Autor: Alexa Knitter

Warum wir jetzt mit Äpfeln zahlen!

Der Apfel als Zahlungsmittel hat eine gewisse Tradition – er war gewissermaßen erste Währung der Menschheit und laut Bibel Grund für den Rausschmiss aus dem Paradies. Da sollte man eigentlich hellhörig werden, wenn jetzt wieder mit Äpfeln gezahlt werden darf. Denn seit gestern gibt es Apple Pay – Bezahlung via iPhone.

Natürlich nicht überall. Ein Kumpel beichtete mir, dass es überhaupt nicht funktioniere, mit dem iPhone zu zahlen – ein Händler habe ihm gesagt, er könne sich auf den Kopf stellen, aber er kriege nun mal keinen VW-Golf für ein Telefon – „auch nicht für das iPhone XS“ und habe ihm im Gegenzug höchstens einen schrottreifen Diesel angeboten…

Andererseits: ein Apple-Bezahldienst – kennen wir das nicht schon? Bestand der bislang nicht darin, dass das iPhone alle paar Jahre den Geist aufgab und man für ein Neues bezahlen durfte? Jetzt jedoch kann man direkt mit dem iPhone oder Apple Watch zahlen und so das Portemonnaie daheimlassen. Diesen Dienst lässt sich Apple natürlich bezahlen – mit 0,15 Prozent des Umsatzes, den der Händler jetzt nicht mehr an Bank oder Kreditkartenbetreiber zahlt, sondern an den Apfel-Produzenten. Wenn also 10 Millionen Deutsche im Jahr 10.000 Euro mit iPhone bezahlen, ist die Firma aus Cupertino um 150 Millionen Euro reicher – man muss also gar nicht mehr Mitglied im FC Bayern München werden, um Steuer-Vermeider großzügig zu alimentieren!

Positiv wird bewertet, dass Apple Pay einen erstaunlich soliden Datenschutz hat und man genauso anonym einkaufen kann wie mit Bank- oder Kreditkarte. Also halt überhaupt nicht anonym (das schafft nur Bargeld) – aber zumindest speichert Apple (noch) nicht alle Finanzgewohnheiten. Eine Frage jedoch bleibt: Jetzt, wo Apple diesen neuen Bezahldienst hat – heißt das womöglich, dass das iPhone länger hält? Oder versucht hier doch nur eine Schlange, uns wieder mal einen Apfel schmackhaft zu machen?

Wie der Weihnachtsbaum uns reich macht!

In verschiedenen deutschen Großstädten gibt es kaum noch Weihnachtsmänner für die Bescherung, da viele Studenten keine Lust mehr haben, in lächerlicher Verkleidung kleinen Kindern ein „HoHoHo“ ins Gesicht zu schleudern. Stattdessen programmieren sie lieber am Heiligabend im kuscheligen Kreis der Familie weiter ihre Start-Up App.

Und das ist nicht mal die einzige weihnachtliche Gefahr: Was passiert, wenn Kinder aus dem Wohnzimmer rufen „Ok, Papa, den Weihnachtsbaum haben wir angezündet – was machen wir mit den Kerzen?“ Weihnachtsbäume fackeln immerhin mehr Wohnzimmer ab als islamistische Terroristen…

Gut, dass wenigstens das Finanzamt da einschreitet. Denn Weihnachtsbaum ist fiskalisch gesehen nicht gleich Weihnachtsbaum. Ein Weihnachtsbaum aus Kunststoff oder ein bereits fertig dekorierter Weihnachtsbaum kosten 19 Prozent Mehrwertsteuer. Erstehen Sie den Weihnachtsbaum beim gewerblichen Händler, fallen 7 Prozent an. Kaufen Sie ihre Christ-Kiefer aus einer Plantage heraus, gibt es den landwirtschaftlichen Steuersatz von 10,7 Prozent. Vermittelt Ihnen der Förster einen „zufällig im Walde gewachsenen“ Baum, gilt wiederum der reduzierte landwirtschaftliche Steuersatz von 5,5 Prozent – außer, der Förster pflanzte mehr als 140 Bäume…

Am besten organisieren Sie in einem Anfall wahrer christlicher Nächstenliebe einen garantiert steuerfreien Weihnachtsbaum für die komplette Nachbarschaft: Überreden Sie (notfalls unter Einsatz größerer Alkoholmengen oder ihres attraktiven Körpers) einen NATO-General, damit der wiederum einen Förster belabert, für jeden einzelnen Soldaten seiner 35.000köpfigen Truppe je 140 zufällig in ausländischem Wald gewachsene Weihnachtsbäume zwecks militärischer Tarnung mit dem Vermerk „Umsatzsteuerbefreit nach Art. 67Abs. 3 NATO-Zusatzabkommen“ zu liefern…

Sie sehen, es gibt durchaus noch Weihnachtsmänner, die um die Bescherung kümmern. Sie tun es nur woanders: Nämlich im Finanzamt.

Warum die Provinz ein Problem hat!

Der grüne Tübinger Bürgermeister Boris Palmer sagt über Berlin: „Sie verlassen den funktionierenden Teil Deutschlands“ und „er käme mit dieser „Mischung aus Kriminalität, Drogenhandel und bitterer Armut“ nicht zurecht. Eine Bekannte meint jüngst Ähnliches: „Die sind doch alle durchgedreht in Berlin.“ Ich sage ihr, dass Städte nun mal komplexer sind als Dörfer. Dass Berlin viele Facetten hat. Und dass es auch sehr kreativ und innovativ ist. Sie guckt ungläubig. Denn wie Boris hat sie die „Provinz-Perspektive“.

Die Provinz-Perspektive hätte es gern einfach. So wie früher. Als man noch im Pferdekutsche zum Schloss des Gutsherrn fuhr, der sich leider zum Dinner verspätete, weil er nach der Jagd noch das Dienstmädchen vergewaltigte… Die Provinz-Perspektive hat eine fürchterliche Grau-Schwäche und kennt nur Schwarz und Weiß. Leider breitet sie sich aus und kriegt viel Aufmerksamkeit frei nach dem Rapper-Motto: „Is dein Spruch so voll fett krass – mach dein Konto rischtisch Kass‘!“

„Sie verlassen den funktionierenden Teil Deutschlands“. Wirklich? Ich bin viel in Baden-Württemberg unterwegs. Südlich von Ulm hat sich die Entdeckung der Elektrizität zumindest auf Bahnstrecken noch nicht rumgesprochen – und das gute 100 Jahre nach den ersten U-Bahnen in Berlin… Auch behindertenfreundliche Bahnhöfe mit Rolltreppen und solch funktionierenden Schnickschnack sucht man dort vergebens. Und ja: es gibt auch „Kriminalität, Drogen und bittere Armut“ in Berlin – etwa schwäbische Lobbyisten in der Politik, wobei die Armut da eher geistiger Natur ist…

Nun macht ein Boris Palmer in Tübingen angeblich gute Kommunalpolitik – wenn er nicht grade Studenten belästigt (gegen ihn läuft eine Anzeige wegen Nötigung). Die Dinge sind nicht schwarz-weiß. Ganz ruhig, Boris. Tief ein und ausatmen. Omm. Das Leben ist kein Drama. Sondern meistens spießig und langweilig. Sogar in der Hauptstadt.

Aus Kohle „Kohle“ machen – das ist „Kohle“!

Wie nennt man das, wenn Alexander Gauland mit einem Wahlkampf-Kraft-spendenden Spendenkoffer unterwegs ist? Richtig: Fossiler Energieträger! Nun sind fossile Energieträger nicht besonders konkurrenzfähig. Jedenfalls nicht, wenn man die echten Folgekosten einpreist. Wenn jemand „Eins plus Eins gleich Drei“ rechnet, spricht man von einer „Milchmädchen-Rechnung“. Ähnlich wie bei: „Ausländer plus Rausschmeißen gleich Profit“. Oder „Kohle plus Verheizen gleich NochMehrKohle“.

Milchmädchen gibt es übrigens kaum noch – hier fiel eine Branche der Automatisierung zum Opfer. Nur ihre der Fabel nach irrealen Rechnungen überlebten. Etwa in der Energiebranche: 40 Prozent der Kohlekraftwerke weltweit sind nicht mehr rentabel, bis 2040 werden es mehr als 70 Prozent sein – fand eine Studie jetzt heraus. Man wird demnächst also noch Kohle mitbringen müssen, um aus Kohle „Kohle“ zu machen! „Pleite“ heißt es im Kapitalismus, wenn ein Unternehmen mehr kostet als es einbringt. In der Energiebranche nennen sie es „Vernichtung von Arbeitsplätzen“…

Nun sind sichere Arbeitsplätze eine feine Sache. Die Frage bleibt allerdings, ob Arbeitsplätze wie jene im Braunkohletagebau, die Schwermetalle sowie Quecksilber ins Trinkwasser und in die Nahrungskette befördern, wirklich eine Bereicherung für die Gesellschaft sind? Auch die Cosa Nostra könnte schließlich argumentieren, man dürfe keine Auftragsmorde verbieten, weil das die ohnehin rar gesäten Arbeitsplätze von Profi-Killern bedroht…

Arbeitsplätze verändern sich. Um aus Kohle mehr Kohle zu machen, sollte man vielleicht eher zu einer Bank wechseln. Oder zur AfD – die ja auch aus „brauner Kohle“ Profit schlägt. Und ein „Kohle-Kumpel“ – ist das nicht das schwule Gegenstück zum „Sugar Daddy“? Auch die Milchmädchen sind ja nicht wirklich verschwunden. Sie heißen nur anders: Nämlich Energie-Konzern-Manager!

Warum wir die Sonne verdunkeln!

Wissenschaftler der Universitäten Harvard und Yale beschreiben die Möglichkeit, mithilfe von Flugzeugen in 20 Kilometer Höhe großflächig chemische Substanzen zu versprühen und so die Sonneneinstrahlung zu dimmen, was die Klimaerwärmung aufhalten könnte. Unklar ist, ob diese Erkenntnisse entstanden, nachdem die Wissenschaftler selbst chemische Substanzen inhalierten…

Sicher hat der Gedanke seinen Charme: Wir schicken einfach ein paar sprühende Spezialflugzeuge los – schon verdunkelt sich die Sonne und das Klima wird kühler. Im Gegenzug gurken wir weiter fröhlich in unseren fetten Autos rum und fliegen vier Mal im Jahr in den Urlaub. Kreative Lösung! Dummerweise ist das Ganze sehr teuer, die Nebenwirkungen (Missernten, extreme Wetterphänomene etc.) nicht klar und sogar die Wissenschaftler empfehlen es nicht ausdrücklich.

Sehr viel einfacher wäre eine andere Form der Sonnenverdunklung: Schlösse jeder Erdenbürger außerhalb der Schlafenszeit am Tag eine Stunde die Augen und täte einfach mal nichts– die Sonne wäre genauso verdunkelt, der CO2 Ausstoß sänke, die Menschen wären entspannter und weniger aggressiv, Volkswirtschaften sparten Milliarden aufgrund einer um vielfach gesünderen Bevölkerung – und niemand müsste den Planeten mit zusätzlichem Flugverkehr belasten.

Solche schlichten Lösungen sind natürlich nicht gewollt, denn das zentrale Problem ist nicht die zu helle Sonnenstrahlung auf der Erde – sondern die real existierende Verdunklung in den Hirnen der Menschen. Donald Trump etwa zweifelt den Klimabericht seiner eigenen Wissenschaftler an – da stellt sich schon die Frage, ob in seinem Hirn je die Sonne der Einsicht schien? Vielleicht sollte man eher nach Möglichkeiten suchen, die Köpfe der Leute heller strahlen zu lassen – warum gibt es dafür keine chemischen Substanzen, die man großflächig versprüht?

 

Was Konservative träumen!

Friedrich Merz und Jens Spahn brechen zurzeit christlich-konservative Tabus en masse. Merz fordert ein Umdenken in der Asylpolitik, Spahn will noch mal über den Migrationspakt reden. Anscheinend kommt das Spekulieren über die Wiedereinführung des Gestrigen in CDU-Kreisen gut an. Denn die konservative Seele, Bewahrerin des Althergebrachten, leidet unter den vielen Veränderungen unserer Zeit.

Welche krassen Tabubrüche trauen sich konservative Kandidaten demnächst? Hier ein paar Vorschläge: Neben der Homo-Ehe sollten Abtreibungen thematisiert werden. Nicht, dass man unbedingt gegen Abtreibungen wäre, aber es soll doch mal wirklich alles auf den Tisch dürfen… Was ist mit dem Frauenwahlrecht? Wurde das nicht auch etwas überstürzt eingeführt vor 100 Jahren? Wenn „Mann“ sieht, wie schmerzhaft Entscheidungen vor dem Kleider- oder Schuhschrank für Frauen sind – wäre es da nicht eine konservative Pflicht, Frauen diese Wahl-Schmerzen zu ersparen?

Überhaupt: Wählen! Was ist denn mit der Monarchie? Nicht, dass man für die Wiedereinführung wäre, aber es war immerhin ein System, das Staatenlenker von Geburt an auf ihre Tätigkeit vorbereitete – also Fachpersonal einsetzte anstelle arbeitsloser Lehrer… Was könnte man sich mit dem für Parteien und Wahlen eingespartem Geld nicht alles an Wohltaten für das Volk leisten?

Wo wir schon bei guten alten Traditionen sind – war denn wirklich alles schlecht bei Hexenverbrennungen? Jeder von uns kennt doch den/die eine(n) oder andere(n) HexerIn (mit dem Genderwahn muss natürlich auch Schluss sein), die/der ganz gut etwa Feuer unterm Allerwertesten gebrauchen könnte. Das wäre doch auch für RTL ganz lustig! Apropos Gaudi: Christen den Löwen zum Fraß vorwerfen – das war doch auch mal ein Heidenspaß (im wahrsten Sinne des Wortes)… Aber nein, so weit darf man nicht gehen. Schon, weil es kaum noch echte Christen gibt – und noch weniger Löwen.

Warum wir vermietert werden!

Kennen Sie die Wohnungsgesellschaft Vonovia? Nicht? Gut, bis vor kurzem hieß die ja auch noch anders, nämlich Deutsche Annington. Doch leider wurde der Ruf so mies, dass die Firma aus Imagegründen den Namen ändern musste. Das kennt man von Monsanto (jetzt Bayer). Oder Verona Feldbusch (Pooth). Auch ich hieß nicht immer Chin, aber Schwamm drüber… Wer weiß, vielleicht wird auch Friedrich „Mittelschicht“ Merz irgendwann seinen Namen ändern müssen – in Friedrich April-April. Doch hier geht es nicht um Merz – sondern um die Vonovia und ihren genialen Nebenkosten-Coup. Nebenkosten – oder wie Donald Trump sagen würde: „Gib ihr 130.000 Dollar, damit sie die Klappe hält…“

Das Schöne an Nebenkosten-Abrechnungen ist ja, dass sie in etwa so leicht lesbar sind wie das Steuergesetzbuch. Diesen Umstand nützen einige Vermieter schamlos aus und zocken überhöhte Nebenkosten ab. Die Vonovia ist besonders gerissen: Hausmeisterdienste, Schneeräumdienste, Handwerker sowie Ablesedienste und TV/Internet-Anschlüsse, ehemals extern durchgeführt, werden jetzt von Tochterfirmen getätigt. „Insourcing“ nennt sich das, wenn einst outsourcte Tätigkeiten wieder in die Firma geholt werden – Horst Seehofer kann ein Lied davon singen, als er nach seiner Berliner Affäre in den Schoss der Familie zurückkehrte… Kurz darauf verteuerten sich die Nebenkosten, für die Vonovia-Mieter aufkommen mussten, drastisch (nach dem Vonovia Insourcing, nicht dem von Seehofer). Der Hausmeister-Tagessatz der Vonovia lag an einigen Standorten bei 1000 Euro – wenn Sie als Arzt nicht genug verdienen, schulen Sie um.

Nun sind das, wie die Vonovia beteuert, höchstens bedauerliche Einzelfälle – doch im Vergleich mit der Summe dieser Fälle wirkt China wie ein menschenleeres Land… Gottseidank hat es dem Aktienkurs des DAX-Konzerns nicht geschadet – der stieg in den letzten fünf Jahren um 138 Prozent. Größter Aktionär: Blackrock! Vielleicht geht es also doch ein klein wenig um Friedrich April-April…

Warum wir alle etwas mittelschichteln!

„Ich bin seit kurzem Millionär. Das können Sie auch!“ Ich stand auf einem mallorquinischen Hang mit Meer-Blick und wiederholte den Satz. Etwa 150mal. Dann erst fand der Regisseur, dass der Satz glaubhaft war und somit den Werbeauftrag der Lotto-Firma „Faber-Lotto“ erfüllte. Das war 2001 und ich war natürlich kein Millionär, sondern ziemlich abgebrannt. Aus eigener Erfahrung weiß ich also, wie schwer der Satz „Ich bin Millionär“ fällt. Und habe daher Verständnis für Friedrich Merz, der den Satz ebenfalls nicht über die Lippen kriegte.

Andererseits: Wenn jemand jahrelang für die kapitalistischsten aller kapitalistischen Kapitalmarktfirmen wie Blackrock oder HSBC Trinkaus & Burckardt arbeitete, Tagessätze von 5000 Euro aufrief, zudem in zahlreichen Aufsichts- und Verwaltungsräten vertreten ist und trotzdem nur gehobene Mittelschicht ist, dann kann der entweder nicht gut verhandeln und investiert schlecht – oder er zählt sich zu den falschen Gruppen. Was sagt das wiederum darüber aus, dass er sich auch zu den Kandidaten für den CDU-Vorsitz zählt?

Vielleicht hat Herr Merz schlicht ein Schichten-Erkennungs-Problem? Vielleicht erschien er früher schon immer zur Spätschicht, wenn er Frühschicht hatte? Auf jeden Fall wird er in einer Führungsposition einiges für die Mittelschicht bewegen wollen: etwa die Erbschaftssteuer für Konzern-Erben senken… Vermutlich sieht sein Programm zur Stärkung der Mittelschicht so aus: Einkünfte oberhalb einer Million sind steuerbefreit, auf Villen ab einer Grundfläche von 200 qm fällt keine Grundsteuer mehr an– und wer das zweite Flugzeug gegen ein neueres Modell eintauscht, erhält eine Abwrackprämie!

Diese Schichtenblindheit hat auch ihr Gutes: Wenn Friedrich Merz einem Bettler einen Euro gibt, sagt er wahrscheinlich: Wir Mittelschichtler müssen einfach zusammenhalten!

 

Warum die AfD jetzt Flüchtlinge aufnimmt!

Ausgerechnet Ausländergeld ist es, dass der AfD jetzt Kopfzerbrechen bereitet. Die Partei erhielt vor der Bundestagswahl eine Großspende aus der Schweiz über 132.000 Euro. Nun dürfen deutsche Parteien keine Spenden aus dem Ausland annehmen. Obwohl die AfD, wie wir wissen, ohne Abschiebe-Bescheid nur sehr ungern Ausländisches überhaupt anfasst, schob sie die Spende erst im April dieses Jahres wieder in die Schweiz ab.

Besonders delikat: Die Spende kam über einen Nahrungsmittelergänzungs-Vertrieb „ohne operatives Geschäft“. Welche Phantom-Nahrungsergänzungsmittel könnten das sein? „Deutsches Eichenrindenpulver zur Behebung von Heimatverstimmung“? Die Überweisung hatte zudem den Verwendungszweck „Wahlkampfspende für Alice Weidel“. Er hätte die Spende nur für einen Geschäftsfreund weitergeleitet, soll der Verwaltungsrat dieser „Pharma-Firma“ behauptet haben. Moment mal: Anonyme Spende? Treuhänderisch weitergeleitet? Gute 100.000 Euro? Wo steckt eigentlich Waffenhändler Schreiber? Hat irgendjemand in letzter Zeit Wolfgang Schäuble gesehen? Wurde das Geld etwa nur überwiesen, weil gerade kein Briefumschlag zur Hand war?

Alice Weidel und die AfD haben also ein kleines Problem. Da hilft nur eins: Die Schweiz muss aufhören, fälschlicherweise als Ausland deklariert zu werden. Immerhin wohnt die Alice ja schon dort. Einen Brückenkopf in der Schweiz hat Deutschland also bereits. Und hieß es nicht in einem beliebten Deutschland-Lied aus den „Vogelschiss-Jahren“: „von der Etsch bis an den Belt“? Das schließt doch die Schweiz als südliche Rand-Provinz eindeutig mit ein! Sollte der „Anschluss“ wieder mal an eidgenössischer Halsstarrigkeit scheitern, wird die AfD ihre Strategie ändern müssen: Wirtschaftsflüchtigem Geld wird auf deutschen Flüchtlingsheim-Konten gern Asyl gewährt. Welcome Refugee-Money! Oder in Umdichtung einer deutschen „Weisheit“: Am Schweizer Spendenwesen soll die AfD genesen!

Was am Abort lauert!

Der ultimative Albtraum eines jeden Mannes ereignete sich in Thailand. Ein unschuldiger Mann nimmt auf der Toilette Platz – und wird prompt von einer im Abflussrohr wartenden Schlange (eine Python gar!) in sein bestes Teil gebissen. Tja, denkt man, „da beißt sich die Schlange eben in den Schwanz – oder was sie dafür hielt…“ Andererseits werden jetzt viele Männer aus nackter Python-Panik erst recht darauf bestehen, nie wieder im Sitzen zu urinieren…

Nun ist es relativ unwahrscheinlich, dass sich Derartiges auch in Europa ereignet – bei uns sind die Schlangen im Klo eher politischer Natur. Die italienische Regierung etwa soll einen Geldregen von der katholischen Kirche erhalten – will ihn aber nicht, obwohl sie ziemlich pleite ist. Die katholische Kirche hat nämlich über Jahre keine Immobiliensteuern entrichtet – auch weil der italienische Staat sich nicht traute, diese einzufordern. Statt sich das ihr zustehende Geld aber von der Kirche zu holen, wittert die rechts-linkspopulistische Regierung eine Verschwörung aus Brüssel, also den Toiletten-Schlangenbiss der EU, weil Brüssel Italien und den Vatikan anhalten möchte, die eigenen Gesetze einzuhalten. Interessant daran ist, dass Italiener zwar einerseits lauthals gegen Islamisten zetern, andererseits jedoch selbst in einem Gottesstaat zu leben scheinen…

Ex-Geheimdienstchef Hans-Georg Maaßen wiederum sieht sich einer linksradikalen Verschwörung der SPD ausgesetzt – welche Drogen muss man eigentlich einnehmen, um auf solche Gedanken zu kommen? Das sind nur einige der Schlangen im Klo der Demokratie. Der Penis des Thailänders wurde übrigens mit 15 Stichen genäht – Im Falle von Italien, das mit einem Verfahren aus Brüssel rechnen muss, oder Herrn Maaßen, der jetzt ein Disziplinarverfahren am Hals hat, werden ein paar Nadel-Stiche nicht reichen.

Warum als junger Mann nicht nach Neukölln ziehen sollten!

In China gibt es jetzt einen „Social Score“: Wenn Sie häufiger mal den Gehweg fegen, die Regierung loben und gern lächeln, erhalten Sie einen hohen „Sozial-Punktestand“. Dann kriegen Sie allerhand Vergünstigungen. Sind Sie jedoch eher schlecht gelaunt, „fege-faul“ und nörgeln gern rum – dann wird es schwer für Sie. In China wären daher viele Sachsen komplett aufgeschmissen…

Nun ist sicherlich nicht viel dagegen einzuwenden, dass Menschen häufiger mal freundlich sind – nur ist leider überhaupt nicht klar, ob Big Data wirklich die Wahrheit abbildet. Vielleicht vergewaltigt der freundliche Gehwegs-Feger heimlich eine Sklavin im Keller – jedes Mal, wenn so etwas ruchbar wird, sagen die Nachbarn ja schließlich auch, dass sie die Bestie als zwar stillen, aber freundlichen und guten Menschen erlebt hätten… Der schlechtgelaunte Nörgel-Chinese hingegen hat vielleicht einfach nur in Dresden studiert…

Was gehen mich die Chinesen an? wenden Sie jetzt vielleicht ein. Nix – außer, dass Big Data auch hierzulande im großen Stil gesammelt wird. Jedes Mal, wenn Sie mit EC- oder Kreditkarte zahlen, umziehen, heiraten, sich scheiden lassen, zum Arzt gehen oder von öffentlichen oder Laden-Kameras gefilmt werden, hinterlassen Sie Datenspuren, gegen die die Kettenprofile eines Schützenpanzers auf matschigem Gelände so unauffällig wirken wie die Gestaltungsgewalt der GroKo. Ziehen Sie etwa nach Berlin-Neukölln, tragen einen arabischen Namen, sind 22 Jahre alt, männlich und Single – dann wird es sehr schwer, einen günstigen Mobilfunkvertrag geschweige denn einen Kredit zu erhalten… Big-Data-Scoring wird nämlich auch in Deutschland schon intensiv angewendet – Tendenz steigend. Der Unterschied zu China: Da hat wenigstens noch die Regierung das Heft in der Hand – und nicht Amazon, Apple, Google, Facebook, Microsoft oder der amerikanische Geheimdienst…

 

Warum wir Kochen gucken!

Das Volk der Dichter und Denker wird immer dicker. Darunter leiden Gesundheit, Kleider-Auswahl, vor allem aber die Partnersuche, wenn sich einige Kilos in Relation zur Körpergröße als Über-Investition erweisen. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen will diesem Missstand durch Informationen über eine uralte Kulturleistung des Menschen beikommen: Kochen!

Insgesamt 35 Kochsendungen bietet die ARD. Vermutlich wurzelt das Phänomen in der uralten Sehnsucht des Menschen nach gemeinsamer Kocherfahrung. In der Steinzeit noch Normalität, ist sie heutzutage genauso selten wie Mammut-Steak. Daher strömen die Menschen vor die Bildschirme, um zwischen „Zu Tisch“, „Schmatzo“, „Lust auf Backen“, und „Gefülltes Kraut und Quetschesuppe“ (um nur einige wenige zu nennen) dem urzeitlichen Drang nach kollektiver Essbereitungsillusion zu frönen. Leider bleibt es bei der Theorie – nach mehreren Stunden Kochsendung ist man von Chips und Cola so satt, dass die Küche kalt bleibt.

Zum Dessert gibt es von den „Öffis“ Quiz-Sendungen. Allein die ARD bietet etwa 25 Formate. Dort erfährt man, dass das Wort Amok aus dem Malaiischen entliehen ist, welche Deutsche bei den Olympischen Winterspielen 1976 in Innsbruck den Slalom und den Abfahrtslauf der Damen gewann und wie die letzte Lebensgefährtin von Franz Kafka hieß. Lebenswichtige Informationen also. So kann man den lieben langen Tag entspannt auf der Couch verbringen und an Kochen und Bildung denken. Komischerweise nimmt man dadurch auch etwas zu und verdichtet so den Körperumfang. Das ist dann die logische Steigerung des Volkes der Dichter und Denker – die immer dichteren Denker…

 

Warum wir jetzt Merkel-dämmern!

Langsam dämmert es durch. Merkel geht. Viele, grade die unter 18jährigen, kennen ja gar nichts anderes als Merkel. „Wie kann das sein?“ fragt mein Neffe. „Sie hat doch ein lebenslanges Abo, so wie die Queen!“ Ich erklärte ihm darauf hin, dass das mit dem Regierungs-Abo in Deutschland eher so läuft wie mit Telefon-Abos. Man wählt alle paar Jahre einen anderen Anbieter, kriegt aber die gleiche beschissene Firmenpolitik.

Wenn man jedoch sieht, wer sich jetzt für die Führung der Union in Stellung bringt, wird sich vielleicht der eine oder andere bald nach Frau Merkel zurücksehnen. Vielleicht gibt es in ein paar Jahren in einer voll „ver-Spahn-ten“ und „ausge-Merz-ten“ Republik nostalgische Merkel-Läden, vergleichbar mit der Ostalgie-Welle. Statt Trabbi-Safaris laufen dann „Rauten-Kosmonauten“ durch die Hauptstadt, von Angies Wohnung auf der Fischer-Insel über den Bundestag zum Kanzleramt, wo sie dann ein Abschieds-Bild mit einer Merkel-Papp-Figur machen – und dazu die Raute und heruntergezogene Mundwinkel imitieren. „Merkel-Memory-Shops“ (meist von Flüchtlingen betrieben, die auf diese Art ihrer Abschiebung entgehen wollen) bieten farbige Blaser, Deutschland-Halsketten sowie Perücken mit allen Frisuren, die Merkel je getragen hat – vom Prinz-Eisenherz-Kranz bis zum etwas moderneren Lady-Di-Look. Eine „Angie-Forever-Initiative“ beantragt sogar, das Internet in „Neuland“ umzubenennen.

Verzweiflung macht sich dagegen breit am rechten Rand. Opposition wird zunehmend erschwert, wenn Politiker von der „Klare Kante“-Fraktion (kurz KK-Clan) die Republik im Einklang mit globalen Entwicklungen (USA, Brasilien, Polen) so weit nach rechts treiben, dass Björn Höcke von vielen nur noch als „linkes Weichei“ bezeichnet wird. Bald tauchen die ersten „Merkel muss her!“-Plakate auf. Von der AfD. Denn die braucht dringend wieder ein funktionierendes Feindbild.

 

Warum Reiche Pornos machen!

Kriminelle Araber-Clans richten Millionen-Schäden an. Sehr grob geschätzt erbeuteten sie etwa 600 Millionen Euro in den letzten zehn Jahren. Auf 81.000.000 Einwohner in Deutschland umgerechnet kosteten uns diese Clans etwa 74 Cent pro Jahr. Sauerei! Schade, dass Vierteilen nicht mehr im Straf-Repertoire enthalten ist!

Das ist jedoch nichts im Vergleich mit Cum-Ex und Cum-Cum-Geschäften. Diese Geschäfte reichen durch schnelle Verwirrspiele Aktienpakete an Dividenden-Ausschüttungstagen mehrfach weiter und kassieren so Steuer-Erstattungen zu Unrecht. Man hat es also mit dem Staat getrieben. Folgerichtig heißen diese Produkte „steuergetriebene Finanzprodukte“…

Nun gibt es viele Leute, die sagen: Soll der Staat doch besser aufpassen. Selbst schuld. Das sind vermutlich die gleichen Leute, die finden, dass es ok ist, wenn einem das Auto geklaut wird, nur weil man vergessen hat, es abzuschließen. Oder wenn einer Mutter das Kind entwendet wird, nur weil sie gerade mal den Kinderwagen losgelassen hat. Oder wenn eine betrunkene Frau vergewaltigt wird…

„Unfähige Politiker haben das nicht rechtzeitig abgestellt“, heißt es gern. Nun kosten die Kanzlerin, alle Minister und sämtliche Abgeordneten uns Deutsche im Jahr etwa 89 Millionen Euro an Gehältern und Dienst-Aufwendungen. Das sind umgerechnet 1,10 Euro pro Person. Die Regierung kostet uns jeden also soviel wie ein Rubbel-Los – und das ist fast immer eine Niete! Während wir am Rubbellos verzweifeln, treiben Reiche und Superreiche in Tateinheit mit Banken es mit dem Staat. Also mit uns allen. Ein klassischer Gang-Bang. Jeder von uns zahlt im Jahr einen Euro für die Regierung, aber 36 Euro an Reiche und Superreiche. Pro Jahr. In den letzten 10 Jahren erzielten wir also alle eine Negativ-Rendite von 360 Prozent durch sogenannte „respektable Stützen der Gesellschaft“.

Da sind Araber-Clans irgendwie billiger…

Warum Sie Bayer werden müssen!

Zuerst mal das Wichtigste: Der FC Bayern München ist ein großartiger Verein! Ich muss das erwähnen, da ich andernfalls wegen „herabwürdigender“ und „hämischer“ Berichterstattung verklagt werde. So etwas in der Art kündigten jedenfalls die Bayern-Granden Rummenigge, Hoeneß und Sportdirektor Salihamidzic an, als sie letzten Freitag in einer Pressekonferenz erst das Grundgesetz zitierten („Die Würde des Menschen ist unantastbar“, Rummenigge) und dann klarstellten, dass jeder, der jetzt noch ein Wort gegen die Bayern sagt, von den finstersten Sport-Anwälten aller Zeiten „Post erhält“. „Wir werden mit dem heutigen Tag diese herabwürdigende, hämische, faktische Berichterstattung nicht mehr bieten lassen!“ erläuterte Rummenigge mit einer kleinen grammatikalischen Blutgrätsche und gab damit zu, dass Fakten bei den Bayern genauso verpönt sind wie bei Donald Trump.

Uli Hoeneß legt gleich darauf nach und würdigt die unantastbare Würde des Menschen herab, indem er Juan Bernat bezichtigt, in Sevilla einen „Scheißdreck“ gespielt zu haben. Das ist eben das Schöne an den Bayern: Sie scheren sich einen Dreck um ihre Aussagen von vor wenigen Sekunden. Man könnte das als inkonsequent bezeichnen, oder schlicht als „bayrische Dialektik“. Die alte Hegelsche Dialektik, nach These und Antithese eine Synthese bilden, gilt südlich des Mains nicht mehr: These plus Antithese gleich These – so geht das neuerdings in München.

Die nächste Verkehrskontrolle, bei der Sie wegen Trunkenheit am Steuer belangt werden, kürzen Sie jetzt einfach ab: „Ich bin weder besoffen noch am Steuer“, erklären Sie dann, „und noch so ein herabwürdigender, hämischer Fakt – und Sie kriegen Post von meinem Anwalt!“ Auf die Frage des Gesetzeshüters, ob Sie ihn noch alle Tassen im Schrank haben, lallen Sie schlicht: „Nein, nur Bayrische Dialektik!“

Warum ich Sklave des IS war!

Vom Islam versklavt – was die AfD fürchtet, habe ich bereits hinter mir. Ich war Sklave des Islam. Gut, jetzt nicht direkt, aber ich war Hausdiener einer reichen Muslima. Butler, wie man damals in London sagte, wo das vor etwa 30 Jahren geschah. Vertretungs-Butler, um ehrlich zu sein. Ich rechnete mit einer übergewichtigen, verschleierten Matrone…, dann kam die attraktivste Frau, die ich je gesehen hatte, Mitte 20, schlank, unverschleiert und die schönsten Augen der Welt – ich war sofort in Fatima verliebt.

Meine Aufgaben umfassten Aufräumen, Getränke servieren und Wäsche waschen – bis auf ihre Höschen, um die würde sie sich selbst kümmern… Ich hätte lieber auf alles verzichtet, wenn ich mich dafür ausschließlich ihren Höschen hätte widmen können… Die Zeit verging. Geduldig räumte ich die Orgien auf, die sie Abend für Abend mit irgendwelchen gegelten arabischen Macho-Monstern veranstaltete. Sie war ein lockeres Mädchen und vermutlich hätte ich Fatima erschlagen müssen, damit sie überhaupt noch eine Chance auf das Paradies hat.

Ich starb tausend Tode. Doch am letzten Tag meiner Zeit bei ihr gestand sie mir ihre Liebe. Wir heirateten und ich konvertierte zum Islam. Irgendwann begann sie, einen Schleier zu tragen, damit die Ungläubigen sie nicht so anstarren. Ihr zuliebe nahm ich noch drei junge Nebenfrauen, damit sie sich vor ihren Freundinnen nicht so schämte. Ansonsten machte ich stinkreiche Geschäfte mit meinen neuen gegelten muslimischen Freunden, war mittlerweile in den höchsten Kreisen gern gesehener Gast und häufig beim Kronprinzen. Neulich rief er mich sogar an und fragte, ob ich nicht Lust auf etwas „Kaschoggi in Istanbul“ hätte…

Nur – das ist nicht so passiert. Sie sagte: „Auf Wiedersehen“, und ich hörte nie wieder von ihr. Und wenn ich mir die Sache noch mal durch den Kopf Kashoggi lasse, ist das auch ganz gut so…

Warum wir Bayern-Beben lieben!

Die gute Nachricht zuerst: Die SPD wurde von der UNO jetzt endgültig auf die Liste „bedrohter Tierarten“ gesetzt. Das ist eine erste Konsequenz der Wahl in Bayern, die von den Medien abwechselnd als „Bayern-Beben“, als „Katastrophe“, „Desaster“, „Schock-Wahl“, und vor allem „historisch“. All das sind große Worte für eine Volksentscheidung, die in erster Linie eins ist: Ganz schön vielfältig.

Doch der Reihe nach. Anscheinend tat der Wähler das, was die CSU in ihrem Raumfahrtprogramm „Bavaria One“ gefordert hat: Er schoss Söder zum Mond! Vermutlich dauert es noch ein bisschen, bis die bayrische Raumfahrt weit genug für einen Mondflug ist – daher darf Söder noch eine Weile regieren. Natürlich in „Demut“, wie dieser mehrfach betonte. Die bayrische Landeshauptstadt heißt aber gar nicht „Demut“. Sondern München – was natürlich heißt, dass das mit dem „in Demut“ regieren wieder mal nix wird…

Gründe, AfD, Freie Wähler – sie alle gewannen spektakulär an Stimmen hinzu, wobei die AfD nicht ganz so stark war wie erwartet. Des einen Leid, des andern Freud. Interessant an der Sache ist vor allem, dass das Fischen in bräunlich getrübten Gewässern anscheinend seine Grenzen hat. Und dass der bayrische Wähler bei aller Heimat-Verbundenheit auf die markigen „Wir schieben ab um jeden Preis“-Parolen antwortete mit einem: „Na, dann schieb mal ab!“

Auch die FDP, besser bekannt als „die Hüpfburg des Kapitalismus“ ist in Bayern wieder im Landtag, was lustig zu werden verspricht. Trotzdem werden sie vermutlich nicht zum Regierungszug kommen, genauso wenig wie die Grünen – da sind die Freien Wähler vorn, die letztlich eine Art CSU im Faschingsmodus ist – andere Gesichter, gleiches Programm. Doch angesichts der „Watsch’n“, die SPD und CSU erhalten haben, wäre es vielleicht doch mal eine ganz gute Idee, sich gemeinsam auf den Weg zu machen und zu gucken, ob man diesen ominösen Ort „Demut“ nicht doch noch findet…

 

Warum wir Plastik-Könige sind!

Plastik ist sehr praktisch. Als Verpackung und auch überhaupt. Leider belastet es die Umwelt. Deshalb soll es nach Möglichkeit entsorgt werden. Wird es aber nicht – die Recyclingquote in Deutschland liegt bei nur 42 Prozent. In Dänemark liegt sie bei 90 Prozent – naja, kein Wunder, die verbauen das Plastik halt einfach im Legoland. Von den 8,3 Milliarden Tonnen Plastikmüll, den die Menschheit seit 1950 produzierte, wurden nur etwa 600 Millionen Tonnen recycelt, 800 Tonnen verbrannt und die restlichen 6,9 Milliarden Tonnen – liegen noch irgendwo rum.

Ein Großteil davon landet im Meer, Tendenz steigend – im Jahr 2050 wird es geschätzt dreimal so viel Plastik im Meer geben wie Fische. Selbst wenn wir Menschen es schaffen, die globale Temperatur nur marginal ansteigen zu lassen, könnten sich die Meerespegel aufgrund der starken Plastikverdrängung trotzdem dramatisch erhöhen. Naja, man sollte eben von der Natur nicht immer nur nehmen, sondern auch mal was zurückgeben. Holland zum Beispiel…!

Die Fische essen ärgerlicherweise das Plastik, welches sich dann sich dann in ihnen ablagert, so dass eine Makrele auf einem Plastikteller dann bald eine hundertprozentige Polyethylen-Verbindung darstellt. Das bietet auch Chancen: Wie nennt man 2050 wohl einen aufgeschlitzten Thunfisch, in dem jemand seine Einkäufe nach Hause trägt? Eine Recycling-Plastiktüte! Frauen werden mit einem großen Lachs in der Hand bei der Brustvergrößerung auftauchen, weil der das benötigte Silikon enthält! Und ich mag gar nicht dran denken, was einem alles als Kondom untergejubelt werden wird!

Gut, die Meere sind dann tot. Das wird auch für uns Menschen schwer. Es sei denn, wir lernen, Plastik biologisch zu verwerten. Da wiederum ist die gekünstelte Billig-Unterhaltung mit Quiz- und Koch-Shows sehr wertvoll – denn wie sonst kann man lernen, Plastik zu verdauen?

Was auf die AfD zukommt!

Es gibt eine neue Gruppierung: „Juden in der AfD“. Ist das nicht ein wenig suizidal? So, als spazierte eine Gans in eine Metzgerei und verlangte nach Gänse-Hack? Als wollte ein Selbstmordattentäter im Kreise seiner Kumpels noch mal den Knopf seines Bombengürtels testen? Als stellte man sich in Riad auf den Marktplatz und riefe lauthals auf arabisch: „Muslime sind alle Schwuchteln!“?

Tatsächlich ist die Entwicklung kritisch. „Denn“, so vertraute ein Nazi mir einst an, „man sollte die Gerissenheit der Juden niemals unterschätzen.“ Jetzt kapern sie also die AfD. Raffiniert! Damit ist die Partei für viele richtige Rechte als „zionistische Lobbyvereinigung“ (W. Gedeon, AfD) keine wählbare Partei mehr. Die Randgruppen-Integrierung wuchert natürlich krebsartig weiter. „Lesben in der AfD“ gibt es bereits mit Alice Weidel. „Schwule in der AfD“ kommen demnächst hinzu, früher oder später sind es auch „Trans-Gender in der AfD“. Spätestens dann gibt es erste Anträge auf genderneutrale Sprache: Es sollte nicht mehr heißen: „Dem Flüchtling ist es doch egal, an welcher Grenze (…) er stirbt“ (Günter Lenhardt, AfD), sondern „Der FlüchtlingIn ist es doch egal, an welcher Grenze er oder sie stirbt.“

Das Ende naht, wenn die ersten Gruppierungen „Muslime in der AfD“ und „Ausländer in der AfD“ auftauchen. Dann dürfen Parteitage mit Rücksicht auf Freitagsgebet und Sabbat nur noch am Sonntag stattfinden, der Vorsitzende heißt Schlomo Feinstein und die neue Fraktion „Kommunisten in der AfD“, besser bekannt als Sammelbewegung „Einschläfern“ legt die Fraktion lahm.

Irgendwann verlassen Björn Höcke und Alexander Gauland frustriert die Partei und gründen eine Alternative zur Alternative. Die „AfD-Ernsthafte Richtung“ soll beweisen, dass unter dem neuen Kürzel „AFDER“ endlich wieder eine Partei da ist, bei der konsequent hinten und vorne dasselbe rauskommt, nämlich braune S…

 

Warum wir alle nachtauschumrüsten!

Stellen Sie sich vor, Sie wären Gin-Liebhaber und kauften einen teuren Gin, der nach Verkäuferangaben „effektiv und sparsam“ sein soll. Leider enthält die Flasche minderwertigen Fusel. Sie werfen dem Verkäufer Betrug vor. Der entschuldigt sich und bietet Ihnen an, die Flasche zum halben Preis wieder zurückzunehmen, wenn Sie auf eine teurere Sorte umsteigen, die wirklich den angekündigten Gin enthält. „Halten Sie mich für einen Idioten?“ fragen Sie entrüstet. „Nein, für einen Diesel-Käufer!“

Den Diesel-Skandal könnte man so zusammenfassen: Industrie lügt. Verbraucher glaubt die Lüge. Lüge fliegt auf – Verbraucher muss dran glauben! Jetzt gibt es einen Dieselkompromiss, der in etwa so windelweich ist wie das soziale Gewissen der CSU – die da natürlich auch mit drinsteckt: In 14 „besonders betroffenen Städten“ sollen Diesel nachgerüstet werden. Die Finanzierung der „besonders betroffenen“ Nachrüstungen ist unklar. Die Regierung „erwartet“ nämlich, dass die Autokonzerne die Kosten übernehmen. „Regieren durch Erwarten“ ist vermutlich eine spezifische deutsche, bislang noch in der Beta-Phase befindende Form des Regierens. Die meisten Menschen kennen „Regieren durch Erwarten“ nur aus schlechten Beziehungen, in denen ein Partner dem anderen bei Erwartungs-Nichterfüllung mit Sex-Entzug droht. In Beziehungen funktioniert das erstaunlich lange, in der politischen Praxis fragt man sich, wer hier wem mit Sex-Entzug droht. Geht dann VW nicht mehr mit Scheuer ins Bett? Wehren sich die Autokonzerne dann mit linken Parolen? „Kein Verkehr mehr mit dem Verkehrsminister!“ „Wer sich gegen den Verkehrsminister nicht wehrt, lebt verkehrt“

Wenn die Politik einer kleinen Gruppe von Leuten hilft, die große Menge zu betrügen und finanziell zu schädigen – wundert sich dann noch jemand, dass die Leute sich verschaukelt fühlen und keinen Bock mehr haben?