Autor: Alexa Knitter

Warum die Obergrenze keine Ober-Grenze ist!

Die Welt ist ein dampfender Kessel: Donald Trump rüstet für einen Weltkrieg, um im Amt zu bleiben. Kim Jong Un auch. Erdogan will Kurden und Demokratie vernichten, Putin die Sowjet-Union wiederhaben. Die Grenzen der Vernunft verschieben sich bedenklich. Doch all das ist nichts im Vergleich zum großen Problem der Deutschen: Die Obergrenze!

Für den CSU-Horst ist Obergrenze nicht nur Politik, sondern ein Mantra. Im CSU-Präsidium wird sogar gemunkelt, dass Oberbayer Seehofer zufolge die Obergrenze nicht nur für Flüchtlinge, sondern auch für Niederbayern gelten soll, insbesondere für Franken (auch bekannt als „besonders niedere niederträchtige Nieder-Bayern“ oder einfach: Markus Söder).

Nun ist der Begriff „Grenze“ eigentlich gar kein deutscher. „Grenze“ ist ein slawisches Wort und bedeutet soviel wie „Rand eines Raumes“. Die Germanen kannten keine Grenzen, sie kannten nur den „Gau“, den „offenen Raum“, was ja auch in der jüngeren deutschen Geschichte zu Komplikationen führte…

Gottseidank einigten sich CSU und CDU: Die Obergrenze wurde zu einer Oberbegrenzung, die aber eigentlich gar nicht gilt. Das ist ein sehr bayrischer Kompromiss, wie man ihn auf dem Oktoberfest nach mehreren Maß Bier erzielt, immer nach dem Motto: Das letzte war die Obergrenze, aber „Einer geht noch, einer geht noch rein!“ Wenn also in Bayern eine Ehefrau, etwa die vom Horst, sagt: „Du bleibst mir treu, das ist die Obergrenze!“ kann der Horst beruhigt „Klar!“ sagen und dabei lächeln.

Denn die Obergrenze hat neuerdings einen „atmenden Deckel“. Das klingt wie eine neuentdeckte uralte sexuelle Tantra-Praktik, wenn der Mann oben liegt und sich im Atem-Rhythmus bewegt. Früher hieß das noch „Missionars-Stellung“ – etwa wenn der Horst die Angela zur Obergrenze bekehrt…

Vielleicht kann die Welt doch noch von uns lernen: Bei all dem Dampf im Kessel einfach mal den Deckel atmen lassen und den Raum öffnen!

 

Warum wir jetzt noch schneller sterben!

In Österreich gilt seit einer Woche ein Burka-Verbot. Natürlich heißt es nicht so. Es heißt AGesVG – Anti-Gesichts-Vermummungsgesetz. Wegen religiöser Neutralitätspflicht des Staates darf keiner mehr das Gesicht verhüllen. Erste Opfer gibt es bereits: Eine Frau, die sich abends beim Fahrrad-Fahren gegen die kalte Luft einen Schal vors Gesicht band, wurde von der Polizei abgemahnt. Hier zeigt sich die volle Perfidie des Terrors – die Islamisten ließen ihre Damen so lange vermummt durch die Gegend laufen, bis ein wehrloser Staat wie Österreich gar keine Wahl mehr hatte und über ein geschickt eingefädeltes Burka-Verbot westliche Frauen massenweise in den Lungen-Entzündungstod treibt!

Ein Animations-Künstler, der bei Eröffnung eines Computer-Ladens eine Haifisch-Maske trug, durfte nicht mehr weiter arbeiten und ging genervt heim. Das nützte ihm allerdings wenig: „Der Hai wurde angezeigt“, bestätigte die Polizei. Darauf hieß es auf Twitter: „Endlich trifft es auch die Hai-Society!“

Motorrad- und Skifahrer dürfen allerdings weiterhin vermummt sein – jetzt werden muslimische Damen mit Hang zur Gesichtsverschleierung in Scharen auf die Harleys umsteigen – wobei mir allerdings ein BMW-Fahrer neulich versicherte: So wie die meisten Harleys fahren, steht zu vermuten, dass es sich schon länger um muslimische Damen handelt…

Muslima dürften auch verstärkt die Ski-Pisten-Verschleierung suchen, was aufgrund ihrer Unerfahrenheit die Unfallrate erhöht und so noch mehr unschuldige Westler tötet. Jetzt wird nach jedem Motorrad-oder Ski-Unfall geprüft werden müssen, ob es sich um ein Selbsmord-Attentat oder ganz normale Idiotie handelt – ein zusätzlicher Verwaltungs-Aufwand, der den Westen noch handlungsunfähiger macht. Voll fies: am Ende ist es nicht der islamistische Terror sondern das Burka-Verbot, welches uns zugrunde richtet…

Wie Islamisten reich werden!

Die USA sind ein beliebtes Auswanderungs-Land für deutsche Rentner. Das ist spannend, denn die Wahrscheinlichkeit, in den USA erschossen zu werden, beträgt an Deutschland gemessen 500 Prozent! Man könnte auch sagen: Einige unserer Senioren sind scharf auf einen Express-Zugang ins Jenseits.

In der Wettstadt Las Vegas gibt es dafür dank des unermüdlichen Einsatzes der amerikanischen Waffen-Lobby jetzt sogar ein neues Spiel: Russisches Konzert-Roulette! Donald Trump ernennt die Erschossenen schnell mal zu „Helden“ – das klingt besser als „Opfer einer Schuss-Mafia, die vom US-Präsidenten geschützt wird!“

Kein Wunder, dass die Anzahl islamistischer Anschläge in den USA zuletzt zurückging – man kann als Terrorist ja gar nicht so schnell Bomben basteln wie die Yankees sich selbst erledigen. Die NRA (National Rifle Association – oder besser: Nationalist Republican Army) ist quasi der bewaffnete Arm des Islamischen Staates mitten in Amerika. 1,5 Millionen Opfer durch Schusswaffen seit 1968 – das sind mehr Staatsbürger, als die Vereinigten Staaten in sämtlichen Kriegen, an denen sie je beteiligt waren, verloren! Jetzt wird auch klar, warum die Amis so gern in die Schlacht ziehen: Da sterben sie nicht so schnell wie daheim!

Nach dem Anschlag in Las Vegas schnellten die Aktien der Waffen-Produzenten in die Höhe – es gibt einen Run auf Schnellfeuer-Gewehre. Das ist und bleibt die amerikanischste Form des Joggens: Der Amok-Lauf! Als islamistischer Investor müsste man nur im großen Stil amerikanische Waffen-Aktien kaufen und im mittleren Westen ein Gerücht verbreiten, dass liberale, schwarze Abtreibungsgegner demnächst Waffen verbieten wollen und sich zufällig bei einem großen Konzert in der Nähe treffen…

Dann setzt man sich entspannt mit einem fetten Profit in einem Land zur Ruhe, das nicht so gefährlich ist. Etwa Marokko, Lybien oder Palästina, die alle eine niedrigere Mordrate haben. Und wartet entspannt aufs Jenseits.

Warum die Einheit braun ist!

Ich fahre am gestrigen Tag der Deutschen Einheit durch Berlin – im Westen gähnende Leere. Man versucht in bewährter Manier, das tragische Ereignis einfach zu ignorieren. Im Osten die üblichen Touristenhorden, die bei einer „Cup“ Starbucks Frappuccino mit „Chicken-Breast“-„Subway-Sandwich“ übers Holocaust-Mahnmal hüpfend den klassischen Geist deutscher Einheit atmen.

Es scheint wie eine späte Rache des Sozialismus – die SED ließ die Panzersperren an der innerdeutschen Grenze abbauen, weil sie wusste: Die Panzersperren in den Köpfen sind das beste Bollwerk! „Mauern aus Enttäuschung“, sagte Steinmeier. Auch ich als Wessi habe eine Mauer aus Enttäuschung im Kopf und hatte mir den Kapitalismus mit seinen doofen Shopping-Malls und vielen TV-Kanälen besser vorgestellt – kann mich aber nach keiner DDR zurück sehnen. Ich darf ahnen, dass das Leben schon immer eng, spießig und sinnlos war.

Am Brandenburger Tor dann das „Coca-Cola-Festival der Einheit“. Mit Mark Foster und dem „größten Live-Karaoke-Singen der Welt“. Klingt wie eine Drohung: „Durch Deutsches Singen soll die Welt gelingen!“ Ich denke: Coca-Cola? Hätte man es nicht wenigstens „Vita-Cola“-Festival nennen können? Um die Mauern in den Köpfen etwas zu beruhigen? Oder wenigstens „Fanta-Festival“? „Fanta“ war ja die Marke, die Coca-Cola erfand, als es 1941 nicht mehr ganz so cool war, Hitler-Deutschland mit Cola zu versorgen – Fanta ist gewissermaßen „Cola für Nazis“.

Aber auf eine gewisse Art ist Coca Cola das perfekte Einheits-Symbol. Erst scheint sie wild prickelnd, exotisch und etwas aufputschend, aber nach intensivem Genuss sind Ost und West endlich vereint: mit Übergewicht auf der Diabetes-Station! Dazu die Hits von Mark Foster, die aneinander gereiht folgende Botschaft ergeben: Schöner Scherbenhaufen – Spul zurück – Immer immer gleich – Wir sind groß!

 

Wie wir ins Paradies kommen!

Das Paradies ist die Hölle. Die Vorstellung vom besseren Leben nach dem Tod brachte unfassbares Leid über die Menschheit. Besonders pervers ist die Vorstellung, dass man Punkte fürs Jenseits sammelt indem man Angehörige anderer Religionen umnietet. Zurzeit praktiziert das gern eine gewalttätige Unterart des Islam – je mehr tote Ungläubige, desto mehr Rabattmarken klebt man angeblich fürs Paradies.

Stell dir vor, Islamisten führten dafür Giftgasangriffe in mehreren europäischen Großstädten durch, die uns im Laufe eines Jahres 11.000 Tote bescheren… Nun haben Islamisten das Gottseidank bislang nicht getan. Der Giftgasangriff kam aus den eigenen Reihen. Friendly Fire gewissermaßen, oder eher „Friendly Diesel“ – um genau zu sein. Jedes Jahr sterben durch nicht eingehaltene Diesel-Abgaswerte in Europa etwa 11.000 Menschen einen vorzeitigen Tod. Dobrindt, Wissmann und die Diesel-Lobby sind erheblich erfolgreicher bei der Dezimierung Ungläubiger als der gesamte IS!

Sollten sie dafür nicht vom Islam belohnt werden? Man stelle sich vor: Wir sitzen nach dem Tod alle im christlichen Paradies auf unserer Wolke rum mit den Harfen und jauchzen Hosianna. Klingt nicht so beeindruckend, weil die wenigsten sich durch regelmäßige Harfenstunden richtig aufs Paradies vorbereiten… und auf einmal sagt jemand: „Wo ist eigentlich Dobby?“ „Welcher Dobby?“ fragen die anderen. „Na, Dobby, der Verkehrs-Elf, Feinstaub-Dobby, Killer-Dobby. Der war doch musikalisch, den könnten wir hier gut gebrauchen.“ Und dann skypen wir nach Dobby – ja, skype funktioniert auch im Jenseits (wenn ich mir die Bandbreite bei mir im Haus angucke, dann funktioniert es meistens sogar nur im Jenseits, heißt ja auch sky— also „Himmel“ – pe). Auf einmal ist Dobrindt dran. Wir sagen: „Alter, wo steckst du?“ Darauf Dobby: „Sorry, geht grad nicht, ich bade hier mit 72 Jungfrauen in Milch und Honig…“

Wenn Sie „Jenseits-technisch“ auf Nummer sicher gehen wollen – werden Sie Diesel-Lobbyist!

Warum es die AfD gibt!

„Wir holen uns unser Land zurück“, hat Herr Gauland nach der Wahl geschrien. Ich hatte gar nicht mitbekommen, dass Deutschland abgehauen ist. Oh Gott, dachte ich, die Polen! Eventuell haben die Deutschland klammheimlich nachts über die A 11… Schlimmes Klischee! Man kann ja auch nicht einfach zu den Polen gehen und sagen: Hört mal, habt ihr zufällig unser Land? Das ist irgendwie weg… – das letzte Mal, als wir Deutschland in Polen suchen gingen, kam das irgendwie nicht so gut an…

Doch dann geriet ich ins Grübeln. Wer ist überhaupt mit „wir“ gemeint? „Wir Deutschen“? Alle, die 1990 hier lebten? Darf man dann türkischstämmige Deutsche nach Anatolien entsorgen – oder ist das ein Aufruf zu einer Straftat? Oder meinte Herr Gauland alle, die von den bereits 1937 aufs Reichsgebiet Lebenden abstammen? Neulich fand ich im Nachlass den Arier-Nachweis meiner Mutter. Noch aus dem Gau-Land… Komplett mit Hakenkreuz und so. Ich warf ihn weg. Das war vielleicht verfrüht…

Wer zu „wir“ gehört, scheint ja auch eine Frage der Hautfarbe zu sein. Vielleicht müssen wir die Frage per „Germanen-Gen-Analyse“ klären. 10 Prozent der Deutschen sind genetisch jüdischer Abstammung, ohne es zu ahnen. Weitere 20 Prozent sind letztlich Slawen, also Undercover-Polen. Besonders in Sachsen übrigens. 45 Prozent sind keltischer Abstammung – also Frosch-Fresser. Nur etwa 25% sind germanischer Abstammung. Die Germanen können bleiben, alle anderen… Wir brauchen halt unser Land wieder. Übrigens stammen 45 Prozent der deutschen Männer von Tutanchamun, dem ägyptischen Pharao, ab. Sind also strikt gesehen „Nafris“ – die müssen dann natürlich auch wieder weg, sorry, weil „wir“ eben das Land… Es wird leer werden in Deutschland. Aber es gibt ein Land mit mehr germanischen Genen: Polen (60 Prozent). Die dürfen dann heim ins Reich. Dann müssen „wir“ auch nicht mehr ständig gucken, ob „die“ unser Land haben…

Warum wir uns so häufig verwählen!

Die Botschaften der Parteien im „Plakate-Wald“ enden bald. Gut so. Nachdem ich letztens die AfD betrachtete, ein Blick auf den Rest: Am grellsten schrillt die FDP, bei der man sich fragt, ob sie außer Christian Lindner noch andere Mitglieder hat? „Digital first, Bedenken second?“ Was soll das heißen? Erst twittern, dann denken? Ist das nicht die Kernkompetenz von Donald Trump? Oder: „Jetzt wieder verfügbar: Wirtschaftspolitik“. Wäre nicht Folgendes ehrlicher: „Mit den Rezepten von gestern in die Krise von morgen“?

Nicht besser die Partei der Amtsinhaberin. „Für ein Deutschland, in dem wir gut und gern leben?“ „Für Sicherheit und Ordnung?“. Die CDU verleiht dem Begriff „hohl“ eine Steigerung, dass man sich fragt, ob sie sich für ein neues Trash-Format bei RTL2 bewirbt? Das Kalkül der Konservativen lautet im Lindner-Stil: Merkel first – Programm second – or never!

Da hält die SPD locker mit. „Zeit für Gerechtigkeit“? Vielleicht, aber leider wenig Zeit für den netten Mann mit dem lustigen Gesichtsfell. Wenigstens hat die SPD ein paar Inhalte. Aber schreiende Kinder? Und dazu: „Unsere Familienpolitik ist genauso laut und fordernd“? Brauchen wir eine Politik, die rumkrakeelt wie durchgedrehte Gören auf Zucker-Entzug?

Wie sehr würde man den Grünen noch einen kleinen Atom-Unfall wünschen auf den letzten Metern. Sie werben mit anspruchsvollen Slogans: „Nur wer Chancen bekommt, kann Chancen nutzen.“ Nur: wen meinen die? Sich selbst?

Bei den bunten Plakaten der Linken hingegen fragt man sich: Welche Drogen nehmen die? Am meisten Sinn macht die Linke, wenn man ihre Schlagwörter aneinander reiht: Lust Verdient Kinder! Und die Millionäre zahlen! Party für alle! Ein Klassiker, aber immer wieder gern gespielt.

Trotzdem wähle ich. Schon damit die Gerechtigkeit nicht allzu sehr leidet. Und freue mich dann auf das „Plakate-Waldsterben“.

Warum die Burka so wichtig ist!

Wahlkampf in Deutschland, das ist ein wenig wie Oktoberfest – große Sprüche, aber nix dahinter außer einer Überdosis bewusstseinsdämpfender Stoffe. Mit dem Unterschied, dass der Oktoberfest-Kater keine vier Jahre dauert!

Der Wahlwillige und -Unwillige ist dieser Tage vielen schmerzhaften Parolen ausgesetzt. Diese Kolumne reicht leider nicht für alle – daher werde ich sie teilen. Erst mal widme ich mich aus gegebenem Anlass gründlich der AfD. In Genf wurden nämlich grade etwa zweihundert klein geschnittene 500-Euro-Scheine in Toiletten entsorgt (im Tresorraum der UBS Bank). Oho, dachte ich: Endlich macht die in der Schweiz gemeldete Alice Weidel Ernst mit der Devise: Raus aus dem Euro! Frau Weidel soll allerdings dementiert haben, dass es sich bei dem Scheißhaus-Schatz um das noch ausstehende Gehalt der syrischen Asylbewerberin handele, die schwarz bei ihr putzte…

Ja, provozieren kann sie, die AfD. Mit Slogans wie: „Burka – ich steh mehr auf Burgunder!“ Oder „Burka – wir stehen auf Bikinis“. Man könnte meinen, die Burka wäre das zentrale Problem unseres Landes. Aber es gibt ja eine „Alternative“: Nämlich „Neue Deutsche machen wir selber“ oder den Aufruf zum Ferkel-Mord mit dem Plakat eines todgeweihten süßen Schweinchens, weil „der Islam? Passt nicht zu unserer Küche“ – vielleicht lässt sich das AfD-Programm folgendermaßen abkürzen: Wir kernigen Germanen fallen im Burgunder-Rausch Schweinefleisch kauend über ein paar Bikini-Mädels her, um neue Deutsche zu machen – selten wurde „deutsche Leid-Kultur“ so knackig charakterisiert!

Betrachtet man die schlechtgelaunten Gesichter eines Alexander Gauland oder Björn Hocke, stellt sich jedoch die Frage, ob für gewisse Hass-Visagen eine Burka nicht Pflicht sein sollte? Damit „neugemachte Deutschen“ nicht bereits während des Wahlkampfes ein schweres Trauma erleiden.

Warum wir ver-tegelt sind!

Ich verstehe die Aufregung um Tegel nicht. Die Schließung des Flughafens werden die meisten von uns doch ohnehin nicht mehr erleben…! Aber wenn Ryanair, die FDP und die CDU gemeinsame Sache machen, dann kriege ich ein spontanes „Ryanair-Gepäck-Trauma“– die versteckten Kosten können einen ruinieren! Außerdem: Schon mal bemerkt, dass Ryanair und die FDP dieselben Farben haben: Blau-Gelb – wahrscheinlich steckt letztlich IKEA dahinter!

Man könnte natürlich sagen: Gut, wir lassen Tegel offen, aber alle Kosten tragen dann Ryanair und die FDP… Doch was, wenn die auf den letzten Metern die Arme heben und „Air-Berlinern“? Die FDP ist nicht grade für hohe Zahlungsmoral bekannt – sie schuldet der Rentenkasse ihrer Bundestagsfraktion seit Jahren einen Millionen-Betrag. Wenn die FDP sich als Partei der „ehrbarer Kaufleute“ gibt, sind damit eher die anderen gemeint…

Viele Zehlendorfer, Charlottenburger und Frohnauer erklären mir im schmerzenden Brustton der Überzeugung, sie könnten unmöglich die 20 Euro Taxi-Mehrkosten nach Schönefeld tragen. Aber als alter Taxifahrer fällt mir da nur das Totschlag-Argument der Konservativen ein: Das wäre super für die Konjunktur!

Ich habe aber auch ein Herz für die Tegelretter – und zwar aus folgendem Grund: Rechtlich ist es ja vermutlich gar nicht möglich, den ollen Schrott-Flughafen offen zu halten. Hier testen also reiche Vorortler mal ihre kriminelle Energie und proben die Revolution! Angesichts der dann entstehenden Klageflut verliert vermutlich irgendwann ein Richter die Geduld und schließt kurzerhand beide Flughäfen. Dann kommt es natürlich auch auf Straße und Schiene zum Dauer-Stau: Stillstand! Still-Stehen. Nichts geht mehr. Inne halten. Atmen. Im Hier und Jetzt. Mitten auf der A100. Wer hätte gedacht, dass die FDP im Grunde ihres Herzens buddhistisch ist?

Warum Affen Selfies machen!

Affe ruiniert Freiberufler! So könnte man die Affäre um den Schopfmakaken Naruto und den Fotografen David Slater auch betiteln. Letzterer fotografierte im Jahr 2011 indonesische Schopfmakaken. Irgendwann waren die Affen so neugierig, dass sie sich der Kamera näherten und Selfies machten, welche Slater anschließend veröffentlichte. Die Aktion wurde ein viraler Hit, fast jeder kennt heute den grinsenden Makaken vom „Affen-Selfie“.

Den Fotografen allerdings trieb das Bild in den Ruin – da der Affe den Auslöser drückte, hätte der Fotograf kein Urheberrecht, urteilte ein Gericht. Zuletzt klagte die Tierschutzorganisation PETA gegen Slater auf Herausgabe der Urheber-Rechts-Erlöse an den Schopfmakaken. PETA wollte die Erlöse eigenmächtig in den Schutz von Affen investieren. Da wird die Sache richtig affig: Woher will PETA denn wissen, dass Naruto überhaupt am Schutz seiner Artgenossen interessiert ist? Vielleicht hätte er das Geld lieber für Bananen und scharfe Makaken-Bräute auf den Kopf gehauen? Was ist mit der Besteuerung? Hätte Naruto nicht längst eine Steuererklärung abgeben müssen bei den vielen Honoraren? Muss er jetzt in Haft und sich eine Zelle mit einem anderen Steuerhinterziehungs-Affen teilen, nämlich mit Cristiano Ronaldo?

Nun einigten sich PETA und Slater außergerichtlich, aber die Kernfrage bleibt bestehen: Wer ist ein Urheber? Sicher, Slater hatte die Idee und das Equipment, der Affe hatte den Finger am Auslöser – doch wer gab Slater die Idee ein? Sind nicht seine Eltern und sein soziales Umfeld verantwortlich für eine Entwicklung, die ihn letztlich befähigte, die Selfie-Idee auszudenken und mit Narutos Hilfe, der wiederum von seinem Umfeld beeinflusst wurde, umzusetzen? Und sind nicht wiederum die Eltern der Eltern und deren Eltern ebenfalls Teil dieser Entwicklung, so dass alles Urheber-Recht am Ende dem Urknall gehört? Aber wo führt der sein Konto??

Warum wir uns jetzt selbst ver-Hebammen!

Die Geburt – jener magische Moment, den Frauen als die Krone der Schöpfung und des Schmerzes empfinden und Männer als jenen Moment der ultimativen Hilflosigkeit, dieses „Ich würde es dir gern ersparen, Schatz, aber es geht ja leider nicht. Gottseidank!“ Dieser Moment wird jetzt erweitert durch einen weiteren Nerven-Kitzel: keine Hebamme weit und breit! Denn eine Schiedstellen-Entscheidung wird ab 2018 dafür sorgen, dass Hebammen in Kliniken nur noch zwei Geburten gleichzeitig abrechnen dürfen. Was wiederum viele Hebammen motivieren könnte, mit ihrem Job das zu machen, was die Politik seit Jahren mit der sozialen Sicherheit macht: einfach an den Nagel hängen!

Nun fragt es sich sowieso, warum Schwangere unbedingt in Kranken-Kliniken entbinden sollen? Ist Geburt eine Form von Krankheit? In Deutschland scheint das so. Der kapitalistische Gedanke kapert die Geburt. Frauen müssen lernen, wirtschaftlich profitabel zu gebären. Also allein. Selbstständig sein. Das kann ein Hedgefonds-Manager schließlich auch! Außer wenn es um „mal den Müll runterbringen“ geht.

Die Zukunft der Geburt wird wohl so aussehen, dass Frauen in speziellen Do-It-Yourself-Geburtsyoga-Kursen eine spezielle Form der Drehung lernen, welche sie befähigt, zugleich Gebärende und Hebamme zu sein. Kommt es dabei zu Komplikationen, ist das eben eine natürliche Form der Auslese. Schwangere müssen lernen, dass ab und zu eine Abschreibung vorgenommen wird. Das müssen Diesel-Manager schließlich auch.

Sorry, aber so geht Kapitalismus. Es ist profitabler, mehr aus Leistungsträgern rauszuholen als zukünftige Leistungsträger rauszuholen. Nervenzusammenbruch vorzubereiten lohnt sich mehr als „Nerven-zusammen-setzen“ vorzubereiten. Wundert es da irgendjemand, dass Deutschland bei der Geburtsrate immer noch unter EU-Schnitt liegt?

Warum wir uns so gern duellieren!

Die gute Nachricht mal gleich vorab: Deutschland braucht kein Valium mehr – es hat ja die TV-Duelle! Die sedierende Kraft von Angela Merkel ist mittlerweile so stark, dass sie wie die Schlange Kaa im „Dschungelbuch“ alle um sich herum in Tiefschlaf versetzen kann: „Hör gut zu, glaube mir, Augen zu, vertraue mir…“ Das funktioniert bei beim Kontrahenten, dem „Mogli der SPD“, fast genauso gut wie bei den vier „Geiern“ der Moderation. Selten wurde ein ganzes Volk von Presse und Regierung so gezielt eingelullt und hypnotisiert wie vor der diesjährigen Bundestagswahl. Nicht streitbar genug – lautete ein häufiger Vorwurf – aber wie will man auf einer Überdosis Merkel-Diazepam noch streiten? Allein die Augen offen zu halten erfordert schon übermenschliche Kräfte.

Also ging es mal wieder um: Flüchtlinge! Eine Stunde lang. Als hätte dieses Land keine anderen Probleme. In einer seltsam rückwärtsgewandten Debatte, wie man sie sonst nur von der AfD, der Diesellobby oder Lord Voldemort aus Harry Potter kennt, wird das Placebo unserer Tage so breit getreten wie Hundekacke im Wedding. „Islamistische Gefährder“, eine sehr kleine Randgruppe der Kriminalität, nimmt mehr Platz ein als der Brexit, die Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, die Hebammen-Vernichtung oder Bildung. Zusammen, wohlgemerkt. Denn die kamen schlicht nicht vor bei Angela Merkel, Martin Schulz oder in den Fragen der Moderation.

Dafür haben wir ein neues tolles Wort gelernt: Musterfeststellungsklage! Das freut den Germanisten – endlich kriegen die längsten Worte im Duden wie Aufmerksamkeits-Hyperaktivitätsstörung oder „Donaudampfschifffahrtgesellschaftskapitänsmützenanstecker“ eine ernstzunehmende Konkurrenz.

Letztere erstickt die Amtsinhaberin übrigens gern mal mit einem sehr engen Korsett, in das sie ein TV-Duell presst, nur um sich am Ende zu beschweren, dass da ein sehr enges Korsett war. Das ist ein wenig, als bestelle man sein Steak gut durchbraten, um dann zu klagen, es wäre nicht blutig genug. Zusammen mit der „Haushalts-Schwamm-Strategie“, die darin besteht, Gegenpositionen einfach aufzusaugen und in das eigene System zu integrieren – eine Strategie, die sie vermutlich von multiresistenten Krankenhaus-Erregern übernahm – wird das System Merkel so nahezu „Gegengift-sicher“.

Nimmt es da Wunder, dass ein Drittel der Deutschen abdriftet in ein gezieltes Desinteresse oder eine Verschwörung? Oder in beides: eine gezielt desinteressierte Verschwörung – oder wie man bei VW sagt: Aufsichtsrat!

Die einzigen, die vom TV-Duell profitiert hätten, wären die Satiriker, heißt es gern. Nun sind aber Satiriker die einzige Berufsgruppe, die im Grunde ihres Herzens bettelt: Macht uns arbeitslos! Bitte! Liefert einfach kein Material mehr! Wir sitzen auf mehreren Butterbergen ungenutzter Gags, möchten die gern aufbrauchen und dann einfach gar nichts mehr sagen müssen…

Immerhin: Deutschland nimmt sich ganze 97 Minuten Zeit, um die Zukunft der nächsten vier Jahre zu diskutieren. Das ist die gefürchtete „deutsche Effektivität“ – oder der Beweis, dass Rinderwahn doch gefährlicher ist als bislang gedacht… Darüber gerät gern mal ins Vergessen, dass Martin Schulz vielleicht nicht die beste, aber die erfolgversprechendste Alternative zur jetzigen Regierung ist!

 

Warum wir post-digital werden müssen!

„Disruptiv“ ist der neue Trend. Eine disruptive Technologie ist eine Innovation, die ein bestehendes Produkt oder eine bestehende Dienstleistung völlig verdrängt. Donald Trump etwa ist hochgradig disruptiv, weil er sowohl ein bestehendes Produkt, nämlich eine kompetente US-Präsidentschaft, als auch eine bestehende Dienstleistung, nämlich eine entfernt an die Vernunft angelehnte Diplomatie, völlig verdrängt.

Natürlich hat die Digitalisierung auch jede Menge Chancen. Dank Google haben wir immer ein Lexikon bei uns und jeder Idiot kann eine potentielle Partnerin mit dem Fachwissen, dass der Kilimandscharo der höchste Berg Afrikas ist, in die Flucht schlagen und dafür sorgen, dass er sich nicht vermehrt. Wir wissen, dass Katzenvideos immer geklickt werden und dass Flüchtlinge schneller gerettet würden, wenn sie ein paar Kätzchen mit an Bord ihrer Schlauchboote nähmen und twittern, dass die nicht schwimmen können.

Die Maschinen nehmen uns jedoch auch immer mehr Arbeit ab. Dankenswerterweise. Sogar vor dem eigenen Job machen sie nicht Halt. Dafür gibt es dann keinen Dank. Gut die Hälfte aller Jobs soll demnächst überflüssig sein, angefangen bei Taxi- und „Uber“-Fahrern bis hin zu Postzustellern und Lagerarbeitern. Mal abgesehen von der Frage, ob diese Jobs jemals auf der „Will ich unbedingt mal werden wenn ich groß bin“-Liste von irgendjemand gestanden haben, könnte dadurch eine Gruppe von Leuten entstehen, die unsere schöne neue Welt nicht nur mit Enthusiasmus begrüßen.

Es gibt jedoch auch gute Nachrichten. Nicht betroffen von der Vernichtung durch Digitalisierung sind nämlich alle Berufe, die besondere menschliche Fähigkeiten verlangen – also Krankenpfleger, Altenpfleger und Kinderbetreuer. Am besten werden Sie alles in einer Person – dann können Sie sofort in Washington als persönlicher Assistent von Donald Trump anfangen! Im Zentrum der Disruption!

Warum die Reichen mitten unter uns sind!

Jeder fünfte Berliner ist von Armut bedroht. Leider gibt das statistische Bundesamt keine Auskunft über die geistige Armut der politischen Klasse von Berlin-Mitte – zu schockierend wären die Ergebnisse. Eine vierköpfige Familie zählt mit einem Netto-Einkommen von 2064 Euro als arm. Schon ab 3100 Euro Netto-Einkommen gehört ein Single jedoch zu den reichsten 10 Prozent der Deutschen! Kein Wunder, dass Alleinverdiener mit einem Netto-Einkommen von 2100 Euro gelegentlich darüber nachdenken, die anderen drei Familienmitglieder gegen eine Spiele-Konsole einzutauschen… Dem Statistischen Bundesamt zufolge liegen Armut und Reichtum in Deutschland nah beieinander. Ein Paar benötigt nur 4600 Euro Netto-Einkommen, um als reich zu gelten. Wie, so wenig? Was ist denn mit den ganzen Bill Gates, Susanne Klattens und Aldi-Brüdern dieser Welt? Nun, die sind nicht reich. Die sind superreich. Das ist ein Unterschied wie der zwischen einem Bierzelt-Musiker und Elton John!

Die meisten Reichen zählen sich selbst jedoch nur zur Mittelschicht. Der Mensch leidet gern mal unter Fehleinschätzungen. 80 Prozent der Männer glauben, zu den attraktivsten 10 Prozent der Spezies zu gehören. Fehleinschätzungen unterscheiden uns von anderen Spezies: Eine wachsende Zahl Menschen glaubt, ohne Facebook nicht leben zu können – Kühe hingegen wissen mit Sicherheit, dass sie ohne Gras aufgeschmissen sind.

Viele halten sich für Mittelschicht, sind es aber nicht. Interessanterweise wird die Forderung, dass Reiche mehr zahlen sollen, etwas leiser, sobald Menschen erfahren, dass sie selbst zu diesen Reichen gehören. Die eigene Brieftasche gehört zu den bestgeschützten Biotopen dieser Erde. Schließlich will man auch morgen noch in den Urlaub auf die Seychellen fliegen können. Und dort schockiert sein über die Armut, die Erwärmung der Meere und das Sterben der Korallenriffe…

Warum wir ver-Hipstert werden!

Ein guter Politiker erkennt Probleme, die sonst noch niemand auf dem Schirm hat. Jens Spahn, hipper junger CDU-Politiker (obwohl: ist das nicht ein Oxymoron, ein unauflöslicher Gegensatz – hipp, jung – und CDU?) mit einem Gespür für Parallelgesellschaften, hat sie gefunden: Hipster, die in einigen Gegenden Berlins dafür sorgen, dass man in Restaurants nur noch junge, bärtige Männer sieht, die Englisch sprechen. Mal ganz abgesehen von der sexistischen Komponente dieser Randgruppe, die Frauen aufgrund mangelnden Bartwuchses auszuschließen scheint, musste ich erst mal nachgucken, was ein Hipster überhaupt ist. Die meisten Hipster sehen sich nämlich nicht als Teil einer verschwörerischen Parallelgesellschaft, sondern haben einfach gern einen Bart, Männer-Dutt, ein Tattoo sowie ein Rennrad. Aber das ist natürlich das Gemeine – sie sind noch nicht mal bereit, offen zuzugeben, dass sie die Macht im Land ergreifen und das Land mit veganen Schnell-Imbissen zu scheißen wollen.

CDU-Politiker Spahn muss es nämlich wissen. Schließlich ist er ein Fachmann für Parallel-Gesellschaften wie die Muslime, die er mit Burka-Verbot belegen möchte. Vielleicht fordert er demnächst eine Burka-Pflicht für Hipster, damit man die doofen Kopfhörer und MacBooks nicht mehr sieht?

Neuerdings ist Herr Spahn übrigens an einem Start-Up Unternehmen zur Erstellung einer Steuer App namens „Tax-Butler“ beteiligt. „Jens,“ möchte man rufen: „Tax-Butler? Sollte die App nicht lieber „Steuer-Sklave“ heißen? I mean, how fucking hipster can you get, my dear Jens?“ Und man möchte fragen, ob er nicht allen Anreiz hat, das Steuersystem als Staatssekretär im Finanzministerium noch komplexer zu machen, um mehr Geld mit seiner App zu verdienen? Nennt man das in seiner Hipster-Language nicht einen „Conflict of Interest?“ My message für Jens: „Shoemaker, stay with your loins – Schuster, bleib bei deinen Leisten!“

Warum ich ewig lebe!

„Warste schon mal mit Delfinen schwimmen? Totale Ekstase so.“ Die Frau namens Birgit auf einer dieser schrecklichen Sommer-Partys will natürlich nicht über Delfine reden – sie will mich in einem esoterischen Wettkampf besiegen. „Kennst du Power-Fasten nur mit „Green Smoothies“ bei zeitgleicher Leber-Entgiftung und parallelem Mantra-Singen im Lotus-Sitz – habe ich acht Monate lang in einem Kloster in Tibet praktiziert!“ kontere ich. Kloster in Tibet – das muss sie erst mal stechen…

„Ach, Tibet,“ haucht sie fast erotisch, „in Lhasa hatte ich meine Nahtod-Erfahrung! Nach einem dreijährigen Schweige-Retreat auf tibetischen Butter-Tee verließ ich meinen Körper, gelangte in einen langen dunklen Tunnel und schwebte langsam auf ein Licht zu!“ „Kenn ich,“ sage ich, „ eine ähnliche Erfahrung hatte ich mal mit der Berliner S-Bahn. Nahverkehr hat ja auch viel gemeinsam mit Nahtod – besonders wenn es um ein Job-Interview geht, bei dem man pünktlich erscheinen muss.“

„Nur weil dein spirituelles Wachstum in einer Sackgasse steckt, musst du hier keine billigen Scherze machen,“ schießt Birgit in meine Richtung. „Nahtod-Erfahrung gut und schön,“ erwidere ich, „aber hattest du schon mal eine Fern-Tod-Erfahrung?“ „Wie bitte?“ „Eine Erfahrung, in der man den Tod ganz von ferne sieht. Etwa, wenn man sich mit einer Sicherheitsnadel in den Finger sticht und fühlt, dass es nicht unbedingt tödlich verlaufen wird. Dann hat man eine Ferntod-Erfahrung.“ „Sehr witzig.“ „Es war die Erfahrung von Ewigkeit. Der Stich versetzte mich in Trance, in welcher der Tod sagte, dass er mir gern näher kommen und mich küssen möchte. Ich sagte: Du, lieber nicht, ich führe mit dem Tod ganz gern eine Fern-Beziehung, quasi eine Fern-Tod-Beziehung. Man kennt das von menschlicher Liebe, wenn man erst mal zusammen zieht, wird’s kritisch… Solange meine Fern-Tod-Erfahrung anhält, bin ich unsterblich…“

 

Warum wir jetzt vor Terroristen sicher sind!

Donald Trump verdanken wir eine neue brillante Strategie zur Bekämpfung des Terrorismus. Nach den tragischen Anschlägen in Spanien twitterte er, man möge sich auf das Rezept des US-Generals John Pershing besinnen. Pershing, nach dem immerhin eine Kurzstrecken-Rakete benannt ist, soll Anfang des letzten Jahrhunderts muslimische Rebellen auf den Philippinen mit in Schweineblut getauchten Patronen hingerichtet und ihnen so den Weg ins Paradies versperrt haben. Danach gab es laut Trump 35 Jahre lang keinen Terroranschlag mehr auf den Philippinen.

Kritiker behaupten, dass Pershing das weder getan noch die Anschläge aufgehört hätten. Na und? Was spricht denn eigentlich dagegen, auch mal die bewährten Tricks von früher wieder auszupacken? War doch nicht alles schlecht damals. Die Möglichkeiten einer „Wirklichkeits-Renovierung“ vermehren sich deutlich, wenn man endlich mal mit den „Fake News“ aufräumt, dass die Erde eine Kugel ist. Sie ist eine flache Scheibe, genau wie das Denken Donald Trumps!

Frühere Problembewältigungsstrategien hatten nämlich durchaus ihren Charme. Denken wir an Hexenverbrennungen! Nachdem genug Hexen verbrannt waren, kam die Hexerei in Mitteleuropa praktisch zum Erliegen! Hexen erkannte man übrigens daran, dass die Damen unerhörter Weise des Lesens und Schreibens mächtig waren. Ein Verdacht, von dem wir Trump nach seinem berüchtigten „Covfefe“-Tweet befreien können.

Es gibt allerdings eine Gefahr für den amerikanischen Präsidenten, doch noch der Hexerei überführt zu werden und auf dem Scheiterhaufen zu enden: Er ist ein Alchimist! Obwohl er fast nur Steaks isst und 2007 sogar eine eigene (schnell bankrotte) Steak-Kette gründete, vollzieht sich in ihm die Magie, dass zu viel Rinderblut im Hirn einen Mann nicht nur in einen blöden Ochsen sondern auch in ein dummes Schwein verwandelt!

Warum der weiße Hai siegt!

Der Weiße Hai ist eine Bestie! Er tötet jedes Jahr etwa 4 Menschen. Damit liegt er, was die Tödlichkeit von Tieren für Menschen angeht, allerdings auf einem der hinteren Plätze. Der Mensch hingegen tötet jährlich etwa 100 Millionen Haie – man könnte sagen: Es gäbe durchaus noch Revanche-Potential für den Weißen Hai.

Einer wollte dem Weißen Hai jetzt diese Revanche gönnen: Michael Phelps. In einem viel beachteten Discovery Channel Special lieferte sich der Goldmedaillengewinner ein Schwimm-Duell mit einem weißen Hai. Also fast. Denn trotz umfangreicher Sicherheitsmaßnahmen war der Hai nicht echt, sondern nur eine Computersimulation. Phelps-Fans fragen sich enttäuscht, warum eine Computersimulation so aufwändig gesichert werden muss. Windows-Nutzer allerdings wissen – wer nicht aufwändig sichert, dessen Computer-Simulation geht baden.

Peinlicherweise verlor Herr Phelps sogar gegen den simulierten Hai. Da stellt sich natürlich die Frage: Hätte der Sender das nicht auch anders programmieren können? Was hat Michael Phelps dem Discovery-Programmierer angetan – oder dessen Frau? Oder verhielt es sich in Wirklichkeit anders: Der Programmierer hatte den Fisch eigentlich langsamer programmiert, doch dann verfolgte eine Simulation von Chuck Norris den Weißen Hai…

Es ist deprimierend – überall verliert der Mensch gegen den Computer: Im Schach-Duell, im Go-Duell, jetzt auch noch im Weißer-Hai-Simulations-Duell. Wenn das so weitergeht, hängt das eigene IPhone einen bald auf der Straße ab!

Vielleicht sollte der Discovery-Channel Goldmedaillen-Held Phelps gegen ein etwas langsameres, aber für den Menschen tödlicheres Tier anschwimmen lassen: Die Kuh. Kühe töten allein in den USA jedes Jahr etwa 20 Menschen! Michael Phelps krault gegen einen wildgewordenen Stier – wie wär’s? Aber der Olympiasieger soll schon abgelehnt haben: Lieber gegen einen Weißen Hai als gegen Donald Trump!

Warum Nachhaltigkeit nicht nachhaltig ist!

Neuerdings ist ja alles „nachhaltig“. Nachhaltig kommt ja von Nach-Hall-Tick. Ein passendes Motto, mit dem unsere Zivilisation demnächst verhallt. Ein Nach-Hall wie eine längst erloschene Sonne, die immer noch am Himmel zu sehen ist, weil das Licht zu lange unterwegs ist. „Sie hatten halt einen Nach-Hall-Tick, diese Homo Sapiens“, werden die Kakerlaken oder strahlungsresistenten Bakterien sagen, die sich dann zu einer höheren Lebensform entwickelt haben. Symptomatisch dafür ist der „nachhaltige Smoothie“, vom „Profi-Smoothie-Power-Mixer-Blender-Icecrusher“ vorverdaut, mit wertvollen Vitaminen direkt aus frischen Erdbeeren – im Dezember. Denn wir wollen alles immer sofort haben. Erdbeeren im Winter, Grünkohl im Sommer und Spargel das ganze Jahr. Am besten „nachhaltig“.

Im Namen dieser Nachhaltigkeit wurden in Bangladesch wertvolle Süßwasserdeltas, Reis- und Gemüsefelder sowie Mangroven-Wälder zerstört, wodurch Hunderttausende ihre Lebensgrundlage verloren – nur um in Salzwasserbecken Shrimps zu züchten. Zur „nachhaltigen Reduktion des Hungers “. Gut, das war erfolgreich – es reduzierte über günstige Krabbenchips den „kleinen Hunger zwischendurch“ übergewichtiger Erst-Weltler, die so ein Zeichen gegen die Überfischung der Meere setzen wollten. Wir sind wie ein Alkoholiker, der versichert, dass er jetzt mit dem Schnaps aufhöre – er trinke nur noch Likör…

Greenwashing nennt sich diese Strategie, in der Atomkonzerne mit dem 0,01 Prozent Sonnenenergie werben, den sie produzieren. Alles wird „grün“. Grüne Kleidungsstücke – quasi homöopathische Klamotten, die nur mit ganz wenig Kinderarbeit hergestellt wurden…

Die Bevölkerung, die wegen aggressiv umgesetzter Palm-Öl-Plantagen obdachlos wird, macht sich dann gern mal auf den langen Marsch in die reichen Länder – wenn wir Probleme mit Flüchtlingen haben, könnte es auch an dem schönen Geländewagen liegen, der nur mit Bio-Sprit betankt wird – und am Bio-Erdbeer-Grünkohl-Smoothie!

 

Wie wir den Diesel retten!

Heute steigt der große Diesel-Gipfel, leider nicht wie in „das ist doch der Gipfel“ sondern vermutlich bloß mit einem windigen Update. Dabei wäre eine Lösung so einfach. Das große Problem der Diesel-Schwindler heißt nämlich „AdBlue“, eine Harnstofflösung, die in den Abgasstrom gespritzt wird und dort das Stickoxid neutralisiert. Problem: Die Tanks wurden zu klein gebaut, um mehr Platz für andere Dinge zu haben. Größere Tanks für Diesel etwa. Oder größere Motoren. Oder irgendetwas anderes Größeres, damit Papi seine CEO-Selbstwert-Neurose mit einem teuren Phallus-Ersatz übertünchen kann. Sinnvolle Dinge also.

Wäre die Einspritzung auf einem gesundheitsverträglichen Level erfolgt, hätte der AdBLue-Tank nie bis zum nächsten Inspektionsintervall ausgereicht. Da man den teuren Kunden aber nicht zumuten wollte, ständig AdBlue nachzufüllen, entwickelte man die vielzitierte Software, welche die Einspritzung im Straßenverkehr senkt und nur unter Testbedingungen optimal läuft.

Was ist zu tun? AdBlue ist wie gesagt eine Harnstoff-Lösung. So was gibt’s ja auch in der Natur. Da ist also Eigeninitiative gefragt… Das wäre doch mal eine tolle Auto-Kampagne: „Pinkel die Luft sauber – Audi!“ Mercedes produziert statt der A-Klasse die A-A-Klasse! Und VW wirbt mit „Mach es wie ein Touareg – die erste Eigen-Urin-Kur fürs Klima!“ An den Tankstellen gibt es neben den Zapfsäulen kleine transportable Paravents, hinter denen man den AdBlue-Tank selbst mit Harnstoff befüllt, optimales Recycling betreibt und nebenher die 50 Abzocker-Cents für die Toilette spart. Sicher wird diese Art der Betankung für die Damenwelt nicht ganz so problemlos sein, aber welcher Bauarbeiter wird widerstehen, wenn eine Lady sagt: „Würden Sie mal kurz Ihr Ding in meinen Tank hängen?“ – auch wenn es sich nur um einen „Polo“ handelt. Oder heißt der bald nicht mehr Polo – sondern „VW-Tourin“…?