Autor: Chin Meyer

Chin bei Radio Eins

am Montag, dem 30.10. bin ich live in der „Großen Radioeins Satire Show“ mit Florian Schröder, Jürgen von der Lippe und anderen tollen Gästen. Das Tipi selbst ist allerdings schon ausverkauft! Aber ihr könnt es im livestream sehen auf radioeins.de und am Sonntag, den 5.11. von 11-12 im Radio hören!

Warum wir zu wolkig sind!

Air Berlin pleite. In Charleston marschieren Nazis. In Brandenburg die Elche. Wie antwortet die Politik? Indem sie outsourced. Angela Merkel etwa, die einst das Internet als „Neuland“ bezeichnete, hat mittlerweile ihre gesamte Politik in die „Cloud“ ausgelagert. Alles, was sie von sich gibt, kommt dermaßen wolkig daher, dass man nie genau weiß: Was will sie uns damit eigentlich sagen? Sie ist die umwölkte Meisterin des Unkronkreten. Als es um die Ehe für alle ging, da beendete Merkel die Debatte nicht mit einem Paukenschlag: „So, wir machen das. Basta.“ Nein, diese Art Schröderscher Kraftmeierei liegt ihr so fern wie Horst Seehofer die klare Konsequenz. Sie läutete die vielleicht gravierendste gesellschaftliche Änderung dieser Legislaturperiode kaum merkbar ein mit dem fast gehauchten Satz: „Ich meine, ich wünsche mir eine Diskussion, die eher in Richtung einer Gewissensentscheidung geht.“

Wie kündigt sie mit solcher Rhetorik eigentlich einen Toilettenbesuch an? „Ich meine, es sollte in die Richtung gehen, dass eine Entsorgung von Altlasten, wenn sie denn unausweichlich geworden sein sollte, in einer der Situation angemessenen Art und Weise umgehend initiiert werden sollte…“

Selbst ihr berühmtester und vielleicht konkretester Satz „Wir schaffen das!“ ließ verdammt viel Raum für Interpretation. Was genau sollen wir schaffen? Die Flüchtlingsproblematik? Die tiefen Meinungsgräben in der Bevölkerung schließen? Oder einfach nur irgendetwas schaffen, meinetwegen Chaos?

Aber vielleicht schafft Merkel tatsächlich etwas, nämlich einen völlig neuen Politik-Stil. Politik im Sinn des Zen-Buddhismus. Dieser propagiert, dass die Wahrheit nicht gesagt werden kann und daher das Wahrste die Verneinung ist: wir sind weder Körper noch Verstand – No Body – no Mind. Und Merkels Zen-Politik heißt: Keine Aussage – kein Programm. Den Rest finden Sie in der Cloud. Denn über den Wolken muss die Merkel wohl grenzenlos sein…

Warum wir jetzt so rumeiern!

Was haben Aldi und Alexander Dobrindt nach dem Diesel-Gipfel gemeinsam? Sie haben beide keine Eier mehr…! Bei Dobrindt liegt das am Einfluss der Lobbyisten, bei Aldi am Einfluss des Fipronils – beide sind in kleinen Dosen ungefährlich, aber für Kinder und Alte reichen schon kleine Gaben, um gesundheitsgefährdend zu wirken. Denn Deutschland wird geplagt von „belasteten Eiern“, und das liegt nicht daran, dass es in unseren Schlafzimmern besonders gut läuft…

Wo kamen die Fipronil-verseuchten Eier eigentlich her? Richtig: Aus den Niederlanden! Niederträchtig! Wann haben uns die Holländer eigentlich das letzte Mal die Eier genommen? Am 30.11.2002 mit 3:1! Bevor wir uns jetzt in bitteren Revanche-Strategien verlieren und überlegen, ob ein so kleines Land wirklich so viele Deiche braucht, muss aber angemerkt werden, dass der Lebensmittel-Skandal anscheinend auf die kriminelle Energie eines einzigen Händlers zurückzuführen sein soll. Und der ist Belgier. Da kann man schon gar nicht mehr von „Benelux-Staaten“ sprechen. Denn Benelux heißt übersetzt „gutes Licht“ – es sind eher „Malefix“-Länder (male ist lateinisch für schlecht), die uns fix das fiese Läusemittel auf die Eier „fipronilen“.

Es gibt allerdings in Deutschland noch Gegenden, in denen die Eier sicher sind. Besonders Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern gelten als „sichere-Eier-Zonen“ (SEZ) und dürfen daher mit einem Ansturm von Eier-Süchtigen rechnen, die versuchen, der Ausrottung des deutschen Volkes nicht durch Islamisten sondern durch niederländische Legehennen zu entgehen. Endlich mal wieder ein Wahlkampf-Thema für die AfD!

Doch selbst wenn wir fast zeitgleich von der Diesel-Industrie und der Eier-Industrie in die Pfanne gehauen werden, eins können sowohl Dobrindt als auch Aldi bestätigen: Man kann auch ohne Eier ganz gut leben!

Chin in der NDR-Talk Show

am 25.8. habe ich das Vergnügen, zusammen mit Charly Hübner, Kai Pflaume, dem Model Greta Silver,  der Ex-EiskunstläuferinTanja Szewcenko sowie dem Verleger und Meeresbiologen Nikolaus Gelpke im NDR zu talken.

Warum wehrhafte Demokraten es so leicht haben!

Es ist Ostern. Aber auch Diktatoren-Wahl in der Türkei. Man könnte auch sagen: Der Osterhase kommt diesmal besonders schräg daher gehoppelt. Der Bundespräsident sagte dazu neulich indirekt, so etwas dürfe bei uns nicht passieren, Deutschland müsse eine „wehrhafte Demokratie“ sein. „Wehrhaft“ und „Demokratie“ sind jedoch unversöhnliche Gegensätze. Man nennt das „Oxymoron“, also Unwort-Kombinationen wie „Weißer Rappe“,„feministischer Mullah“ und „toleranter Erdogan“. Oder eben „wehrhafte Demokratie“. Denn Wehrhaftigkeit bedeutet Überwachung, Ausspähung, hohe Polizeipräsenz, kurz NSA in der Hochpotenz, während die „freiheitliche Demokratie“ gerne von Datenschutz, Privatsphäre und anderen überflüssigen 90ger Jahre Relikten faselt.

Eine besonders wehrhafte Demokratie will Erdogan in der Türkei installieren. Die türkische Demokratie wurde ja bekanntlich von Putschisten angegriffen, und jetzt wird sie halt geschützt. In Sicherheit gebracht. Ihr Gold lassen Sie ja auch nicht zuhause rumliegen, sondern legen es in ein Bank-Schließfach. Das Gleiche passiert jetzt mit der Demokratie in der Türkei: Sie kommt in Sicherheitsverwahrung, und wenn das Volk mal wieder was Demokratisches will, kann es ja den Erdogan fragen, wann die Demokratie Besuchszeiten hat.

Putin, Assad, Erdogan – von einer „Internationale der Autokraten“ zu sprechen, liegt hier nahe – faktisch ist es allerdings mehr ein „Kleptokraten-Club“. Erdogan fing ohne Vermögen an und hat jetzt etwa 150 Millionen. Der Assad-Clan ist milliardenschwer und Putins Familie besitzt sogar geschätzte 35 Milliarden – doppelt soviel wie Mark Zuckerberg. Das hat gewisse Vorzüge: Man kann es auch zu etwas bringen, ohne den Leuten die Zeit auf Facebook zu klauen. Oder anders gesagt: Auch mit der Ganz Old Economy wie Mord, Totschlag und Erpressung lässt sich noch richtig Rendite machen! Und wie Donald Trump, dessen Tochter seit seiner Präsidentschaft auch glänzende Umsätze macht, nach seinen gestiegenen Bomben-Abwurfs-Umfragewerten weiß: Wehrhaftigkeit lohnt sich!

Warum wir so unglücklich sind!

Dem grade erschienenen Weltglücksindex 2017 zufolge zählen wir zu den glücklichsten Staaten der Welt! Kaum zu glauben, besonders wenn man die Mienen in öffentlichen Verkehrsmitteln betrachtet. Aber vielleicht sollte man im Umkehrschluss vermeiden, U-Bahn in Ländern zu fahren, die auf den hinteren Plätzen landen – Burkina Faso etwa oder Süd-Sudan.

Der „Spiegel“ titelte: „Deutschland wieder nicht glücklichstes Land der Welt!“ – ganz als ob die Bundesrepublik einen reellen Anspruch auf den Titel hatte, den aber aufgrund einer falsch gegebenen „roten Karte“ nicht verwandeln konnte. Wenn man auf die Top-Glücks-Plätze schaut (Norwegen, Dänemark, Schweiz), wird schnell klar, dass Fußball überhaupt keine Rolle für das National-Glück spielt und hierzulande eindeutig zu hoch bewertet wird.

Deutschland liegt wie im Vorjahr auf Platz 16. Norwegen löst Dänemark an der Glücksspitze ab:„Öl schlägt Porno“ – müsste die Überschrift korrekterweise heißen. Immer wieder erstaunlich ist die hohe Platzierung Israels (Platz 11) – vielleicht einer der Gründe für Donald Trumps haltlose Hypothese, dass mit hohen Zäunen abgegrenzte Länder glücklicher sind. Die USA selbst sind vom 12. auf den 14. Platz zurück gefallen – eine Trump-Delle?

Erstaunlich auch die relativ schlechte Platzierung Frankreichs (31 hinter Mexiko und Guatemala) – ein Hinweis darauf, dass intellektuelle Diskussionen, heimliche Geliebte, Cognac sowie Marine le Pen auf die Dauer auch nichts bringen. Genauso wenig übrigens wie Olivenöl(Spanien Platz 34), Rotwein und Mafia(Italien Rang 48 hinter Polen), oder die Einführung eines „Bruttonationalglücks“ in Bhutan (Absturz von Platz 88 auf 97). Das persönliche Glück ist übrigens nicht von der Platzierung des Landes abhängig. Sondern von der Fähigkeit, das Leben in seinem Ist-Zustand zu akzeptieren und dankbar zu sein. Und die Auswärtsschwäche von Hertha BSC erfolgreich zu ignorieren…

Wer jetzt den Fluchhafen rettet!

Schon am Montag soll ein neuer BER-Chef präsentiert werden, aber keiner will es machen. Der Job ist unter Managern unbeliebter als eine Lets Dance Teilnahme als männlicher Partner von Rainer Calmund oder Händezerren mit Donald Trump! Da kann es eigentlich nur noch einen geben: Mich!

Ich habe, was es braucht: ich kann mit Politikern umgehen, mich aus jeder Klemme rauslabern und verfüge vor allem über eine grandiose Flughafenbau-Inkompetenz. Um ehrlich zu sein, fliege ich noch nicht einmal besonders gern. Daher ist es mir auch völlig egal, ob das Ding jemals eröffnet wird. Was eine weitere Kernkompetenz ist.

Dafür habe ich jede Menge gute Ideen: Berlin braucht dringend einen „Event-Flughafen“! Knapp bekleidete Models empfangen die Fluggäste an der Sicherheitskontrolle. Sie können durch ihre geschulte mediale Begabung erkennen, wer Böses im Schilde führt. Gegen einen Aufpreis kann man sich allerdings auch von ihnen abtasten lassen.

Dann werden die Fluggäste durch den „Dungeon-Style“ gestalteten Duty-Free-Bereich geleitet. Also eine Art moderner Geisterbahn, wo man sich wahlweise von Orks, Dementoren oder ehemaligen Mitgliedern des BER-Aufsichtsrats erschrecken lassen kann, die einem teures Parfüm verkaufen. Anschließend gelangen die Passagiere in eine Halle, in der ich unterhaltsam die nächste Verschiebung des Termins für eine Bekanntgabe des nächsten Termins zur Bekanntgabe der Eröffnung von BER bekannt gebe. Hammernummer!

Da Fliegen zunehmend unzeitgemäßer wird, sind Start- und Landebahnen bereits zu Skating-Ringen umfunktioniert. Mein BER (Berlin Event Roar) verfügt zudem über die neueste Technik, mit der Fliegen völlig überflüssig wird. Ein Scanner misst die Erwartungsfrequenz der Passagiere für ihren Urlaub, Business-Treffen oder Heimat-Besuch. Während die Gäste dann in super-komfortablen Lounge-Sesseln Platz nehmen, wird ihr Hirn mit mehreren Elektroden verbunden, die ihnen die positiven Erfahrungen der erwarteten Erlebnisse einspielen. Entspannt und glücklich kehren die Menschen nach Wilmersdorf oder Neukölln zurück, ohne das Klima weiter belastet zu haben.

Und für all das nehme ich nur eine Million Jahresgehalt! Endlich kann Berlin mal sparen!

Warum sexuelle Geheimnisse so enthüllend sind!

Die AfD will Schluss machen mit dem „Gender-Wahn“ – jener ekligen Gleichberechtigung, welche die Frau unter dem Deckmantel der Gleichheit zur Arbeitsfron verdonnert. Wodurch die Damen der Schöpfung ihren eigentlich Zweck vergessen: das Kinderkriegen. Eine neue Ehebroschüre für Frischvermählte pflichtet der AfD eifrig bei. „Berufliches Arbeiten ist für die Frau unnütz!“ heißt es dort. Jawoll! „Im Arbeitsleben kann die Frau einen noch attraktiveren Mann als ihren Ehemann sehen und sich in ihn verlieben.“ Aus dem gleichen Grund werden übrigens auch Filme mit George Clooney demnächst verboten…

Weiter heißt es in dem Pamphlet: „Eine Frau, die sich nicht für ihren Mann zurechtmacht, ihrem Mann als Herren im Hause nicht gehorsam ist, kann geschlagen werden…Manchmal sind ein, zwei Schläge ganz nützlich, das wirkt wie Medizin. Der Ehefrau wird so in Erinnerung gerufen, wer das Sagen im Haus hat.“ Herrlich! Im wahrsten Sinne des Wortes! Dieses wunderbar unverkrampfte Anti-Establishment-gegen-den-Gender-Mainstream-Terror-Frauenbild… Endlich sagt mal einer wie es ist!

Wie bitte? Das ist gar keine Broschüre der AfD? Es handelt sich vielmehr um ein türkisches Machwerk, das obendrein fordert: „Für den Fall, dass die Frau zickig ist, sollte der Mann sich nicht sofort scheiden lassen, damit diese Frau nicht auch noch zum Verhängnis für einen anderen Mann wird. Stattdessen sollte der Ehemann eine zweite Frau ehelichen, damit sie die erste Ehefrau zur Vernunft bringt.“ Komm, das wäre doch auch für manchen Deutschen eine Option. Wie viel Leid bliebe uns allen erspart, wenn Bernd Höcke sowohl Frauke Petry als auch Beatrix von Storch ehelicht und die Zicken sich gegenseitig beruhigen…

Bei aller Show-Hetze sind sich Radikal-Islamisten und AfDler also im Grunde genommen sehr einig. Letztere stört nur, dass das Geschrei des Muezzins die „Wir sind das Volk“-Rufe ersticken könnten. Aber das kann man schließlich per Lärm-Verordnung klären: die einen schreien morgens, die anderen abends. Heißt ja auch Morgen-Land. Und Abend-Land…

Wie wir Krieg gegen Alkohol führen!

Die AfD feierte in Mecklenburg-Vorpommern Erfolge wegen Islam und Terror-Ängsten. Vielleicht helfen Fakten: Anzahl der in den letzten zehn Jahren durch islamischen Terror getöteten Menschen in Deutschland? Zwei (die Terroristen selbst). Anzahl der im gleichen Zeitraum durch Alkohol getöteten Menschen? Etwa 700.000! Das sind rund 200 pro Tag! Was wäre hier wohl los, wenn Terroristen 200 Menschen jeden Tag töteten?

Ein Gedankenexperiment: Alkohol wird wie Terror behandelt. Die Innenminister der CDU/CSU fordern: Mehr Polizei-Präsenz vor den Kreißsälen des Terrors, bislang als Kneipen verharmlost! Verbot von Doppel-Herz, Doppel-Korn und Doppelt-Sehen! Verbot der Komplett-Verschleierung von Alkohol, also Cocktails, die ja in ihren Namen bereits tödliche Absichten offenbaren: Ladykiller, Zombie, Electric Ice Tea und Adios Motherfucker!

Das Oktoberfest wird als kriminelle Vereinigung verboten. Eine neue Bewegung, die „Alkoholfreiheit für Deutschland“, kurz AfD, fordert, Fahrer von Bierlastern notfalls mit Waffengewalt am Eindringen nach Deutschland zu hindern. Das Singen von Trinkliedern wird als „Terrorverherrlichung“ verboten. Dunkles Bier soll ausgewiesen werden, auch wenn es noch keinen Schaden angerichtet hat. Alexander Gauland will auf keinen Fall Nachbar von „Köstritzer“ oder „Diebels“ sein. Beatrix von Storch will auf alkoholisierte Kinder schießen lassen.

Die USA sind noch radikaler. Brauereien und Weingüter werden großflächig bombardiert – besonders, wenn sie den Zugang zu Ölquellen blockieren. Schnaps-Brenner werden nach Guantanamo gebracht, wo sie dem auch in den USA heftig umstrittenen Bier-Boarding unterzogen werden, – ihr Kopf wird solange in Bier getaucht, bis sie zugeben, getrunken zu haben!

Bei Alkohol wird das sogar funktionieren. Nur bei Terror klappt das ungefähr so zuverlässig wie eine Dopingkontrolle im Kreml…

 

Warum wir anti-amerikanisch sind!

Apple soll 13 Milliarden Euro Steuern in Europa nachzahlen. Neben dem IPhone Sechs verdient Apple nämlich das meiste Geld mit einem Steuerprodukt: IFuck Tax! Apple empfand die Steuer in Irland (0,005 Prozent) als Grenze des Belastbaren. Verständlich: Wenn mein Akku so schnell leer wäre wie der des IPhone, wäre meine Belastbarkeit auch nicht so wahnsinnig hoch!

Apple-Chef Tim Cook bezeichnet die Nachzahlung als „anti-amerikanisch“. Markus Söder, Horror-Franke aus dem Seehoferschen Komödienstadel, pflichtet ihm bei. Söder ist allerdings (noch…) nicht Apple-Vertriebschef für Bayern, sondern dortiger Finanzminister. Die Apple Millionen könnten bayrische Schulen finanzieren, aber auch das will Söder nicht – nur blöde Wähler sind gute (CSU)Wähler.

Anti-Amerikanisch ist Apple zufolge ein weites Feld. Du kaufst ein Samsung Galaxy? Anti-Amerikanismus! Du bestellst nicht sofort das neue IPhone 7? Purer Anti-Amerikanismus! Du arbeitest bei Foxconn (Apple-Zulieferer mit sklavenähnlichen Arbeitsbedingungen) und begehst Selbstmord (wie bereits vielfach geschehen)? Ein besonders gemeiner Akt des Anti-Amerikanismus… Apple selbst hat ein Auslandsvermögen von etwa 215 Milliarden Dollar. Bis vorgestern lehnte Apple die Rückführung in die USA ab, weil sie das US-Steuersystem doof fanden – das ist natürlich nicht anti-amerikanisch, sondern so patriotisch wie Donald Trump!

Der Schritt der EU-Kommission ist nicht ungefährlich. Apple könnte sich rächen und Stromversorgung sowie Netzstecker aller Apple-Geräte auf völlig neue Normen umstellen – was einen Neubau aller europäischen Häuser erforderlich macht… Nur Bayern kriegt dank Söderscher Vasallentreue noch die alten Stecker. Apple widmet ihm überdies ein neues IPhone – das „IPhone 6 s Amigo“ – es hat schicke blau-weiße Rauten auf dem Gehäuse und ist in der Hosentasche so biegsam wie die bayrische Finanzverwaltung!

 

Warum wir uns nicht mehr verstehen!

Es heißt ja gern, dass Menschen mit mangelnden Deutsch-Kenntnissen es schwer haben, hierzulande einen Job zu landen. Das ist Quatsch. Es gibt ja immer noch diese Typen (häufig in Führungspositionen), die Sachen sagen wie: „Heute will ich nix pitchen, ich will insights. Ok, Leute, ich bin im Listening Mode.“ Das ist dann der Moment, in dem man sich wünscht, dass Leute mit mangelnden Deutsch-Kenntnissen es schwer hätten, einen Job zu finden. Der Denglisch-Satz heißt soviel wie: „Ich bin zwar Boss, hab aber keine Einfälle und brauch jetzt ein paar geile Ideen“. Die Antwort wäre natürlich: Pitch dich selbst, dann pitched dich Gott!

Oder sie sagen: „Jennifer hat den Lead. Wenn sie damit fein ist, sind wir agreed“. Zu deutsch: Jennifer muss dazu ja sagen, dann klappt das schon. Besonders prägnant: „Lunch is for Losers, und wenn die Expression nicht clear genug war, müssen wir eben die Abschiedstoleranz im Team liften“. Klartext: Wer Mittag isst, fliegt raus.

An der Stelle freue ich mich, wenn die Migrantenkultur in den Chefetagen ankommt. Dann wird dort wieder deutsch gesprochen . Statt: „Heute will ich insights. Ok, Leute, ich bin im Listening Mode“. Heißt es dann: „Eh, guckssu? Brauch isch Geisterblitz!“

Statt: „Jennifer hat den Lead. Wenn sie damit fein ist, sind wir agreed“. Sagt man: „Jennifer, sie ist Bitch so, aber voll krass wichtig. Und wenn sie so, ey, yallah, dann geht was, vastessu?!“ Vor allem hört man nie mehr: „Lunch is for Losers, und wenn die Expression nicht clear genug war, müssen wir eben die Abschiedstoleranz im Team liften“. Nur noch: „Gehssu Döner, fliegssu raus!“

Sogar in Banken wird man den Kunden vor verschwurbelter Sprache bewahren, in dem man ihnen kein „Steueroptimierungsprodukt, das mithilfe internationaler steuergünstiger Regelungen Aufsichtsarbitrage potenziert“ mehr anbietet, sondern nur sagt: „Eh, kss, kss, Mädschen, willssu Steuer sparen? Hab isch Bruder – Panama!“

 

 

Was wir alles verschleiern!

Die Gesellschaft wird immer brutaler gespalten. Am gestrigen Tag des Klopapiers wurde daran auf grässliche Art und Weise erinnert. Fast 70 Prozent, eine erdrückende Mehrheit, die ohne weiteres das Grundgesetz ändern könnte und es vielleicht auch wird, faltet ihr Klopapier, bevor sie es benutzt. Nur 30 Prozent sind keine Falter, eine Minderheit, die sich bald radikalisieren könnte.

Warum wird eigentlich ein so wichtiger Tag wie der Tag des Klopapiers nur einmal jährlich begangen? Schließlich ist jeder Tag ein Tag des Klopapiers, außer man hat Verstopfung, dann allerdings wünscht man sich, dass jeder Tag ein Tag des Klopapiers wäre. Ich selber musste voller Schrecken feststellen, dass ich zu einer absoluten Minderheit gehöre. Ich bin weder „Klopapier-Falter, -Knüller, -Stückler, -Minimalist, oder Klopapier-nie-von-gehört-Typ“ – ich benutze das Klopapier einfach so und wie ich bisher naiv dachte, normal: Abreißen, wischen, wegwerfen. Diese Kategorie ist noch nicht mal erwähnt und kann höchstens 0,1 Prozent der Bevölkerung umfassen.

Das sind die wahren Gräben in der Republik. Wenn jetzt ein Vollverschleierungs-Verbot von 80 Prozent der Deutschen befürwortet wird, ist es vielleicht die große Koalition der Falter, Knüller sowie Stückler (legen das Papier Stück für Stück aufeinander). Aber wenn schon Verbot, dann konsequent auf alle Bereiche der Verschleierung ausdehnen. Was ist mit den gehäkelten Klopapier-Schleiern auf den Hutablagen einiger Limousinen? Oder der Art und Weise, wie manche Menschen Klopapier-Rollen nicht linksrum mit der gewölbten Seite nach oben auf den Halter montieren, sondern rechtsrum, so dass einen die hintere, quasi unreine Seite des Papiers frech anstarrt? Oder die Vollverschleierung der Dummheit? Darf man das weiter dulden?

Aber ich bin ja die Minderheit. Geduckt schleiche ich mich zur Toilette und hoffe, dass keiner mich sieht.

Warum wir Katastrophen spielend meistern!

Die Katastrophe ist da! Die Bundesregierung bestätigt es und rät der Bevölkerung, Vorräte für die ersten zehn Notfall-Tage anzulegen. Danach kommt dann die Bundeswehr und hilft. Vorausgesetzt, Uschi von der Leyen kriegt die Hubschrauber flott.

Die Regierung rät konkret pro Person zu etwa 20 kg Lebensmitteln zuzüglich 28 l Getränke. Das allein über Hamsterkäufe zu horten wird nicht leicht. Ein Goldhamster wiegt etwa 100 Gramm. Für 20 Kilo bräuchte man also 200 Goldhamster. Über Feldhamster (etwa 400 Gramm Gewicht) reduziert sich das auf 50 Hamster – dummerweise sind Feldhamster aufgrund der landwirtschaftlichen Monokulturumstellung fast ausgestorben, also schwer verfügbar. Wenn 80 Millionen Deutsche je 200 kleine Hamster brauchen, sind das 1,6 Milliarden Hamster. Zurzeit führen die insgesamt etwa 10.000 Zoohandlungen im Land je 10 Hamster im Schnitt – Deutschland ist für Hamsterkäufe denkbar schlecht aufgestellt.

Umdenken ist angesagt. Wie wäre es denn mit anderen Nagern? Ratten sind anscheinend ausreichend verfügbar – nur gelten „Rattenkäufe“ der Bevölkerung als „schwer vermittelbar“. Ratten werden nämlich meist gefangen. Man spricht ja auch von „Rattenfängern“, nicht von „Rattenkäufen“. Dummerweise haben die meisten Deutschen im Rattenfangen eher wenig Erfahrung.

Gottseidank gibt es Tierfreunde wie Frauke Petry (AfD), die „anständigen“ Bürger zu Selbstverteidigungs-Waffenkäufen rät. Bewaffnung ist im Katastrophenfall die halbe Miete, kann man sich doch die benötigte Fleischmenge selbst erjagen. So wäre es denkbar, die Burka-verhüllte muslimische Matrone von nebenan in Notwehr zu erlegen („mit maskiertem Räuber oder Schwarzbär verwechselt“) und so eine achtköpfige Großfamilie zehn Tage über Wasser zu halten.

Über „Hamsterkauf“-Panikmache spielt die Regierung also „Rattenfängern“ in die Hände – das ist die wahre Katastrophe.

 

Warum wir bald ewig arbeiten!

Wie bitte? Rente mit 69! Kriegen wir nach den Alt-68gern jetzt die Alt 69ger? Sigmar Gabriel nannte die Idee schon mal „bekloppt“ und hatte sichtlich Mühe, den Mittelfinger unten zu halten. Sollen wir etwa ewig arbeiten? Nur weil sich die Rente anders nicht finanziert? Andererseits: Ist es wirklich so toll, in Rente zu sein? Viele Ehen werden ja schwer belastet, wenn der Mann auf einmal ständig zu Hause rumhockt und seiner Frau im Weg ist. Auch die Klimabilanz leidet unnötig, wenn Rentner ständig nach Mallorca fliegen, um Last-Minute-Rabatte auszureizen. Vielleicht hilft etwas Flexibilität da weiter?

Die pauschale Rente mit 69 ist natürlich Quatsch. In diesen fortschrittlichen Zeiten verrät doch ein rascher Blick auf die DNA die Lebenserwartung. Wer noch lange zu leben hat und eine leichte, sitzende Tätigkeit ausübt, etwa Buchhalter, Sachbearbeiter oder Vorstandsvorsitzender, der kann schon mal etwas länger schaffen. Wer schwere Arbeiten verrichtet und eh einem frühen Ende geweiht ist, kann eher Schluss machen. Wenn es um eine nachhaltige Finanzierung der Rente geht, könnte man auch gewisse Exit-Strategien fordern nach dem Motto: Sie können schon mit 60 in Rente gehen, wenn Sie sich verpflichten viel rotes Fleisch, viel Alkohol, viel Zucker und viele Zigaretten zu konsumieren und möglichst besoffen Angeln zu gehen oder an Base Jump Wettbewerben teilzunehmen.

Individualität ist gefragt. Es setzt natürlich eine gewisse Reife voraus, mit derartigen Prognosen umzugehen. Wenn der Arzt dann sagt: „Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht für Sie. Sie können schon mit 63 in Rente gehen! Genießen Sie bitte diesen Sommer noch ausführlich.“ Aber auch die andere Nachricht hat einen Wermutstropfen. „Ich habe eine schlechte und eine gute Nachricht für Sie: Ihre Rente beginnt erst mit 104 Jahren…“

Warum Donald Trump bald zu uns kommt!

Hillary Clinton sei die „Merkel Amerikas“ schwadronierte Donald Trump vorgestern in einer Anspielung auf die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin, die sei ja „eine Katastrophe“ und „Die Kriminalität (in Deutschland) ist auf ein Niveau gestiegen, von dem niemand gedacht hätte, dass er es jemals sehen würde“. Ich hatte Mühe, nicht vom Stuhl zu fallen, weil ich diese ungeahnte Kriminalität durch Horden dunkelhäutiger Asylsuchender gar nicht mitbekommen hatte. Prompt wurde ich Zeuge eines Verbrechens. Also fast.

Auf der Uhlandstraße wurde ein älterer Herr fast verprügelt, weil er „geguckt“ hatte. Der Beinahe-Straftäter war allerdings kein Asylant (höchstens einer, der sich innerhalb kürzester Zeit den Berliner Dialekt perfekt drauf geschafft und die Haut gebleicht hatte), aber er tat lautstark kund, dass er „größte Lust“ hätte, dem anderen „eine aufs Maul zu geben“, weil er „so geguckt“ hat. Und das nur deshalb nicht täte, weil er noch „auf Bewährung“ sei. Ich fragte mich sofort, wen man kontaktieren müsse, um diese Bewährungsstrafe zu verlängern…

Da meine Beobachtungen nicht allgemeingültig sind, guckte ich mal nach den erschreckenden Kriminalitäts-Statistiken, und siehe da: Die Kriminalität ist im letzten Jahr tatsächlich angestiegen. Die von Ausländern sogar stärker. Die Ursachen sind komplex, haben aber einen gemeinsamen Nenner: Armut. Vergleicht man die Kriminalität von Ausländern mit denen von Deutschen unter ähnlichen sozialen Bedingungen, sind „die Ausländer“ anscheinend sogar etwas weniger kriminell.

Zur Erhöhung meiner eigenen Sicherheit überlegte ich kurzzeitig, in die USA auszuwandern, die laut Trump ja sehr viel sicherer sein müssen. Die Statistik spricht da leider eine ganz andere Sprache. Die Wahrscheinlichkeit, in den USA ermordet zu werden, ist um mindestens 400% größer als in Deutschland. Bleibt zu hoffen, dass Trump selbst das niemals erfährt. Sonst beantragt er wahrscheinlich Asyl bei Frau Merkel. Weil er sich politisch verfolgt fühlt. Von seinem eigenen Größenwahn…

Warum wir neue olympische Disziplinen brauchen!

Heute beginnen in Rio de Janeiro die Olympischen Spiele. Das globale Dorf verwandelt sich in ein olympisches. Allerdings eins mit tropfenden Wasserhähnen, also eine Art Luxus-Favela. Die Brasilianer selbst haben jetzt schon nicht mehr so wahnsinnig große Lust auf die Spiele. Die allgegenwärtige Korruption sorgt dafür, dass nur einige wenige sehr reiche Menschen wirklich von den Spielen profitieren. Um auch für Brasilianer spannend zu sein, braucht es neue, zeitgemäße olympische Disziplinen.

Wie wäre es mit „Geldkofferlaufen“? Immobilientycoons laufen mit unterschiedlich schweren Geldkoffern (5, 10, 15 und 50 Kilogramm) über unterschiedliche Distanzen (100, 500, 5000 Meter) bis zu dem Politiker, dem sie das Geld dann für die anschließende Nutzung des olympischen Dorfes übergeben, etwa dem Bürgermeister von Rio. Der Geldkofferlauf hat auch als Hürdenlauf Potential – er führt dann durch eine der gefährlichsten Favelas, deren Bewohner zusätzlich durch die brutale Räumung einiger anderer Favelas zugunsten des olympischen Dorfes, von dem nur die Tycoons profitieren, erregt sind. Hier müssen die Läufer nicht nur Drogenhändlern und Kleinkriminellen sondern auch frisch ausgesetzten Zika-Viren entkommen!

Beachtung finden dürfte auch das neu eingeführte „Autokraten-Ringen“. Also Assad gegen Kim Jong Un, Putin gegen Erdogan, Orban gegen Seehofer, der islamische Staat gegen alle. Sollten einige Autokraten auf verminderte Fitness pochen (Hallo, Nordkorea…), könnte man auch den ursprünglichen musischen Gedanken der antiken olympischen Spiele reaktivieren und ein Blockflötenkonzert veranstalten. Donald Trump und Benjamin Netanjahu treten anschließend bei den „Para-Olympics“ in der Kategorie „Möchtegern-Autokraten“ an. Schöner Nebeneffekt: So merken auch Diktatoren, wie es sich mit tropfenden Wasserhähnen lebt.