Autor: Alexa Knitter

Warum es schlecht um Frankreich steht!

Im Fußball (wie auch im Leben) sind die Dinge manchmal ja fürchterlich komplex. Man könnte sagen, dass England gegen Kroatien verlor, weil das Team letztlich weniger Tore schoss. Man könnte aber auch sagen: es lag an – Mick Jagger. Denn der guckte zu. Und er hat eine miese Reputation, jedenfalls als Fußball Fan. Welches Team auch immer Jagger bei den vergangenen WMs anfeuerte (England 2010, Brasilien 2014) – es verlor. Jaggers Fußball-Intuition ist in etwa so gut wie die Internet-Intuition von Bill Gates („Das Internet ist nur ein Hype“, 1993) oder die Mobilitäts-Intuition von Kaiser Wilhelm („Das Auto ist eine vorrübergehende Erscheinung“). Über seine Fußballfrustration veröffentlichte Jagger letztes Jahr sogar ein Lied: „I went to see England, but England’s lost“(Ich ging England angucken, aber England verlor).

Aber auch der Erfolg der Kroaten lag vielleicht gar nicht am Team selbst, sondern an… legefaulen Hühnern. Denn der Spieler des Spiels, Torschütze und Vorbereiter des zweiten Tores Ivan Perisic wuchs zwischen Hühnern auf. Die Hühnerfarm seines Vaters war in finanziellen Schwierigkeiten, so dass der den damals 17jährigen bat, ein Fußball-Angebot aus Frankreich anzunehmen. Dort wurde Perisic hervorragend gefördert und ist heute einer der besten Spieler der Welt. Die Kroaten verdanken ihren Erfolg also der Verzweiflung eines Hühnerbauern und daraus resultierender Kinder-Arbeit! Und Mick Jagger.

Nun stehen am morgigen Sonntag also Frankreich gegen Kroatien im WM-Finale. Dummerweise spielen bei den Franzosen fünf Spieler, die hauptberuflich in England leben und in der Premier-League kicken. Ich habe über Umwege eine Karte erstanden, die ich Mick Jagger geben werde, der natürlich die Franzosen anfeuert. Außer gegen eine Zahlung von fünf Millionen Euro und zehntausend Hühnern, zahlbar in Bitcoin, auf ein Konto in Split: Frankreich – ihr habt die Wahl!

Warum Özil ein Held ist!

Fernandinho (Brazilien) als „Affe“ beleidigt, Mesut Özil als „Ziegenficker“ und Schlimmeres verunglimpft, ZDF-Kommentatorin Claudia Neumann frauenfeindlich beschimpft. Das ist die dunkle Seite der Fußball-WM in Russland. Ausgerechnet Özil soll Schuld am frühen Aus der Deutschen sein (zumindest Jens Maier (AfD) und einigen Gleichgesinnten zufolge).

Nun kann man sicher Einiges gegen Mesut Özil vorbringen. Das Foto mit Erdogan war sicher nicht der schlaueste PR-Gag aller Zeiten. Seine Reaktion darauf auch nicht – man könnte meinen, Josef „Victory-Zeichen“ Ackermann wäre sein PR-Berater. Bedenklicher noch ist seine Einstellung zu Steuergerechtigkeit – eine glatte 9 auf der „Hoeneß-Skala der Finanz-Idiotien“ von 1-10. Und vielleicht hat er nicht besser, aber auch nicht schlechter gespielt als seine Team-Kameraden. Dafür spielt er allerdings erheblich besser als alle, die ihn jetzt kritisieren. Warum soll ausgerechnet er jetzt der Buhmann sein?

Das Ganze hat vielleicht systemische Gründe. Denn das ist doch das menschliche Dilemma: Geborenwerden ist zeitgleich ein Todes-Urteil. Mit zunehmendem Alter rückt der Tag der Hinrichtung näher und die Laune sinkt– wir alle sitzen im Todes-Trakt des Lebens. Da versuchen Hominiden mit begrenzter Restlaufzeit ihre Depression damit zu vertreiben, sich als Teil der Horde zu fühlen nach dem Motto: Wenn ich schon demnächst über die Klinge springe, lebt wenigstens ein Teil von mir in der Horde weiter. Da die Horde sich aber mit zunehmender Verstädterung auflöst, muss eine neue Projektionsfläche her, um der frühmenschlichen Sehnsucht nach Unsterblichkeit Genüge zu tun: Die National-Elf – das ist „meine“ Horde. Affenschreie im Stadion sind also vermutlich das Ehrlichste, was diese zurück gebliebenen Hominiden von sich geben können: Schau her, mein Hirn ist immer noch im Neandertal!

Warum wir länger leben!

Horst Seehofer möchte die Sicherheit aller EU-Bürger garantieren und schreibt deshalb wirre Briefe nach Brüssel. Der Sicherheit droht allerdings von einer ganz anderen Seite eine viel gravierendere Gefahr. Die Generali Versicherung möchte sich von fast vier Millionen Kapital-Lebensversicherungen trennen und sie an einen „Abwickler“ abtreten. Das klingt ein wenig nach „Abdecker“, welche toten Tieren das Fell über die Ohren ziehen, und geht auch in die Richtung…

Die Policen sind nämlich für den Versicherer weitgehend gestorben. Durch die Niedrig-Zinsen können viele Unternehmen die bis zu fünfprozentigen Zinsen, die sie in guten Zeiten ihren Alt-Kunden garantierten, nicht mehr bedienen („verzockt“, könnte man sagen) – einige dieser Lebensversicherer dürften mittlerweile so bankrott sein, dass Boris Becker im Vergleich mit ihnen grundsolide wirkt.

Also machen sie in ihrer Verzweiflung das, was Ehepartner mit ihrem Liebesleben machen, wenn es daheim länger nicht läuft: Outsourcen! „Run-Off“ nennt sich diese Strategie frei nach einem Rap-Hit von Young Buck „Dirty Money, had to do it, made me Run Off with the check” (“Dreckiges Geld, ich musste es tun, und ich rannte weg mit dem Scheck”). Der Abwickler soll dann die Zinsen bedienen und will das über Kosteneinsparungen erreichen. Dummerweise gibt es bei Lebensversicherungen auch noch so etwas wie eine „Überschussbeteiligung“ – wenn es gut läuft, kriegt der Versicherte noch mal einen Schuss drauf. Bei den Abwicklern dürfte das allerdings höchstens ein Schuss Korn ins Bier sein – mehr wird da nicht drin sein. Warum schreibt der Horst nicht mal so einen Brief nach Brüssel: „Liebe EU, warum habt ihr den Bankern ihre hirnrissigen Deals in den Nuller-Jahren erlaubt, ohne dass sie dafür Rechenschaft haften mussten? Könnt ihr jetzt Millionen Versicherungskunden vor Abwicklungs-Terror schützen? Oder wer rennt jetzt schon wieder weg mit dem Scheck?“

 

Warum die Nationalmannschaft uns Leben schenkt!

Ok, „wir“ sind draußen aus der Fußball-WM. Das ist nicht schön. Aber auch nicht wirklich schlimm. Denn „wir“ waren niemals wirklich drin. Da waren höchstens 11 hochbezahlte Millionäre, die gegen andere hochbezahlte Millionäre ein Fußballspiel verloren. „Wir“ haben mit Kroos und Co nämlich erheblich weniger gemein als Kroos mit Messi oder Nejmar oder Heung Min Son. Deutsche Nationalspieler haben zwar ähnliche Pässe wie wir, mit den anderen Fußball-Söldnern spielen sie jedoch in den gleichen Vereinen, wohnen in der gleichen Nachbarschaft und teilen sich gleiche Model-Freundinnen, Millionen-Einkommen sowie „Steueroptimierungsmodelle“.

Trotzdem sind wir traurig. Eine Freundin beichtete mir weinend, dass sie ihr neu gekauftes Deutschland-Trikot-T-Shirt nur drei Mal getragen habe: „Was für eine Fehl-Investition“. Wieso sie ein neues gekauft habe, wollte ich wissen – sie hatte bei der letzten WM nämlich auch schon eins. „Ich wollte aber eins mit 4 Sternen haben!“ „Gut, 20 Euro in den Wind geschossen“, sagte ich. „20? Das Ding kostet 89,90!“ Erst da wurde mir klar, wie sehr der DFB die Deutschen ausraubt. „Freu dich doch“, sagte ich, „jetzt kannst du das Shirt auch für die nächste WM nutzen. Und wenn wir 2022 wieder gleich rausfliegen, brauchst du nie wieder 89,90 für ein neues Trikot rauszuhauen!“ Die Nationalmannschaft spart den Deutschen also viele unnütze Geldausgaben.

Noch besser wird es, wenn wir auf die Leber schauen, die ja bekanntlich mit ihren Aufgaben wächst. Was nicht so toll ist: Große Leber, kurzes Leben! Der Alkohol-Konsum dürfte aber in den nächsten Wochen erheblich zurück gehen, weil die Deutschen eben nicht mehr frenetisch im Biergarten jubeln, sondern wieder gewohnt miesepetrig arbeiten. So gesehen hat die deutsche Nationalmannschaft jedem Deutschen durchschnittlich ein um viele Tage verlängertes Leben geschenkt. Danke, Kroos und Co!

Warum Boris Europa rettet!

Es läuft nicht so rund grade für Boris Becker. Erst kommt seine Privat-Pleite, dann seine Beziehungs-Pleite und anschließend kann er sich drauf verlassen, dass ein fieser Spruch von Oliver Pocher obendrauf kommt. Man muss der „Rückhand der Nation“ allerdings zu Gute halten, dass er Einiges dafür tut, immer wieder unterhaltsam aufzufallen. Sein neuester Coup: die Beantragung diplomatischer Immunität in Bezug auf seine Insolvenz, da er über einen Diplomatenpass der Zentralafrikanischen Republik verfüge. Boris bleibt seinem Beuteschema also treu: Once you go Black, you never go back! (frei übersetzt: Hast du dich einmal für Schwarze entschieden, bleibst du dabei)

Eigenen Angaben zufolge ist Boris „Attaché für die Beschaffung von Mitteln für sportliche, kulturelle und humanitäre Angelegenheiten“. Da kann man der Zentralafrikanischen Republik, immerhin ärmstes Land der Welt, nur sagen: Perfektes Casting! Der Mann weiß, wie man an Geld kommt. Man muss es ihm nur abnehmen, bevor er es wieder raushaut. Das Ganze läuft getreu der Maxime: Insolvente aller Länder, vereinigt euch! Als nächstes verkünden Becker und Zentralafrika wahrscheinlich, dass sie die Air Berlin wiederbeleben und Boris dort CEO wird.

Dummerweise bestreitet die Zentralafrikanische Republik, dass Boris Diplomat in ihren Diensten ist. Jetzt will sich Becker ersatzweise einen belgischen Diplomatenpass besorgen. Man könnte sagen: Durchsichtiges Manöver… Aber hier tut sich eine lukrative Geschäftsidee auf: Der „Boris-Becker-Diplomaten-Passdienst“, oder schlicht: „Grand Slam Service“. Denn es gibt zurzeit viele Menschen, die diplomatische Immunität zwecks Insolvenzverschleppung gut gebrauchen können. Zuerst mal sämtliche Diesel-Manager von VW, dann natürlich die gesamte Führungsriege der Fifa (wegen Korruption und Geldwäsche) und zu guter Letzt: Italien!

Warum die Afrikaner uns buchen!

Markus Söder sprach neulich davon, den „Asyltourismus“ zu beenden. Endlich – da ist ja eine Riesenverschwörung im Gang. Wahrscheinlich wird das in Afrika riesengroß beworben. Auf der Internetplattform „ich-bin-dann-mal-asyl.com“ steht dann so etwas wie:

„Na, Schnauze voll von der Maloche in der Diamantmine? Hast du deinen Warlord satt? Nervt dich die Korruption? Keinen Bock mehr auf Scharia und die gelegentliche Steinigung? Bürgerkriegsmüde? Dann bist auch du reif für ASYL! Also kurz für Afrikaner Suchen Yoga-Lustreisen, ASYL halt. Unsere professionellen Reisebegleiter, kurz Schlepper genannt, nehmen dir erst mal alles verfügbare Geld sowie deinen Pass ab, damit du dich ganz dem Yoga des Asyls hingeben kannst und nicht mit weltlichen Dingen belastet wirst – #EinfachMalLoslassen. Dann geht es auf Kamelen oder alten Lastern durch die Sahara. Genieße die Stille der Wüste, nur unterbrochen durch die kehligen Schreie der Kameltreiber oder eine gelegentliche Vergewaltigung – #SchlepperFun.

In Lybien angekommen, wirst du erst mal auf einem echten Sklavenmarkt verkauft – #Zweitverwertung. In diesem maßgeschneiderten „Work-and-Travel“-Programm lernst du wahre Hingabe kennen. Irgendwann gelingt dir vielleicht die Flucht aus der Sklaverei – #NoRiskNoFun. Dann ruderst du auf einem unserer seeuntüchtigen Boote über das Mittelmeer – #WellenSpaß. Besonders lustig ist es, deinen Mitruderern beim Ertrinken zuzuschauen – #SchwimmenWillGelerntSein. Mit ganz viel Glück wirst du aus Seenot gerettet und ohne Registrierung nach Deutschland weitergereicht – #SeehoferEinsAuswischen. Dort wird dein Asylantrag abschlägig beschieden, weil den Warlord nicht korrupt genug ist und das bisschen Scharia – stell dich nicht so an… Schon geht es per Flugzeug wieder zurück und du kannst deinen nächsten Asyl-Urlaub buchen – #FitForAsyl!“

Warum wir jetzt die Wirklichkeit fühlen!

Statistiken belegen eindeutig, dass das Leben besser wird: Es gibt weniger Kriminalität als noch vor 20 Jahren, weniger Hunger in der Welt, weniger Verkehrstote, mehr Menschen mit Zugang zu Wasser, Elektrizität und Bildung als je zuvor – und vieles Positive mehr. Natürlich gibt es auch Grässliches: Bürgerkrieg in Syrien, Donald Trump in Amerika und Heidi Klum im deutschen Fernsehen!

Doch im Großen und Ganzen leben wir heute in der besten aller bisherigen Welten. Eine leider beachtliche Zahl an Menschen vergräbt sich dennoch verbissen in einer „Früher war alles besser“-Mentalität. Was war denn bitteschön früher besser? In den 60gern träumte meine Großmutter vom Leben vor dem Krieg und die Altersgenossinnen meiner Mutter kriegten Contergan-Kinder. In den 70gern dauerte eine Fahrt von Hamburg nach Berlin sechs Stunden und die Tapeten verursachten Albträume. In den 80gern gab es schreckliche Frisuren, Aids und Konsumterror. In den 90gern kam eine Flüchtlings-Welle aus dem Nahen Osten, welche mit der deutschen Sprache haderte – besonders die Flüchtlinge aus dem Erzgebirge. Zeitgleich raubte die Treuhand neue Bundesländer aus. Die 2000er waren geprägt von Gier, Finanzkrise und „Big Brother“.

Die Glorifizierung der Vergangenheit ist menschlich und hat mit unserer Sterblichkeit zu tun. Früher waren wir jung, fit und unsterblich. Mit zunehmendem Alter wird diese Illusion so rissig wie die Beziehung zwischen Merkel und Seehofer. Vermutlich wird die Welt immer besser werden. Alle haben permanent Sex mit den tollsten Androiden, die darauf programmiert sind, die geheimsten Wünsche zu erfüllen und sich anschließend für Frauen in den tollsten Masseur der Welt verwandeln. Und für Männer in Scarlett Johansson. Leider werden wir das nicht mehr erleben. Das Gute ist: Schon Morgen ist Heute die Vergangenheit. Und die scheint Über-Morgen noch glorreicher!

Wer die Fußball-WM gewinnt!

Seit vorgestern ist es soweit – mit der WM ist der größte Geld-Zirkus der Welt eröffnet. Denn was sagt der Mafia-Boss zum Fußballer, der Fifa-Funktionär wird? „Jetzt bist du einer von uns!“ Knuffig anzusehen waren daher Putin, Fifa-Boss Infantino und der saudische König auf der Ehren-Tribüne während des Eröffnungsspiels – die wahren Sieger des Turniers: der 1. FC Kleptokratie International!

Die Fifa wurde in den letzten Jahren dermaßen von Korruptions- und sexuellen Belästigungs-Skandalen geplagt, dass man das Wort eigentlich schon als Verb in den normalen Sprachgebrauch überführen kann: „Fifa mich mal!“ Das heißt dann entweder: „Gib mir Geld“ – oder „Komm, mach mich an!“ Nachdem die Fifa 2015 die Pest, äh, die Blatter-Plage entsorgte, wollte Infantino ja eigentlich total transparent werden. Das ist er mittlerweile auch – immer vorausgesetzt man empfindet dichten Nebel in einer mondlosen Nacht als transparent.

Was würden wohl Außerirdische denken, die während der WM landen und einen ersten Eindruck der Menschheit erhalten? Die sehen dann zwei Gruppen von unbehaarten, männlichen Hominiden, die ihre Nacktheit mit bunten Stoff-Fetzen verhüllen, und wechselseitig versuchen, einen Ball in einen eckigen Kasten mit Netz dahinter zu befördern. Das wird dann von Milliarden anderer Hominiden mit einer Riesen-Begeisterung oder einer Riesen-Trauer (je nachdem, ob die Hominiden ein gleiches dünnes Buch mit gleichem Wappen drauf, kurz Pass genannt, besitzen) aufgenommen. An diesen Gefühlen verdienen einige wenige dieser nackten, mit anderen Stofffetzen bekleideten Hominiden sehr viel bunte Scheine, die sie einander in Koffern überreichen, damit möglichst niemand das mitbekommt. Was würden diese Außerirdischen wohl über die Menschheit denken? Würden sie denken: „Das ist eine Zivilisation, die noch ganz viel vorhat!“? Oder eher: „Die stehen schon im Finale!“

Wann Trump ein Friedensengel wird!

Donald Trump und Kim Jong Un haben eine sensationelle Erklärung unterzeichnet. Drinnen stand: Nichts! Das aber in sehr ausführlicher Form. Trotzdem muss man Trump zugutehalten. Er hat in Bezug auf Nordkorea mehr geschafft als die Präsidenten vor ihm. Wenn man jetzt mal das lästige Detail beiseitelässt, dass Kim unter etwa Obama noch keine so leistungsfähigen Atomwaffen hatte – das Signal an den Iran ist klar: Legt euch Atomwaffen zu und wir sind beste Freunde!

Generell fällt auf, dass Donald Trump mit Diktatoren viel besser zurechtkommt als mit Demokraten. Das Treffen mit Kim war so gesehen eher eine Fortbildung für Donald – wie hält man sein Volk mucksmäuschenstill und schafft sich unliebsame Gegner vom Hals? Wie fühlt man sich, wenn man den eigenen Onkel den Hunden zum Fraß vorwirft – und meint Kim, dass das auch im Falle von Sonderermittler Mueller oder Stormy Daniels ein echter Spaß wäre? Die vielleicht wichtigste Frage des Treffens wurde gar nicht laut kommuniziert: Die geheime Verabredung, endlich eine „Anonyme Selbsthilfegruppe für Autokraten mit Bekloppter Frisur“ (ASABF) ins Leben zu rufen.

Transatlantisch befindet sich Trump im Gegensatz zum Fernen Osten mitten im Krieg. Im Handelskrieg nämlich. Wenn Angela Merkel endlich mit Trump auf Augenhöhe verhandeln will, kann sie nur eins tun: Sich zur Diktatorin Deutschlands ausrufen. Die „Angelatorin“, wie sie dann heißt, wird Trump einen ersten vertrauensbildenden Maßnahmenkatalog ihres Schaffens präsentieren: Italien und Griechenland werden deutsche Bundesländer, was die Eurokrise auf einen Schlag löst, die Klimakatastrophe wird als „chinesische Erfindung“ abgetan und Horst Seehofer den Hunden zum Fraß vorgeworfen (faktisch wird der Boulevard-Presse ein Bild vom Horst im Puff zugespielt – die deutsche Variante des Zum-Fraß-Vorwerfens). Dann wird Trump auch über die deutsche Kanzlerin wie über Kim sagen: „Ich vertraue ihr“.

Warum wir in Deutschland kein schnelles Internet brauchen!

Mit dem schnellen Internet in Deutschland bis 2025 wird das nix. Sagt die EU. Wow. Das ist in etwa so vorausschauend, als kündigte Boris Becker bereits heute das Ende seiner nächsten Beziehung mit einer dunkelhäutigen Schönheit für das Jahr 2025 an. Nun hat die Breitbandpanne mehrere Väter. Einer davon ist die Telekom, die aus Kostengründen auf eine Technik setzt, die in etwa so innovativ ist wie ein Schlag auf den Fuß mit nem Vorschlaghammer – nur um zu testen, ob der Schmerzreflex noch funktioniert. Die Technik heißt Kupferkabel. Vorteil: Sie ist bereits verlegt. Nachteil: Sie ist nicht zukunftsfähig. Vorteil: Die Telekom erhält durch das sogenannte Vectoring quasi ein Monopol. Nachteil: Irgendwann wird auch die Telekom damit in der digitalen Steinzeit landen und keine Profite mehr verbuchen. Vorteil: Keiner mehr.

Aber die langfristige Zukunft kurzfristigen Profiten zu opfern, ist eine der Kennziffern des modernen Kapitalismus. Die Politik als Drittel-Anteilseigner der Telekom spielt da voll mit. Denn die 31,9 Prozent-Beteiligung des Staates an der Telekom bescheren ihm satte Gewinne. Die man dann als Mütterrente wieder an die Menschen in ländlichen Gegenden vergeben kann. Dort wo die Netze am langsamsten sind. „Die Menschen wollen doch gar kein schnelles Netz“, heißt es gern. Nee, klar, sie wollen eigentlich lieber Briefe schreiben. Oder per Rauchzeichen kommunizieren.

Andererseits: Internet ist doch eh Mist! Man verbringt zu viel Zeit vor belanglosen Videos oder ärgert sich, dass Facebook miese Troll-Texte zulässt. Aber das ist ja auch ein Vorteil: Man muss Facebook und Co gar nicht mehr abschalten. Die langsamen Netze verhindern den Zugriff sowieso. Dann hat man auf einmal ganz viel Zeit an der Hand. Zeit, um etwa mit den Kindern zu spielen. Die braucht man allerdings auch. Kita-Plätze gibt es nämlich ebenfalls keine.

Warum wir uns vor Vögeln fürchten!

Vogelschiss ist eine nicht zu unterschätzende Gefahr. Gerade wenn man der Liebe seines Lebens einen Heirats-Antrag machen möchte, und im entscheidenden Moment kackt die größte Taube, die die Stadt je gesehen hat, auf Anzug und Gesicht… So etwas kann die Zukunft ungeborener Kinder auf immer ruinieren.

Vermutlich wollte auch Alexander Gauland das so verstanden wissen, als er von der NS-Geschichte als einem „Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte“ sprach. Nun ist nicht ganz klar, was „erfolgreiche deutsche Geschichte“ eigentlich ist. Etwa die Kreuzzüge, während derer deutsche Ritter in Palästina erfolgreich barbarisch hausten? Oder die Bauernkriege, in denen zehntausende armer Menschen erfolgreich abgeschlachtet wurden, die sich gegen die Tyrannei ihrer feudalen Herren auflehnten? Oder der 30jährige Krieg, der die deutsche Bevölkerung erfolgreich um ein Drittel reduzierte und damit prozentual stärker als der zweite Weltkrieg? Oder der Kolonialismus, in dem Deutsche in Schwarzafrika Tausende von Einheimischen erfolgreich brutal töteten? Und was will Herr Gauland jüdischen Mitbürgern sagen, denen ein Großteil der Vorfahren in deutschen KZs abhanden kam: „Tut mir leid, aber ihre Verwandten waren Opfer eines Vogelschisses?“

Das Champions-League Finale ging übrigens nicht durch einen Vogelschiss verloren, sondern durch zwei Patzer des Torwarts vom FC Liverpool. Jetzt kam raus, dass er wohl eine Gehirnerschütterung erlitten hatte, während des Spiels aber nicht untersucht wurde. Auch Herr Gauland wurde während seiner Rede nicht auf Gehirnerschütterung untersucht… Generell muss man sagen: Die Gehirne unserer Politiker und Manager müssten viel häufiger untersucht werden. Wobei das natürlich auch drastische Konsequenzen haben kann: Stell dir vor, sie untersuchen das Hirn von Herrn Gauland, und da ist gar keins – nur Vogelschiss!

Warum wir jetzt mehr frei haben!

Der Bürgermeister hat es versprochen: Wir kriegen einen nigelnagelneuen Feiertag. Hurra! Nun sind wir Deutschen ja in letzter Zeit etwas skeptisch, wenn es um sehr neue Dinge geht. Besonders, wenn sie mit Dieselmotor geliefert werden! Aber wer kann schon gegen einen neuen Feiertag sein? Zumal sie in Bayern 13 bis 14 Feiertage haben – in Berlin nur neun! Das will man sich völlig zu Recht in einer Hauptstadt nicht bieten lassen – wo käme man denn da hin, wenn man sich den Rang einer Feier-Metropole von eher unbekannten Dörfern wie München ablaufen lässt?

Unklar ist, welcher Tag jetzt in den Rang eines Feiertags erhoben wird. In der Diskussion sind der 8. Mai als „Tag der Befreiung“ oder der 17. Juni als „Tag des Volksaufstands“. Obwohl letzterer so nigelnagelneu ja nicht wäre – will man sich wirklich einen “Gebraucht-Feiertag“ ans Bein binden? Der 31. Oktober als Reformationstag scheidet aus ähnlichen Gründen aus. Außerdem in der Diskussion sind der 18. März als „Gedenktag der Revolution von 1848“ und der 27. Januar als „Holocaust-Gedenktag“. All das sind noble Vorschläge, aber will man wirklich mehr freie Zeit an Tagen haben, an denen das Wetter traditionell beschissen ist?

Außerdem weisen all diese Gedenktage in die Vergangenheit. Berlin als Zukunfts-Standort braucht einen Feiertag, der in die Zukunft weist. Zur Not sogar in die ganz ferne Zukunft: Der „Tag der Eröffnung des BER!“ Jedes Jahr am 3. Juni (2012 – verschoben) gedenken wir voller Vorfreude an den Tag, an dem wir mal wieder einen richtigen Flughafen haben werden. Da die Flughafeneröffnung gleich mehrfach verschoben wurde, kommen auch noch der 17. März (2013 – verschoben) und der 30. Oktober (2011 – verschoben) dazu. Mit der Kompromiss-Auflage, dass jeweils in den 18.3. (Revolution) und in den 31.10. (Reformation) hineingefeiert wird. Allein durch diese Feiertage wird der Flughafen komplett überflüssig – wir feiern einfach bis zum Abheben!

 

Warum Sicherheit kein Schnäppchen ist!

Hurra, wir haben wieder einen Skandal. Dazu einen mit so einem wunderbaren Namen: Bamf-Skandal. Das Wort „Bamf“ (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) hat es in sich. Gerade auch als Verb: „Ich hab ihm gestern volle Kanne eine gebamft!“ „Bamf mich nicht so an!“ „Heute Abend bamfe ich meinen Alten mal so richtig durch!“ Da entstehen kraftvolle Bilder!

Kraftvolle Bilder entstehen leider auch, wenn man liest, dass „tausende Asyl-Anträge ungerechtfertigt bewilligt“ wurden. Sofort sieht man Horden illegaler, ausländischer Barbaren, die das Land heimsuchen, im Stadtparkt Ziegen schächten und anschließend eine Genitalverstümmelung feiern. Im schmerzhaften Gegensatz etwa zu Horden legaler, inländischer Barbaren, die das Land per Junggesellen-Abschied heimsuchen, im Stadtpark Schweine grillen und anschließend ihre Genitalverstümmelung behandeln lassen.

Natürlich ist es nicht hinnehmbar, wenn in einer Behörde schlampig gearbeitet wird. Bevor ein Heimatschutzminister Seehofer jetzt mit radikalem Durchgreifen und „Maximal-Aufklärung“ droht (das macht Angst: als Seehofer das letzte Mal „maximal aufklärte“, kriegte eine Berliner Büroleiterin ein Kind von ihm…), sollte man aber vielleicht noch mal genau hingucken, worum es wirklich geht: Eine Behörde wird zu schnell und unter Druck aufgebläht. Man will schnelle Erfolge sehen. Schulungen gibt es nur, wenn eine gewisse Menge Fälle abgearbeitet wurde. Anders gesagt: Weiterbildung erst nach genug Fehlentscheidungen – ein bedauerlicher globaler Trend, der gern als „Share Holder Value“ verkauft wird. Weiterer Druck führt dazu, dass es noch mehr Flüchtlinge und Asylsuchende gibt – nämlich Bamf-Mitarbeiter, die die Schnauze voll haben. Bevor es dazu kommt, sollte man vielleicht der alten Weisheit gedenken: Gutes Bamf ist teuer! Oder: Gut Bamf will Weile haben!

 

Warum wir weiter Gebühren zahlen!

Man kann wirklich viel an öffentlich-rechtlichen Sendern aussetzen. Sie sind bürokratische Monster von der Eleganz einer vorschnell gealterten, stark übergewichtigen Primadonna, die volltrunken zu einer Pirouette ansetzt. Ihre Mediatheken sind in etwa so benutzerfreundlich wie ein Pitbull, der irrtümlich die Klinikpackung Anabolika seines Herrchens verspeiste. Und ihr Publikum ist dermaßen überaltert, dass einige der Senioren in ihrer Kindheit vermutlich noch einen Brontosaurus als Haustier hielten. Und ein Auto besaßen mit dem Aufkleber: „Ich bremse auch für Neandertaler!“
Die Frageliste, die unser Öffi-Funk aufwirft, ist lang. Nehmen wir die Rundfunkgebühren – was soll diese unsoziale Kopfsteuer? Warum gibt es keine Staffelung nach Einkommen? Wie schafft es die BBC, mit einem nur halb so großen Budget ein gutes Programm zu machen? Das deutsche System des Öffi-Funks ist mittlerweile derart aufgebläht, dass viele ihrer mit den Privat-Sendern konkurrierenden Populär-Resultate nur noch als „Medien-Flatulenz“ bezeichnet werden können. Wer braucht etwa Koch-Shows? Warum muss ein öffentlich finanziertes Fernsehen auf niederer Stufe mit werbefinanziertem Fernsehen konkurrieren? Wozu dieser affige Quotendruck? Das ist, als würde man sich mit Absicht ein gesundes Bein brechen, nur um genauso bekloppt rumzulaufen wie ein entfernter Bekannter, der leider einen Klumpfuß hat.
Trotzdem sind sie unverzichtbar, die Öffentlich-Rechtlichen. Schon weil sie in einer immer marktkonformeren Welt die Möglichkeit geben, sich an Fakten und nicht an Verkaufsargumenten zu orientieren. Und Fakten sind ja zugunsten von Fake News auf dem Rückzug. Viele Menschen argumentieren ganz offen, dass zwischen Fakt und Fake sowieso nur ein Buchstabe Unterschied ist und ihnen der Fake daher einfach besser ins Weltbild passt! In einer nur von Lobby-TV geprägten Welt wird man schnell mal zu einer volltrunkenen, zuckersüchtigen übergewichtigen Primaballerina – und das sogar als Mann! Gebühren zahlen!
Man kann wirklich viel an öffentlich-rechtlichen Sendern aussetzen. Sie sind bürokratische Monster von der Eleganz einer vorschnell gealterten, stark übergewichtigen Primadonna, die volltrunken zu einer Pirouette ansetzt. Ihre Mediatheken sind in etwa so benutzerfreundlich wie ein Pitbull, der irrtümlich die Klinikpackung Anabolika seines Herrchens verspeiste. Und ihr Publikum ist dermaßen überaltert, dass einige der Senioren in ihrer Kindheit vermutlich noch einen Brontosaurus als Haustier hielten. Und ein Auto besaßen mit dem Aufkleber: „Ich bremse auch für Neandertaler!“
Die Frageliste, die unser Öffi-Funk aufwirft, ist lang. Nehmen wir die Rundfunkgebühren – was soll diese unsoziale Kopfsteuer? Warum gibt es keine Staffelung nach Einkommen? Wie schafft es die BBC, mit einem nur halb so großen Budget ein gutes Programm zu machen? Das deutsche System des Öffi-Funks ist mittlerweile derart aufgebläht, dass viele ihrer mit den Privat-Sendern konkurrierenden Populär-Resultate nur noch als „Medien-Flatulenz“ bezeichnet werden können. Wer braucht etwa Koch-Shows? Warum muss ein öffentlich finanziertes Fernsehen auf niederer Stufe mit werbefinanziertem Fernsehen konkurrieren? Wozu dieser affige Quotendruck? Das ist, als würde man sich mit Absicht ein gesundes Bein brechen, nur um genauso bekloppt rumzulaufen wie ein entfernter Bekannter, der leider einen Klumpfuß hat.
Trotzdem sind sie unverzichtbar, die Öffentlich-Rechtlichen. Schon weil sie in einer immer marktkonformeren Welt die Möglichkeit geben, sich an Fakten und nicht an Verkaufsargumenten zu orientieren. Und Fakten sind ja zugunsten von Fake News auf dem Rückzug. Viele Menschen argumentieren ganz offen, dass zwischen Fakt und Fake sowieso nur ein Buchstabe Unterschied ist und ihnen der Fake daher einfach besser ins Weltbild passt! In einer nur von Lobby-TV geprägten Welt wird man schnell mal zu einer volltrunkenen, zuckersüchtigen übergewichtigen Primaballerina – und das sogar als Mann!

Warum wir bald viel entspannter sind!

Noch haben wir Vollbeschäftigung. Das wird von vielen Menschen als positiv wahrgenommen. Dummerweise geht die Phase der Vollbeschäftigung irgendwann zu Ende. Dann beginnt eine Periode, in der sehr viele Menschen keine Arbeit mehr haben. Weil Maschinen alles erledigen. Egal, ob die Mehrheit von uns dann sehr arm oder nur so mittelarm sein wird – wir werden auf die eine oder andere Art und Weise damit umgehen müssen. Am besten gelingt das, wenn wir uns an dem orientieren, was etwa die Deutsche Bahn in Bezug auf fehlendes Personal unternimmt: Nichts!

Nichts tun fällt den meisten Menschen wissenschaftlicher Forschung zufolge extrem schwer. Das war nicht immer so. Früher, als wir noch Jäger und Sammler waren, jagten wir im Schnitt drei Stunden am Tag und verrichteten drei weitere Stunden andere nötige Tätigkeiten zum Überleben. Den Rest der Zeit lagen wir rum, kopulierten oder schliefen. Es war keine schlimme Zeit – aber dann kam die Zivilisation und mit ihr die Hektik. Dumm gelaufen, aber jetzt wird es Zeit, sich wieder auf alten Werte zu besinnen.

Gottseidank gibt es echte Experten, die sich herausragend mit Nichtstun auskennen. Einige von denen werden Sie sogar kennen. Aber sicher doch! Gucken Sie sich doch einfach mal an, was der Top-Manager ihrer Firma den ganzen Tag so tut… Oder der Aufsichtsrat von VW, wenn es um die Dieselkrise geht. Oder die Bundesregierung, wenn es um den Klimawandel geht… Lehnen Sie sich jetzt zurück, lassen Sie die Zeitung aus der Hand fallen und die Gedanken aus dem Kopf. Zur Not murmeln Sie das Mantra: Diesel hier, Diesel da, Diesel, Diesel, lalala. Starren Sie leer vor sich hin. Werden Sie perfekter Nichts-Tuer – und die Zukunft gehört Ihnen! Die Chefetage auch. Ganz abgesehen von der feinen Lehrtätigkeit in meiner bislang aus Faulheit noch nicht gegründeten „Akademie des Nichtstuns“…

Warum wir alle Gefahren besiegen!

„In der Weihnachtsbäckerei gibt es manche Leckerei“ heißt es in einem bekannten Kinderlied. Aber nicht immer wird es lecker, wenn es um Bäckereien geht. Christian Lindner etwa meinte, wenn einer in einer Bäckerei „mit gebrochenem Deutsch“ ein Brötchen bestelle, dann wüssten die anderen Menschen in der Schlange nicht, ob das nun ein „hoch qualifizierter Entwickler Künstlicher Intelligenz aus Indien“ ist oder „eigentlich ein sich bei uns illegal aufhaltender, höchstens geduldeter Ausländer“. Das könne Ängste schaffen.
Mir macht allerdings etwas ganz anderes Angst: Wo findet Herr Lindner noch Bäckereien, in denen eine Schlange ansteht? Sollte uns da nicht sofort die Sorge umtreiben, dass die Effektivität der Marktwirtschaft durch sozialistische Mangelwirtschaft unterwandert wurde? Wäre das nicht das wichtigere Thema für die FDP? Überhaupt: Heißt es nicht „in gebrochenem Deutsch“ und nicht „mit gebrochenem Deutsch“? Wenn Herr Lindner also der deutschen Sprache auch nur gebrochen mächtig ist, und wir zudem wissen, dass er definitiv kein hoch qualifizierter Entwickler Künstlicher Intelligenz aus Indien ist – ist er dann seiner eigenen Logik nach eigentlich ein sich bei uns illegal aufhaltender, höchstens geduldeter Ausländer?
Zumal die einzigen Menschen, die mir im Leben sehr viel Geld raubten, alle total legal hier waren, ein hervorragendes Deutsch sprachen und maßgeschneiderte Anzüge trugen. Sollte ich vor denen nicht viel mehr Angst haben? Gottseidank gibt es jetzt in Bayern ein neues Polizei-Aufgaben-Gesetz, kurz PAG (alle Ähnlichkeiten mit „Pack“ sind zufällig). Es erlaubt, Menschen schon bei „drohender Gefahr“ in Gewahrsam zu nehmen. Das macht Hoffnung! Sobald Lindner das nächste Mal über Bäckereien sprechen will, werfen sich die Ordnungshüter auf ihn und verhindern die drohende Gefahr. Sonst geht es weiter wie im Kinderlied: „Zwischen Mehl und Milch macht so mancher Knilch eine riesengroße Kleckerei…

Warum wir jetzt Löwenjäger jagen!

Kennen Sie den? „Du, ich hab letzte Woche den Jimmy getroffen, „sagt ein Großwildjäger zum anderen. „Echt? Wo denn?“ fragt der andere. „Ins Herz!“ So ähnlich muss es vor einiger Zeit in Südafrika zugegangen sein, wo ein Großwildjäger auf Löwenjagd selbst erschossen wurde. Der Vorgang wirft folgende Fragen auf: Wer hat geschossen? War es gar der Löwe selbst? Darf der das? Stellte der IS die Waffe? Oder gar die amerikanische NRA? Aber vor allem: Wäre es nicht sinnvoller und umweltschonender, statt Löwen Großwildjäger zu jagen?

Doch der Reihe nach. Die Jagd fand in einem sicher umzäunten Reservat statt, in dem Löwen gezielt gezüchtet werden, damit Großwildjäger mit zu viel Geld sie dann erschießen können. Das Ganze ist also so eine Art Streichelzoo für große Jungs (oder Mädels – gibt es ja auch), die immer noch „Peng-Peng“ machen müssen. Um dem Jagdtrieb dieser Herrschaften gerecht zu werden, könnte man die Jagd etwas modifizieren. Solange die Menschheit Fleisch verzehrt (das wird leider noch eine Weile der Fall sein), könnten die Jäger doch ein für den Verzehr geeignetes Großwild jagen, das ansonsten eh brutal geschlachtet wird. Auf speziellen Weiden werden extra aggressive Kühe mit sehr zartem Fleisch gezüchtet – dann setzt man die Großwildjäger aus und lässt sie um ihr Überleben und unser Steak ballern. Um dem Trophäendrang der Jäger Genüge zu tun, erhalten die Kühe im Anschluss einen Löwenkopf übergestülpt.

Oder wir erweitern aus sportlichen Gründen die Jagderlaubnis: Löwen und Großwildjäger (welche ja vom jagdlichen Gesichtspunkt betrachtet auch nur kognitive Menschenaffen mit Peng-Peng-Stöcken sind) werden in speziellen Reservaten aufeinander angesetzt. Alles ist zum Töten frei gegeben, was sich bewegt, also auch die Jäger. Den Löwen legt man allerdings kugelsichere Westen an – um die Chancengleichheit etwas zu erhöhen…

Warum wir gegen den Gerhard klagen!

Matrjoschkas heißen die russischen Puppen, die es in mehrteiliger Verschachtelung gibt. Öffnet man eine, verbirgt sich darunter die nächste, und darunter wieder die nächste. Wie in der Politik: Öffnet man den Trump, verbirgt sich darunter Putin. Öffnet man den Putin, kommt Gerhard Schröder zum Vorschein. Der jetzt schon wieder unangenehm aufgefallen, weil er als einer der ersten Putin zur seiner nächsten Amtszeit als „Zar aller Reußen“ gratulierte. „Kniefall vor dem Tyrannen“, schreien die einen. „Da haben wir wenigstens jemand, der mit dem „Wladi“ reden kann, wenn es hart auf hart kommt“, sagen die anderen. So wie bei Erdogan, wo er ja im Fall Steudter auch erfolgreich vermittelte.

Der Mann polarisiert und schafft es wie kaum einer vor ihm, nach seiner Amtszeit zuverlässig Schlagzeilen zu generieren. Er ist da gewissermaßen der „Boris Becker des Feuilletons“. Wenn nix geht, geht immer noch ne Frauengeschichte über den Gerhard. Der ja jetzt schon wieder eine Neue hat. Aus Korea. Tröstlich: wenn man im Westen alle Damen durchhat, eröffnen sich in Asien neue Absatzmärkte… Quasi „Osterweiterung auf Sozialdemokratisch“. Der koreanische Ex-Mann seiner Neuen hat jetzt gegen Schröder Klage eingereicht – wegen Zufügung „grausamster seelischer Schmerzen“. Diese Klage soll zur Sammelklage ausgeweitet werden – die halbe SPD klagt mit.

Was hat der Gerhard nicht alles für Schmerzen zugefügt: Agenda 2010, Hartz IV und die ewige „Basta“-Politik. Aus dem Genossen der Bosse wurde der Boss der Genossen – der mittlerweile Armani und Hugo Boss voll genossen hat. Denn Schröder verdient jetzt viel Geld. Das kann man gut oder verwerflich finden – auf jeden Fall fügt er sich keiner Elder Statesman-Romantik. Muss er ja auch nicht. Denn die Wichtigkeit von Ex-Kanzlern wird überschätzt. So wie ja auch Matroschka Puppen im Endeffekt nur eins sind: Leer.

Warum wir eine schwarze Null wollen!

Folgende Szene soll sich vor einigen Tagen im Bundestag zugetragen zu haben. Ein Mann mit etwas rotem Kopf im vornehmen Zwirn schreit zwei junge Journalisten an: „Wenn ich noch ein Wort über den G20 Gipfel und Mehrausgaben höre, werde ich handgreiflich! Niemand hat die Absicht, hier Schulden zu machen!“ „Mann,“ meint der eine Journalist zum anderen, nachdem der Aggressive sich entfernt hat, „Für wen hält der sich? Olaf Scholz?“ „Leider nicht,“ meint der andere, „er hält sich für eine schwäbische Hausfrau!“

Vor ein paar Tagen präsentierte der Finanzminister nämlich den neuen Haushaltsentwurf, welcher eine Reduzierung der Bundes-Investitionen vorsieht. Nun ist so eine Schuldenreduzierung natürlich eine feine Sache. Einerseits. Andererseits transportieren in Deutschland „Brief-Schnecken“ Informationen schneller als Emails. Schüler haben permanent das Gefühl, in prähistorischen Ruinen unterrichtet zu werden. Und das Fahren über die vielen maroden Brücken wird immer mehr zu „Russisch-Roulette“. Vielleicht wäre da die eine oder andere Investition durchaus sinnvoll…

Zumal wir Deutschen ein Überschuss-Problem haben. Überschuss klingt erst mal schön nach Gewinn. In dem Wort steckt jedoch auch ein „Schuss“ drin – wie in: er hat einen Schuss. Sogar einen Über-Schuss wie in „er ist über-dreht“, „er ist über-geschnappt“ – „er ist Donald Trump.“ Letzterer kritisiert ja permanent diesen Überschuss – und hat damit gar nicht mal so unrecht: Womit soll denn das Ausland seine Schulden bei uns begleichen – wenn nicht mit Waren? Am besten gleich mit amerikanischen oder südeuropäischen Bauleistungen! „Import-Kuscheln statt Handelskrieg“ umschreibt das ein Nachrichtenmagazin.

Also, hier mal für den Olaf: Auch ein Sozialdemokrat kann eine rote Null schaffen! Und mal Hand aufs Herz: mit roten Nullen ist er doch bei der SPD in bester Gesellschaft.

 

Warum der erste Mai den Flughafen rettet!

Gestern war der erste Mai! Tag der Arbeit – oder wie es in einigen Kreisen heißt: „Weihnachten für Linksautonome“. Denn dieser Tag ist traditionell dem bewaffneten Kampf gegen „das Kapital“ gewidmet. Gut, eigentlich ist es gar kein Kampf. Es ist eher Steine werfen auf Dinge, die man direkt dem Kapitalismus zuordnet. Fensterscheiben etwa. Wie genau Fensterscheiben den Kapitalismus entstehen ließen, ist aber nicht überliefert.

Genauso unklar ist, inwiefern der Kapitalismus sich vom Kampf der Linken gegen Fensterscheiben beeindrucken lässt. Bislang sind wenige Konferenzen bekannt, auf denen sich die Top-Vertreter des „Kapitalismus“ trafen und sagten: „Es sind wieder Fensterscheiben eingeworfen worden – da müssen wir jetzt dringend das System ändern.“

Mittlerweile werden sogar Stimmen laut, die den ersten Mai ganz abschaffen möchten. Es ist ja gar kein Tag der Arbeit, sagen die, sondern ein Tag der Gewalt. Das stimmt so natürlich nicht. Der erste Mai ist für viele Linksautonome vermutlich der einzige Tag im Jahr, an dem sie überhaupt arbeiten. Und genau diese Potentiale sollte man nutzen. Es gibt in jeder Großstadt etliche Gebäude, die eigentlich abgerissen gehören. Ich sage nur: Das schweinchenrosafarbene Einkaufszentrum „Alexa“ in Berlin, das Kritiker als die Vollform eines „Bau-Herpes“ empfinden. Oder das Spree-Dreieck, ein brauner Beton-Traum von der Eleganz einer überdimensionierten Stein-Fäkalie. Oder das Ihme-Zentrum in Hannover, gegen das der Berliner Sozial-Palast ein gelungener Architektur-Geniestreich ist. Wenn man in der autonomen Szene glaubhaft machen kann, dass genau das die bösesten aller bösen kapitalistischen Fensterscheiben sind, dann reißen die solche Gebäude in einer einzigen Nacht nieder.

Und im Falle des Berliner Katastrophen-Fluchhafens BER könnte das die Lösung des Problems sein: Berliner Flughafen von Chaoten zerstört! Neubau in drei Monaten fertig. Danke, Linksautonome!