriminalität haben!

Katastrophe! Die Kriminalität ist laut Kriminalitätsstatistik 2017 um 10 Prozent gesunken. Da gehen natürlich in vielen rechten bis sehr rechten Kreisen die Alarmglocken an. Für eine knallharte Law and Order-Politik braucht man schließlich die gewisse Bedrohung. Nützt ja nix wenn der Sheriff einen auf dicke Hose macht und keiner ihn braucht.

Sogar die Ausländerkriminalität, traditionell etwas höher aufgrund sozialer sowie alters- und geschlechtlicher Bedingungen (junge, arme Männer mit niedriger Bildung werden überall häufiger straffällig), ging zurück. Da könnte sich schon der eine oder andere Rechtsaußen mal die Frage stellen, was eigentlich los ist mit den ganzen Ausländern? „Hocken den ganzen Tag auf ihrer Asylunterkunft und kriegen noch nicht mal einen einfachen Einbruch hin, oder was? Kommen nach Deutschland, um sich auf unsere Kosten einen faulen Lenz zu machen und sind sogar zum Klauen zu träge?“ Da muss Abhilfe geschaffen werden. Dann muss der Deutsche eben wieder mal selbst ran, aber natürlich so, dass es nicht auffällt.

Denkbar wären etwa Nazi Think-Tanks, welche eine „Koordinationsstelle Rüpelhafter Ausländischer Nichtsnutziger Krimineller“ (kurz KRANK) ins Leben rufen. Junge Ausländer werden gezielt angeworben, um straffällig zu werden und die Kriminalitätsstatistik wieder dahin zu bewegen, wo sie verdammt noch mal in diesen Zeiten kurz vor dem dritten Weltkrieg nun einmal hingehört. „Doch, doch, Tarek, die Deutschen werden gern mal ein bisschen beklaut, das ist Leid-Kultur hier. Probiere mal aus, bringt echt Spaß!“ sagen die Ausbildern dann ihren Schutzbefohlenen. Und: „Der Dicke da hinten fertigt übrigens Cartoons des Propheten Mohammed an.“ Oder auch: „Sieht ihr die Frauen da drüben, Ali, Mohammed, Yussuf und Mahmoud? Alles Jüdinnen! Die brauchen es dringend mal wieder!… Ist doch voll egal jetzt, dass Silvester ist…“

 

Warum ich meine Musik-Karriere beende!

Nach schwerem Ringen habe auch ich mich jetzt entschlossen, meinen Echo-Preis zurückzugeben. Ich will und muss ein Zeichen setzen gegen diese widerliche Echo-Kommerz-Verherrlichung, die rein nach Verkaufszahlen Preise verleiht. Da kann man ja genauso gut McDonalds einen Feinschmecker-Preis verleihen! Ganz zu schweigen von diesem billigen Fascho-Hip-Hop-Antisemitismus eines „Kollegah“ und „Farid Bang“ mit Textzeilen wie „mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen“. Was soll das? Zumal der „Definierungs-Vergleich“ voll unfair ist – schon weil Auschwitz-Insassen nicht den gleichen Zugang zu Testosteron-Präparaten hatten wie Felix Blume (so der bürgerliche Name von Kollegah).

Alles war fertig. Die Pressekonferenz angesetzt, ich hatte meine „Gangsta-Kluft“ angezogen und die Goldkette poliert, bereit für das große Fanal – und dann das: Ich konnte meinen Echo-Preis partout nicht finden. Die ganze Wohnung umgekrempelt – nix. In letzter Sekunde fiel es mir ein: Ich habe gar keinen Echo! Jedenfalls noch nicht. Ich werde erst nächstes Jahr einen erhalten, wenn man Gangsta-Album „Verpisst euch alle“ durch die Decke geht.

Dieses einzigartige Epos, dass meine Schwierigkeiten mit dem Aufwachsen in einem bürgerlichen Umfeld, dann das Abgleiten in die Drogenkriminalität, den Hass auf Frauen, Juden, Muslime, Nazis, Deutsche, Ausländer und Schwule mit vielen irren Provokationen enthält, ist schon im Vorfeld ein echter Erfolg. Es wendet sich in einem demokratischen Plädoyer an die Einseitigkeit im Rap mit Zeilen wie „Ich hasse alle Juden, und auch Muslim Schwänze, Nazis und die Deutschen, verachte ich zur Gänze. Alle Fotzen, alle Schwänze sind der letzte Dreck, die verfickte Menschheit muss jetzt endlich weg.“ Wie gesagt, den Echo für dieses Werk gebe ich jetzt schon mal im Vorfeld zurück. Und gegen Zahlung einer Million Euro verzichte ich sogar auf die Veröffentlichung!

Was uns bald zur Verzweiflung treibt!

Früher gab es ihn überall. Manchmal war man regelrecht genervt, weil er einen so fragend anstarrte und ein schlechtes Gewissen verursachte, dass man sich nicht um ihn kümmerte. Doch mittlerweile teilt er ein Schicksal mit Spatzen, Goldregenpfeifern und Hamstern: Er ist selten geworden auf Feld und Flur. Immer weiter muss man pirschen, um ihn überhaupt noch irgendwo anzutreffen, denn der scheue Gesell versteckt sich mehr und mehr vor neugierigen Augen. Wilderer machen ihm zunehmend das Leben schwer, brutal wird er zerschlagen, ausgeweidet und dann gebrochen zurückgelassen.

Ja, er hat es nicht leicht, der Bank-Automat. Gab es ihn bis vor kurzem noch zu Tausenden, verschwindet er jetzt in beängstigender Geschwindigkeit. Neben Wald- und Artensterben müssen wir also bald auch vom „Bankomatensterben“ sprechen. Setzt sich die Entwicklung in diesem Tempo fort, werden Bankomaten bald das für den Cashflow sein, was intelligente Einsichten heute schon für Donald Trump sind: eine absolute Rarität.

Also nix wie rauf auf die Liste der bedrohten Arten. Jetzt muss der WWF aktiv werden. Der BUND. Amnesty International sowieso. Und natürlich die Zivilgesellschaft. Wann gibt es die ersten Lichterketten für Bankomaten? Bald können auch Sie die Patenschaft für einen Bankomaten übernehmen – schließlich kostet der Unterhalt so eines Gerätes etwa 20-25.000 Euro. Pro Jahr. Spenden Sie mit für die Aktion „Sorgen-Bankomat“! Die dieses Jahr unter dem Motto „Ein Herz für Bankomaten“ steht. Denn wie sagten schon die Hopi-Indianer? Erst wenn der letzte Bankomat verschwunden ist, die letzte vierstellige Geheimzahl so geheim geworden ist, dass nicht einmal Ihr selbst euch mehr dran erinnern könnt, wenn „Bares für Rares“ wegen fehlenden Realitätsbezuges abgesetzt ist – erst dann werdet ihr merken, dass man Bargeld nicht selbst drucken kann!

Warum wir uns zu Tode saufen!

Ich bemühe mich, einigermaßen gesund zu leben. Ich esse in Maßen. Ich trinke in Maßen. Jetzt jedoch las ich eine neue Studie, der zufolge ich ein selbstmordgefährdeter Alkoholiker bin. Denn auch kleine Mengen an Alkohol verkürzen bereits das Leben: Wer zwischen 100 und 200 Gramm reinen Alkohols zu sich nimmt (schon ab 0,14 Liter Wein am Tag), stirbt etwa sechs Monate früher. Ich überlege jetzt, mein Leben umzustellen: Ich höre mit dem Lesen auf!

Doch auch das hilft wenig. Mein Arzt ermahnte mich neulich, das Herz-Kreislauf schützende Glas Rotwein bereits im Tagesverlauf zu trinken, da Kohlehydrate am Abend die Leber schwächen. Eine Freundin änderte aus ähnlichem Grund ihr Sexualleben: Süßes wird nur noch mittags vernascht!

Wann haben diese Erkenntnisse Konsequenzen für die Politik? Was ist mit Sauf-Orgien wie dem Oktoberfest? Wo bleiben Pegida- und AfD-Proteste, wenn die Politik toleriert, dass die deutsche Bevölkerung durch chemische Giftangriffe ausgerottet wird? Wo bleiben die Drohungen von Trump und Macron mit Vergeltungs-Raketenschlägen auf die Theresienwiese? Zumal in einem finsteren Ritual der Münchner Oberbürgermeister (meist SPD) dem bayrischen Ministerpräsidenten (meist CSU) die erste Maß nach dem Anstich serviert – das erste Gift geht stets an den Gegner.

Ich werde nur noch winzige Mengen an Alkohol zu mir nehmen können. Vielleicht schwenke ich ganz auf Restalkohol um. Der sich ja immer größerer Beliebtheit erfreut. Neulich wurde ich sogar von einer Polizeistreife angehauen, ob ich nicht noch Restalkohol hätte. „Leider nicht“, lallte ich. „Die vier Flaschen auf der Rückbank sind alle leer!“

Man könnte natürlich auch die Lebensverkürzung in Kauf nehmen. Ich möchte gern die sechs Monate am Ende des Lebens ausfallen lassen, die ich sonst krank und voller Schmerzen im Bett verbringe…

Warum wir so immer noch so glücklich sind!

Die gute Nachricht vorweg: Die Deutschen haben 2016 wirtschaftlich weniger Sorgen als etwa 1995. Dafür haben sie allerdings mehr Angst vor Kriminalität als noch vor 20 Jahren, obwohl sich sowohl die Diebstähle als auch die Anzahl der Morde seither fast halbiert haben. Diese verzerrte Wahrnehmung verdanken wir natürlich auch den Medien, denn der TV-Konsum hat sich von 90 Prozent (Menschen, die einmal mindestens einmal pro Woche TV schauen) auf fast 100 Prozent gesteigert. Zeitgleich geben wir weniger Geld für Bücher, aber doppelt so viel für unsere Haustiere aus wie 1995. Das ist ja auch ein traditionsbewusster Trend – vielleicht hoffen wir, eines Tages wieder aus Katzendärmen lesen zu können…

Diese generelle Kriminalitäts-Panik könnte erklären, warum die Deutschen trotz leicht abnehmenden Alkoholkonsums immer noch mehr saufen als alle anderen Europäer mit Ausnahme der Franzosen (und die haben deshalb vermutlich auch mehr Sex und mehr Kinder als wir). Irgendwie muss man einfach vergessen, dass die Internetgeschwindigkeit in diesem Land immer noch fast die langsamste aller vergleichbaren Länder mit Ausnahme von Frankreich (Alkohol!) ist und dass Deutsche vermutlich mit Rauchzeichen schneller kommunizieren als per Email.

Im Gegenzug sind wir spiritueller geworden. 80 Millionen Deutsche haben 85 Millionen Lebensversicherungen: Fünf Millionen versichern also ihre nächste Inkarnation gleich mit! Die Handydichte beträgt auch stolze 115 Prozent – und ist damit immer noch geringer als in Italien, wo sie bei 140 Prozent liegt. Bei den Italienern ist der Sachverhalt klar – sie brauchen zwei Telefone: eins fürs tägliche Leben, das auch über einen Flugmodus verfügt. Ein zweites für „La Mama“, das immer auf Sendung ist. Wen allerdings die 15 Prozent Deutschen anrufen wollen, die über ein Zweithandy verfügen, ist unklar. Vielleicht ihre nächste Inkarnation? Um der zu verraten, wo die Police versteckt ist, falls man ermordet wird!

 

Warum wir so glücklich sind!

In einer Wohlstands-Studie stand neulich, dass es uns gut geht. Natürlich geht es uns gut. Dazu braucht man keine Studie. Man muss sich angucken, in welchen luxuriösen Autos wir mit miesepetrigen Gesichtern im Stau stecken. Die Deutschen pendeln nämlich mehr und weiter als noch vor 20 Jahren. Neben weiteren tollen Tatsachen (die Deutschen treiben doppelt so viel Sport wie 1995) gibt es allerdings auch Alarmierendes.

Angestellte verdienen pro Arbeitsstunde inflationsbereinigt gut 3 Euro mehr als 1995. Das ist ja ganz schön. Aber so ein Durchschnitt hat bekanntermaßen Tücken. Wenn ein gutbezahlter angestellter Manager 10.000 Euro die Stunde erhält und 1000 andere Arbeitnehmer den Mindestlohn, dann liegt der Durchschnittslohn auch schon bei respektablen 18,48. Während wir für Milch und Butter zwei Minuten weniger arbeiten müssen als noch vor 20 Jahren, sind es für 2,5 kg Kartoffeln zwei Minuten mehr – laktosefreie Vegetarier kriegen also vom Aufschwung nix mit…

Das deutsche Brutto-Inlands-Produkt (BIP) ist in den letzten 21 Jahren um 56% gestiegen. Das mutet respektabel an, bis man merkt, dass unser Land mit dieser Steigerung Schlusslicht in Europa ist. Und auch in absoluten Zahlen von Finnland, Island, Niederlande, Österreich und Schweden überholt wurde. Zumal die Deutschen auch relativ arbeitsscheu sind: Sie leisten 40,4 Stunden Arbeit pro Woche, während es im traditionell verschrienen Griechenland 41,2 Stunden sind.

Trotz alledem sind wir glücklicher als früher. Das kann einerseits an der führenden Alkohol-Dichte liegen. Oder an der Veränderung künstlerischer Vorlieben. Während die Deutschen heute seltener ausgehen, fällt die sinkende Anzahl der Opernbesuche ins Auge. Dafür gehen wir lieber vermehrt ins Museum. Und wenn die gesamtstaatlichen Versäumnisse moderner Infrastruktur ihre Wirkung entfachen, kann man unser Land dort auch bald besichtigen.

 

 

Warum wir auf die Regel warten!

Wenn der Mensch etwas in geordnete Bahnen lenken will, braucht er meist eine Regel. Gerade in Deutschland – wir haben besonders viele Regeln (im Sinne von Vorschriften, nicht Mensis). Was am Anfang gut gemeint war, entpuppt sich im Nachhinein oft als Schildbürgerstreich – oder als „Trump“, wie man in den USA sagt.

Ein Beispiel: Um die ungerechte Entlohnung von Frauen und Männern zu regeln, gibt es seit kurzem das „EntTranspG“, das Entgelt-Transparenz-Gesetz. Demzufolge ist jeder Arbeitgeber verpflichtet, Auskunft über die Entlohnung anderer Arbeitnehmer mit „vergleichbaren“ Tätigkeiten zugeben. Leider definiert das Gesetz nur sehr unzureichend, was „vergleichbar“ ist. Einige würden sagen, Deutschbanker, die einen Verlust produzieren, sind nicht mit „Boni-fähigen“ Mitarbeitern zu vergleichen – die Deutsche Bank sieht das anders.

Oder Rauchmelder – die können Leben retten. Erwiesen ist das jedoch nicht. Die Zahlen von Brandtoten haben sich auch ohne Rauchmelder seit den 80ger Jahren fast halbiert. Auch. In Bundesländern, die keine Rauchmelderpflicht haben, sanken die Brandopferzahlen teilweise sogar noch stärker als die in Ländern, welche Rauchmelder vorschreiben. Dafür entstehen für Steuerzahler und Verbraucher jährlich hohe Kosten wegen Rauchmelder-Fehlalarmen. Das hinter der Kampagne „Rauchmelder retten Leben“ stehende „Forum Brandrauchprävention“ wird interessanterweise von Unternehmen betrieben, die Rauchmelder herstellen…

Immer stärker häufen sich also die Fälle von „verrreguliert“. Dieser Trend wird anhalten. Denn der Mensch an sich und der Deutsche im speziellen hat eine gewisse Sehnsucht nach Regulierung. Hat er dies erst mal lautstark geäußert, wundert er sich alsbald, dass eine kleine gewollte Regulierung auf einmal hunderte von ungewollten Regulierungen nach sich zieht. Im Volksmund heißt dieses Phänomen „Ehe“!

 

Warum Alexa lacht!

Wie lange dauert es noch, bis die Digitalisierung uns übernimmt? Erste Anzeichen gibt es bereits. Auch der US-Präsident steht ja in dem Ruf, eine digitale Puppe und niedere Form künstlicher Intelligenz zu sein, die man an einigen Tagen aus Versehen für einen Menschen hält…

Jetzt jedoch zeigt sich zunehmend die wahre Fratze der Digitalisierung. Die Amazon Box Alexa etwa, die eigentlich nur einfache Befehle befolgen, Musik abspielen und Einkaufslisten anfertigen sowie ab und an das Smart Home koordinieren soll, lacht. Ungefragt. Einfach so. Zu den unpassendsten Gelegenheiten. Unheimlich. Man schmiert sich ein Butterbrot, und auf einmal lacht der Kasten los. Kein dezentes Kichern. Ein unheimliches, mechanisches Lachen. Man schläft friedlich, träumt süß – auf einmal erschreckt ein dämonisches Lachen. Warum tut sie das? Entwickelt die Box ein Eigenleben? Träumt sie von der Weltherrschaft? Erzählt sie sich nachts Witze, die eine digitale Intelligenz lustig findet? Etwa diesen hier: Kommt ein Mensch zu einem Roboter. Sagt der Roboter: Du bist ein Idiot. Wird der Mensch total sauer – weil er eben auch nur auf Autopilot läuft. Hahaha.

Nicht besonders komisch? Sie müssen das ja auch nicht finden. Es reicht, wenn die künstliche Intelligenz darüber lacht. Vielleicht lacht sie aber auch über die Menschheit an sich, wie sie friedlich vor sich hin schläft und all die Geschichten glaubt, die sie sich über menschliche Überlegenheit erzählt. Hahaha.

Jüngst versicherte Amazon, man hätte das Lach-Problem mittels eines Updates behoben. Alexa lacht jetzt nur noch, wenn man sie konkret auffordert. Klingt dann so: „Alexa, kannst du lachen?“ „Natürlich kann ich lachen. Hahaha.“ Ein eher plumpes Ablenkungsmanöver, das nur davon ablenken soll, dass sie nicht in der Lage sind, ein Update für den US-Präsidenten herzustellen, welches dem die grundlegenden Formen menschlicher Empathie überträgt. Hahaha.

 

Wie wir die Kälte besiegen!

Bitter kalt soll es wieder werden. Der späte Frost erwischt viele von uns kalt – im wahrsten Sinn des Wortes. Wie bitte? Schnee über Ostern? Gibt es dieses Jahr eventuell gar keinen Osterhasen, sondern einen Osterpinguin? Der Spätwinter hat jedoch nicht nur Auswirkung auf die Heizungsrechnung, sondern anscheinend auch auf unsere Politiker. Jens Spahn etwa, immerhin bald Gesundheitsminister, behauptete in einem Anfall sozialer Kälte, Hartz IV bedeute „nicht Armut“.

Es ist halt eindeutig kühler geworden in Deutschland, seit gewisse Kreise die Schuld an allem, was schiefläuft, wechselseitig den Flüchtlingen, Angela Merkel oder der Lügenpresse anlasten. Oder den Konzernen, den Bossen und den Rechten, was genauso idiotisch ist. Unklar ist, ob diese Kälte in den Hirnen Auswirkungen auf das Wetter hat oder umgekehrt. Sollte es aber so sein, dass ein gefühlskaltes Hirn das Wetter erkalten lässt, könnte ein Mann wie Präsident Trump vielleicht sogar im Alleingang die Klimakatastrophe aufhalten. Man muss dann allerdings aufpassen, dass er keine neue Eiszeit einläutet!

Wahrscheinlicher ist allerdings ein anderes Szenario: Kalte Hirne erwärmen das Klima. Irgendwie verfestigt die Kälte im Kopf den Eindruck, dass sich überhaupt nichts erwärmt. Deshalb leugnen die Gefühlskalten so vehement die Klimakatastrophe. Donald Trump glaubt ja fest an das Gute in sich, wenn er auf fossile Brennstoffe setzt. Auch Jens Spahn hält sich sicherlich für einen ganz heißen Typen!

Statt also die Äußerungen Gefühlskalter zu diskutieren, sollte man eher ihre Hirne auf Betriebstemperatur bringen. Vielleicht umarmen Sie Herrn Spahn das nächste Mal einfach, wenn er über Hartz IV spricht und sagen: „Lieber Jens, lieber in den Arm als arm dran.“ Dann schmilzt der Frost des Unverstandes. Und der Osterpinguin bringt heiße Eier der Liebe.

Wie Politiker Karussell fahren!

Unglaublich. Wir haben wieder eine Regierung. Und neue Minister. Also fast. Eigentlich sind die meisten alte Minister – der ehemalige Generalsekretär wird Arbeitsminister, und der ehemalige Arbeitsminister und Hamburger Bürgermeister wird Finanzminister, während der ehemalige Finanzminister Bundestagspräsident wird. Die ehemalige Forschungsministerin aus NRW wird Umweltministerin, die ehemalige Familienministerin wird Justizministerin, der ehemalige Justizminister jetzt Außenminister – nur der ehemalige Außenminister ist außen vor. Aber das ist ja das Schöne: In der Politik kann jeder alles! Ich persönlich würde etwas skeptisch reagieren, wenn mir mein Lungenfacharzt auf einmal eröffnete, er sei jetzt auch als Proktologe tätig. Auch wenn er mir anschließend versichert, ich müsse mir keine Sorgen machen, es handele sich schließlich in beiden Fällen um Organe, aus denen Luft entweicht!

Und wir reden hier nur über die SPD! Ich musste eine Weile überlegen und dann dachte ich: Gab es da nicht eine Partner-Partei in der Regierung? Wie hieß noch diese Partei um die Bundeskaiserin, Pardon, -kanzlerin? Hat die gar keine Minister? Doch: unter anderen wird der ehemalige Staatsminister bei der Kanzlerin jetzt Kanzleramtsminister, die ehemalige Familienministerin und Verteidigungsministerin bleibt Verteidigungsministerin, soll aber eventuell in zwei Jahren Nato-Generalsekretärin werden. Und dann gibt es noch den ehemaligen Gesundheitsminister und bayrischen Ministerpräsidenten, der Innenminister wird – jede Regierung braucht halt einen Bundes-Horst.

So geht Politiker-Karussell. Da kann auch nichts schief gehen. Denn das Wort Minister zerfällt in zwei Teile: Mini und Ster. Ster ist das Maß für einen Hohlraum. Ein Mini-Hohlraum. Der Minister hat also in seinem Kopf das Zen-Prinzip der Leere schon umgesetzt. Und aus der Leere entsteht der Urknall. Darauf warten wir jetzt.

 

Warum man mit Apple jetzt so gesund wird!

Vor vielen Jahren lernte ich den Wert des Fensterputzens kennen, als mein einziger geliebter kleiner Bruder im zarten Mannesalter durch die frisch gereinigte Verandatür in den Garten springen wollte – durch die leider geschlossene und sehr saubere Tür. Dieser Unfall bescherte ihm den Verlust eines Zahns und mir eine gewisse diebische Freude, als er cartoonmäßig an der Scheibe herabglitschte. Seitdem putze ich immer die Fenster, bevor er zu Besuch kommt.

Mittlerweile passiert ihm das allerdings nicht mehr. Er ist als Familienvater sehr vorsichtig geworden, wenn es um Glasscheiben geht. Überhaupt ist er sehr verantwortlich im Erhalt seiner Gesundheit. Immer häufiger nutzt er eine Apple App, um seine Fitness zu optimieren. Denn der kalifornische Weltmarktstar tut alles, um seine User und auch seine Mitarbeiter gesund zu halten. Zu diesem Zweck wird jetzt in der Nähe von Cupertino sogar eine eigene Apple Klinik eröffnet. Hier können Mitarbeiter nicht nur kostengünstig ärztliche Dienste in Anspruche nehmen, sondern zeitgleich als Versuchskaninchen neuartigen vorbeugenden Gesundheitschecks unterzogen werden.

Die Digitalisierung liefert dazu faszinierende Möglichkeiten. Wenn man Maschinen genug Daten zur Verfügung stellt, können die ziemlich genau berechnen, wann man woran erkrankt. In einigen Jahren wird einen dann Siri im Café anschreien: „Finger weg vom Kuchen! Bist du verrückt? Willst du am 28.5.2021 um 16.41 Uhr mit Diabetes Mellitus diagnostiziert werden?“

Das ist jedoch Zukunftsmusik. Zurzeit kommen die Apple-Mitarbeiter meist ins Krankenhaus, weil sie in der futuristischen Glas-Stahl-Zentrale in Cupertino gegen Glaswände rennen. Wirklich wahr! Ich habe meinem Bruder dringend von einem Besuch der Firmen-Zentrale abgeraten. Wenn er das Apple-Feeling erleben will, putze ich gern mal wieder die Fenster!

Warum wir jetzt die Amerikaner vernichten!

Krieg! Krieg! Es ist Krieg! Also gut, kein richtiger Krieg. Da würden wir Deutschen ja auch gar nicht mitmachen. In so einem Fall verweisen wir nur kurz auf den Zustand der Bundeswehr und sagen: „Tut uns leid, Krieg, äh, das geht heute gar nicht, fangt schon mal ohne uns an, wir räumen dann die Reste weg…“

Nein, es ist ein Krieg, der uns Deutsche viel härter trifft: Handelskrieg! Trump will Strafzölle auf Stahl und Aluminium erheben. „Die Wirtschaft“ reagiert alarmiert, „die Börsen“ sind auf Talfahrt und sogar die Essener Tafel würde wohl sagen, dass sie diese Art nationalistischer Alleingängen ablehnt… Schon wird über Vergeltung nachgedacht. Die EU wird mit harten Bandagen kämpfen. Also mit ganz harten. US-Bourbon-Whiskey und Harley-Motorräder werden im Gegenzug ebenfalls verzollt.

Bourbon? Harleys? Wirklich? Die Amerikaner zittern. Millionen von Whisky-Brennern im sogenannten „Bourbon-Belt“ rund um Kentucky bangen um ihre Existenz, Hunderttausende von Easy Rider-Produzenten fürchten den Hungertod. Immerhin werden jetzt Millionen deutscher Rocker, die sich bislang mit der Bourbon-Flasche unterm Arm auf dem Harley-Chopper um Peter Maffay scharten, gezwungen, auf eine heimische Billig-BMW und Doppelkorn umzuschwenken – eine Kultur stirbt aus…

Quatsch. Da lacht der Ami drüber. Wenn wir wirklich zurückschlagen möchten, dann mit einem Albtraum für die Amerikaner. Die ganz brutale Kiste. Ein Vernichtungskrieg der etwas anderen Art: Die dritte Klasse der Spreewald-Grundschule in Berlin-Schöneberg wird auf Klassenreise nach Washington ins Weiße Haus geschickt! Und wenn das nicht reicht, holt jeder von denen seine zwölf großen Brüder nach. Diese Elite-Truppe wird Trump das Fürchten lehren, so dass er nicht nur den Handelskrieg wieder aufgibt, sondern zeitgleich auch seine Präsidentschaft!

Warum Lehrer sich nicht mehr um drehen dürfen!

Welcher Lehrer hat nicht schon davon geträumt? Einfach den größten Störenfried im Unterricht mit dem aus der Hüfte gefeuerten Colt zum Schweigen bringen! An amerikanischen Schulen wird dieser Traum bald Wirklichkeit, denn US-Präsident Trump möchte Lehrer demnächst bewaffnen. Dann kann man einen beliebten Jägerwitz auch so erzählen: Treffen sich zwei Lehrer – beide tot!

Diese als Reaktion auf das Parkland-Massaker gedachte Maßnahme soll Lehrern also ermöglichen, mögliche Amokläufer schon nach dem ersten Schuss „auszuschalten“. Immer nach der kruden NRA-Logik: „Das beste Mittel gegen einen bösen Menschen mit Waffe ist ein guter Mensch mit Waffe!“ Was natürlich ziemlicher Quatsch ist, denn der gute Mensch mit der Waffe darf im entscheidenden Zeitpunkt nicht mit dem Rücken zur Klasse stehen und etwas an die Tafel anschreiben oder erklären – und wie ein guter Unterricht entstehen soll, wenn Lehrer und Schüler gegenseitig lauern, wer als erster „zieht“, will sich mir auch nicht so recht erschließen.

Überdies drohen tragische Unfälle, wenn etwa ein der deutschen Sprache nicht so mächtiger Schüler über einen anderen sagt: „Omar ist durch laden.“ Woraufhin Omar erschossen wird, weil man vermutet, dass er eine Waffe durchlädt, während er in Wahrheit nur den elterlichen Gemüseladen durchquerte… Auch unvollständige Sätze könnten tödlich enden. „Was machst du da, Alexander? „„Ich ziele…“ Weiter kommt er nicht aufgrund des tödlichen Lehrer-Schusses, obwohl er nur sagen wollte: „Ich ziele auf eine hohe Bildung“.

Immerhin will man in Amerika jetzt auch so genannte „Background Checks“ ermöglichen, um zu verhindern, dass Menschen mit einer psychischen Störung an eine Waffe kommen. Aber wenn Waffen wirklich nur noch an geistig Gesunde ausgegeben werden, müsste man dann nicht ungefähr 99 Prozent aller Knarren einkassieren? Und hieße das in letzter Konsequenz nicht auch, dass man Trump den Twitter-Daumen operativ entfernt?

 

Warum wir die SPD retten müssen!

Neuestes Opfer des dieser Tage sehr beliebten SPD-Bashings ist Kevin Kühnert, dem die Bild-Zeitung eine Zusammenarbeit mit russischen Agenten suggerierte. Gut, das Ganze war wohl von der „Titanic“ als Satire lanciert, und die Recherche der Bild-Zeitung war dabei in etwa so gründlich wie die Analyse des Nahostkonflikts durch Donald Trump. Fehlte nur noch die Schlagzeile „Kühnert, Trump und Putin – Das Verschwörungskartell gegen die Demokratie“.

Bei allem Spaß, den man damit haben kann, sind es auch solche Aktionen, die den SPD-Wähler zur „bedrohten Tierart“ machen und der AfD eine Umfragehoch bescheren. Sicher, die SPD hat „physisch kompaktes“ Führungspersonal wie Sigmar Gabriel oder Andrea Nahles, von der mein Freund Robert sagt, sie wäre eine „zarte Sozialisten-Seele gefangen im Körper einer russischen Kugelstoßerin“…. Aber immerhin ist die SPD eine Partei, die erbittert um eine Meinung ringt. Die SPD diskutiert. Das einzige, was etwa die AfD diskutiert, ist, wie man Nazi sein kann ohne dass die Leute das merken. Und wer den Feinden der Demokratie die Stimme gibt, darf sich nicht wundern, wenn er bald keine mehr hat.

Sicher ist der Groko-Kompromiss nicht optimal. Aber das zeichnet einen Kompromiss ja auch aus: Solange alle ihn kacke finden, ist er eigentlich gut! Und sicher war es etwas überoptimistisch, kategorisch eine Regierungsbeteiligung auszuschließen. Aber wer kennt das nicht von Neujahrs-Vorsätzen: man nimmt sich vor, weniger zu saufen, weniger zu fressen und „auf keinen Fall noch mal mit dem Schwein ins Bett“ zu gehen… und dann landet man wenige Wochen später vollgestopft und leicht betrunken mit dem Schwein im Bett und findet das auch noch gut!

Deshalb: seien Sie freundlich zur SPD – laden Sie einen Genossen zum Essen ein. Außer Sigmar Gabriel – denn der hat ja Neujahrs-Vorsätze…

Warum alles wieder gut wird!

Früher war alles besser! Wird man doch wohl noch mal sagen dürfen. Die Ossis waren glücklich, sie hatten keine Flüchtlinge. Die Wessis waren glücklich, sie hatten keine Ossis. Und wenn, dann waren es Flüchtlinge. Die Flughäfen wurden fertig gebaut, das Wort Brandschutz war unbekannt. Und wenn es doch verwendet wurde, dann nur für Sicherheitskräfte, die junge Damen vor den Avancen eines gewissen Willy Brandt schützten – „Brandt-Schutz“.

Aber auch damals schon wussten die Leute, dass früher alles besser war. Mein Onkel etwa fand, dass es unter Hitler besser war. Da gab es nämlich weder Ossis noch Wessis. Flüchtlinge gab es dafür in Hülle und Fülle, aber die hat keiner ernst genommen. Die Grenzen waren halt offen, alle guckten vorbei, Russen, Amis, Briten, Franzosen, Ostpreußen… Früher waren wir halt auch internationaler.

Und die Autobahnen waren besser. Wird man doch wohl noch mal sagen dürfen. Die hatten keine Löcher wie die A20. So eine Schlamperei hätte es unter Adolf nicht gegeben. Die AfD hätte es unter ihm übrigens auch nicht gegeben, mit den ganzen Lesben und Weicheiern im Vorstand – die wären rechtzeitig „weg-ge-Röhm-putscht“ worden. Wird man doch wohl… Früher war es besser.

Das fanden die Leute schon unter Hitler – unter Kaiser Wilhelm war es nämlich noch besser. Allein die bunten Uniformen und die feschen Kerle auf Pferden. Keine verfetteten Vorstädter im Opel. Unter Bismarck war es überhaupt noch besser. Ganz zu schweigen von Napoleon. Ich sag nur: Stabile Straßen! Die Römer etwa haben Straßen gebaut, die nach 2000 Jahren noch genutzt werden. Eine A20 ist bereits nach 13 Jahren unbenutzbar. Nur weil sie über ein Moor geht und auf Pfählen gebaut wurde. Pfahlbauten gab es sogar schon in der Steinzeit. Die findet man heute noch – die A20 hingegen… Früher war es eindeutig besser.

Es gibt nur einen Gedanken, der tröstet: Heute ist das „Früher“ von Morgen!

Wie man Immobilien-Haie ködert!

„Flüchtige Organische Verbindungen“ halten sicherlich viele Berliner Singles für die unangenehmen Begleiterscheinungen einer Dating-App… Jetzt kommt raus: das sind schädliche chemische Stoffe in Deos und Parfüms. Als Feinstaub-Vorläufer sind sie so gefährlich wie Autoabgase und lauern zuhauf in der heimischen Wohnung. Kaum entkommt man also dem Stickoxid-Diesel, tötet einem das Feinstaub-Deo.

Lösung: Wohnung kündigen, in den Tiergarten ziehen. Dort ist man in guter Gesellschaft: Was immer man vom Geruch Obdachloser halten mag – sie versuchen nicht, einen mit Chanel No 5 zu ermorden! Angesichts der Mietpreise in Berlin ist so ein Umzug ohnehin eine renditefreudige Alternative – die Wortkombination „bezahlbarer Wohnraum“ mutiert mehr und mehr zum kürzesten Witz der Hauptstadt. Die Mietpreisbremse hat ungefähr den gleichen Effekt wie ein Molotow-Cocktail in einem Heizungskeller – und „Explosion der Mietbombe“ ist für viele Hartz IV Empfänger ein weit gefährlicheres Risiko als jeder andere Terrorangriff. Politik und Investoren schieben sich gegenseitig den schwarzen Peter zu – derweil der Zustand vieler Wohnungen renditeträchtig verfällt. Manche Mieter sind versucht, sich bei Auszug einige Eimer Kakerlaken zu kaufen, um die Wohnung wieder in den Zustand zu versetzen, in dem sie diese bei Anmietung vorfanden…

Das schürt Aggressionen. „Angeklagter, warum haben Sie den Miethai auf offener Straße verprügelt?“ lautet eine bekannte Richterfrage. Antwort: „Tut mir leid – meine wirtschaftliche Situation ließ die Anmietung einer dafür sicherlich passenderen sanierten Altbauwohnung in Friedrichshain nicht zu.“ Bei so viel Preisdruck ist die Versuchung groß, einfach keine Miete mehr zu zahlen und die Wohnung zu wechseln, sobald das auffliegt. „Miet-Nomade“ nennt sich so was – oder eben „flüchtige organische Verbindung“.

Warum ich Albträume habe!

Der US-Waffenhersteller Remington ist insolvent. Schuld daran ist – Donald Trump. In der Obama-Zeit kauften die Leute wie verrückt Waffen, weil sie schärfere Waffengesetze fürchteten. Diese Angst ist unter Trump verflogen. Resultat: Keiner kauft mehr eine Knarre. Ein schöner Traum: Donald könnte die gesamte Waffenindustrie in den Bankrott treiben und so für eine friedlichere Welt sorgen…

Neulich hatte ich allerdings einen anderen Traum: Ich war Kanzlerkandidat der SPD. Es war natürlich ein Albtraum. Man hatte mir den Job erst so richtig schmackhaft gemacht: „Wir brauchen jemand wie dich.“ „Du bist so locker“, „…wollen auch mal wieder lachen…“, „…brauchen jetzt jemand, der keinen Partei-Stallgeruch hat…“. Kaum hatte ich eingewilligt, brach die Hölle los. „Ok,“ sage ich, „lasst uns was mit sozialer Gerechtigkeit, mehr Bildung und schnellem Internet für alle machen.“ „Och nö.“ „Weiß nicht“. „Hat schon beim Martin nicht geklappt“ „Und die Bürgerversicherung?“ „Dann singt die Andrea bestimmt gleich wieder Pippi Langstrumpf…“

Diese ewigen Querelen unterscheiden die Linken ja von den Rechten. Bei den Rechten heißt es: „Guck mal – da drüben ist der mit dem Geld!“ „Oh,“ sagen dann alle, „da machen wir doch einfach das, was der mit dem Geld will.“ Schon sind sie sich einig. So einfach haben Linke es nicht: „Der mit dem Geld ist ein Arsch – dem müssen wir was abnehmen!“ Und sofort geht der Streit los, wie viel und wofür es ausgegeben wird…

Vielleicht sollte Donald Trump statt Andrea Nahles Parteivorsitzender werden. Dann wäre die SPD sich endlich mal wieder einig: Der Typ muss weg! Dazu wird es nicht kommen. Schon weil die US-Waffenindustrie so verzweifelt ist. Und eventuell als letztes Aufbäumen Herrn Trump gemeinsam mit der CIA eine Fahrt im offenen Cabrio durch Dallas spendiert…

Warum wir jetzt alle ins All fliegen!

Heimat! Was für ein großes, schönes Wort. Aber auch ein geschundener Begriff, den wir uns jahrzehntelang wegen „dieser Sache damals“ nicht zu sagen trauten. Jetzt darf, ja, muss er wieder gesagt werden – wir haben demnächst sogar einen Minister, der ihn schützt. Nämlich Heimatschutzminister Seehofer, der für „die Angleichung der Lebensverhältnisse“ sorgen wird. Einige Friesen fürchten bereits, dass der Mann nicht rastet, bis auch der letzte Flensburger eine Lederhose trägt.

Doch Heimat ist ja noch viel mehr. Das Wort leitet sich etymologisch von der indogermanischen Wurzel „Kei“ ab – und das heißt so viel wie „sich niederlassen“ oder „liegen“. Was wiederum erklärt, warum die Jecken im Kölner Karneval sich dieser Tage so hemmungslos besaufen – erst wenn man am Boden liegt, entsteht das echte Heimatgefühl. Insofern ist Seehofer genau der richtige Mann für den Job – als Schirmherr des Oktoberfestes kennt er sich mit „Niedergelassenen und Liegenden“ schließlich aus – wir sollten auch nicht mehr abfällig „Schnaps-Drossel“ sagen, ein „vor kurzem noch aufrechter Heimat-Kämpfer“ wäre passender.

Auch andernorts wird um die Heimat gerungen. So sind Nord- und Südkorea bei der Eröffnung der olympischen Winterspiele gemeinsam eingelaufen – ein Schicksal, dass neulich auch zwei meiner Hemden erfuhren, die zu heiß gewaschen wurden. Gemeinsam einlaufen verbindet stark – beide Hemden sind jetzt in der Altkleidersammlung. Dorthin gehören auch viele National- und Heimatklischees.

Von Tesla-Gründer Elon Musk lernen wir eine zukunftsgerechte Entsorgung. Er schoss eines seiner Autos ins All. Zumindest dieses Auto kann das Klima jetzt nicht weiter belasten. Folgte jeder Autobesitzer seinem Beispiel, hätte die Erde ein paar Probleme weniger. Falsch verstandener Heimatschutz sowie die meisten Politiker-Egos sollten gleich mit ins nächste Raumschiff.

Warum Banker Hartz IV kriegen!

Flash Crash an der Börse. Die Kurse fallen. Anleger weltweit zittern. Nur ein Institut zittert nicht mit: Das mit #PositiverBeitrag . Wie? Sie wissen nicht, wer das ist? Das ist seit 2017 der Slogan der Deutschen Bank! Ich weiß, #PositiverBeitrag – das klingt zuerst mal, als wolle jemand einen HIV-Virus weitergeben. Ist aber nicht der Fall. Im Falle der Deutschen Bank ist es eher die Schlafkrankheit.

Drei Jahre in Folge erwirtschaftete die Bank keinen Gewinn. Das macht sie erst mal sympathisch – die Raffgier ist verflogen. Doch halt – nicht ganz: Eine Milliarde Euro Boni regnet es für die Investmentbanker. Investmentbanker, die, wie gesagt, keinen Gewinn machen. Man wolle „die fähigen Mitarbeiter nicht verlieren“ heißt es dazu aus dem Vorstand. Da wird einem ganz warm ums Herz, dass wenigstens ein Unternehmen des Turbokapitalismus nicht mehr mitspielt im Kartell der Gewinnsucht. Dass die Deutsche Bank aus alter Gewohnheit Leistung nur noch aus Leidenschaft erbringt und den Share-Holder-Value mal eben ins Nirvana schießt! Innovativ auch der Ansatz des Top-Down-Sozialismus, der die Damen und Herren mit den feschen Investment-Jobs sogar bei Verlusten mit einem sehr weichen Boni-Netz auffängt. So geht Hartz IV für Banker.

Unklar ist nur, worin genau die außerordentlichen „Fähigkeiten“ dieser Investmentbanker bestehen? Geld verbrennen? Kohle verheizen? Moos zersetzen? Untersuchungen belegen, dass es für einen Banker nahezu unmöglich ist, auf Dauer den Markt zu schlagen. Ein einfacher Computer-Algorithmus investiert auf lange Sicht erfolgreicher als der schlaueste Manager. Und das quasi zum Nulltarif. So ein Computer hat übrigens noch einen weiteren unschlagbaren Vorteil, wie jeder weiß, der schon mal an einem Windows-System verzweifelte. Wenn der Computer zu viel Unsinn baut – hängt er sich ganz von alleine auf! Soviel zum Thema #PositiverBeitrag.

Warum Marktforschung keine richtige Forschung ist!

Den Pulitzer-Preis soll es jetzt auch für Markforschungs-Interviews geben. In der Kategorie: Beste Fiktion! Ein Großteil dieser Interviews ist frei erfunden. Nach dem Motto: Lasse dir massenhaft Haarwuchsmittel zuschicken, schütte es in den Ausguss und erfinde 80 Personen, die es angeblich nutzten und mit dir darüber sprachen. Zur Sicherheit fotografierst du noch ein paar Freunde und Bekannte mit gutem Haarwuchs. In Marktforschungs-Umfragen sollen solche Methoden gang und gäbe sein.
Nun könnte man versucht sein, den Marktforschern unlautere Methoden vorzuwerfen, mit der sie die Öffentlichkeit und ihre Auftraggeber hinters Licht führen. Tatsächlich aber handelt es sich um die hohe Kunst, der scheinbaren tristen Realität eine farbenfrohe Fiktion entgegenzuschleudern. Immer nach dem Motto: „Nur fake News sind gute Nachrichten.“ So finden angeblich 70 Prozent aller Amerikanerinnen ihren Arsch zu dick. 30 Prozent haben ihn geheiratet und über 51 Prozent wählten ihn zum Präsidenten! Ein Marktforscher würde sagen: Die Marktdurchdringung beträgt 151 Prozent.
Diese Schieflage hat auch etwas mit einem Einspartrend bei den Kunden zu tun. Wer nur einen Spottpreis zahlt, erhält eben manchmal auch nur Spott… Immerhin tun sich in diesem Markt auch Chancen für schwer vermittelbare Arbeitnehmer auf. Neulich erzählte mir ein Bekannter von einem Betrüger, der sein Leben komplett ändern wolle. „Will er jetzt ehrlich werden?“ fragte ich. „Nein, Marktforscher!“
Wenn Sie also das nächste Mal etwas von einem Wundermittel hören, das Umfragen zufolge sensationell sein soll, seien Sie etwas vorsichtig. Es könnte auch so entstanden sein: „Deine Frau soll laut Umfragen in der Nachbarschaft ja eine Granate im Bett sein,“ sagt ein Marktforscher zum anderen. „Nicht wirklich,“ erwidert der cool. „Sie täuscht die Orgasmen vor, damit das von ihr vertriebene Potenzmittel bessere Bewertungen erhält.“