Autor: Alexa Knitter

Warum wir Steueroasen verdünnen!

Die Homöopathie, in ihrer Wirkung umstritten, funktioniert über die Verdünnung von Wirkstoffen. Legale Steuervermeidung etwa über die Niederlande, in ihrer Wirkung unumstritten, funktioniert ähnlich. Die Steuern werden so verdünnt, dass man schon fast von einer Hochpotenz sprechen kann – jedenfalls für den Vermeider.

Das Dumme daran: Die Niederlande selbst haben nix davon. Wenn schon ein Land andere Länder abzockt, würde man sich wenigstens für die Bewohner dieses Staates ein üppiges Leben wünschen, ständige Umsonst-Partys an Bikini-erhitzten Stränden, gute Laune und den gelegentlichen Erwerb einer Fußball-WM. Die Vorteile durch Steuervermeidung in den Niederlanden sind allerdings vernachlässigbar.

Dafür führt diese Politik andernorts zu maroder Bildung sowie miserabler Infrastruktur und massiv schlechter Laune. Außer bei einigen konservativen Liberalen, die so etwas als „Korrektiv für die Gier von Finanzministern“ empfinden – was natürlich blanker Unsinn ist. Finanzminister sind ja auch nur die Angestellten der Bürger-Gemeinschaft, die in einem Staat leben. Und wenn der Boss (also der Bürger) Steuern vermeidet, ist das ein wenig wie ein Chef, der seine Firma plündert. In der Wirtschaft heißt das dann Hartmut Mehdorn.

Soweit die schlechten Nachrichten. Kommen wir zu den guten: Die Klimakatastrophe! Die Erwärmung des Planeten ist natürlich schrecklich. Einerseits. Andererseits werden Holland und die anderen „Steuerparadiese“, welche samt und sonders am oder im Meer gelegen sind, bei einem Meeresspiegel-Anstieg um nur fünf Meter kein Thema mehr sein. Sehen Sie also demnächst einen übelgelaunten Bonzen in einem fetten Pick-Up Truck mit einem Anhänger voller Methan-pupsender Kühe, die eine ausschließliche Bohnen-Linsen-Diät zu sich nehmen, mit überhöhter Geschwindigkeit an sich vorbei ziehen – seien Sie nachsichtig: Er kämpft für Steuergerechtigkeit!

Auch für die Niederländer wird es toll, wenn ihr Land aufgrund der eigenen Gier verdünnt wird. Dann können Sie endlich mal in Ruhe ihrem liebsten Hobby nachgehen: Im Wohnmobil durch Deutschland kreuzen!

 

 

Warum wir jetzt wieder Kinder missbrauchen dürfen!

Roy Moore, extrem rechter und extrem rechts-religiöser Kandidat für den Senat in Alabama, soll sexuellen Kontakt mit einem 14jährigen Mädchen angebahnt und auch sonst Neigungen zu sehr, sehr jungen Damen gehabt haben. Das wird jetzt von seinem Glaubensgenossen(oder sollten wir „Glaubenswahn-Genossen“ sagen?) verteidigt mit dem Argument, dass König David immerhin 500 Konkubinen hatte. Der Rechnungsprüfer Alabamas zitiert zur Rechtfertigung sogar die Schwängerung der minderjährigen Maria durch den erwachsenen Zimmermann Joseph. Alles normal also. Man fragt sich allerdings, warum bis heute kein Heiland aus Alabama aufgetaucht ist…

Nun ist es eine sehr gute Nachricht für die weltweite Pädophilen-Gemeinde, dass der Missbrauch Minderjähriger anscheinend einen göttlichen Segen hat und linke Spinner sich nicht so anstellen sollen. Und es eröffnet einen weitgefassten Rechtsrahmen, wenn man einfach mal die guten alten biblischen Normen von damals wieder einführt. Bei Vergewaltigungen etwa sollte auf 5. Moses 23-24 gehört werden – dort ist eine Steinigung auch für vergewaltigte Mädchen vorgesehen, weil sie nicht laut (genug) geschrien haben. Bei Disziplin-Problemen könnte man auf 5. Moses 18-21 zurückgreifen, demzufolge Eltern auch ungehorsame Kinder der Steinigung übergeben sollten. Widersacher können im Stil König Jehus von Israel aus dem Weg geräumt werden, der im Gegenzug für die Kapitulation Samarias die Massenenthauptung der 70 Söhne Ahabs anordnete. Sogar die Kopftuch-Debatte könnte man kurz und knapp biblisch beenden, da laut 1. Korinther 11 eine Frau beim Gebet ihr Haupt bedecken soll. Im Gegensatz zum Islam sieht also die christliche Religion das Kopftuch eindeutig vor!

Man fragt sich wirklich, warum Donald Trump so dermaßen gegen Muslime ist, wo der Islamische Staat doch eine der wenigen Organisationen ist, welche die Werte der Republikaner noch Eins zu Eins umsetzt?

 

Warum es bald keine Sex-Rache mehr gibt!

Ridley Scott hat in einer fast schon stalinistisch anmutenden Aktion von nahezu trotzigen beziehungsweise trotzkistischen Ausmaßen den Schauspieler Kevin Spacey aus seinem neuen Film geschnitten und durch Christopher Plummer ersetzt. Offiziell, weil der Kevin sich angeblich unmöglich und vor allem sexistisch benommen haben soll. Vermutlich ist das Ganze jedoch eher eine geschickte PR-Aktion für alle, die schon immer mal sehen wollten, wie Christopher Plummer den Kevin Spacey spielt.

In Hollywood folgt also auf Sexismus faktisch Berufsverbot. Wer als sexistisches Schwein auffällt, kriegt keine Arbeit mehr – auch wenn seine schauspielerische Leistung wie im Fall Spacey beeindruckend ist. Die amerikanische Politik lässt diese Konsequenz schmerzhaft vermissen – auch wenn etwa Donald Trumps Leistungen nur ihn selbst beeindrucken.

Auch Facebook startet jetzt eine Kampagne – gegen Rache-Pornos. Die geht so: Man schickt das Porno schon mal vorab an Facebook. Facebook erstellt dann einen digitalen Fingerabdruck, der alle weiteren Videos dieser Art sperrt. Eine Aktion, die ich mir übrigens schon seit Jahren auch für Katzenvideos wünsche! Wobei die Rache-Porno-Aktion wenig Erfolg haben wird – die meisten Männer werden sich denken: „Mein bestes Teil? Auf einen digitalen Finger runterrechnen? Soviel Rechenleistung hat kein Computer der Welt!“ Die meisten Frauen allerdings wissen: Um das Teil in einen Finger zu verwandeln, reicht schon der Satz: „Hör auf den Kasper zu machen und bring den Müll runter – oder kannst du das auch nicht?“ Frauen hingegen sorgen sich eher um die unzulässige Vergrößerung ihrer Intimzone auf einen „Finger“.

Wer wirklich auf Nummer sicher gehen möchte, dass seine Sex-Kapaden nicht mehr veröffentlicht werden, der kann eigentlich in Zukunft nur noch Pornos mit Kevin Spacey drehen!

Warum wir bald keine IPhone mehr haben!

„Ich muss unbedingt das neue IPhone X haben“, sagt eine Freundin neulich zu mir. „Warum?“ frage ich. Immerhin hat sie bereits ein IPhone und braucht auch das im Prinzip nur, um Fotos ihres Abendessens per WhatsApp mit „Freunden“ zu teilen. Das veranschaulicht die rasante Entwicklung, welche Homo Sapiens seit der Steinzeit durchgemacht hat: Wir versuchen immer noch, andere mit einem besonders großen Stück Fleisch zu beeindrucken.

Auch IPhone-Hersteller Apple versucht das. Das Fleisch heißt bei Apple schlicht „Gewinn“ und der ist besonders groß, weil die Firma dank kreativer Steuervermeidungspolitik nur eine Steuerquote von 18 Prozent hat – wenn es hoch kommt. In Europa sind es teilweise nur 4 bis 5 Prozent. Um „Fleisch-Schwund“ und eine finanzielle Bewölkung gewisser Steuerparadiese zu vermeiden, erkundigte sich Apple laut der Panama Papers gezielt nach „ernstzunehmender Opposition“ in gewissen fiskalischen Piraten-Staaten, die ihnen den Spaß vermiesen könnten. „Ernstzunehmende Opposition“ gibt es Gottseidank in Deutschland nicht. Höchstens in Korea. Sie heißt „Samsung“. Wobei ein IPhone im Vergleich etwa zum Samsung Galaxy Note 7 einen entscheidenden Vorteil hat: Beim IPhone kann kein Akku explodieren, weil der sich kurz nach Einschalten des Telefons bereits komplett entleert hat.

Schneller als der IPhone-Akku leert sich nur die Staatskasse, die dank der Kreativität von Apple und anderen Steuer-Vermeidern immer weniger Geld hat, um Infrastruktur und Bildung zu finanzieren. Das könnte Apple irgendwann auf die Füße fallen. Stell dir vor, du hast ein neues Smartphone, bist aber zu doof, es zu bedienen. Was dann vermutlich auch nicht mehr so viel ändert. Weil du nämlich gar kein Telefon erhalten hast, da die Straßen derart marode sind, dass auch die Apple-Liefer-Trucks nicht mehr durchkamen. Vielleicht ist es das, wofür das X steht – X wie „kein Telefon mehr – komplette Stille, niemand stört mehr“ und das für nur 1000 Euro!

 

Warum wir jetzt keine Karten mehr spielen!

„House of Cards“ – „Kartenhaus“ heißt eine beliebte Serie auf Netflix, in der ein intriganter Politiker US-Präsident wird. Die Hauptrolle spielt Kevin Spacey, der sich jetzt wie einige andere Hollywoodgrößen vielen Missbrauchsvorwürfen ausgesetzt sieht. Man könnte auch sagen: Sein Kartenhaus ist eingestürzt. Ähnlich wie das von Harvey Weinstein, Brett Ratner, Dustin Hoffman und etlichen anderen Hollywood-Größen sowie das des britischen Verteidigungsministers, für den das vermutlich die einzige Möglichkeit war, in einem Atemzug mit Hollywood-Stars genannt zu werden.

Zuerst mal ist es gut, dass der Harvey nicht mehr sagen kann: „Bring meinen Weinstein zum Lachen, Baby, und deine Karriere lacht mit!“ Oder dass Kevin nicht mehr sagt: „Auf meinem Schoß mach ich dich groß!“ All das ist wunderbar – aber es gibt auch Kollateralschäden von #hollywoodgate. Die Besetzungscouch, einst das wichtigste Möbel eines Produzentenbüros, ist praktisch arbeitslos. Asiatische Kinderhände, die diese einst zärtlich fertigten, werden ihre Familien in Zukunft nicht mehr ernähren können. Schauspieler und Schauspielinnen, die im Bett besser sind als auf der Bühne oder im Film, erleiden schwere Wettbewerbsnachteile.

Aber vor allem: Warum zum Teufel sollte ein kreatives Arschloch jetzt noch Produzent werden wollen? Keine Besetzungscouch mehr, bei jeder Verabredung die Macho-Allüren bis zur Unkenntlichkeit zurückfahren müssen, ohne Fummeln in den Feierabend, auf Koks nur noch dumm rumlabern… Was bitte soll man jetzt noch als männliches, kreatives Arschloch machen, um Spaß am Leben zu haben?

Oh, nein! An dieser Stelle fällt der Blick auf einen Mann, dessen Kartenhaus erstaunlich stabil ist und dem Sexismus-Vorwürfe erstaunlicherweise nichts anhaben können: Donald Trump! Und da stellt sich die Frage: Verträgt die amerikanische Politik überhaupt noch mehr sexistische Arschlöcher?

Chin als Studiogast Deluxe

Am Samstag den 04.11.2017 zwischen 11:05 und 12:00 bin ich im Radio zu hören und zwar im WDR 5 bei Satire Deluxe. Wer lieber ausschläft, kann sich auch online die Audio-Datei anhören!

Warum wir jetzt nicht mehr fliegen!

„Flugzeuge im Bauch, im Blut Kerosin, kein Sturm hält sie auf, unsere Air Berlin“. Das Firmen-Lied, einst Audio-Folter für zahlreiche Warteschleifen-Opfer, warf bei mir schon früh die Frage auf: Flugzeuge im Bauch, Kerosin im Blut – geht das auf die Dauer gut? Aber der Sturm hielt die einzige nach unserer Stadt benannte Fluggesellschaft in der Tat nicht auf – „Herwart“ wütete erst einen Tag nach Landung der letzten Maschine.

Ansonsten hielt Einiges die Air Berlin auf. Besonders das eigene Management. Doch kaum ist die Lufthansa Monopolist und wird endlich mal zeigen, was Fliegen wirklich kostet, setzt bereits eine Post-Marken-Sentimentalität ein nach dem Motto: „Wir wollen unsere gute alte Air-Berlin wiederhaben.“ Die Airline gesellt sich zu anderen Marken, die erstaunlicherweise tot lebendiger als vorher sind: der DKW, Elvis Presley, Gerhard Schröder…

Am meisten fehlt natürlich das unvermeidliche Schoko-Herz. Schon jetzt gibt es für ein einziges Air-Berlin-Schoko-Herz im Netz Angebote von über 200 Euro –früher gab es für den Preis noch einen Hin-und Rückflug nach Mallorca dazu. Wer will da noch sagen, dass die Inflation zu niedrig ist?

Oder was ist mit dem Air-Berlin-Terminal C in Tegel, welches gern mit einem Entwicklungsland-Schuppen verglichen wird? Was natürlich Quatsch ist – die meisten Dritte-Welt-Flughäfen sind erheblich moderner. Aber der Charme des Handgemachten, Improvisierten, dieses unverkennbar Berlinerische – das fehlt jetzt in der Welt des Fliegens.

Und obwohl es für eine Airline vielleicht hinderlich ist, Flugzeuge im Bauch zu haben und nicht in der Luft – für Greenpeace ist Air Berlin jetzt die ökologischste Fluggesellschaft der Welt! Die Zeichen verdichten sich: Keine Fluggesellschaft mehr in Berlin, kein (richtiger) Flughafen, die Bahn wird alle zwei Wochen vom Sturm lahm gelegt – vielleicht ruft das Leben uns zu: Berlin, warum noch weg fahrn? Seid ma jemütlich, bleibt daheime, wa!!

 

Warum Sucht sich lohnt!

Was haben ein deutscher Tuchhändler und ein amerikanischer Schmerzpatient gemeinsam? Sie wollen beide günstig an ihren Stoff zu kommen! Während seit dem 11. September 2001 etwa 110 US-Amerikaner islamistischen Terror-Anschlägen zum Opfer fielen starben in den letzten 10 Jahren etwa 300.000 Menschen durch Drogen. Etwa 80 Prozent der Opfer begannen ihre Sucht mit Opioid-haltigen Schmerzmitteln, die in den USA auch schon mal bei einem etwas schwereren Schnupfen verschrieben wurden. Während amerikanische Pharma-Konzerne mexikanischen Heroin-Dealern den Kundenstamm aufbauen, werden sie von der Regierung geschützt. Muslime hingegen dürfen nicht einreisen, weil sie die innere Sicherheit gefährden. Welches Schmerzmittel nimmt eigentlich der US-Präsident?

Man kann Islamisten nicht mit Pharma-Konzernen vergleichen, heißt es gern. Das ist richtig. Während Erstere den Tod von Menschen aus moralischer Überzeugung in Kauf nehmen, tun Letztere es aus rein finanziellem Interesse. Sie gehen dabei also nicht so sehr wie Terroristen zu Werk sondern eher wie Profi-Killer.

Aufgrund der hohen Zahl Drogentoter rief Donald Trump jetzt einen Gesundheits-Notstand aus. Süchtige sollen besser behandelt werden. Während Pharma-Konzerne zeitgleich durch eine radikale Steuer-Reform weniger Abgaben zahlen. Die USA sind also auch das Land der unbegrenzten Möglichkeiten bei der finanziellen Entlastung raffinierter Raub-Mördern.

Gottseidank gibt es „bei uns“ keinen staatlich subventionierten Drogenhandel. Gut, mit einer Ausnahme: Alkohol. Aber das war’s dann. Okay, Zigaretten, mehr jedoch… Zucker sollte man vielleicht noch erwähnen. Mit zusammen etwa 300.000 Toten. Jedes Jahr. Das sind dann aber keine Drogentoten. Sondern Krebs-Patienten mit niedrigen Abwehrkräften. Deutschland „schafft sich nämlich nicht ab“, es genießt sich höchstens weg!

Warum unsere Regierung bald im Paradies ist!

Die Schwarze Null oder wie man korrekter Weise sagen müsste: der „Sieg der schwäbischen Hausfrau über die Politik“, soll jetzt „flexibilisiert“ werden. Denn die Jamaika-Koalitionäre haben teure Wünsche: Die CSU als Verwalterin des Gestrigen möchte eine Mütterrente für gewesene Mütter (Kosten: 28 Milliarden). Die Grünen als Verwalter des Jetzigen möchten ein Familienbudget (Kosten: 48 Milliarden) für momentane Mütter. Und die FDP als Verwalter der (Oberschichten-)Zukunft möchte den Soli streichen, um reichen Müttern zu helfen (Kosten: 41 Milliarden).

Zusammen mal eben rund 100 Milliarden – oder wie es in der CDU heißt: Wohlstands-Harakiri im ganz großen Stil! Erstaunlich dabei ist allerdings, dass grade in einer kapitalistischen Gesellschaft wie Deutschland die Gesetze des Kapitalismus für die Regierung ausgeklammert werden. Kapitalismus ist immerhin die Religion der Zukunftsgläubigen: Wir investieren Geld, was wir nicht haben, damit die zukünftige Generationen es wieder einspielen – so der Grundgedanke des Kapitalismus. Nur die Regierung darf irgendwie nicht so denken… Dabei hätte eine höhere Staatsverschuldung viele positive Folgen: Wir wären nicht mehr der Streber Europas. Unsere Popularität in Griechenland, Italien und Spanien stiege enorm. Europa wäre kompatibler, ein gemeinsames Finanzsystem rückt in greifbare Nähe. Ein schwacher Euro stärkt den Export!

Nun weiß jeder, der schon mal in Jamaika war: so ein Karibik-Urlaub – der kostet! Allerdings: Schickten wir alle 709 Bundestagsabgeordneten für die gesamte vierjährige Legislaturperiode physisch nach Jamaika in ein 5-Sterne-Hotel, dann ergäben sich Kosten von etwa 80 Millionen für die gesamte Zeit. Wir hätten eine glückliche Regierung, die hierzulande niemand stört. Die Heizkosten des Bundestags entfallen. Staatsbesuche führten zu keinerlei Sperrung der Berliner Innenstadt. Die AfD überdenkt ihre Positionen, wenn die Hälfte ihrer Abgeordneten Kinder mit dunkelhäutigen Frauen hat. Und wir hätten 99, 92 Milliarden gespart!

Warum wir bald alle in ein schwarzes Land wollen!

Jamaika kommt – das ist die schöne Nachricht für alle, die aus CO2-Gründen die Reise in die Karibik scheuen. Vielleicht ist es auch schon da… Heißt doch Jamaika in der arawakischen Ur-Sprache des Landes soviel wie „Holz- und Wasserland“ – die Parallelen zu Meck-Pom sind verblüffend!

So gesehen ist Jamaika ein zutiefst grünes Projekt, und die Rastafaris haben mit Anton Hofreiter einen zumindest visuell sehr repräsentativen Vertreter in den Koalitions-Verhandlungen, die gestern in großer Runde begannen. Viel will verhandelt werden – selten waren die Interessen so unterschiedlich. Da Marihuana als Verständigungsdroge zumindest in der Anfangsphase ausscheidet, muss man auf knallharte Kompromisse setzen. „Knallharte Kompromisse“ oder wie Harvey Weinstein sagen würde: Kann doch nicht so schwer sein, sich einfach mal über die Massagebank zu beugen!

Wie ein Damokles-Schwert schwebt eine „Obergrenze“ über den Gesprächen – hier schlummert großes Kompromiss-Potential: Während die CSU sich eine Obergrenze für Flüchtlinge wünscht, möchten auch die Liberalen eine Obergrenze, allerdings nur für die Euro-Integration. Die Grünen wiederum wollen eine Obergrenze für Kohlekraftwerke und den Verbrennungsmotor. Eine „Obergrenze für Schwachsinn“ fordert leider niemand…

Es ist ein wenig wie das frühere „Quartett-Spiel“. Tausche „Nato-Aufrüstung“ gegen „Ehegatten-Splitting“. Und „Vorratsdatenspeicherung“ gegen „flächendeckende Video-Überwachung“ – wobei nach Ansicht der FDP „flächendeckende Video-Überwachung“ nur „kostenfreie Bild-Beschaffung für Porno-Hacker“ bedeutet.

Am Ende siegt Jamaika. Spätestens, wenn die CSU für alle Flüchtlinge eine Zusatz-Rastafari-Religion einführt – schließlich sieht die eine „Repatriierung“, also „Heimkehr nach Afrika“ vor. Moderne Rastafaris sprechen allerdings mittlerweile nur von einer „geistigen Heimkehr in ein zutiefst schwarzes Land“ und fühlen sich daher in Bayern pudelwohl…!

Warum die Maschinen uns fertig machen!

Mein IPhone versucht mir seit einiger Zeit eine regelmäßige Schlafenszeit vorzuschlagen. Da ist schon meine Mutter dran gescheitert. Aber das IPhone gibt nicht auf. Smart-Technologien fangen im großen Stil an, uns zu kontrollieren. Einige Apps zählen die Schritte, die man am Tag zurück legt und teilen einem dann abends vorwurfsvoll mit, dass man das Soll von 12000 Schritten noch nicht erreicht hat. So weit ging nicht mal meine Mutter. Die sagte höchstens: Junge, geh doch mal an die frische Luft, aber sie lief nicht ständig hinter einem her und zählte Schritte mit.

Irgendwann wird einen das Smartphone auch kritisieren, wenn man was Ungesundes isst, oder raucht, oder trinkt. „Du hattest vorhin doch schon zwei Bier, die gemessenen Leberwerte sind nicht gut, ich empfehle eine Reduktion des Alkoholkonsums.“ „Halt die Klappe, Siri.“ Das ist auch neu, dass Menschen anfangen, mit ihren Telefonen zu streiten. Das Telefon sollte ein Medium sein, um mit Menschen zu reden. Wenn Menschen anfangen, mit ihrem Telefon zu reden, dann verwechseln sie das Werkzeug mit dem Ziel des Werkzeugs.

Dem würden Sie eine Klinik empfehlen, aber Leute, die mit ihren Smartphones sprechen, sind zunehmend normal. Oder die ihren Navi anschreien: „Ich kann so nicht fahren, links auf L 3459 abbiegen, was soll der Kack. L 3459, sag doch einfach Landstraße nach Nirgendwo…“

Ich glaube, dass wir uns irgendwann wieder nach der Freiheit unseres Elternhauses zurücksehnen.

„Mama? Ich bins. Was? Nein, ich rufe nicht mobil an, ich befinde mich in einer der letzten Telefonzellen des Landes? Ich muss anonym bleiben, sonst checkt Siri, wo ich bin. Wie, wo ich bin? In Hannover. Ist doch egal, dass ich dafür Hunderte von Kilometern fahren musste, aber in Hannover haben sie wenigstens noch Dinge, die es sonst nirgends mehr gibt, Telefonzellen zum Beispiel… Nein, Mama, ich will mich nicht über Hannover streiten – ich will wieder bei dir einziehen, ich kann nicht mehr heim, da wohnt das IPhone…“

 

Warum die Obergrenze keine Ober-Grenze ist!

Die Welt ist ein dampfender Kessel: Donald Trump rüstet für einen Weltkrieg, um im Amt zu bleiben. Kim Jong Un auch. Erdogan will Kurden und Demokratie vernichten, Putin die Sowjet-Union wiederhaben. Die Grenzen der Vernunft verschieben sich bedenklich. Doch all das ist nichts im Vergleich zum großen Problem der Deutschen: Die Obergrenze!

Für den CSU-Horst ist Obergrenze nicht nur Politik, sondern ein Mantra. Im CSU-Präsidium wird sogar gemunkelt, dass Oberbayer Seehofer zufolge die Obergrenze nicht nur für Flüchtlinge, sondern auch für Niederbayern gelten soll, insbesondere für Franken (auch bekannt als „besonders niedere niederträchtige Nieder-Bayern“ oder einfach: Markus Söder).

Nun ist der Begriff „Grenze“ eigentlich gar kein deutscher. „Grenze“ ist ein slawisches Wort und bedeutet soviel wie „Rand eines Raumes“. Die Germanen kannten keine Grenzen, sie kannten nur den „Gau“, den „offenen Raum“, was ja auch in der jüngeren deutschen Geschichte zu Komplikationen führte…

Gottseidank einigten sich CSU und CDU: Die Obergrenze wurde zu einer Oberbegrenzung, die aber eigentlich gar nicht gilt. Das ist ein sehr bayrischer Kompromiss, wie man ihn auf dem Oktoberfest nach mehreren Maß Bier erzielt, immer nach dem Motto: Das letzte war die Obergrenze, aber „Einer geht noch, einer geht noch rein!“ Wenn also in Bayern eine Ehefrau, etwa die vom Horst, sagt: „Du bleibst mir treu, das ist die Obergrenze!“ kann der Horst beruhigt „Klar!“ sagen und dabei lächeln.

Denn die Obergrenze hat neuerdings einen „atmenden Deckel“. Das klingt wie eine neuentdeckte uralte sexuelle Tantra-Praktik, wenn der Mann oben liegt und sich im Atem-Rhythmus bewegt. Früher hieß das noch „Missionars-Stellung“ – etwa wenn der Horst die Angela zur Obergrenze bekehrt…

Vielleicht kann die Welt doch noch von uns lernen: Bei all dem Dampf im Kessel einfach mal den Deckel atmen lassen und den Raum öffnen!

 

Warum wir jetzt noch schneller sterben!

In Österreich gilt seit einer Woche ein Burka-Verbot. Natürlich heißt es nicht so. Es heißt AGesVG – Anti-Gesichts-Vermummungsgesetz. Wegen religiöser Neutralitätspflicht des Staates darf keiner mehr das Gesicht verhüllen. Erste Opfer gibt es bereits: Eine Frau, die sich abends beim Fahrrad-Fahren gegen die kalte Luft einen Schal vors Gesicht band, wurde von der Polizei abgemahnt. Hier zeigt sich die volle Perfidie des Terrors – die Islamisten ließen ihre Damen so lange vermummt durch die Gegend laufen, bis ein wehrloser Staat wie Österreich gar keine Wahl mehr hatte und über ein geschickt eingefädeltes Burka-Verbot westliche Frauen massenweise in den Lungen-Entzündungstod treibt!

Ein Animations-Künstler, der bei Eröffnung eines Computer-Ladens eine Haifisch-Maske trug, durfte nicht mehr weiter arbeiten und ging genervt heim. Das nützte ihm allerdings wenig: „Der Hai wurde angezeigt“, bestätigte die Polizei. Darauf hieß es auf Twitter: „Endlich trifft es auch die Hai-Society!“

Motorrad- und Skifahrer dürfen allerdings weiterhin vermummt sein – jetzt werden muslimische Damen mit Hang zur Gesichtsverschleierung in Scharen auf die Harleys umsteigen – wobei mir allerdings ein BMW-Fahrer neulich versicherte: So wie die meisten Harleys fahren, steht zu vermuten, dass es sich schon länger um muslimische Damen handelt…

Muslima dürften auch verstärkt die Ski-Pisten-Verschleierung suchen, was aufgrund ihrer Unerfahrenheit die Unfallrate erhöht und so noch mehr unschuldige Westler tötet. Jetzt wird nach jedem Motorrad-oder Ski-Unfall geprüft werden müssen, ob es sich um ein Selbsmord-Attentat oder ganz normale Idiotie handelt – ein zusätzlicher Verwaltungs-Aufwand, der den Westen noch handlungsunfähiger macht. Voll fies: am Ende ist es nicht der islamistische Terror sondern das Burka-Verbot, welches uns zugrunde richtet…

Wie Islamisten reich werden!

Die USA sind ein beliebtes Auswanderungs-Land für deutsche Rentner. Das ist spannend, denn die Wahrscheinlichkeit, in den USA erschossen zu werden, beträgt an Deutschland gemessen 500 Prozent! Man könnte auch sagen: Einige unserer Senioren sind scharf auf einen Express-Zugang ins Jenseits.

In der Wettstadt Las Vegas gibt es dafür dank des unermüdlichen Einsatzes der amerikanischen Waffen-Lobby jetzt sogar ein neues Spiel: Russisches Konzert-Roulette! Donald Trump ernennt die Erschossenen schnell mal zu „Helden“ – das klingt besser als „Opfer einer Schuss-Mafia, die vom US-Präsidenten geschützt wird!“

Kein Wunder, dass die Anzahl islamistischer Anschläge in den USA zuletzt zurückging – man kann als Terrorist ja gar nicht so schnell Bomben basteln wie die Yankees sich selbst erledigen. Die NRA (National Rifle Association – oder besser: Nationalist Republican Army) ist quasi der bewaffnete Arm des Islamischen Staates mitten in Amerika. 1,5 Millionen Opfer durch Schusswaffen seit 1968 – das sind mehr Staatsbürger, als die Vereinigten Staaten in sämtlichen Kriegen, an denen sie je beteiligt waren, verloren! Jetzt wird auch klar, warum die Amis so gern in die Schlacht ziehen: Da sterben sie nicht so schnell wie daheim!

Nach dem Anschlag in Las Vegas schnellten die Aktien der Waffen-Produzenten in die Höhe – es gibt einen Run auf Schnellfeuer-Gewehre. Das ist und bleibt die amerikanischste Form des Joggens: Der Amok-Lauf! Als islamistischer Investor müsste man nur im großen Stil amerikanische Waffen-Aktien kaufen und im mittleren Westen ein Gerücht verbreiten, dass liberale, schwarze Abtreibungsgegner demnächst Waffen verbieten wollen und sich zufällig bei einem großen Konzert in der Nähe treffen…

Dann setzt man sich entspannt mit einem fetten Profit in einem Land zur Ruhe, das nicht so gefährlich ist. Etwa Marokko, Lybien oder Palästina, die alle eine niedrigere Mordrate haben. Und wartet entspannt aufs Jenseits.

Warum die Einheit braun ist!

Ich fahre am gestrigen Tag der Deutschen Einheit durch Berlin – im Westen gähnende Leere. Man versucht in bewährter Manier, das tragische Ereignis einfach zu ignorieren. Im Osten die üblichen Touristenhorden, die bei einer „Cup“ Starbucks Frappuccino mit „Chicken-Breast“-„Subway-Sandwich“ übers Holocaust-Mahnmal hüpfend den klassischen Geist deutscher Einheit atmen.

Es scheint wie eine späte Rache des Sozialismus – die SED ließ die Panzersperren an der innerdeutschen Grenze abbauen, weil sie wusste: Die Panzersperren in den Köpfen sind das beste Bollwerk! „Mauern aus Enttäuschung“, sagte Steinmeier. Auch ich als Wessi habe eine Mauer aus Enttäuschung im Kopf und hatte mir den Kapitalismus mit seinen doofen Shopping-Malls und vielen TV-Kanälen besser vorgestellt – kann mich aber nach keiner DDR zurück sehnen. Ich darf ahnen, dass das Leben schon immer eng, spießig und sinnlos war.

Am Brandenburger Tor dann das „Coca-Cola-Festival der Einheit“. Mit Mark Foster und dem „größten Live-Karaoke-Singen der Welt“. Klingt wie eine Drohung: „Durch Deutsches Singen soll die Welt gelingen!“ Ich denke: Coca-Cola? Hätte man es nicht wenigstens „Vita-Cola“-Festival nennen können? Um die Mauern in den Köpfen etwas zu beruhigen? Oder wenigstens „Fanta-Festival“? „Fanta“ war ja die Marke, die Coca-Cola erfand, als es 1941 nicht mehr ganz so cool war, Hitler-Deutschland mit Cola zu versorgen – Fanta ist gewissermaßen „Cola für Nazis“.

Aber auf eine gewisse Art ist Coca Cola das perfekte Einheits-Symbol. Erst scheint sie wild prickelnd, exotisch und etwas aufputschend, aber nach intensivem Genuss sind Ost und West endlich vereint: mit Übergewicht auf der Diabetes-Station! Dazu die Hits von Mark Foster, die aneinander gereiht folgende Botschaft ergeben: Schöner Scherbenhaufen – Spul zurück – Immer immer gleich – Wir sind groß!

 

Wie wir ins Paradies kommen!

Das Paradies ist die Hölle. Die Vorstellung vom besseren Leben nach dem Tod brachte unfassbares Leid über die Menschheit. Besonders pervers ist die Vorstellung, dass man Punkte fürs Jenseits sammelt indem man Angehörige anderer Religionen umnietet. Zurzeit praktiziert das gern eine gewalttätige Unterart des Islam – je mehr tote Ungläubige, desto mehr Rabattmarken klebt man angeblich fürs Paradies.

Stell dir vor, Islamisten führten dafür Giftgasangriffe in mehreren europäischen Großstädten durch, die uns im Laufe eines Jahres 11.000 Tote bescheren… Nun haben Islamisten das Gottseidank bislang nicht getan. Der Giftgasangriff kam aus den eigenen Reihen. Friendly Fire gewissermaßen, oder eher „Friendly Diesel“ – um genau zu sein. Jedes Jahr sterben durch nicht eingehaltene Diesel-Abgaswerte in Europa etwa 11.000 Menschen einen vorzeitigen Tod. Dobrindt, Wissmann und die Diesel-Lobby sind erheblich erfolgreicher bei der Dezimierung Ungläubiger als der gesamte IS!

Sollten sie dafür nicht vom Islam belohnt werden? Man stelle sich vor: Wir sitzen nach dem Tod alle im christlichen Paradies auf unserer Wolke rum mit den Harfen und jauchzen Hosianna. Klingt nicht so beeindruckend, weil die wenigsten sich durch regelmäßige Harfenstunden richtig aufs Paradies vorbereiten… und auf einmal sagt jemand: „Wo ist eigentlich Dobby?“ „Welcher Dobby?“ fragen die anderen. „Na, Dobby, der Verkehrs-Elf, Feinstaub-Dobby, Killer-Dobby. Der war doch musikalisch, den könnten wir hier gut gebrauchen.“ Und dann skypen wir nach Dobby – ja, skype funktioniert auch im Jenseits (wenn ich mir die Bandbreite bei mir im Haus angucke, dann funktioniert es meistens sogar nur im Jenseits, heißt ja auch sky— also „Himmel“ – pe). Auf einmal ist Dobrindt dran. Wir sagen: „Alter, wo steckst du?“ Darauf Dobby: „Sorry, geht grad nicht, ich bade hier mit 72 Jungfrauen in Milch und Honig…“

Wenn Sie „Jenseits-technisch“ auf Nummer sicher gehen wollen – werden Sie Diesel-Lobbyist!

Warum es die AfD gibt!

„Wir holen uns unser Land zurück“, hat Herr Gauland nach der Wahl geschrien. Ich hatte gar nicht mitbekommen, dass Deutschland abgehauen ist. Oh Gott, dachte ich, die Polen! Eventuell haben die Deutschland klammheimlich nachts über die A 11… Schlimmes Klischee! Man kann ja auch nicht einfach zu den Polen gehen und sagen: Hört mal, habt ihr zufällig unser Land? Das ist irgendwie weg… – das letzte Mal, als wir Deutschland in Polen suchen gingen, kam das irgendwie nicht so gut an…

Doch dann geriet ich ins Grübeln. Wer ist überhaupt mit „wir“ gemeint? „Wir Deutschen“? Alle, die 1990 hier lebten? Darf man dann türkischstämmige Deutsche nach Anatolien entsorgen – oder ist das ein Aufruf zu einer Straftat? Oder meinte Herr Gauland alle, die von den bereits 1937 aufs Reichsgebiet Lebenden abstammen? Neulich fand ich im Nachlass den Arier-Nachweis meiner Mutter. Noch aus dem Gau-Land… Komplett mit Hakenkreuz und so. Ich warf ihn weg. Das war vielleicht verfrüht…

Wer zu „wir“ gehört, scheint ja auch eine Frage der Hautfarbe zu sein. Vielleicht müssen wir die Frage per „Germanen-Gen-Analyse“ klären. 10 Prozent der Deutschen sind genetisch jüdischer Abstammung, ohne es zu ahnen. Weitere 20 Prozent sind letztlich Slawen, also Undercover-Polen. Besonders in Sachsen übrigens. 45 Prozent sind keltischer Abstammung – also Frosch-Fresser. Nur etwa 25% sind germanischer Abstammung. Die Germanen können bleiben, alle anderen… Wir brauchen halt unser Land wieder. Übrigens stammen 45 Prozent der deutschen Männer von Tutanchamun, dem ägyptischen Pharao, ab. Sind also strikt gesehen „Nafris“ – die müssen dann natürlich auch wieder weg, sorry, weil „wir“ eben das Land… Es wird leer werden in Deutschland. Aber es gibt ein Land mit mehr germanischen Genen: Polen (60 Prozent). Die dürfen dann heim ins Reich. Dann müssen „wir“ auch nicht mehr ständig gucken, ob „die“ unser Land haben…

Warum wir uns so häufig verwählen!

Die Botschaften der Parteien im „Plakate-Wald“ enden bald. Gut so. Nachdem ich letztens die AfD betrachtete, ein Blick auf den Rest: Am grellsten schrillt die FDP, bei der man sich fragt, ob sie außer Christian Lindner noch andere Mitglieder hat? „Digital first, Bedenken second?“ Was soll das heißen? Erst twittern, dann denken? Ist das nicht die Kernkompetenz von Donald Trump? Oder: „Jetzt wieder verfügbar: Wirtschaftspolitik“. Wäre nicht Folgendes ehrlicher: „Mit den Rezepten von gestern in die Krise von morgen“?

Nicht besser die Partei der Amtsinhaberin. „Für ein Deutschland, in dem wir gut und gern leben?“ „Für Sicherheit und Ordnung?“. Die CDU verleiht dem Begriff „hohl“ eine Steigerung, dass man sich fragt, ob sie sich für ein neues Trash-Format bei RTL2 bewirbt? Das Kalkül der Konservativen lautet im Lindner-Stil: Merkel first – Programm second – or never!

Da hält die SPD locker mit. „Zeit für Gerechtigkeit“? Vielleicht, aber leider wenig Zeit für den netten Mann mit dem lustigen Gesichtsfell. Wenigstens hat die SPD ein paar Inhalte. Aber schreiende Kinder? Und dazu: „Unsere Familienpolitik ist genauso laut und fordernd“? Brauchen wir eine Politik, die rumkrakeelt wie durchgedrehte Gören auf Zucker-Entzug?

Wie sehr würde man den Grünen noch einen kleinen Atom-Unfall wünschen auf den letzten Metern. Sie werben mit anspruchsvollen Slogans: „Nur wer Chancen bekommt, kann Chancen nutzen.“ Nur: wen meinen die? Sich selbst?

Bei den bunten Plakaten der Linken hingegen fragt man sich: Welche Drogen nehmen die? Am meisten Sinn macht die Linke, wenn man ihre Schlagwörter aneinander reiht: Lust Verdient Kinder! Und die Millionäre zahlen! Party für alle! Ein Klassiker, aber immer wieder gern gespielt.

Trotzdem wähle ich. Schon damit die Gerechtigkeit nicht allzu sehr leidet. Und freue mich dann auf das „Plakate-Waldsterben“.

Warum die Burka so wichtig ist!

Wahlkampf in Deutschland, das ist ein wenig wie Oktoberfest – große Sprüche, aber nix dahinter außer einer Überdosis bewusstseinsdämpfender Stoffe. Mit dem Unterschied, dass der Oktoberfest-Kater keine vier Jahre dauert!

Der Wahlwillige und -Unwillige ist dieser Tage vielen schmerzhaften Parolen ausgesetzt. Diese Kolumne reicht leider nicht für alle – daher werde ich sie teilen. Erst mal widme ich mich aus gegebenem Anlass gründlich der AfD. In Genf wurden nämlich grade etwa zweihundert klein geschnittene 500-Euro-Scheine in Toiletten entsorgt (im Tresorraum der UBS Bank). Oho, dachte ich: Endlich macht die in der Schweiz gemeldete Alice Weidel Ernst mit der Devise: Raus aus dem Euro! Frau Weidel soll allerdings dementiert haben, dass es sich bei dem Scheißhaus-Schatz um das noch ausstehende Gehalt der syrischen Asylbewerberin handele, die schwarz bei ihr putzte…

Ja, provozieren kann sie, die AfD. Mit Slogans wie: „Burka – ich steh mehr auf Burgunder!“ Oder „Burka – wir stehen auf Bikinis“. Man könnte meinen, die Burka wäre das zentrale Problem unseres Landes. Aber es gibt ja eine „Alternative“: Nämlich „Neue Deutsche machen wir selber“ oder den Aufruf zum Ferkel-Mord mit dem Plakat eines todgeweihten süßen Schweinchens, weil „der Islam? Passt nicht zu unserer Küche“ – vielleicht lässt sich das AfD-Programm folgendermaßen abkürzen: Wir kernigen Germanen fallen im Burgunder-Rausch Schweinefleisch kauend über ein paar Bikini-Mädels her, um neue Deutsche zu machen – selten wurde „deutsche Leid-Kultur“ so knackig charakterisiert!

Betrachtet man die schlechtgelaunten Gesichter eines Alexander Gauland oder Björn Hocke, stellt sich jedoch die Frage, ob für gewisse Hass-Visagen eine Burka nicht Pflicht sein sollte? Damit „neugemachte Deutschen“ nicht bereits während des Wahlkampfes ein schweres Trauma erleiden.