Autor: Alexa Knitter

Warum wir jetzt vor Terroristen sicher sind!

Donald Trump verdanken wir eine neue brillante Strategie zur Bekämpfung des Terrorismus. Nach den tragischen Anschlägen in Spanien twitterte er, man möge sich auf das Rezept des US-Generals John Pershing besinnen. Pershing, nach dem immerhin eine Kurzstrecken-Rakete benannt ist, soll Anfang des letzten Jahrhunderts muslimische Rebellen auf den Philippinen mit in Schweineblut getauchten Patronen hingerichtet und ihnen so den Weg ins Paradies versperrt haben. Danach gab es laut Trump 35 Jahre lang keinen Terroranschlag mehr auf den Philippinen.

Kritiker behaupten, dass Pershing das weder getan noch die Anschläge aufgehört hätten. Na und? Was spricht denn eigentlich dagegen, auch mal die bewährten Tricks von früher wieder auszupacken? War doch nicht alles schlecht damals. Die Möglichkeiten einer „Wirklichkeits-Renovierung“ vermehren sich deutlich, wenn man endlich mal mit den „Fake News“ aufräumt, dass die Erde eine Kugel ist. Sie ist eine flache Scheibe, genau wie das Denken Donald Trumps!

Frühere Problembewältigungsstrategien hatten nämlich durchaus ihren Charme. Denken wir an Hexenverbrennungen! Nachdem genug Hexen verbrannt waren, kam die Hexerei in Mitteleuropa praktisch zum Erliegen! Hexen erkannte man übrigens daran, dass die Damen unerhörter Weise des Lesens und Schreibens mächtig waren. Ein Verdacht, von dem wir Trump nach seinem berüchtigten „Covfefe“-Tweet befreien können.

Es gibt allerdings eine Gefahr für den amerikanischen Präsidenten, doch noch der Hexerei überführt zu werden und auf dem Scheiterhaufen zu enden: Er ist ein Alchimist! Obwohl er fast nur Steaks isst und 2007 sogar eine eigene (schnell bankrotte) Steak-Kette gründete, vollzieht sich in ihm die Magie, dass zu viel Rinderblut im Hirn einen Mann nicht nur in einen blöden Ochsen sondern auch in ein dummes Schwein verwandelt!

Warum der weiße Hai siegt!

Der Weiße Hai ist eine Bestie! Er tötet jedes Jahr etwa 4 Menschen. Damit liegt er, was die Tödlichkeit von Tieren für Menschen angeht, allerdings auf einem der hinteren Plätze. Der Mensch hingegen tötet jährlich etwa 100 Millionen Haie – man könnte sagen: Es gäbe durchaus noch Revanche-Potential für den Weißen Hai.

Einer wollte dem Weißen Hai jetzt diese Revanche gönnen: Michael Phelps. In einem viel beachteten Discovery Channel Special lieferte sich der Goldmedaillengewinner ein Schwimm-Duell mit einem weißen Hai. Also fast. Denn trotz umfangreicher Sicherheitsmaßnahmen war der Hai nicht echt, sondern nur eine Computersimulation. Phelps-Fans fragen sich enttäuscht, warum eine Computersimulation so aufwändig gesichert werden muss. Windows-Nutzer allerdings wissen – wer nicht aufwändig sichert, dessen Computer-Simulation geht baden.

Peinlicherweise verlor Herr Phelps sogar gegen den simulierten Hai. Da stellt sich natürlich die Frage: Hätte der Sender das nicht auch anders programmieren können? Was hat Michael Phelps dem Discovery-Programmierer angetan – oder dessen Frau? Oder verhielt es sich in Wirklichkeit anders: Der Programmierer hatte den Fisch eigentlich langsamer programmiert, doch dann verfolgte eine Simulation von Chuck Norris den Weißen Hai…

Es ist deprimierend – überall verliert der Mensch gegen den Computer: Im Schach-Duell, im Go-Duell, jetzt auch noch im Weißer-Hai-Simulations-Duell. Wenn das so weitergeht, hängt das eigene IPhone einen bald auf der Straße ab!

Vielleicht sollte der Discovery-Channel Goldmedaillen-Held Phelps gegen ein etwas langsameres, aber für den Menschen tödlicheres Tier anschwimmen lassen: Die Kuh. Kühe töten allein in den USA jedes Jahr etwa 20 Menschen! Michael Phelps krault gegen einen wildgewordenen Stier – wie wär’s? Aber der Olympiasieger soll schon abgelehnt haben: Lieber gegen einen Weißen Hai als gegen Donald Trump!

Warum Nachhaltigkeit nicht nachhaltig ist!

Neuerdings ist ja alles „nachhaltig“. Nachhaltig kommt ja von Nach-Hall-Tick. Ein passendes Motto, mit dem unsere Zivilisation demnächst verhallt. Ein Nach-Hall wie eine längst erloschene Sonne, die immer noch am Himmel zu sehen ist, weil das Licht zu lange unterwegs ist. „Sie hatten halt einen Nach-Hall-Tick, diese Homo Sapiens“, werden die Kakerlaken oder strahlungsresistenten Bakterien sagen, die sich dann zu einer höheren Lebensform entwickelt haben. Symptomatisch dafür ist der „nachhaltige Smoothie“, vom „Profi-Smoothie-Power-Mixer-Blender-Icecrusher“ vorverdaut, mit wertvollen Vitaminen direkt aus frischen Erdbeeren – im Dezember. Denn wir wollen alles immer sofort haben. Erdbeeren im Winter, Grünkohl im Sommer und Spargel das ganze Jahr. Am besten „nachhaltig“.

Im Namen dieser Nachhaltigkeit wurden in Bangladesch wertvolle Süßwasserdeltas, Reis- und Gemüsefelder sowie Mangroven-Wälder zerstört, wodurch Hunderttausende ihre Lebensgrundlage verloren – nur um in Salzwasserbecken Shrimps zu züchten. Zur „nachhaltigen Reduktion des Hungers “. Gut, das war erfolgreich – es reduzierte über günstige Krabbenchips den „kleinen Hunger zwischendurch“ übergewichtiger Erst-Weltler, die so ein Zeichen gegen die Überfischung der Meere setzen wollten. Wir sind wie ein Alkoholiker, der versichert, dass er jetzt mit dem Schnaps aufhöre – er trinke nur noch Likör…

Greenwashing nennt sich diese Strategie, in der Atomkonzerne mit dem 0,01 Prozent Sonnenenergie werben, den sie produzieren. Alles wird „grün“. Grüne Kleidungsstücke – quasi homöopathische Klamotten, die nur mit ganz wenig Kinderarbeit hergestellt wurden…

Die Bevölkerung, die wegen aggressiv umgesetzter Palm-Öl-Plantagen obdachlos wird, macht sich dann gern mal auf den langen Marsch in die reichen Länder – wenn wir Probleme mit Flüchtlingen haben, könnte es auch an dem schönen Geländewagen liegen, der nur mit Bio-Sprit betankt wird – und am Bio-Erdbeer-Grünkohl-Smoothie!

 

Wie wir den Diesel retten!

Heute steigt der große Diesel-Gipfel, leider nicht wie in „das ist doch der Gipfel“ sondern vermutlich bloß mit einem windigen Update. Dabei wäre eine Lösung so einfach. Das große Problem der Diesel-Schwindler heißt nämlich „AdBlue“, eine Harnstofflösung, die in den Abgasstrom gespritzt wird und dort das Stickoxid neutralisiert. Problem: Die Tanks wurden zu klein gebaut, um mehr Platz für andere Dinge zu haben. Größere Tanks für Diesel etwa. Oder größere Motoren. Oder irgendetwas anderes Größeres, damit Papi seine CEO-Selbstwert-Neurose mit einem teuren Phallus-Ersatz übertünchen kann. Sinnvolle Dinge also.

Wäre die Einspritzung auf einem gesundheitsverträglichen Level erfolgt, hätte der AdBLue-Tank nie bis zum nächsten Inspektionsintervall ausgereicht. Da man den teuren Kunden aber nicht zumuten wollte, ständig AdBlue nachzufüllen, entwickelte man die vielzitierte Software, welche die Einspritzung im Straßenverkehr senkt und nur unter Testbedingungen optimal läuft.

Was ist zu tun? AdBlue ist wie gesagt eine Harnstoff-Lösung. So was gibt’s ja auch in der Natur. Da ist also Eigeninitiative gefragt… Das wäre doch mal eine tolle Auto-Kampagne: „Pinkel die Luft sauber – Audi!“ Mercedes produziert statt der A-Klasse die A-A-Klasse! Und VW wirbt mit „Mach es wie ein Touareg – die erste Eigen-Urin-Kur fürs Klima!“ An den Tankstellen gibt es neben den Zapfsäulen kleine transportable Paravents, hinter denen man den AdBlue-Tank selbst mit Harnstoff befüllt, optimales Recycling betreibt und nebenher die 50 Abzocker-Cents für die Toilette spart. Sicher wird diese Art der Betankung für die Damenwelt nicht ganz so problemlos sein, aber welcher Bauarbeiter wird widerstehen, wenn eine Lady sagt: „Würden Sie mal kurz Ihr Ding in meinen Tank hängen?“ – auch wenn es sich nur um einen „Polo“ handelt. Oder heißt der bald nicht mehr Polo – sondern „VW-Tourin“…?

 

Wie wir unsere Wirtschaft retten!

Eine kleine Clique gestörter machthungriger Gierhälse ruiniert gerade ein ganzes Land – diesmal ist die Rede nicht von Venezuela, sondern von Deutschland. Einige der Auto-Kartell-Konzerne haben schon Selbstanzeige gestellt, allen voran Mercedes, gefolgt von VW. „Singen“ nennt man das im organisierten Verbrechen und wenn das so weitergeht, haben sie bald einen ganzen Chor beisammen. Vielleicht nicht die Fischer-Chöre, aber zumindest die „Diesel-Chöre“!

Mit dabei als verstimmter Bariton: Verkehrsminister Alexander Dobrindt. Jahrelang hat die Politik weggeschaut und die großen gierigen Kinder aus den Managementetagen spielen lassen, jetzt haben wir die Kakophonie. Nun wird auch noch der Porsche Cayenne verboten. Damit ist das Leid direkt in den reichen Vororten angekommen, viele Manager können nicht mehr zur Arbeit, weil das Auto verboten ist. Bald werden wir Villen-Kinder mit Hunger-Wasserbäuchen sehen, weil Mutti nicht mehr zum Edeka kann.

Dummerweise kann die Krise der Autokonzerne uns alle schwer treffen und zu Massenentlassungen und Börsenabstürzen führen. Ich schlage daher ein Rettungspaket für Deutschland vor: Die schuldigen Manager und Vertriebs-Fuzzis werden per Gesetz verpflichtet, all ihr Vermögen in Aktien ihres jeweiligen Auto-Konzerns zu investieren. Wir, das Volk, pfänden diese Aktien und verkaufen sie zum aktuellen Kurs. Dann warten wir, bis der Kurs ins Bodenlose fällt, kaufen sie zum Schnäppchenpreis zurück, geben den Managern ihre wertlosen Aktien wieder und behalten den Profit. Man nennt das einen „Leerverkauf“ – genau wie das Verhökern des Hirnes eines Vertriebs-Fuzzis… Schaffen die Konzerne es, wieder profitabel zu werden und die Aktien steigen, könnten die Manager sogar einen Gewinn machen. Wir als Volk sind dann zwar etwas im Minus, behalten dafür aber unsere Arbeitsplätze inklusive Wirtschaftsboom. Fairer Deal für alle Seiten!

Warum Autos den Euro retten!

Was haben deutsche Autobosse und 12jährige völlig unmusikalische Violine-Schüler gemeinsam? Sie haben allesamt komplett vergeigt! Jahrzehntelang sonnten sie sich in scheinbarer Unbesiegbarkeit (die Autobosse, nicht die Violine-Schüler!) und verschliefen so ziemlich jede zukunftsweisende technologische Neuerung. Sie lebten von vergangenem Glanz. Ähnlich wie Kaiser Wilhelm, der Anfang des 20. Jahrhundert das Auto für „eine vorübergehende Erscheinung“ hielt. Die Autobosse hielten den E-Motor für eine vorübergehende Erscheinung und setzten auf das Pferd – oder Diesel, wie sie die vorgestrige Technologie nannten.

Wilhelm verlor sein Reich – der deutschen Autoindustrie könnte es ähnlich gehen. Ärgerlicherweise ist die deutsche Autoindustrie ein Kernstück der hiesigen Wirtschaft. Der Gier einiger Manager-Nieten und Vertriebs-Fuzzis ist es also zu verdanken, wenn Tausende Jobs Unschuldiger flöten gehen, Pensionen und Kleinanleger versenkt werden und die Marke „Made in Germany“ gleich mit. Jahrelange Kartell-Absprachen? Wer hätte je gedacht, dass ausgerechnet die deutsche Auto-Industrie zu sozialistischer Planwirtschaft findet!

Der Exportweltmeister erledigt sich gerade selbst. Das Schöne daran: Dann können wir in ein paar Jahren mal die Griechen um Wirtschaftshilfen anbetteln und gucken, wie geil man sich fühlt, wenn auf einmal ein griechisches BILD-Pendant die „Pleite-Deutschen“ verunglimpft. Ironischerweise könnte gerade das den Euro retten – Europa findet nach dem deutschen Abgang zu einer einheitlichen „Armuts-Struktur“.

Der Sieger der Affäre? Donald Trump, der deutsche Autobauer und unsere Außenhandelsbilanz schon länger kritisiert! Vielleicht sollte der amerikanische Kongress nicht nur die Kontakte Donald Trumps zu den Russen überprüfen. Sondern auch mal die zur deutschen Auto-Industrie…

Warum die Bahn Teil einer Verschwörung ist!

Neulich war ich, wie so oft, im Zug unterwegs. Der Zug hatte, wie so oft, Verspätung. Eine halbe Stunde. Meine Laune war etwas gedrückt. Wie ein Sonnenstrahl durchs Gewölk durchbrach plötzlich eine Ansage meine trüben Gedanken: „Meine Damen und Herren, wir haben zurzeit eine Verspätung von einer halben Stunde. Wir nehmen jetzt allerdings den direkten Weg von Würzburg nach Nürnberg und werden Nürnberg pünktlich erreichen!“ Erst dachte ich: „Toll!“ Und dann: „Moment mal, heißt das, dass sie normalerweise nicht den direkten Weg nehmen? Fährt die Bahn etwa extra Kurven, um höhere Preise nehmen zu können? Und um den Eindruck zu erwecken, Deutschland sei größer als es tatsächlich ist?“

Dann kam ich ins Grübeln. Denn ich hatte schon häufiger in Verkehrsmitteln merkwürdige Ansagen gehört. Vor einiger Zeit hieß es im Flieger: „Bitte entschuldigen Sie die Verspätung von einer Stunde. Wir geben jetzt aber Gas und werden pünktlich landen!“ Da schoss mir der Gedanke ins Hirn: „Fliegen sie normalerweise denn nicht mit Vollgas? Ist das nicht der Grund, weshalb man fliegt – damit man so schnell wie möglich ans Ziel kommt? Und nicht, um im Schneckentempo über den Wolken zu dümpeln!“

So werden Verschwörungstheorien geboren. Vielleicht ist dieser Planet gar nicht so groß, wie immer getan wird. Vielleicht werden wir mit halber Geschwindigkeit auf lange Umwege gelockt, damit wir den Eindruck erhalten, winzige Bestandteile eines riesigen Universums zu sein, welches in Wirklichkeit aber nur die Größe einer Damenhandtasche hat?… Als ich neulich bei Sturm in Charlottenburg fiese zur Seite geweht wurde, nahm ich zeitgleich aus dem Augenwinkel eine dunkle Wolke wie einen Finger über dem Fernsehturm wahr. Da hatte ich plötzich eine Eingebung: Jetzt sucht jemand in der Damenhandtasche des Universums den Lippenstift…

Warum wir mehr Rettungsgassen brauchen!

Es ist noch nicht lange her, da gab es einen sehr schlimmen Busunfall. Rettungsfahrzeuge wurden durch Autofahrer behindert, die keine gute Rettungsgasse bildeten. Seitdem wird überall verbreitet, wie eine Rettungsgasse geht – und das ist gut so. Denn auch ich war mir nicht wirklich sicher, wie eine Rettungsgasse funktioniert. Als nicht so wahnsinnig-viel-Autofahrer komme ich nur selten in den zweifelhaften Genuss, eine Rettungsgasse bilden zu müssen.

Ich hatte, um ehrlich zu sein, „Rettungsgassen“ bisher sogar gar nicht mal notwendigerweise auf der Straße verortet. Denn – Hand aufs Herz – brauchen wir nicht generell viel mehr Rettungsgassen im Leben? Neulich war ich auf einer sehr, sehr langweiligen Grill-Party mit sehr, sehr langweiligen Gesprächen, wo ich aber aus „Anstandsgründen“ nicht weg konnte – wo war da die Rettungsgasse? Etwa ein plötzlicher Regenguss, der die traurige Veranstaltung vorzeitig beendete? Oder ein Blitz, der den Gartengrill in Brand setzt? Nichts! Schon mal bemerkt, dass Autofahrer nicht die einzigen sind, die keine Rettungsgassen bilden können?

Oder diese peinlich verlaufenden Geschäftsgespräche, in denen sich auf einmal rausstellt, dass die eigene neue Verlobte zeitgleich Gattin des Gesprächspartners ist, der überdies Syphilis hat – wo bleibt da die Rettungsgasse, also die rettende Öffnung im Erdboden, die einen verschlingt und in Australien wieder ausspuckt?

Vor einiger Zeit erlitt ich eine Nahtoderfahrung, in welcher der Druck eines Atomreaktorkerns auf meiner Blase lastete, während ich gefühlte Jahrhunderte vor einer verschlossenen Klotür wartete. Als die plötzlich aufging und der Weg frei wurde – da fungierte die „Rettungsgasse“ zeitgleich als Nierenklinik!

Neulich traf ich eine Bekannte mit einem jungen, gutaussehenden Mann. Oh, sagte ich zur ihr: neuer Geliebter? Gewissermaßen, sagte sie. Eigentlich nur die „Rettungsgasse aus meiner Ehe“!

Warum wir jetzt die Alternative zu Grab tragen!

In den 80gern hörten wird das Wort „Alternative“ zum ersten Mal. Es war jung, es war grün, es war voller Latzhosen und junger Kommune-Mitglieder, die sich andauernd umarmten, um bei alternativer Liebe alternative Müsli-Riegel zu knabbern. Dann zog die etwas erwachsenere Alternative mit Turnschuhen und Jackett in die Landestage ein. Das war gewöhnungsbedürftig. Aber immer noch alternativ!

Allmählich wollte die Alternative derart etabliert sein, dass sogar die Alternativen das Alternative ächteten und sich fortan nur noch „die Grünen“ nannten. Wenig später kam Angela Merkel und „alternativlos“. Das war verstörend – wer ist schon gern die Alternative los? Frustriert schlich die Alternative in den Untergrund. Dort muss irgendeine Traumatisierung passiert sein, denn auf einmal war sie wieder da, aber völlig entstellt. Zombie-artig wandelt sie fortan durch das Land und nennt sich „Alternative für Deutschland“.

Nur dass diese Alternative natürlich keine echte Alternative ist, sondern aus lauter Rezepten besteht, die schon vor 100 Jahren nicht funktionierten. Wie ein Untoter, der immer noch die Gesellschaft Lebender sucht, wendet sich diese entstellte Alternative an alte Wegbegleiter und wirbt mit Kiffern, die sich über marokkanische Dealer beschweren. Oder Indianern, die angeblich auch AfD gewählt hätten – was natürlich Quatsch ist, denn die sind ja als Ausländer total unerwünscht.

Den Tiefpunkt aber erreichte die Alternative, seit der amerikanische Präsident in eine Welt „alternativer Fakten“ abdriftete. Jetzt tun sich überall „Alternativen“ auf. Bald ist ein Tofu-Burger „Alternative für Fleisch“, Bankraub „Alternative für Hartz IV“ und eine Nonne „Alternative für Sex“! Die Alternative ist tot. Sollte die AfD abstürzen, inkarniert sie bald wieder in neuer Verkleidung: Neue Soziale Deutsche Alternativ-Partei – NSDAP…

Warum wir alle in die Radar-Falle rasseln!

Wen berührt man häufiger: PartnerIn – oder Smartphone? Letzteres! Der Partner weiß Dinge nicht so genau, beziffert etwa die Distanz Berlin-München mit: Circa fünf bis sechs Stunden, je nach Verkehr. Das Smartphone sagt: 5 Stunden,24 Minuten, davon 12 Minuten Stau.

Eine meiner Lieblings Apps ist der Regen-Radar. Der zeigt auf der Landkarte Regenwolken, wie sie sich auf den eigenen Standort zu bewegen und dann auch wieder abziehen. Man sieht also, wann es wo wie lange regnet. Sehr nützlich, wenn man trocken bleiben möchte.

Radar-Apps boomen. Ein Radar-Radar existiert bereits – der zeigt Blitzer an. Ein Fahrkarten-Kontrolleurs-Radar hätte bei Schwarzfahrern sicher reißenden Absatz. Wie wäre es mit einer Paarungs-Radar-App, die nicht nur mögliche Singles in der Umgebung anzeigt, sondern bei Frauen auch den Grad der partnerschaftlichen Verzweiflung, welcher die Ansprüche sinken lässt? Bei Männern muss Paarungsbereitschaft nicht gesondert angezeigt werden – die ist eh meist auf 180 Grad, also bereit für die Horizontale! Für Frauen müsste es also eine App geben, die auf einer Karte die Männer anzeigt, die einfühlsam, intelligent, humorvoll, gutaussehend und Single sind. Und der eine Typ, der dann da angezeigt wird, ist mit Sicherheit irgendwo weit weg und umgeben von den ganzen gutaussehenden, verzweifelten, paarungswilligen Frauen von der anderen App…

Leider lügen Apps auch. Der Navi dehnt die Fahrzeit beliebig aus, so dass man Ende auf 6 Stunden und 13 Minuten nach München kommt. Also circa fünf bis sechs Stunden, je nach Verkehr. Nicht auszudenken, wie viele Scheidungen lügende Apps provozieren… Neulich saß ich mit meinem Bruder auf dem Balkon. „Es regnet“, sage ich. Er guckt auf seinen Regen-Radar: „Kann nicht sein, es wird kein Regen angezeigt!“ „Ich werde aber grade sehr nass,“ sage ich. „Ja,“ meint er, „aber Regen kann das nicht sein.“ „Sondern?“ „Wasser von oben!“

Warum jetzt so gelärmt wird!

„Viel Lärm um nichts“, heißt eines meiner Lieblingsstücke von Shakespeare. Darin geht es unter anderem um die Verwechslung von Schein und Sein. Zurzeit erleben wir eine grandiose Neu-Inszenierung dieses Klassikers mit Laien-Darstellern in Hamburg. Es nennt sich zwar „G20-Gipfel“, aber der eigentliche Name des Stückes dürfte allen klar sein.

Das Ungewöhnliche an der Hamburger Inszenierung: Eine ganze Stadt muss mitmachen! Zur Erhöhung der Dramatik werden ganze Heere schwarz gekleideter Autonomer in die Stadt gebracht. Diese fühlen sich naturgemäß zu Autos hingezogen, welche sie gern mal abfackeln. Das macht Sinn, denn das griechische Wort „autonom“ heißt so viel wie „selbst stehend“, während „Automobil“ ja „selbst bewegend“ heißt. Und man kann natürlich viel ruhiger selbst stehen, wenn man sich nicht ständig selbst bewegt… Außerdem wird auf diese Weise der Verkauf von Neuwagen sowie Teilkasko-Versicherungen befördert, so dass man auch mal gucken sollte, ob hinter der Vermummung nicht ein Logo von „Audi“ oder „HUK Coburg“ lauert…

Einige der Sprechrollen haben zwar in etwa die geistige Reife von ADS-geplagten Kita-Kindern, machen das aber durch ihren energetischen Stil mehr als wett. Zwei der gesetzten Schurken, Putin und Trump, schwänzen in einem Akt präpubertärer Rebellion sogar den „Klima-Talk“ nach dem Motto: gegen Warmes Klima hilft am besten ein Kalter Krieg! Kritiker bemängeln, dass in dieser Inszenierung der Komödie der Humor etwas zu kurz kommt – geben aber zu, dass es immer noch lustiger ist als Atomkrieg mit Nordkorea! Als Finale gibt es ein Gruppenfoto, auf dem alle lächelnd sagen: „Schön, dass wir miteinander geredet haben!“

In der Politik wird gern gemeckert, dass Kultur so teuer ist. Aber mal ganz ehrlich: Teurer als die Politik (Kosten G20: mindestens 150 Millionen Euro) hat „Viel Lärm um nichts“ noch nie jemand inszeniert!

Warum jetzt alles gut wird!

Wir machen alles etwas anders, und schon wird es viel besser! Was ist das? Genau, das Wahlprogramm der SPD. Ein Manifest von derartiger Seichtigkeit, dass nicht mal RTL 2 es ins Spät-Programm nehmen würde! Jetzt setzt die CDU mit ihrem grad veröffentlichten Wahlprogramm noch einen drauf: Wir machen alles wie immer und trotzdem wird es noch viel, viel besser!

Gut, es ist Wahlkampf. Also „Märchenstunde“. Da will die CDU keine Steuererhöhung für niemand. Das klingt erst mal toll, so nach „Fiskal-Ehe für Alle“. Ist es aber nicht, weil die Reicheren sich im Verhältnis finanziell nicht so stark engagieren wie Mittel- und Unterschicht. Die CDU plant also ein „Reichenschonungs-Programm“. Das könnte man noch mit „Minderheiten-Schutz“ umschreiben: Reiche gibt es nicht so viele, die haben es nicht leicht, müssen sich gegen Neid-Attacken wehren und komplizierte Steuer-Konstruktionen planen, da kann man die unmöglich noch mehr belasten, sonst fliehen sie und müssen in armseligen Flüchtlings-Villen an der Cote d’Azur überwintern.

Geschenkt. Dann verspricht die CDU Voll-Beschäftigung bis 2025. Für wie blöde halten die uns? In einer alternden Gesellschaft, die jedes Jahr 300.000 Menschen mehr aus dem Arbeitsmarkt entlässt als neu aufnimmt, ist es nur logisch, dass 2,4 Millionen Arbeitslose spätestens in 8 Jahren aufgebraucht sind. Da stellt die CDU sich wahrscheinlich 2025 hin und sagt: „Siehste, wir konnten schon vor acht Jahren 24 durch drei teilen und auf die richtige Lösung kommen!“

Das Wunder des CDU-Wahlprogramms mit dem Untertitel „Kopf-in-den-Sand-stecken-für-Fortgeschrittene“ ist ein anderes: Horst Seehofer und Angela Merkel einträchtig Seite an Seite! Ein Paar, bei dem jeder Scheidungsrichter vermutlich Geld bietet, nur damit sie sich endlich mal trennen. Wenn selbst die es weiter miteinander aushalten, lautet die Botschaft, dann: „Deutschland, könnt ihr das auch“!

Warum wir jetzt alle Homo sind!

Ist doch bloß ein Wahlkampfmanöver von Angela Merkel, um der SPD ein Thema zu klauen. Sagen die einen. Kennt man von Fukushima. Quatsch, sagen andere, es ist ein Turbo-Marketing für Gloria Gaynors „I am what I am“ sowie eine Power-Vertriebsmaßnahme für Barbra Streisand und Queen! Egal – endlich „Ehe für Alle“. Gottseidank!

Nee, sagt die Katholische Kirche, das wäre gar nicht Gott gewollt. Ach ja? Warum setzte der Herr da kein Zeichen? Etwa ein Blitzschlag, der Volker Beck nach der Abstimmung mitten im Bundestag erledigt, dazu eine tiefe Stimme, die laut „Eh, Schwul“ sagt… Oder warum hört Gott mit der Erschaffung von Schwulen nicht einfach auf? Dann hätte die Kirche allerdings auch ein Thema weniger…

Wie dem auch sei, die Homo-Ehe ist ab jetzt Gesetz, heißt aber nur noch „Ehe für Alle“. Wobei der Begriff Homo sowieso irreführend ist. Denn das griechische Wort heißt sowohl „gleich“ als auch „Mensch“. Jede Ehe zwischen Menschen ist somit eine Homo-Ehe. Eine „Hetero-Ehe“ ist dem Wortsinn nach eine Ehe mit „Andersartigen“ – pervers, oder?

In Wirklichkeit brauchen wir die „Homo-Ehe für Alle“. Männer heiraten nur noch Männer, und Frauen nur noch Frauen. Einzige Bedingung: Kein Sex miteinander! Wenn gute Kumpel einander heiraten, entfallen die klassischen Ehe-Konflikte: Männer zicken bei unaufgeräumter Bude nicht rum, sondern warten geduldig, bis ein Notfallkommando sie unter dem Müll wieder ausbuddelt. Frauen hingegen verschönern die gemeinsame Wohnung und stellen einträchtig Kerzen und Blumen auf. Eifersucht ist kein Thema mehr – die Partner bauen sich nach gescheiterten Beziehungen mit Dritten wieder auf. Die Scheidungsrate tendiert gen Null. Bloß: Schwule heiraten dann natürlich keine Männer mehr sondern nur noch die beste Freundin. Und Lesben den besten Freund. So entstehen harmonische Partnerschaften, die keinen Hormon-Ausschlägen zum Opfer fallen. Und die Homo-Ehe wird echt hetero!

 

Warum die Love Parade wieder da ist!

Berliner Cops, die eine wilde Party in der Flüchtlingsunterkunft veranstalteten, in der sie während des G20-Gipfels wohnen sollten, haben jetzt richtig Ärger. Die Hamburger Polizei schäumt vor Wut. Aber vielleicht sollten wir einfach mal die Kirche im Dorf beziehungsweise die Flüchtlingsunterkunft in Bad Segeberg lassen. Überhaupt: Flüchtlingsunterkunft? Wenn 27 Jahre nach der Wende hilfsbereite Menschen aus Ostdeutschland immer noch in anonymen Flüchtlings-Massenunterkünften zusammen gepfercht werden – ist das vielleicht keine arrogante Wessi-Cop-Diskriminierung?

Die Liste der Vorwürfe ist lang: Sex im Freien, „An-den-Zaun-Pinkeln“ und eine weibliche Polizistin, die im Bademantel mit Waffe auf dem Tisch tanzte. Na und? Sind Polizisten etwa keine Menschen? Hilft es nicht sogar in der Deeskalation der Gewalt, wenn der Cop den Autonomen vom Raven kennt? Und wenn die „Bullin“ (niemals „Kuh“ sagen!) ein Miss-Undercover-Table-Dance-Training absolvierte, um auf der Reeperbahn diskret zu ermitteln, hat das durchaus dienstlichen Bezug. Ganz abgesehen von der Freiheit, dass es in Deutschland eben nicht nur adelige „Pinkel-Prinzen“ sondern eben auch „Piss-Polypen“ geben darf!

Sex im Freien – da war die linke Revolution mal erfolgreich! Warum ersetzen wir den G20 Gipfel nicht durch einen „Karneval der Kulturen“? Wenn die Staatschefs vom 6. bis 8. Juli eine Love Parade machen, können sie währenddessen keine weitere Ausbeutung „Arm durch Reich“ planen. Obwohl der Gedanke, dass Donald Trump über Angela Merkel herfällt, in etwa so appetitlich ist wie die Sodomisierung eines Springbocks durch King-Kong! Wobei ich mir hier über die Rollenverteilung noch nicht ganz sicher bin…

Die Hamburger sollten aufhören, Berliner Party-Cops zu dissen. Und sie so schnell wie möglich zurückholen. Damit es auch in der Hansestadt heißt: „Make love, not G20“!

 

Warum Ronaldo eine schlechte Investition ist!

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, heißt es. Cristiano Ronaldo hingegen macht jeden Sommer eine Schwalbe – mindestens. Er hat die Fähigkeit, ganz ohne Fremdwirkung beleidigt auf die Fresse zu fliegen. Auch außerhalb des Fußballfeldes. Denn Ronaldo hat Steuerprobleme. Wie sein Rivale Lionel Messi. Obwohl die beiden keine Sandkastenfreunde sind – Briefkastenkumpel sind sie allemal! Beide hinterzogen über Briefkastenfirmen Steuern. Messi jedoch führt– er wurde bereits zu zwei Jahren Knast verurteilt. Die rote Karte für Ronaldo steht noch aus.

CR7 – ein Welt-Fußballer, ein begnadeter Sportler. Ein Mann mit genug Gel im Haar, um die gesamte kalifornische Porno-Industrie ein Jahr lang mit Gleitmittel auszustatten! Ein Mann, der jeden Elfer verwandelt. Ein Mann, der alles hat. Außer Gemeinsinn. Ich frage mich: Wo sind die Empathie-Gehirnzellen bei diesen Fußballern geblieben? Einem Vernichtungsfeldzug während des Kopfball-Trainings zum Opfer gefallen? Bei Ronaldos Narzissmus stellt sich die Frage, ob da nicht irgendein genetischer Daumenabdruck von Donald Trump im Spiel ist?

Jetzt hat Ronald vorsichtshalber 15 Millionen Euro beim Gericht hinterlegt. Trotzdem findet er die Sache unfair und würde dem Schiri, der hier nur „Richter“ heißt, am liebsten mal so richtig in die Eier flanken. Außerdem denkt er über einen Wechsel von Real Madrid nach. Es hagelte Angebote. Uli Hoeness lockt mit Steuervorteilen. Der FC Bayern München gilt nicht umsonst als das „Fürstentum Monaco“ des Weltfußballs.

Doch Vorsicht! Sollte Ronaldo tatsächlich verurteilt werden (Strafmaß bis zu sieben Jahren), wäre ein Fonds mit „Prokon Windkraft Genuss-Scheinen“ und anderen Schrott-Anleihen lohnender. Selbst eine Investition in den bankrotten Boris Becker ist wohl renditeträchtiger. Denn bislang sind nicht viele Fußballer bekannt, die aus dem Knast heraus Elfer verwandeln.

Aber Ronaldo wird was einfallen. Zur Not macht er ne Schwalbe.

Warum uns tief durchatmen immer schwerer fällt!

„Woher kennst du den?“ fragt der Vater seinen Sohn, der von einem unbekannten Mann im Urlaub freundlich begrüßt wird. „Ach,“ sagt der Sohn, „das ist der Mann vom Umweltschutz!“ „Vom Umweltschutz?“ „Na, der fragt Mama immer, ob die Luft rein ist!“ Dieser Witz illustriert den Wechsel der Zeiten. Leitete die Frage nach der reinen Luft früher noch eine „verbotene“ Aktivität ein, ist sie heute der Auftakt zum Shoppen mit Atemmaske. Auch in Berlin haben wir neuesten Messungen zufolge sehr viel höhere Stickoxid-Werte als bisher bekannt. Gut, man könnte sagen: Das ist ein kleines Willkommensgeschenk für die vielen Schwaben im Prenzlauer Berg – da können die bei uns die gleiche dicke Luft inhalieren wie daheim in Stuttgart!

Die viel besungene „Berliner Luft“ wird auf diese Weise sehr kosmopolitisch – gewissermaßen der Duft der großen weiten Welt. Jedenfalls der Welt von Neu-Dehli, Karatschi oder Riad. Viele Parameter ändern sich: „Einfach mal tief durchatmen“ – für diesen therapeutischen Ratschlag kann man in den meisten deutschen Innenstädten mittlerweile eine Anklage wegen Körperverletzung kassieren! Schade. Als wir anfingen mit Zivilisation ging die Menschheit noch nicht davon aus, dass nur noch in Ausnahmefällen geatmet wird.

Doch auch abseits der Straße treten Feinstaub-Probleme auf. „Was möchtest du in deinem Leben noch erreichen? Hast du einen Lebenstraum?“ Wurde neulich mein Kumpel von seiner Frau gefragt. „Du meinst noch einen Lebenstraum außer der Realisierung des kompletten Eins-Seins der Existenz und dadurch bedingten Auflösung aller ich-hafter Strukturen, was zu einer entspannten Leichtigkeit des Seins, völliger Überwindung der Todesangst sowie einer seltsam anmutenden Glückseligkeit und Akzeptanz von allem, was einem zustößt, führt? Davon abgesehen möchte ich eigentlich nur noch mal Sex mit deiner Schwester haben!“ antwortet der. Daraufhin gab es Feinstaub-Alarm – also sehr dicke Luft und keinen Verkehr…

Warum die Wüste Kühe braucht!

Kennen Sie folgendes Bonmot: „Weine nicht, wenn eine Taube auf dich scheißt – freue dich lieber, dass Kühe nicht fliegen können!“ Mit dieser Gewissheit könnte es bald vorbei sein, denn demnächst fliegen Kühe. Nämlich nach Katar. Der kleine Wüstenstaat ist bekanntlich grade von seinen Nachbarstaaten mit einer Komplett-Blockade belegt worden. Um die Milchproduktion zu sichern, will jetzt ein katarischer Bau-Unternehmer 4000 Kühe in das Emirat fliegen.

Als Berliner ist man natürlich alter Hase, was Luftbrücken angeht, besonders, wenn man sie noch erlebt hat (ich habe das nicht, um bösen Gerüchten vorzubeugen). Da kann man dem Katari schon mal ein paar Tipps geben: Erstens: Die Kühe auf keinen Fall mit AirBerlin schicken – das führt zum sofortigen Hungertod der Bevölkerung durch ausgefallene oder verspätete Flüge. Zweitens: Auch wenn es damals mit den Rosinenbombern ganz gut funktioniert hat – „Rinder-Stukas“ könnten Schwindel bei den Kühen auslösen, was die Milchproduktion beeinträchtigt. Und drittens: Die Luftbrücke auf keinen Fall von BER starten… (siehe auch: erstens)!

Natürlich könnte diese Aktion auch Tierschützer auf den Plan rufen: Wird es den Kühen in Katar nicht zu heißt werden? Natürlich nicht. Warum bauen die Kataris (die in diesem Fall übrigens nicht nur die unschuldigen Opfer sind) sich wohl mit viel Sklavenarbeit die vielen gut klimatisierten Fußballstadien? Die WM ist da bloß Vorwand – es handelt sich um die teuersten Freiluft-Kuhställe der Welt. Was die Fußball-Profis zu den am besten bezahlten „Kuhwiesen-Glatt-Tramplern“ der Menschheitsgeschichte macht!

Wahrscheinlich macht in Katar bald eine Variation des Bekannten Wessi-Witzes die Runde: „Was ist der Unterschied zwischen einem Kuh-Schwanz und einem Saudi-Kopftuch? Der Kuh-Schwanz verdeckt das ganze Arschloch!“

Wie man Wahlen gewinnt!

Revolution! Ja, das können sie – die Franzosen. Und einen neuen Namen für die Guillotine haben sie auch: „Macrontine“! Der neue Sonnenkönig der Ile de France hat in einem einzigen Monat die gesamte politische Klasse der Grande Nation auf einen Schlag entsorgt – die Jakobiner brauchten dafür immerhin noch mehrere Jahre.

Alle Welt schaut jetzt auf Frankreich. Von Macron lernen heißt siegen lernen. Anders als von Theresa May lernen… Die fragt sich wahrscheinlich auch, warum sie nicht auf die Namens-Berater hörte? Im Mai hätte sie die Wahl noch gewonnen. Aber im Juni? Heißt sie etwa Theresa June?

In Berlin wird das Rezept jetzt sicherlich schon hektisch analysiert. Was ist an Macron anders als an Merkel? Gut, fast alles, – da wird es höchste Zeit für die Spin-Doktoren. Als erstes braucht Angie wie Macron ein Verhältnis mit einer sympathischen älteren Frau. Bereiten wir uns mental schon mal auf folgende Schlagzeile vor: „In dunklen Stunden holt sich Angela Hilfe bei ihrer langjährigen Geliebten, Mutter Beimer!“

Nun ist nicht alles an Macron wirklich auf Deutschland übertragbar. Immerhin heißt seine Partei „La République en Marche“ – eine Umbenennung der CDU in eine „sozial-liberale“ Bewegung „Deutschland marschiert“ könnte unsere polnischen Nachbarn zutiefst verunsichern.

Aber generell wird das politische Berlin französischer werden. Also Café au Lait und Baguette zum Frühstück, Rotwein und Gauloises ohne Filter zum Abendessen, und zwischen den Plenarsitzungen mit Baskenmütze und Ringelshirt schnell auf ein „Rendezvous erotique“ mit der Geliebten. Die SPD sucht schon hektisch nach passenden Kandidatinnen für Martin Schulz – erste Absagen soll es bereits von Iris Berben, Senta Berger und Hannelore Elsner gehagelt haben.

Panik bei der „Französisierung“ der politischen Bühne wird es allerdings besonders in einem Ressort geben: Bei den sehr, sehr langsamen Flughafen-Verantwortlichen des BER. Denn „Schnecken“ gehören zu Lieblings-Speisen der Franzosen!

Warum wir die Diebe aufhalten sollten!

Na, fehlt Ihnen was? Nein? Doch – Sie wissen es nur nicht. Ihnen fehlt ein IPad. Oder ein Fernsehgerät. Oder 400 Euro in bar. Oder… Aber der Reihe nach. Sie wurden ausgeraubt! Jetzt nicht mit vorgehaltener Pistole, es lief etwas subtiler ab. Oder schmutziger, je nachdem. Es waren Cum-Geschäfte. Nein, keine Pornos. Oder doch, je nachdem. Eine Bande von cleveren Bankern und Vermögensberatern bzw. Vermögens-Verräter, wie wir es in diesem Fall nennen müssen, hat über 32 Milliarden Euro Steuergelder abgezockt.

Cum-Cum-Geschäfte waren das, und analog zu der Pornobranche, die ja mit Cum auch Geschäfte macht (gucken Sie mal ins Internet), handelte es sich um eine Art Gang-Bang des Finanzamtes. Und das geht so: Ausländische Aktienbesitzer müssen Dividendeneinkünfte versteuern – gehören die Aktien am Dividenden-Stichtag aber einem Deutschen, zahlt der nix. Also wurden Aktien von Ausländern im großen Stil für einen Tag an Deutsche verkauft, die Ersparnis teilte man sich.

Der Trick ließ sich per Cum-Ex Deal noch mal doppeln. Grob vereinfacht ging das so: Aktionär A hat Aktien im Wert von einer Million und kassiert dafür eine Steuergutschrift am Dividendentag. Ein zweiter Aktionär B kaufte von einem dritten Aktionär C für eine Million Aktien, die C allerdings gar nicht besitzt (er hat sie bloß von A geliehen). Weil B am Stichtag die Aktien juristisch besitzt, erhält er ebenfalls eine Steuergutschrift für das Aktienpaket, das dann wieder an A zurückwandert. Dinge verkaufen, die man gar nicht hat, an der Börse geht das. Im echten Leben wäre das so, als würde Dieter Bohlen seine Jungfräulichkeit meistbietend versteigern… Und diese wundersame Art der Verdopplung kennen wir sonst nur von unseren Bankgebühren…

Dividenden-Stripping nannte sich das Drecks-Spiel, und leider handelte es sich nicht um einen Club, in dem hässliche Banker sich ausziehen. Diese Bande im Gegenteil uns Bürger nackt gemacht, denn der Staat ist ja letztlich nur eine Gemeinschaftskasse aller Deutschen. Von den 32 Milliarden hätte man das Schienennetz der Deutschen Bahn komplett sanieren können. Anders gesagt: Wenn Ihre S-Bahn mal wieder zu spät ist – liegt es auch an einem gierigen Banker-Steuer-Räuber! Von den 32 Milliarden hätte auch jeder Deutsche vom Staat ein IPad, ein TV oder 400 Euro in bar kriegen können – die fehlen jetzt.

Warum Berliner Männer wieder Kinder haben!

Wann ist ein Mann ein Mann? Erst wenn er Vater ist? Ab wann zählt die Vaterschaft? Muss man „Bio-Vater“ sein? Damit ist übrigens nicht notwendigerweise der Birkenstock-Sandaletten-Daddy mit Vorliebe für makrobiotische Kost gemeint. Der Bio-Vater ist in 10 Prozent aller Fälle nämlich ein anderer als der Zahlvater – und sie finden sich nur selten im Bio-Markt. Neuerdings gibt es in Berlin eine neue Kategorie: Schein-Vater! Das kenn ich, wird der eine oder andere denken: Meiner war auch nie zu Hause! Oder: Mein Schein-Vater gab mir statt Liebe immer nur Geldscheine. Bei dem jetzigen Skandal jedoch geht es um Männer, die ihr Kind nie gezeugt haben.

Einer der ersten Scheinväter war bekanntlich der Heilige Geist – oder Josef von Nazareth, je nach Perspektive. Es ist nicht bekannt, ob Josef den Heiligen Geist auf Unterhalt verklagte, zumal die Briefe an „Heiliger Geist, Himmelreich“ schon damals als schwer zustellbar galten.

Der richtige, biologische Vater jedoch, oder schlicht „Postbote“, wie es oft vereinfachend heißt, hat häufig gute finanzielle Gründe, eine Vaterschaft nicht anzuerkennen. Dieser Trend scheint gebrochen: In Berlin erkennen immer mehr Männer eine Vaterschaft an, auch wenn sie gar kein „Bio-Väter“ sind. Die Mütter sind häufig schwangere Asylbewerberinnen, die durch die Anerkennung der Vaterschaft ein Bleiberecht in Deutschland erhalten. Die Männer kassieren dafür Tausende von Euros, einige haben bereits zehn „Kinder“. Bei 10000 Euro pro anerkannter Vaterschaft braucht es also nur 100 Kinder für die erste Million! Und das, obwohl man eigentlich Hartz IV bezieht (die meisten Scheinväter sind arbeitslos) – den Unterhalt zahlt der Staat. „Berliner Scheinväter gefährden den Sozialstaat“, könnte man das auch nennen. Es kommt wieder auf die Perspektive an. Eine andere Lesart dürfte etwa der AfD weniger gefallen: „Ausländische Asylbewerberinnen machen arme, deutsche arbeitslose Männer reich! Und außerdem zum Mann!“