Autor: Alexa Knitter

Warum wir Tierversuche lieben!

VW führt Versuche an Affen durch. Endlich experimentieren sie auch mal am Vorstand, dachte ich erst… Erst später begriff ich, dass es um richtige, biologische Affen ging und nicht um Piech und Co. Langschwanzmakaken mussten Stickoxide einatmen, während ihnen im TV Cartoons gezeigt wurden. Nun ist das natürlich zutiefst verwerflich, und VW sollte sich ernsthaft die Frage stellen, ob ein Unternehmen das 21. Jahrhundert mit einer Unternehmenskultur überleben kann, die schon in den 50ger Jahren des letzten Jahrhunderts hoffnungslos veraltet war? Und ob es nicht die größere Tierquälerei ist, Affen mit den gleichen verdummenden Filmchen zu quälen wie unsere Kinder?
Zumal sogar in diesen Tierversuchen die Betrugssoftware eingeschaltet war, so dass eventuelle Resultate überhaupt keine Aussagekraft besitzen. Ein Konzern, der sich permanent selbst belügt – klingt fast, als säße Donald Trump im Aufsichtsrat. All das ist kritikfähig, keine Frage. Dennoch ist es auch ein wenig billig, ständig mit dem Finger auf VW zu zeigen. Nach allem, was man hört, überstanden sowohl die Affen als auch die menschlichen Studenten die Versuche ohne Schäden. VW ist immer noch eine große Marke, und wenn wir Deutschen die jetzt etwas masochistisch in die Tonne treten, dann sind wir ein wenig wie ein Macho, der sich mit Backsteinen auf die Eier haut, nur um zu gucken, wie hart die sind.
Interessanterweise essen wir fast täglich Schnitzel, Bockwurst und Schinkenbrot ohne auch nur eine Sekunde darüber nachzudenken, dass wir damit Tierversuch-Folter an intelligenten Lebewesen aktiv unterstützen und fördern. An Wesen, die sechs bis neun Monate in viel zu engen Isolations-Gitterkäfigen gehalten werden, wo man sie in ihren Exkrementen liegend zwangsernährt, bis der Schlachter sie brutal aus ihrem Leid erlöst. Cartoons zeigt denen übrigens keiner.

Warum wir fette Reiche brauchen!

Eine französische Supermarktkette gewährt einen 70prozentigen Rabatt auf Nutella. Das führte zu tumultartigen Szenen in den Märkten. Wie bitte? Franzosen prügeln sich fast um Nutella? Wenn es wenigstens Frosch-Schenkel gewesen wären oder Weinbergschnecken. Oder ein ritterlicher Zweikampf um die schönste Geliebte. Aber Nuss-Nougat-Creme? Wie tief kann eine stolze Nation sinken?

Im schweizerischen Davos ging derweil gestern das Weltwirtschaftsforum zu Ende. Das ist eine Art Klassentreffen der Reichen und Mächtigen. Es gab dort keine Tumulte um Nutella. Nur ein Hauen und Stechen darum, wer mit Donald Trump aufs Foto darf. Das ist eben der Unterschied zwischen reich und arm: die einen kloppen sich um fettigen, zuckrigen, überbewerteten Dreck – und die anderen um eine zarte Nougatcreme…

Das Leben der Reichen ist nämlich auch nicht immer einfach. Sie werden beneidet und müssen mit unangenehmen Enthüllungen rechnen. In Deutschland kam gerade raus, dass die 45 reichsten Haushalte soviel besitzen wie die unteren 50 Prozent. Nun ist es beileibe keine Kunst, reich zu sein: Man gründet einfach ein erfolgreiches Start-Up, unterstützt Dritte-Welt-Diktatoren bei der Geldwäsche oder vertauscht Spendersamen im Aldi-Clan. Arm sein hingegen erfordert viel Haushaltsdisziplin und den festen Willen sowie die Notwendigkeit, jeden eingenommen Cent auch wieder rauszuhauen. Sagen wir mal, wie es ist: Arme sind volkswirtschaftlich gesehen erheblich wertvoller als Reiche.

Hier gilt es also, einen wirtschaftlich relevanten Ansatz zu finden. Das Problem ist ja nicht, dass die Reichen Geld haben. Sondern dass sie nicht genug davon ausgeben. Die obersten zehn Prozent, die ja in Deutschland über zwei Drittel des Volksvermögens besitzen, müssen dringend mehr verbrauchen. Ab jetzt heißt es jeden Montag in den Villenvierteln des Landes: Antreten zur Nutella-Schlacht!

Warum unsere Schulen zerfallen!

Was unterscheidet den nordrhein-westfälischen Finanzminister von einem Ochsen? Na? Richtig. Ein Ochse hat eine gewisse biologische Intelligenz. Die scheint Herrn Lienenkämper kurz nach seiner Ernennung zum Minister irgendwie abhanden gekommen zu sein. Warum sonst hätte er seine besten Steuerfahnder vergraulen sollen, die daraufhin in die freie Wirtschaft entschwirrten? Nur zur Erinnerung: die beiden SteuerfahnderInnen Höfer-Grosjean und Radermacher hatten durch CD-Ankäufe für Staats-Mehreinnahmen von bis zu sieben Milliarden Euro gesorgt.

Und wie nennt man das noch, wenn eine der ersten Amtshandlungen eines neuen Managers (und nichts anderes ist ja ein Finanzminister – ein Geldbeschaffungs-Manager) darin besteht, seine profitabelsten Angestellten wegzubeißen? Schlechtes Personal-Management, wenn man höflich ist. Und das in einer Partei, die sich für ihre Wirtschaftsnähe rühmt! Neulich war ich in einem Düsseldorfer Baumarkt. „Haben Sie Nieten?“ frage ich den Obi-Typen. „Nee,“ erwidert der, „die sitzen doch alle im neuen Finanzministerium!“

Dummheit ist noch die freundliche Auslegung dieser Vorgehensweise. Wie nennt man es gleich, wenn eine Regierung reichen Steuerhinterziehern das Leben erleichtert? „Griechische Zustände“! Ist es nicht das, was dieselben Herren von der FDP und der CDU immer so vehement an den Südeuropäern kritisieren? Diesen laxen Umgang mit Steuervermeidern? Und das Ganze in einem Bundesland, in dem Schulen und Kitas so marode sind, dass afrikanische Flüchtlinge bei deren Anblick ernsthaft zweifeln, ob ihnen die Flucht überhaupt gelungen ist! Oder fällt so eine Kooperation mit Kriminellen etwa schon unter den Kampfbegriff „organisiertes Verbrechen“?

Vielleicht hat es auch etwas mit dieser angeblichen Begebenheit einer Post-Wahl-Veranstaltung zu tun, auf welcher der CDU-Finanzminister schmunzelnd erwähnt haben soll, er wäre als Kind ja gern Räuber geworden. „Und“, fragte daraufhin eine alte Frau aus dem Publikum, „ wie ist das so, wenn man seinen Traum verwirklicht?“

Warum es häufiger windet!

Als ich wegen „Todes-Orkan Friederike“ mit der Bahn in Hannover strande, ahne ich, dass die Aufführung des Abends im Rheinland in Gefahr ist. Ich buche einen der letzten verfügbaren Mietwagen und bilde eine kleine Solidargemeinschaft mit zwei Damen aus der „Duft-Industrie“. Mein erster Gedanke: „Jetzt bloß keinen fahren lassen…“

Etwas bravour-trunken starten wir in den Orkan hinein Richtung Westen. Ab und zu schaukelt es heftig. Die A2 staut sich gelegentlich, weil ein Laster im Graben liegt, aber: Von einem so massiv beworbenen Orkan hatten wir uns mehr erhofft. Stürme haben neuerdings ja ein tolles Marketing. Obwohl die Winde immer weniger anrichten, ist es, als hetzten wir von einer Katastrophe in die nächste. Sicher sind acht Todesopfer ein scheußlicher Verlust, aber an jedem durchschnittlichen Tag sterben auf Deutschlands Straßen etwa 10 Menschen. Vor dem Hintergrund, dass in häuslichen Unfällen sogar so viele Menschen umkommen, erscheint die Empfehlung, man möge das Haus nicht verlassen, fast wie ein „Aufruf zum Totschlag“…

Ich gerate ins Träumen. Was, wenn es im Himmel eine Bar gäbe, in der sich Stürme aller Art auf ein Bierchen treffen? Im Vorraum die niederen Herbst-Stürme und lauen Lüftchen, dahinter die Erste-Klasse-Lounge für die echten Killer-Stürme, die sich mit ihren Todes-Erfolgen brüsten. Dort wird die arme „Friederike“ sicherlich schon gedisst: „Wie bitte? Acht? Pussy! Ich habe 47 Menschen erlegt“, röhrt „Kyrill“, „plus zwei Stahlträger vom Berliner Hauptbahnhof!“ Darauf bricht „Lothar“ (1999, 110 Tote) in höhnisches Lachen aus. Was die Halbstarken unter den Stürmen nicht ahnen: Durch eine getarnte Tür gelangt man in den echten VIP-Bereich. Dort erholen sich mit Zigarre die wahren Killer (noch ohne eigene Namensgebung): unter anderen die Sturmflut von 1962 (315 Tote), die Hollandflut von 1953 (2160 Tote) und der große Sturm von 1703 (8000-15000 Tote).

Damals brauchten wir noch kein Sturm-Marketing, denn die Menschen waren ohnehin dauernd in Gefahr. In unserer übersicherten Existenz können wir vor unseren Enkeln nur noch mit Wind prahlen: „Nein, Opi hat nicht nur gearbeitet und ab und zu Urlaub gemacht. Opi hat auch… Friederike überlebt!“

Warum Hirsche weinen!

2018 wird natürlich Ereignissen und Schlagzeilen, die bereits 2017 begannen. Schlagzeilen wie etwa: „Cristiano Ronaldo – weltbester „Offshore-Konten-Kicker“. Ähnlich wie der bereits wegen Steuerhinterziehung verurteilte Lionel Messi. Die beiden sind vielleicht keine Sandkastenfreunde – Briefkasten-Kumpel sind sie allemal!

„G-20 Gipfel teures Hobby“– mit 150 Millionen Euro für den Steuerzahler. Niemand versteht, warum diese Veranstaltung nicht auch als Skype-Konferenz funktioniert! Olaf Scholz hatte vorher noch groß mündig verkündet: „Es wird Leute geben, die sich am 9. Juli wundern werden, dass der Gipfel schon vorbei ist“. Die Leute wunderten sich in der Tat – aber nur über das schlechte Krisenmanagement.

„Windelweicher Diesel-Gipfel“ und „Fipronil-Skandal“. Alexander Dobrindt und ALDI haben zeitgleich keine Eier mehr…

„Trump will Terror ausmerzen“ – mit dem historischen Konzept des General Perschings, der Anfang des letzten Jahrhundert muslimische Rebellen mit in Schweineblut getauchten Patronen hingerichtet und so den Terror auf den Phillippinen für Jahre zum Erliegen gebracht haben soll (beides stimmt nicht). Aber der Gedanke macht Sinn: Schließlich kam ja auch die Hexerei des Mittelalters zum Erliegen, nachdem genug Hexen verbrannt waren…

„Jens Spahn (CDU) entdeckt das Ende der Zivilisation“: Hipster, die nur noch englisch sprechen. Spahn war damals übrigens auch Investor einer Steuer-App namens: „Tax-Butler“. Manche werfen mit Steinen im Glashaus – andere mit Felsbrocken im Kristallpalast.

„AfD über 12 Prozent“ – daraufhin will Alexander Gauland „unser Land zurückholen“. Die meisten Bürger fragen sich erschreckt: Wer hat Deutschland geklaut? Die Polen? Oder doch die Banker?

„Katrin Göring-Eckart rettet Umwelt“ mit dem festen Vorsatz: „Wir wollen, dass in den nächsten vier Jahren jede Biene und jeder Schmetterling und jeder Vogel in diesem Land weiß: Wir werden uns weiter für sie einsetzen!“ Hechte, Hirsche und Stubenfliegen sollen bereits eine Diskriminierungsklage vorbereiten!

In diesem Sinne – auf 2018!

 

Warum wir aussondiert sind!

„Bruch“ ist das Wort der Woche. „Aufbruch“, sagt die Kanzlerin. Meint aber Machterhalt. Genau wie Horst Seehofer, der sogar von einem „untermauerten Aufbruch“ spricht. Was darauf hindeutet, dass er vorhat, noch sehr, sehr lange weiterzumachen – bloß um Markus Söder in den Wahnsinn zu treiben. „Groko-Durchbruch“, meldet die Presse und meint damit kein dem Blinddarm verwandtes Organversagen sondern eine Auflagensteigerung. „Hervorragende Ergebnisse“, sagt Manfred Schulz und meint wiederum Machterhalt – ist ja auch ganz schön, dass alle drei Groko-Protagonisten dieselbe Sprache sprechen!

Dieses Ergebnis markiert das Ende der „Sondierungs-Gespräche“. „Sondierung“ war ein Un-Wort des letzten Jahres, welches sich virusartig in alle Gesellschaftsschichten fraß. Fragte eine Verkäuferin, ob sie einem helfen könne, lautete die Antwort häufig: „Danke, ich sondiere nur.“ Viele Dating-App- oder Tinder-Verabredungen galten längst als „Sondierungs-Vögeleien“ und ein Beziehungsende war ein „Sondierungs-Aus“ oder „fertig ge-Lindnert“.

Könnte also sein, dass Deutschland demnächst wieder eine Regierung hat, was einerseits schön ist. Wobei ich persönlich niemand kenne, der panisch durch die Gegend lief, weil er sich „unregiert“ fühlte. Außer einige verlassene Ehemänner, was wiederum andere Gründe hatte… Ein erster Blick auf die Absichten der neuen Groko lässt erkennen, dass das zentrale Problem der sozialen und finanziellen Ungleichheit im Land nicht ernsthaft angegangen wird. Von dem Ende her droht also kein Bruch. Schon gar kein Auf- oder Durchbruch. So allerdings starten „Bruch-Piloten“!

 

Warum 2017 so unterhaltend war!

Nachdem die Schweinchen- und „rutschenden Elefanten-Videos“ zum Jahreswechsel vom Smartphone gelöscht sind, wird es Zeit für einen Rückblick auf das unterhaltsame Jahr 2017. Und weil es extrem unterhaltend war, geht es zuerst mal um das erste halbe Jahr:

Im Februar wird im Zuge des „Muslim-Banns“ ein Fünfjähriger am Washingtoner Flughafen in Handschellen abgeführt. Der damalige Trump-Sprecher Sean Spicer verkündet daraufhin: „Anzunehmen, dass jemand nur aufgrund seines Alters oder seines Geschlechts keine Bedrohung darstellen könnte, ist töricht und falsch“ – der Mann muss es wissen. Schließlich hatte er es im Weißen Haus täglich mit einem gefährlichen Fünfjährigen zu tun.

Die NPD wird nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes doch nicht verboten – sie sei „zu unbedeutend“. Die Partei überlegt immer noch, das Verfassungsgericht wegen „übler Verleumdung“ zu verklagen. Und den Stimmendieb AfD gleich mit.

Die digitale Puppe „Cayla“ spioniert im Frühjahr in bester NSA-Manier schmutzige Details in Kinderzimmern aus. Klassisches Datenverbrechen, sagen die einen. „Duales Marketing“, meint der weltweite Pädophilen-Sumpf.

Alexander Dobrindt bringt seine Ausländer-Maut auf deutschen Straßen durch. Es gibt allerdings Ausnahmen: Ausländer, die einen Asylbewerber nach Hause fahren, dürfen lebenslang mautfrei und mit überhöhter Geschwindigkeit über bayrische Straßen fegen.

Hauptsponsor des Kirchentags 2017 ist Diesel-Sünder „Volkswagen“. 500 Jahre nach Luthers Thesen ist der Ablasshandel nun auch in der evangelischen Kirche angekommen. Passend dazu beschließt im Juli der Bundestag die Ehe für alle – endlich dürfen auch Priester heiraten!

2018 geht übrigens genauso unterhaltsam weiter. Trump hat gerade getwittert, dass sein Atombombenknopf größer ist und besser funktioniert als der von Kim Jong Un. Wenn es noch Beweisen bedurft hätte, dass der Mensch vom Affen abstammt – diese beiden Paviane liefern ihn umsonst!

Warum die Reichen so arm dran sind!

Vorgestern erschien eine neue Studie, die belegt, dass die Armut-Reichtums-Schere sich weltweit immer stärker öffnet. Nur ein Land hinkt hinterher: Deutschland. Was ist da schief gelaufen? Warum können die deutschen Reichen sich nicht angemessen an der Ausplünderung der Armen beteiligen? Gut, auch hierzulande besitzen die oberen zehn Prozent 40 Prozent des Volksvermögens, während die untere Hälfte nur auf 17 Prozent kommt. Im den USA besitzen die oberen Zehn allerdings 47 Prozent, in Indien und Brasilien 55 und im Nahen Osten sogar 61 Prozent. Da ist im wahrsten Sinne des Wortes noch „Luft nach Oben!“ Warum kann der deutsche Kapitalist nicht auch mal zeigen, was er auf dem Kasten hat?

Nun muss, wer so viel Vermögensungleichheit zulässt, auch die Gefängnisse besser ausbauen. Länder mit starken Wohlstandsunterschieden tendieren zu einer wesentlich höheren Kriminalität. In Brasilien (wo die oberen Zehn ebenfalls 55 Prozent am Volksvermögen besitzen) ist die Chance, ermordet zu werden, 40 mal so hoch wie in Deutschland. Ein Gutteil des Reichtums muss man dann eben auch schon mal in die Festung investieren, die man früher noch „Zuhause“ nannte. Und in die Panzerung der Limousine. Aber solange man sein Reichen-Ghetto noch ohne größere Angst verlässt, ist die Arbeit nicht getan.

Aber sogar der allen anderen hinterherhinkende deutsche Kapitalismus hat hierzulande mittlerweile wieder eine Situation produziert, wie es sie zuletzt 1913 gab – da war die Vermögensungleichheit ähnlich hoch. Das könnte die AfD beruhigen: Wir sind wieder in der guten alten Zeit angekommen, der Adel heißt jetzt nur anders: nämlich Familienunternehmer! Und gab es nicht bald nach 1913 einen etwas umfangreicheren Krieg, der die Verteilung auf einem erheblich niedrigeren Niveau wieder anglich? Da lautet die Devise: Lassen wir es doch „mal wieder richtig krachen“!

Warum die Backe des Ministers schmerzt!

Schon 27 Jahre nach der Wiedervereinigung gibt es ab morgen die neue ICE-Trasse Berlin-Bayern, welche endlich dafür sorgt, dass Bahnreisende mit Ziel München nicht mehr von Autofahrern ausgelacht werden. Am Sonntag wird die Strecke prominent eingeweiht. Mit auf der Eröffnungsfahrt in einem der neuen geländegängigen ICE-4-Züge: Der Landwirtschafts- und Interims-Verkehrsminister Schmidt(CSU – auch bekannt als „Glyphosat-Schmitti“), in Thüringen steigt der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) dazu. Später dann auch noch der sächsische Ministerpräsident, bis der Zug in Berlin von Angela Merkel in Empfang genommen wird.

Ich erahne Zwischenfälle. Schließlich wird Schmidt vermutlich von einer älteren Nonne begleitet, damit die Trasse auch den Segen Gottes erhält. Ramelow kommt dafür in Begleitung einer jungen, attraktiven Referentin sein (schließlich ist er ein Linker). Da die Strecke stark untertunnelt ist (22 Tunnel!), wird wohl in einem der Tunnel das Licht im Zug ausfallen. Im Dunkeln erfolgt eine Ohrfeige. Als der ICE wieder aus dem Tunnel raus und im Licht ist, hält sich Glyphosat-Schmitti die schmerzende Wange. Er denkt: „Der Ramelow, diese Sau, hat vermutlich versucht, seine Begleiterin anzugrapschen, erwischte aus Versehen die Nonne und die hat mir irrtümlich eine gescheuert.“ Die Nonne denkt: „Sieh an, der Schmidt hat bestimmt versucht, die hübsche Thüringerin zu belästigen, und die hat ihm eine gescheuert!“ Die Referentin denkt: „Glypho-Schmitti wollte bestimmt mich begrapschen, erwischte aus Versehen die Nonne – und die hat ihm eine gescheuert.“ Und Ramelow denkt: „Im nächsten Tunnel hau ich dem Schmidt noch eine runter!“

Prompt gibt es ein ziemliches Gerumpel, und Ramelow fragt seine Begleiterin: „Mir ist, als ob der Zug eben von den Schienen sprang, über die Wiese raste, durch den Wald und dann wieder auf die Schienen?“ Die Referentin sagt: „Weiß nicht, die Ohrfeigen waren so laut.“ Sie fragen den Verkehrsminister: „Kann es sein, dass der Zug eben von den Schienen sprang, über die Wiese raste, durch den Wald und dann wieder auf die Schienen?“ Dieser sagt: „Kann sein, aber bei den Schmerzen kann ich mich nicht konzentrieren.“ Sie rufen beim Zugführer an: „Kann es sein, dass der Zug eben von den Schienen sprang, über die Wiese raste, durch den Wald und dann wieder auf die Schienen?“ „Ja,“ sagt der. „Auf dem Gleis lag nämlich Christian Lindner.“ „Ach,“ meint da der Schmidt, „wegen dem Jamaika-Verhinderer hätten sie aber nicht extra einen Umweg nehmen müssen.“ „Hatte ich auch nicht vor. Aber dann rannte der Lindner auf einmal über die Wiese, durch den Wald…“

Warum die nächste Flüchtlingskrise schon da ist!

Auf dem Boden liegende Elendsgestalten schauen mich aus erschöpften Augen müde an . Ein älterer Mann mit zerschlissenem Anzug fleht in gebrochenem Deutsch (es hätte allerdings auch pfälzisch sein können…): „Bitte, ich will doch zu meiner Tochter. Familienzusammenführung! Wissen Sie, früher, da bin ich Flugzeug geflogen…“ Bevor ich etwas sagen kann, ertönt eine barsche Uniformierte: „Nichts da, raus.“ „Aber ich habe doch ein Ticket“, versucht der Mann einzuwenden.“ „Nehmen Sie halt den nächsten Zug…“

Der ICE ist nämlich überfüllt. „Hier spricht Ihr Zugführer. Fahrgäste, die den Zug freiwillig verlassen, erhalten einen Gutschein über 25 Euro“. Niemand will den Zug verlassen. Die Aussicht, nach Mitternacht im Westen Deutschlands zu sein, wiegt schwerer als 25 Euro. „Das sind diese Air-Berlin Flüchtlinge“, giftet eine vornehm gekleidete Frau auf einem Bahn.Comfort-Platz, „die nehmen uns die ganzen Sitzplätze weg!“ „Genau,“ stimmt eine bayrische Stimme ein, „wir brauchen eine Obergrenze!“

Unbemerkt von der großen Politik ereignet sich eine weitere Flüchtlingskatastrophe. Seit Air-Berlin nicht mehr fliegt und die Lufthansa sich ihr Monopol für innerdeutsche Flüge vergolden lässt, steigen immer mehr Menschen auf die Bahn um, die ja schon an guten Tagen mit dem Phänomen „Fahrgast“ etwas überfordert ist. Und dies ist kein guter Tag sondern Vorabend des Nikolaustags. „Wir sind immer noch zu voll“ plärrt die Ansage. „Ich möchte von meinem Asylrecht Gebrauch machen,“ versucht es der Pfälzer noch. „Heiß ick Merkel oder wat?“ erwidert die Schaffnerin, bevor sie ihn rausbefördert.

Durchs Fenster sehe ich ihn um seine 25 Euro anstehen und muss an eine alte Hopi-Prophezeiung denken (oder war es eine Hopfen-Prophezeiung?): „Erst wenn der letzte Air-Berlin Flieger am Boden steht, wenn das letzte Terminal C verwaist ist, wenn das letzte Schoko-Herz versteigert ist – werdet ihr merken, dass die Lufthansa keine Wohltätigkeitsorganisation ist!“

Warum Bitcoins so kryptisch sind!

„Na, haste schon Bitcoin?“ fragt mich der Taxifahrer. Nö. Sehr ärgerlich, dass ich nicht vor sieben Jahren all mein Erspartes in Bitcoins investierte und heute Multimillionär bin. Bei Investment-Tipps von Taxifahrern ist jedoch Vorsicht angebracht. Bitcoin ist nämlich eine Krypto-Währung – also kryptisch und nicht auf den ersten Blick verständlich. Sie basiert auf der „Blockchain“-Technologie. Das ist (stark vereinfacht) die Übertragung des Kinderspiels „Ich packe meinen Koffer und nehme mit“ in digitale Sprache. Da sagt der Erste: Zahnbürste. Der Zweite: Zahnbürste und Zahnpasta. Der Dritte: Zahnbürste, Zahnpasta und eine Quietsch-Ente. So entsteht ein Schwanz, der immer länger wird. Das macht dieses Konzept für männliche Investoren so attraktiv.

Frauen brauchen ein alternatives Block-Chain Investment: Schuhe. Das ist ein Akronym: „Spontan Chaotischen Haushaltdefizits-Unterstützenden Hauptkörperuntersatz Erwerb“ – kurz SCHUHE. Kaufen Sie (zur Not auf Pump! – oder sogar Pump im Plural: Pomps!) sehr viele Schuhe und bauen Sie aus den Schuhkartons (mit den Schuhen drin) ein Haus. Ab und zu ziehen Sie einen Schuhkarton raus und tragen die Schuhe. Das macht Sie zum Reality-TV-Promi. Dann versteigern Sie die getragenen Schuhe meistbietend im Internet. Als Fetisch. Also als „Faktisch Enorm Transpirations-Intensiver Schuh“ – FETISCH-SCHUH. Hatten Sie beim Tragen des Schuhs gewisse Gedanken, wird der Schuh zum „Während Ich Cool Heimlich Sinnierte“ – also WICHS-FETISCH-SCHUH (kommt von Schuhe wichsen – woran dachten Sie? Ferkel!)

Irgendwann werden Ihre Schuhe zur Währung. Dezentral – weil Sie immer mehr GEILE (Garantiert-Egomanisch-Intensive-Letztlich-Ehebelastende)-WICHS-FETISCH-SCHUHE kreieren und weltweit unter die Leute bringen. Kryptisch, oder? Sie verstehen die Wertsteigerung nicht? So geht es mir mit Bitcoin auch…

 

Warum die Katrin besser nicht Recht hat!

„Wir wollen, dass in den nächsten vier Jahren jede Biene und jeder Schmetterling und jeder Vogel in diesem Land weiß: Wir werden uns weiter für sie einsetzen!“ – dieses Katrin Göring-Eckardt Zitat wirft Fragen auf: Warum Bienen, Schmetterlinge und Vögel, aber keine Wale, Wölfe oder Stubenfliegen? Stellt dieses „Bescheid-Wissen“ der Tiere nicht einen extremen Sprung in der Entwicklung von Bienen, Schmetterlingen und Vögeln dar? Wie wollen die Grünen das in nur vier Jahren ohne Gen-Manipulation hinkriegen?

Vielleicht ist es sogar besser, dass Insekten und Vögel über den „Einsatz“ der Menschen nicht informiert sind. Andernfalls käme es zur Rebellion und einer Debatte im Bienenparlament: „Homo Sapiens nervt. Wir sterben aus,“ sagt die Königin. „Aber, Eure Majestät, ist das nicht nachteilig für unsere Art,“ wendet eine Drohne ein. „Wir sterben natürlich nicht völlig aus,“ erwidert die Herrscherin kühl, „es ist eine Art taktischer Rückzug. Denkt an die Napoleonischen Kriege – die Russen zogen sich aus Moskau zurück und zündeten die Stadt an. Daraufhin verhungerten die Franzosen. So geht das. Wenn die Menschen dann alle tot sind, beherrschen wir die Erde……“

Die Indizien deuten darauf hin, dass dieses Verschwörungs-Artensterben schon im Gang ist: Es gibt immer weniger der für den Menschen überlebensnotwendigen Bienen. Insekten schleusten vermutlich längst Kleinstlebewesen und Viren in die Hirne einiger Politiker, die dort zu irren Entscheidungen führen. Der Landwirtschaftsminister lässt Glyphosat weiterhin zu. Das spielt der Bienen-Aussterbe-Strategie in die Hände und macht zugleich eine regierungsfähige Koalition unwahrscheinlicher. Deutschland versinkt im Chaos, die Kapitalmärkte in Koalition mit Donald Trump (total verseuchtes Insektenhirn!) tun ein Übriges – bald ist der Mensch Geschichte. Ist das der „Einsatz“, den die Katrin meint?

 

Warum ich manchmal nicht aufwachen will!

„Erst befällt mich eine lähmende Starre, Doktor,“ sage ich, „gefolgt von einer Dumpfheit im Hirn, welche sich mit einer gähnenden Langeweile paart. Nach einiger Zeit bin ich nur noch am Lallen irgendwelcher sinnloser Allgemeinplätze und fühle mich wie einer dieser grenzdebilen Teilnehmer einer Reality-Show, in der man nackt und tätowiert eine Frau mit aufgespritzten Lippen anbaggert.“ Der Doktor nickt bedächtig mit dem Kopf. „In letzter Zeit,“ meint der Halbgott in Weiß, „kommen verstärkt Menschen mit diesen Symptomen in meine Praxis. Es handelt sich um die so genannte ,Groko-Panik’“.

„Groko-Panik?“ frage ich. „Ja, das ist eine Phobie vor einem vierjährigen Weiter-Merkeln, in welche die SPD hineinge-Schulzt wird.“ „Kann man da nichts gegen tun?“ frage ich verzweifelt. „Könnten Sie mir nicht eine Jamaika-Infusion geben?“ „Das geht leider nicht,“ meint er traurig, „die Nebenwirkungen sind zu heftig. Viele Menschen berichten von einer ätzenden Sondierungs-Verstimmung. Und gerade, wenn man meint, das Schlimmste überstanden zu haben, kriegt man noch eine in den End-Darm ge-Lindnert.“

„Gibt es denn nichts, was hilft?“ frage ich panisch. „Es gäbe die Möglichkeit eines Neu-Wahl-Resets des Systems.“ „Ich bin Kassenpatient!“ „Ach so,“ sagt der Arzt, „naja, die Erfolgsaussichten wären sowieso äußerst gering. Des Weiteren könnte ich Ihnen eine Minderheiten-Regierung verschreiben.“ „Das klingt aber gar nicht gut.“ „Je nachdem,“ meint er, „jede Entscheidung würde im Parlament herbei debattiert werden. Dazu müsste allerdings die Minderheit anfangen zu denken. Bei Männern ist das der vernunftbegabte frontale Neo-Cortex, dessen Funktion bislang von den in der Körpermitte angesiedelten Mehrheits-Testosteron-Zentren ausgehebelt wurde.“ Ich breche in kalten Schweiß aus. Und wache auf. War nur ein Traum. Gottseidank. Aber woher kommt dann diese lähmende Starre?

 

Warum unser Jamaika-Urlaub geplatzt ist!

Wird nix mit Politik-Urlaub in der Karibik. Tot-ge-Lindner-t – heißt es allerorten. Unter der Trauer schlummert jedoch auch eine gewisse Erleichterung. Die Grünen hatten vermutlich sowieso Bauchschmerzen wegen des mentalen CO2 Ausstoßes. Jamaika – ob man in die Karibik fliegt oder mal eben den ganzen Winter über im Geländepanzer zur Arbeit fährt, ist Treibhaus-Gas-mäßig ja auch ziemlich egal. Ähnliches trifft auf die Entfernung von geistigen Idealen zu – und welcher Grüne will schon beim Starkbier-Anstich auf der Seite Horst Seehofers stehen?

Die CSU wiederum kann sich jetzt in Ruhe ihrem Metzger-Hobby widmen – also der Selbstzerfleischung. Und die CDU weiß, dass sie die reine Unschuld vom Lande ist (und genauso planlos). Während die SPD in der glücklichen Lage ist, dass alle sauer auf die Politik sind – nur die Sozen sind diesmal aus dem Schneider! Alle haben also gute Laune – und die FDP hat schuld. Vielleicht wollte Christian Lindner zur Abwechslung mal „den Trittin geben“ – mit Ende 30 kommt sogar ein Liberaler in die Revoluzzer-Jahre, haut mächtig auf den Putz und zeigt, dass er nur aus Prinzipientreue, Muskeln und Sehnen besteht – oder in Lindners Fall eigentlich nur aus Sehnen – dem Sehnen nach Macht. Ob der Lindner weiß, dass der Grünen-Jürgen gern auch „Jeder-Tritt-ihn“ genannt wurde?

Nun ist die Panik groß, ein führungsloses Land zu sein. Aber haben nicht wir Deutschen mit Führern eher so gemischte Erfahrungen gemacht? Wo nix regiert wird, wird auch wenig falsch gemacht. Und Minderheitenregierung klingt ja auch mal ganz fesch: So als ob Minderheiten zur Abwechslung mal was zu sagen hätten… Wie wäre es wohl, wenn man jetzt für jedes Gesetz eine Mehrheit findet, die an der Sache interessiert ist und nicht an Partei-Kalkül? Der DAX jedenfalls hüpfte gleich mal freudig nach oben – das haben Finanzwelt und Anarchisten eben gemeinsam: Sie mögen weder Regulierung noch Regierung…

 

Warum wir Steueroasen verdünnen!

Die Homöopathie, in ihrer Wirkung umstritten, funktioniert über die Verdünnung von Wirkstoffen. Legale Steuervermeidung etwa über die Niederlande, in ihrer Wirkung unumstritten, funktioniert ähnlich. Die Steuern werden so verdünnt, dass man schon fast von einer Hochpotenz sprechen kann – jedenfalls für den Vermeider.

Das Dumme daran: Die Niederlande selbst haben nix davon. Wenn schon ein Land andere Länder abzockt, würde man sich wenigstens für die Bewohner dieses Staates ein üppiges Leben wünschen, ständige Umsonst-Partys an Bikini-erhitzten Stränden, gute Laune und den gelegentlichen Erwerb einer Fußball-WM. Die Vorteile durch Steuervermeidung in den Niederlanden sind allerdings vernachlässigbar.

Dafür führt diese Politik andernorts zu maroder Bildung sowie miserabler Infrastruktur und massiv schlechter Laune. Außer bei einigen konservativen Liberalen, die so etwas als „Korrektiv für die Gier von Finanzministern“ empfinden – was natürlich blanker Unsinn ist. Finanzminister sind ja auch nur die Angestellten der Bürger-Gemeinschaft, die in einem Staat leben. Und wenn der Boss (also der Bürger) Steuern vermeidet, ist das ein wenig wie ein Chef, der seine Firma plündert. In der Wirtschaft heißt das dann Hartmut Mehdorn.

Soweit die schlechten Nachrichten. Kommen wir zu den guten: Die Klimakatastrophe! Die Erwärmung des Planeten ist natürlich schrecklich. Einerseits. Andererseits werden Holland und die anderen „Steuerparadiese“, welche samt und sonders am oder im Meer gelegen sind, bei einem Meeresspiegel-Anstieg um nur fünf Meter kein Thema mehr sein. Sehen Sie also demnächst einen übelgelaunten Bonzen in einem fetten Pick-Up Truck mit einem Anhänger voller Methan-pupsender Kühe, die eine ausschließliche Bohnen-Linsen-Diät zu sich nehmen, mit überhöhter Geschwindigkeit an sich vorbei ziehen – seien Sie nachsichtig: Er kämpft für Steuergerechtigkeit!

Auch für die Niederländer wird es toll, wenn ihr Land aufgrund der eigenen Gier verdünnt wird. Dann können Sie endlich mal in Ruhe ihrem liebsten Hobby nachgehen: Im Wohnmobil durch Deutschland kreuzen!

 

 

Warum wir jetzt wieder Kinder missbrauchen dürfen!

Roy Moore, extrem rechter und extrem rechts-religiöser Kandidat für den Senat in Alabama, soll sexuellen Kontakt mit einem 14jährigen Mädchen angebahnt und auch sonst Neigungen zu sehr, sehr jungen Damen gehabt haben. Das wird jetzt von seinem Glaubensgenossen(oder sollten wir „Glaubenswahn-Genossen“ sagen?) verteidigt mit dem Argument, dass König David immerhin 500 Konkubinen hatte. Der Rechnungsprüfer Alabamas zitiert zur Rechtfertigung sogar die Schwängerung der minderjährigen Maria durch den erwachsenen Zimmermann Joseph. Alles normal also. Man fragt sich allerdings, warum bis heute kein Heiland aus Alabama aufgetaucht ist…

Nun ist es eine sehr gute Nachricht für die weltweite Pädophilen-Gemeinde, dass der Missbrauch Minderjähriger anscheinend einen göttlichen Segen hat und linke Spinner sich nicht so anstellen sollen. Und es eröffnet einen weitgefassten Rechtsrahmen, wenn man einfach mal die guten alten biblischen Normen von damals wieder einführt. Bei Vergewaltigungen etwa sollte auf 5. Moses 23-24 gehört werden – dort ist eine Steinigung auch für vergewaltigte Mädchen vorgesehen, weil sie nicht laut (genug) geschrien haben. Bei Disziplin-Problemen könnte man auf 5. Moses 18-21 zurückgreifen, demzufolge Eltern auch ungehorsame Kinder der Steinigung übergeben sollten. Widersacher können im Stil König Jehus von Israel aus dem Weg geräumt werden, der im Gegenzug für die Kapitulation Samarias die Massenenthauptung der 70 Söhne Ahabs anordnete. Sogar die Kopftuch-Debatte könnte man kurz und knapp biblisch beenden, da laut 1. Korinther 11 eine Frau beim Gebet ihr Haupt bedecken soll. Im Gegensatz zum Islam sieht also die christliche Religion das Kopftuch eindeutig vor!

Man fragt sich wirklich, warum Donald Trump so dermaßen gegen Muslime ist, wo der Islamische Staat doch eine der wenigen Organisationen ist, welche die Werte der Republikaner noch Eins zu Eins umsetzt?

 

Warum es bald keine Sex-Rache mehr gibt!

Ridley Scott hat in einer fast schon stalinistisch anmutenden Aktion von nahezu trotzigen beziehungsweise trotzkistischen Ausmaßen den Schauspieler Kevin Spacey aus seinem neuen Film geschnitten und durch Christopher Plummer ersetzt. Offiziell, weil der Kevin sich angeblich unmöglich und vor allem sexistisch benommen haben soll. Vermutlich ist das Ganze jedoch eher eine geschickte PR-Aktion für alle, die schon immer mal sehen wollten, wie Christopher Plummer den Kevin Spacey spielt.

In Hollywood folgt also auf Sexismus faktisch Berufsverbot. Wer als sexistisches Schwein auffällt, kriegt keine Arbeit mehr – auch wenn seine schauspielerische Leistung wie im Fall Spacey beeindruckend ist. Die amerikanische Politik lässt diese Konsequenz schmerzhaft vermissen – auch wenn etwa Donald Trumps Leistungen nur ihn selbst beeindrucken.

Auch Facebook startet jetzt eine Kampagne – gegen Rache-Pornos. Die geht so: Man schickt das Porno schon mal vorab an Facebook. Facebook erstellt dann einen digitalen Fingerabdruck, der alle weiteren Videos dieser Art sperrt. Eine Aktion, die ich mir übrigens schon seit Jahren auch für Katzenvideos wünsche! Wobei die Rache-Porno-Aktion wenig Erfolg haben wird – die meisten Männer werden sich denken: „Mein bestes Teil? Auf einen digitalen Finger runterrechnen? Soviel Rechenleistung hat kein Computer der Welt!“ Die meisten Frauen allerdings wissen: Um das Teil in einen Finger zu verwandeln, reicht schon der Satz: „Hör auf den Kasper zu machen und bring den Müll runter – oder kannst du das auch nicht?“ Frauen hingegen sorgen sich eher um die unzulässige Vergrößerung ihrer Intimzone auf einen „Finger“.

Wer wirklich auf Nummer sicher gehen möchte, dass seine Sex-Kapaden nicht mehr veröffentlicht werden, der kann eigentlich in Zukunft nur noch Pornos mit Kevin Spacey drehen!

Warum wir bald keine IPhone mehr haben!

„Ich muss unbedingt das neue IPhone X haben“, sagt eine Freundin neulich zu mir. „Warum?“ frage ich. Immerhin hat sie bereits ein IPhone und braucht auch das im Prinzip nur, um Fotos ihres Abendessens per WhatsApp mit „Freunden“ zu teilen. Das veranschaulicht die rasante Entwicklung, welche Homo Sapiens seit der Steinzeit durchgemacht hat: Wir versuchen immer noch, andere mit einem besonders großen Stück Fleisch zu beeindrucken.

Auch IPhone-Hersteller Apple versucht das. Das Fleisch heißt bei Apple schlicht „Gewinn“ und der ist besonders groß, weil die Firma dank kreativer Steuervermeidungspolitik nur eine Steuerquote von 18 Prozent hat – wenn es hoch kommt. In Europa sind es teilweise nur 4 bis 5 Prozent. Um „Fleisch-Schwund“ und eine finanzielle Bewölkung gewisser Steuerparadiese zu vermeiden, erkundigte sich Apple laut der Panama Papers gezielt nach „ernstzunehmender Opposition“ in gewissen fiskalischen Piraten-Staaten, die ihnen den Spaß vermiesen könnten. „Ernstzunehmende Opposition“ gibt es Gottseidank in Deutschland nicht. Höchstens in Korea. Sie heißt „Samsung“. Wobei ein IPhone im Vergleich etwa zum Samsung Galaxy Note 7 einen entscheidenden Vorteil hat: Beim IPhone kann kein Akku explodieren, weil der sich kurz nach Einschalten des Telefons bereits komplett entleert hat.

Schneller als der IPhone-Akku leert sich nur die Staatskasse, die dank der Kreativität von Apple und anderen Steuer-Vermeidern immer weniger Geld hat, um Infrastruktur und Bildung zu finanzieren. Das könnte Apple irgendwann auf die Füße fallen. Stell dir vor, du hast ein neues Smartphone, bist aber zu doof, es zu bedienen. Was dann vermutlich auch nicht mehr so viel ändert. Weil du nämlich gar kein Telefon erhalten hast, da die Straßen derart marode sind, dass auch die Apple-Liefer-Trucks nicht mehr durchkamen. Vielleicht ist es das, wofür das X steht – X wie „kein Telefon mehr – komplette Stille, niemand stört mehr“ und das für nur 1000 Euro!

 

Warum wir jetzt keine Karten mehr spielen!

„House of Cards“ – „Kartenhaus“ heißt eine beliebte Serie auf Netflix, in der ein intriganter Politiker US-Präsident wird. Die Hauptrolle spielt Kevin Spacey, der sich jetzt wie einige andere Hollywoodgrößen vielen Missbrauchsvorwürfen ausgesetzt sieht. Man könnte auch sagen: Sein Kartenhaus ist eingestürzt. Ähnlich wie das von Harvey Weinstein, Brett Ratner, Dustin Hoffman und etlichen anderen Hollywood-Größen sowie das des britischen Verteidigungsministers, für den das vermutlich die einzige Möglichkeit war, in einem Atemzug mit Hollywood-Stars genannt zu werden.

Zuerst mal ist es gut, dass der Harvey nicht mehr sagen kann: „Bring meinen Weinstein zum Lachen, Baby, und deine Karriere lacht mit!“ Oder dass Kevin nicht mehr sagt: „Auf meinem Schoß mach ich dich groß!“ All das ist wunderbar – aber es gibt auch Kollateralschäden von #hollywoodgate. Die Besetzungscouch, einst das wichtigste Möbel eines Produzentenbüros, ist praktisch arbeitslos. Asiatische Kinderhände, die diese einst zärtlich fertigten, werden ihre Familien in Zukunft nicht mehr ernähren können. Schauspieler und Schauspielinnen, die im Bett besser sind als auf der Bühne oder im Film, erleiden schwere Wettbewerbsnachteile.

Aber vor allem: Warum zum Teufel sollte ein kreatives Arschloch jetzt noch Produzent werden wollen? Keine Besetzungscouch mehr, bei jeder Verabredung die Macho-Allüren bis zur Unkenntlichkeit zurückfahren müssen, ohne Fummeln in den Feierabend, auf Koks nur noch dumm rumlabern… Was bitte soll man jetzt noch als männliches, kreatives Arschloch machen, um Spaß am Leben zu haben?

Oh, nein! An dieser Stelle fällt der Blick auf einen Mann, dessen Kartenhaus erstaunlich stabil ist und dem Sexismus-Vorwürfe erstaunlicherweise nichts anhaben können: Donald Trump! Und da stellt sich die Frage: Verträgt die amerikanische Politik überhaupt noch mehr sexistische Arschlöcher?

Chin als Studiogast Deluxe

Am Samstag den 04.11.2017 zwischen 11:05 und 12:00 bin ich im Radio zu hören und zwar im WDR 5 bei Satire Deluxe. Wer lieber ausschläft, kann sich auch online die Audio-Datei anhören!