Autor: Chin Meyer

Warum wir uns nicht mehr verstehen!

Es heißt ja gern, dass Menschen mit mangelnden Deutsch-Kenntnissen es schwer haben, hierzulande einen Job zu landen. Das ist Quatsch. Es gibt ja immer noch diese Typen (häufig in Führungspositionen), die Sachen sagen wie: „Heute will ich nix pitchen, ich will insights. Ok, Leute, ich bin im Listening Mode.“ Das ist dann der Moment, in dem man sich wünscht, dass Leute mit mangelnden Deutsch-Kenntnissen es schwer hätten, einen Job zu finden. Der Denglisch-Satz heißt soviel wie: „Ich bin zwar Boss, hab aber keine Einfälle und brauch jetzt ein paar geile Ideen“. Die Antwort wäre natürlich: Pitch dich selbst, dann pitched dich Gott!

Oder sie sagen: „Jennifer hat den Lead. Wenn sie damit fein ist, sind wir agreed“. Zu deutsch: Jennifer muss dazu ja sagen, dann klappt das schon. Besonders prägnant: „Lunch is for Losers, und wenn die Expression nicht clear genug war, müssen wir eben die Abschiedstoleranz im Team liften“. Klartext: Wer Mittag isst, fliegt raus.

An der Stelle freue ich mich, wenn die Migrantenkultur in den Chefetagen ankommt. Dann wird dort wieder deutsch gesprochen . Statt: „Heute will ich insights. Ok, Leute, ich bin im Listening Mode“. Heißt es dann: „Eh, guckssu? Brauch isch Geisterblitz!“

Statt: „Jennifer hat den Lead. Wenn sie damit fein ist, sind wir agreed“. Sagt man: „Jennifer, sie ist Bitch so, aber voll krass wichtig. Und wenn sie so, ey, yallah, dann geht was, vastessu?!“ Vor allem hört man nie mehr: „Lunch is for Losers, und wenn die Expression nicht clear genug war, müssen wir eben die Abschiedstoleranz im Team liften“. Nur noch: „Gehssu Döner, fliegssu raus!“

Sogar in Banken wird man den Kunden vor verschwurbelter Sprache bewahren, in dem man ihnen kein „Steueroptimierungsprodukt, das mithilfe internationaler steuergünstiger Regelungen Aufsichtsarbitrage potenziert“ mehr anbietet, sondern nur sagt: „Eh, kss, kss, Mädschen, willssu Steuer sparen? Hab isch Bruder – Panama!“

 

 

Was wir alles verschleiern!

Die Gesellschaft wird immer brutaler gespalten. Am gestrigen Tag des Klopapiers wurde daran auf grässliche Art und Weise erinnert. Fast 70 Prozent, eine erdrückende Mehrheit, die ohne weiteres das Grundgesetz ändern könnte und es vielleicht auch wird, faltet ihr Klopapier, bevor sie es benutzt. Nur 30 Prozent sind keine Falter, eine Minderheit, die sich bald radikalisieren könnte.

Warum wird eigentlich ein so wichtiger Tag wie der Tag des Klopapiers nur einmal jährlich begangen? Schließlich ist jeder Tag ein Tag des Klopapiers, außer man hat Verstopfung, dann allerdings wünscht man sich, dass jeder Tag ein Tag des Klopapiers wäre. Ich selber musste voller Schrecken feststellen, dass ich zu einer absoluten Minderheit gehöre. Ich bin weder „Klopapier-Falter, -Knüller, -Stückler, -Minimalist, oder Klopapier-nie-von-gehört-Typ“ – ich benutze das Klopapier einfach so und wie ich bisher naiv dachte, normal: Abreißen, wischen, wegwerfen. Diese Kategorie ist noch nicht mal erwähnt und kann höchstens 0,1 Prozent der Bevölkerung umfassen.

Das sind die wahren Gräben in der Republik. Wenn jetzt ein Vollverschleierungs-Verbot von 80 Prozent der Deutschen befürwortet wird, ist es vielleicht die große Koalition der Falter, Knüller sowie Stückler (legen das Papier Stück für Stück aufeinander). Aber wenn schon Verbot, dann konsequent auf alle Bereiche der Verschleierung ausdehnen. Was ist mit den gehäkelten Klopapier-Schleiern auf den Hutablagen einiger Limousinen? Oder der Art und Weise, wie manche Menschen Klopapier-Rollen nicht linksrum mit der gewölbten Seite nach oben auf den Halter montieren, sondern rechtsrum, so dass einen die hintere, quasi unreine Seite des Papiers frech anstarrt? Oder die Vollverschleierung der Dummheit? Darf man das weiter dulden?

Aber ich bin ja die Minderheit. Geduckt schleiche ich mich zur Toilette und hoffe, dass keiner mich sieht.

Warum wir Katastrophen spielend meistern!

Die Katastrophe ist da! Die Bundesregierung bestätigt es und rät der Bevölkerung, Vorräte für die ersten zehn Notfall-Tage anzulegen. Danach kommt dann die Bundeswehr und hilft. Vorausgesetzt, Uschi von der Leyen kriegt die Hubschrauber flott.

Die Regierung rät konkret pro Person zu etwa 20 kg Lebensmitteln zuzüglich 28 l Getränke. Das allein über Hamsterkäufe zu horten wird nicht leicht. Ein Goldhamster wiegt etwa 100 Gramm. Für 20 Kilo bräuchte man also 200 Goldhamster. Über Feldhamster (etwa 400 Gramm Gewicht) reduziert sich das auf 50 Hamster – dummerweise sind Feldhamster aufgrund der landwirtschaftlichen Monokulturumstellung fast ausgestorben, also schwer verfügbar. Wenn 80 Millionen Deutsche je 200 kleine Hamster brauchen, sind das 1,6 Milliarden Hamster. Zurzeit führen die insgesamt etwa 10.000 Zoohandlungen im Land je 10 Hamster im Schnitt – Deutschland ist für Hamsterkäufe denkbar schlecht aufgestellt.

Umdenken ist angesagt. Wie wäre es denn mit anderen Nagern? Ratten sind anscheinend ausreichend verfügbar – nur gelten „Rattenkäufe“ der Bevölkerung als „schwer vermittelbar“. Ratten werden nämlich meist gefangen. Man spricht ja auch von „Rattenfängern“, nicht von „Rattenkäufen“. Dummerweise haben die meisten Deutschen im Rattenfangen eher wenig Erfahrung.

Gottseidank gibt es Tierfreunde wie Frauke Petry (AfD), die „anständigen“ Bürger zu Selbstverteidigungs-Waffenkäufen rät. Bewaffnung ist im Katastrophenfall die halbe Miete, kann man sich doch die benötigte Fleischmenge selbst erjagen. So wäre es denkbar, die Burka-verhüllte muslimische Matrone von nebenan in Notwehr zu erlegen („mit maskiertem Räuber oder Schwarzbär verwechselt“) und so eine achtköpfige Großfamilie zehn Tage über Wasser zu halten.

Über „Hamsterkauf“-Panikmache spielt die Regierung also „Rattenfängern“ in die Hände – das ist die wahre Katastrophe.

 

Warum wir bald ewig arbeiten!

Wie bitte? Rente mit 69! Kriegen wir nach den Alt-68gern jetzt die Alt 69ger? Sigmar Gabriel nannte die Idee schon mal „bekloppt“ und hatte sichtlich Mühe, den Mittelfinger unten zu halten. Sollen wir etwa ewig arbeiten? Nur weil sich die Rente anders nicht finanziert? Andererseits: Ist es wirklich so toll, in Rente zu sein? Viele Ehen werden ja schwer belastet, wenn der Mann auf einmal ständig zu Hause rumhockt und seiner Frau im Weg ist. Auch die Klimabilanz leidet unnötig, wenn Rentner ständig nach Mallorca fliegen, um Last-Minute-Rabatte auszureizen. Vielleicht hilft etwas Flexibilität da weiter?

Die pauschale Rente mit 69 ist natürlich Quatsch. In diesen fortschrittlichen Zeiten verrät doch ein rascher Blick auf die DNA die Lebenserwartung. Wer noch lange zu leben hat und eine leichte, sitzende Tätigkeit ausübt, etwa Buchhalter, Sachbearbeiter oder Vorstandsvorsitzender, der kann schon mal etwas länger schaffen. Wer schwere Arbeiten verrichtet und eh einem frühen Ende geweiht ist, kann eher Schluss machen. Wenn es um eine nachhaltige Finanzierung der Rente geht, könnte man auch gewisse Exit-Strategien fordern nach dem Motto: Sie können schon mit 60 in Rente gehen, wenn Sie sich verpflichten viel rotes Fleisch, viel Alkohol, viel Zucker und viele Zigaretten zu konsumieren und möglichst besoffen Angeln zu gehen oder an Base Jump Wettbewerben teilzunehmen.

Individualität ist gefragt. Es setzt natürlich eine gewisse Reife voraus, mit derartigen Prognosen umzugehen. Wenn der Arzt dann sagt: „Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht für Sie. Sie können schon mit 63 in Rente gehen! Genießen Sie bitte diesen Sommer noch ausführlich.“ Aber auch die andere Nachricht hat einen Wermutstropfen. „Ich habe eine schlechte und eine gute Nachricht für Sie: Ihre Rente beginnt erst mit 104 Jahren…“

Warum Donald Trump bald zu uns kommt!

Hillary Clinton sei die „Merkel Amerikas“ schwadronierte Donald Trump vorgestern in einer Anspielung auf die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin, die sei ja „eine Katastrophe“ und „Die Kriminalität (in Deutschland) ist auf ein Niveau gestiegen, von dem niemand gedacht hätte, dass er es jemals sehen würde“. Ich hatte Mühe, nicht vom Stuhl zu fallen, weil ich diese ungeahnte Kriminalität durch Horden dunkelhäutiger Asylsuchender gar nicht mitbekommen hatte. Prompt wurde ich Zeuge eines Verbrechens. Also fast.

Auf der Uhlandstraße wurde ein älterer Herr fast verprügelt, weil er „geguckt“ hatte. Der Beinahe-Straftäter war allerdings kein Asylant (höchstens einer, der sich innerhalb kürzester Zeit den Berliner Dialekt perfekt drauf geschafft und die Haut gebleicht hatte), aber er tat lautstark kund, dass er „größte Lust“ hätte, dem anderen „eine aufs Maul zu geben“, weil er „so geguckt“ hat. Und das nur deshalb nicht täte, weil er noch „auf Bewährung“ sei. Ich fragte mich sofort, wen man kontaktieren müsse, um diese Bewährungsstrafe zu verlängern…

Da meine Beobachtungen nicht allgemeingültig sind, guckte ich mal nach den erschreckenden Kriminalitäts-Statistiken, und siehe da: Die Kriminalität ist im letzten Jahr tatsächlich angestiegen. Die von Ausländern sogar stärker. Die Ursachen sind komplex, haben aber einen gemeinsamen Nenner: Armut. Vergleicht man die Kriminalität von Ausländern mit denen von Deutschen unter ähnlichen sozialen Bedingungen, sind „die Ausländer“ anscheinend sogar etwas weniger kriminell.

Zur Erhöhung meiner eigenen Sicherheit überlegte ich kurzzeitig, in die USA auszuwandern, die laut Trump ja sehr viel sicherer sein müssen. Die Statistik spricht da leider eine ganz andere Sprache. Die Wahrscheinlichkeit, in den USA ermordet zu werden, ist um mindestens 400% größer als in Deutschland. Bleibt zu hoffen, dass Trump selbst das niemals erfährt. Sonst beantragt er wahrscheinlich Asyl bei Frau Merkel. Weil er sich politisch verfolgt fühlt. Von seinem eigenen Größenwahn…

Warum wir neue olympische Disziplinen brauchen!

Heute beginnen in Rio de Janeiro die Olympischen Spiele. Das globale Dorf verwandelt sich in ein olympisches. Allerdings eins mit tropfenden Wasserhähnen, also eine Art Luxus-Favela. Die Brasilianer selbst haben jetzt schon nicht mehr so wahnsinnig große Lust auf die Spiele. Die allgegenwärtige Korruption sorgt dafür, dass nur einige wenige sehr reiche Menschen wirklich von den Spielen profitieren. Um auch für Brasilianer spannend zu sein, braucht es neue, zeitgemäße olympische Disziplinen.

Wie wäre es mit „Geldkofferlaufen“? Immobilientycoons laufen mit unterschiedlich schweren Geldkoffern (5, 10, 15 und 50 Kilogramm) über unterschiedliche Distanzen (100, 500, 5000 Meter) bis zu dem Politiker, dem sie das Geld dann für die anschließende Nutzung des olympischen Dorfes übergeben, etwa dem Bürgermeister von Rio. Der Geldkofferlauf hat auch als Hürdenlauf Potential – er führt dann durch eine der gefährlichsten Favelas, deren Bewohner zusätzlich durch die brutale Räumung einiger anderer Favelas zugunsten des olympischen Dorfes, von dem nur die Tycoons profitieren, erregt sind. Hier müssen die Läufer nicht nur Drogenhändlern und Kleinkriminellen sondern auch frisch ausgesetzten Zika-Viren entkommen!

Beachtung finden dürfte auch das neu eingeführte „Autokraten-Ringen“. Also Assad gegen Kim Jong Un, Putin gegen Erdogan, Orban gegen Seehofer, der islamische Staat gegen alle. Sollten einige Autokraten auf verminderte Fitness pochen (Hallo, Nordkorea…), könnte man auch den ursprünglichen musischen Gedanken der antiken olympischen Spiele reaktivieren und ein Blockflötenkonzert veranstalten. Donald Trump und Benjamin Netanjahu treten anschließend bei den „Para-Olympics“ in der Kategorie „Möchtegern-Autokraten“ an. Schöner Nebeneffekt: So merken auch Diktatoren, wie es sich mit tropfenden Wasserhähnen lebt.

 

Warum wir besser sortieren müssen!

„Sortierfehler“, sagte die Stimme am Telefon. Ich bin froh, mittlerweile mit einer menschlichen Stimme zu telefonieren. Vorher hatte ich mich durch diverse Computer-Ansagen gekämpft und war relativ schnell an das gelangt, was ich als Tiefpunkt menschlicher Evolution empfinde – das unkontrollierte Anschreien meist weiblicher Maschinen-Stimmen, die man abwechselnd „Hitler“ und „Schlampe“ tituliert.

Sortierfehler. Aha. Diese vitale Information erklärt, warum das sehnlich erwartete Paket nicht wie vereinbart und bezahlt bei mir daheim eingetroffen ist, sondern einen Abstecher nach Paris macht und daher erst morgen kommt. Leider passierte das zum wiederholten Mal, so dass auch die Dame am Telefon laut darüber informiert wird. Denn ich bin sauer. Sehr sauer. Ich leide an Maschinen-Wut.

Maschinen-Wut ist eine in der Psychologie bislang sträflich vernachlässigte Gefühlsregung – eine hilflose Emotion, die nicht damit zurecht kommt, dass eine Technologie, die das Leben eigentlich vereinfachen soll, so VERDAMMT BESCHISSEN ÜBERHAUPT NICHT FUCK FUCK FUCK GEHT! Entschuldigung!

Ich bin natürlich nicht der einzige, der an Maschinen-Wut leidet. Ein Freund warf neulich seinen „Think-Pad“ aus Maschinen-Wut an die Wand, nachdem das Ding sich zum wiederholten Mal aufgehängt hatte. Er tat das mit gutem Gefühl, denn die Werbung hatte ihm versichert, dass diese Geräte vom Militär für ganz harte Einsätze entwickelt worden war. Der Einsatz als Wurfwaffe zählte jedoch nicht als harter Einsatz – schon hatte er die nächste Maschinen-Wut.

Wie viele Menschenleben mag Maschinen-Wut auf dem Gewissen haben? Vermutlich gilt das bald als mildernder Umstand: „Hohes Gericht, ja, die Angeklagte hat ihren Mann erschlagen – es geschah allerdings nach dem 50. Neustart ihres Windows-Computers und seiner Bemerkung, dass ihm das bei Apple nie passiert…“ „Freispruch!“

Sortierfehler. Pah. Vielleicht sollte man es dieser ganzen digitalen Mischpoke mal heimzahlen. „Warum haben Sie die Rechnung für den Paketversand nicht bezahlt?“ Oh, werde ich sagen, „Sortierfehler!“ Um dann in mechanischer Stimme fortzufahren: Diese Verbindung ist unterbrochen…“

 

Warum wir demnächst reich sind!

Die Rente ist sicher. Sicher wie eine Ente. Und Ente heißt im Zeitungsjargon: eine freundliche Unwahrheit. Dabei ist es auch irrelevant, ob die die Rente nun 48 oder 43 Prozent beträgt. Auch 90 Prozent von fast gar nix sind immer noch fast gar nix. Ob Sie „riestern“ oder „rüruppen“ oder „rum-Blümeln“ (abgeleitet von Norbert Blüm, der deisen Spruch einst prägte), fast alle von uns werden im Alter kreativ werden müssen. Oder um es anders zu sagen: Wenn der Staat Sie abzockt, zocken Sie zurück!

Daher an dieser Stelle meine kreativen „Geldmach-Systeme“ gegen Altersarmut. Diese „Senior-Franchises“ berücksichtigen bereits eine gewisse Neigung, starke körperliche Anstrengungen zu vermeiden – Extrem-Bergsteigen, Fußballprofi oder Poledancer scheiden also aus. Am besten arbeiten Sie vom heimischen Schreibtisch aus. Hacker bietet sich an, wenn sie chinesische oder südamerikanische Arbeitgeber nicht scheuen. Einige Putin-treue Medien freuen sich (und zahlen) sicher über den einen oder anderen Troll, der seine Altersbitterkeit mit einer gehörigen Portion Verachtung für die Lügenpresse und das westliche Dreckssystem würzt. Wer seinen Lebensabend mit etwas Frischluft versehen möchte, kann auf das gepflegte Betteln mit Hintergrundinformation setzen: „Ehemaliger Feuerwehrmann freut sich über eine persönliche Zuwendung in Höhe von 5 Euro!“ (eine Taktik, die in Kombination mit fließender deutscher Sprache und eines im Berufsbekleidungsgeschäft erstandenen Outfits noch erfolgreicher ist). Ebenfalls gut geeignet fürs Home Office: Der Vertrieb berauschender Substanzen – Koksdealer jenseits der 80 erleben selbst im Falle einer Verurteilung ihren Haftantritt nur sehr selten.

Am lukrativsten jedoch ist das Coaching, wie man Altersarmut übersteht. Hier empfehle ich meine branchenübergreifende Coaching-Ausbildung an: „Alter Falter – von der Alters-Armut zum Senioren-Reichtum“! mit einem starken Fokus auf Beratung von Schlepperbanden, Organhandel, Senioren-Pornos sowie juristischer Betreuung im Schadensfall.

 

Warum auch Autofahrer demnächst Bahnkunden sind!

Österreich wählt wohl bald einen rechtspopulitistischen FPÖ-Präsidenten. Als dieser neulich einen Koran erstanden haben soll, fragte der Buchhändler erst mal nach, ob er das Buch eingepackt wünscht oder ob es gleich zur Verbrennung sei… Während Frauke Petry feuchte Anschluss-Fantasien hat, den Obersalzberg entstauben möchte und blonde Schäferhunde castet, versucht man in der Alpenrepublik das Ruder noch mal rumzureißen, indem man den Bahnchef zum Bundeskanzler macht.

Immerhin haben Bahn und Politik wichtige Gemeinsamkeiten: Das Essen in der Kantine hat die innovative Kraft einer besoffenen Amöbe, nicht alle Türen lassen sich öffnen und beide kommen gern mal zu spät. Allerdings kann die Bahn der Politik mit ihren richtungsweisenden Ansagen helfen, etwa bei festgefahrenen Debatten: „So, alle Türblockierer jetzt mal Handy raus und ‚Lichtschranke‘ googeln!“ Oder auch: „Eine Matheaufgabe: 20 Schüler wollen durch EINE Tür! Wie lange dauert es, wenn 20 Schüler durch fünf Türen gehen?“ Die Bahn hilft zudem bei der Orientierung: „Sie können draußen rauchen. Draußen ist, wenn beide Füße den Zug verlassen haben. Die Toiletten zählen nicht als draußen!“ Und sie spendet Trost: „Leider sind wir langsam unterwegs. Aber: links sehen Sie die A40, da stehen die Autos! Also freuen Sie sich, dass wir fahren!“

Das Beispiel könnte auch in Deutschland Schule machen. Vom Berliner Hauptbahnhof ist es nur ein Katzensprung ins Kanzleramt – wird Sigmar Gabriel in einer großen Geste Hartmut Mehdorn zur letzten Hoffnung der SPD küren? Schließlich kennt der sich mit einem Unternehmen aus, das für echten Mehrwert steht: „Sehr geehrte Reisende, heute bekommen Sie für Ihr Geld 20 Minuten mehr Fahrzeit geboten.“ Außerdem managte Mehdorn den neuen Berliner Flughafen so, dass erst mal jahrelang nix fliegt… das ist echte „Politik mit Bodenhaftung“!

 

Warum wir demnächst druckreif sind!

Druckreif war bislang ein Synonym für besondere Redefertigkeit. Durch den 3D-Drucker wird sich das wandeln. Stand der 3D-Drucker bislang bloß für kleine merkwürdige Plastikteilchen, deren Verwendungsmöglichkeiten in etwa so vielfältig waren wie die einer leergeschriebenen Kugelschreibermine, setzt er jetzt zu einem technologischen Panthersprung an. In China steht bereits die erste Villa aus dem 3D-Drucker. Karl Lagerfeld ließ jüngst eine Weste 3D-drucken und gefährdet so die Existenzgrundlage zehntausender Textil-Näherinnen in Bangladesh. Welche dann arbeitslos werden und wieder auf die landwirtschaftlichen Felder zurückkehren müssen – statt „Lagerfeld-Innovation“ heißt es dann „sie wurden ge-Feld-lagert“.

Richtig revolutionär wird aber erst das „Bio-Printing“. Schon heute gibt es gedruckte Blutadern, die implantiert werden können. In einigen Jahren wird man auch Organe drucken. Künstliche Herzen etwa, hergestellt aus eigenen Stammzellen. Besonders Alkoholiker werden sich dann freuen, ihre Trinkerleber gegen eine Drucker-Leber eintauschen zu können.

In Japan wird man sich bald die ersten Sex-Puppen aus dem 3D-Drucker holen. Diese Erfahrungen werden irgendwann mit dem Bio-Printing kombiniert, so dass die Produktion von Drucker-Huren möglich wird, die aussehen wie Scarlett Johansson und aus Gründen der Kundenbindung einen russischen Dialekt haben – aber auch die Relativitätstheorie erklären können. „Vögeln wie gedruckt“ – heißt die Bordellwerbung dazu.

Leider gibt es wie bei jeder neuen Technologie auch Rückschläge. Versuche etwa, künstliche Intelligenz mit Bio-Printing und einem Toupet zu kombinieren, scheiterten grandios. Besonders an der Intelligenz. Der Prototyp flüchtete aus dem Labor und versucht zurzeit, Präsident der vereinigten Staaten zu werden… Leider ist er nicht druckreif.

 

Warum wir jetzt neue Banken brauchen!

Banken brauchen zurzeit Geld. Daher erfinden Sie jetzt eine Menge kreativer Projekte, die für den Kunden nicht so wahnsinnig lukrativ sind. Etwa der Trick mit dem „Top-Zins“-Konto für nur – und jetzt halten Sie sich bitte fest – Null Prozent Zinsen! Top-Zins! Dazu gibt es auch noch freche Werbesprüche, die in etwa so motivierend sind wie ein Animationstraining mit Sigmar Gabriel: „Monat für Monat sparen und ein kleines Vermögen aufbauen!“ (Sparkasse Osnabrück) Bei 0,01 Prozent Zinsen in den ersten vier Jahren und 0,7 Prozent danach handelt es sich allerdings um ein sehr, sehr kleines Vermögen. In den ersten vier Jahren erzielt man bei einer monatlichen Sparrate von 100 Euro insgesamt grade mal einen Euro Zinsen. Ein Euro! Immerhin! Dafür müssen andere Leute fast zehn Minuten lang am Bahnhof betteln! Und wenn man die 100 Euro monatlich fleißig weiterspart, ist man bereits in 270 Jahren Millionär!

Dann haben Banken auch noch die Automaten für sich entdeckt. Abheben bei „artfremden“ Banken kann Wiederholungstäter in kürzester Zeit ruinieren. „Fremdabheben“ (5,50 bei der Sparkasse München) kann so teurer werden als „Fremdgehen“. Jedenfalls in Kombination mit Kontogebühren. Die Augsburger Aktienbank verlangt für das „Girokonto Komfort“ schlappe 9,90 Euro im Monat. Daher auch der Name Komfort – mit dem Konstrukt kann die Bank endlich ruhiger schlafen! Billiger ist die Deutsche Bank. Das „AktivKonto“ kostet „nur“ 4,99 Euro im Monat – „Leistung aus Leidenschaft“ muss eben auch der Kunde mal bringen! Die HypoVereinsbank verlangt beim Konto „Klassik“ 90 Cent pro Überweisung – es war eben schon immer etwas teurer ein Klassik-Fan zu sein. Oder Kunde einer Bank, die das Präfix „Hypo“( = unter) im Namen führt.

Da scheint es sinnvoller, auf die günstigeren Banken auszuweichen. Etwa die „Hypo-Matratzen-Sparkasse“ oder die „Im-Schrank-Bank“ – die haben keine Abhebe-Gebühren, keine Kontoführungsgebühren und einen Top-Zins von Null Prozent! Günstiger geht nicht.

 

Warum wir jetzt aufmerksamer Kaffee trinken müssen!

Fünf Millionen! Auf diese Summe wurde Starbucks verklagt. Nun kann man Starbucks sicher für viele Dinge verklagen. Für überteuerte Preise etwa. Oder die Arbeitsbedingungen. Oder die Steuertricksereien. Die Klage kam aber aus den USA. Da achtet man auf andere Dinge: Eine Kundin verklagte Starbucks, weil der Eis-Kaffee nicht genug Kaffee und zu viel Eis enthielte!

Kaffee-Hersteller leben gefährlich – vor einiger Zeit wurde McDonalds (natürlich auch in den USA) verklagt, weil eine Kundin sich am Kaffee verbrühte und er also zu heiß war. Wie schwer es sein kann, die richtige Temperatur zu treffen, kennt vermutlich jeder von der Badewanne – während der Hand beim Einlassen die Temperatur durchaus recht ist, weiß der Fuß beim Einsteigen sofort, dass er hier lebend gekocht wird!

Nun soll ja gerade der Eiskaffee, oder wie es bei Starbucks vermutlich heißt „Cappuccino-Frappuccino Java Chip Iced Mocha extra-light Blended Beverage“, (zum Vorzugspreis von 7,95) neben Kaffee auch eine gewisse Menge Eis enthalten. Erschwerend für gerichtliche Ermittlungen kommt vermutlich hinzu, dass Kaffee ein Getränk auf Wasserbasis ist, welches sich innerhalb von Sekunden nach Herstellung mit dem schmelzenden Eis vermengt, was die Bestimmung des Verhältnisses ungleich erschwert…

In vielen Jahrhunderten, lange nach dem Aussterben der Menschheit, werden vielleicht gescheitere Lebewesen als wir auf diesem Planeten landen. Was werden sie über uns denken, wenn sie die Gerichtsunterlagen von damals finden? Homo Sapiens war eine halbschlaue Humanoiden-Gattung, die sich gegenseitig gern wegen Kaffee-Temperatur oder des Kaffee-Eis-Verhältnisses verklagte. Die Gattung starb allerdings aus, weil ihnen die Temperatur des Klimas schnurzegal war und sie folgerichtig ertrank, als das Eis der Polkappen schmolz. Bei Starbucks hätte man gesagt: Der „Frappuccino Erde“ hat sich zu sehr mit dem „Honey Blossom Macchiato“ des Ozeans vermischt!

 

Warum wir jetzt spenden müssen!

An dieser Stelle möchte ich einen Spenden-Aufruf für Menschen machen, deren Leid gern geleugnet wird. Junge Menschen, denen die Jugend gestohlen wurde. Die harte körperliche Kinder-Arbeit verrichten mussten. Die kaum Freunde hatten. Die nicht in die Disco durften. Und die kaum etwas dafür kriegen. Na? Wer ist das? Richtig: Profi-Fußballer, die Darmstadt 98-Stürmer Sandro Wagner zufolge „eher zu wenig verdienen“. Weil sie nämlich „unter einem enormen öffentlichen Druck stehen“. Man könnte argumentieren, dass auch Krankenschwestern oder Polizisten oder Altenpfleger unter enormem Druck stehen und dass bei Druck die Öffentlichkeit wurscht ist. Aber so etwas sagen nur Angehörige der „Neid-Kultur“. Vermutlich Linke.

Kann denn irgendjemand das Leid eines Mats Hummels ermessen, der jetzt für ein lumpiges 12- Millionen-Jahresgehalt zum FC Bayern München wechselt in der vagen Hoffnung, dort für diesen Hungerlohn wenigstens einen Meistertitel zu erringen oder ein paar Mal zur Champions League ins Ausland zu dürfen? Und dem genau diese Wette auf die Füße fällt, wenn der FC das Pokalfinale gegen den BVB verlieren sollte.

Denn das Fußball-Leben ist eine Wette, ganz wie in der britischen Premier League, wo Leicester City kurz vor dem Meistertitel steht – eine Wahrscheinlichkeit, die zu Beginn der Saison noch mit 1:5000 bewertet wurde. Hätte Sandro Wagner so wie Tom Hanks (dessen Einsatz 100 Pfund beträgt) einen geringen Teil seines Vermögens (also eine Million) auf die Meisterschaft von Leicester City gesetzt, hätte er demnächst fünf Milliarden auf der hohen Kante, um dem öffentlichen Druck besser standhalten zu können.

Sollten Sie von einem gutaussehenden, sportlichen jungen Mann mit einer sehr hübschen Freundin an der Straßenecke angehauen werden: „Haste mal’n Ferrari?“, geben Sie ihm bitte, was sie dabei haben: Bargeld, Kreditkarten und ihre alte Mutter. Sandro wird es brauchen!

 

 

 

 

Warum Bier alle Wunden heilt!

Ein paar Zahlen gefällig? 20.000! 180.000! 420.000! 800.000! Und zum Schluss: 3,3 Millionen! Und hier die Auflösung: Etwa 20.000 Terroropfer gab es weltweit im Jahr 2014. Und knapp 200.000 Kriegstote. Gut doppelt soviel Menschen wurden ermordet und durch Selbstmord endeten mehr Menschen als durch Terror, Krieg und Mord zusammen. In anderen Worten: 14 Tage in Kabul sind wesentlich gefahrloser als ein Abend allein daheim!

Aber ein einsamer Killer führt die Liste an: Alkohol, der etwa 3,3 Millionen Menschen tötete. In anderen Worten: Postierten wir Scharfschützen vor Getränkemärkten und Tankstellen, die den herauskommenden Kunden die Bierkästen durchsieben, retteten wir wesentlich mehr Menschenleben als bei der ekligen Fummelei am Flughafen!

Andererseits ist Alkohol, speziell Bier, schließlich auch Medizin. Gerade hier in Deutschland. Immerhin trinken wir mehr als alle anderen Europäer, weil wir heuer im fünfhundertsten Jahr des deutschen Reinheitsgebots wissen: Bier macht die Haare schön, wenn man sich die Flasche über dem Kopf ausleert. Das hilft übrigens zeitgleich der Leber! Bier verschönert auch die Haut, selbst wenn man es trinkt. Und man kann sich erwiesenermaßen sogar den Partner schön trinken, was dazu führt, dass ein mittelhässlicher Mann mit einer mittelhübschen Frau bereits ab 1,3 Promille das Gefühl hat, einen Filmstar flach zu legen. Bei größeren Attraktivitäts-Differenzen braucht es allerdings etwas mehr Alkohol. Neulich fragte ich ein Supermodel, ab wie viel Promille sie mit mir schlafen würde. „Sechs Promille“, war die Antwort. Als ich ihr zu verstehen gab, dass man bereits ab vier Promille stürbe, meinte sie: „Sagt dir der Begriff etwas: Nur über meine Leiche!?“

Und zu guter Letzt schützt Bier durch das im Hopfen enthaltene Kaempherol auch vor Krebs. Ein Onkel von mir kommt aus einer Familie mit viel Krebs, den er unbedingt durch Bierkonsum vermeiden wollte – das hat geklappt, er endete in einem Autowrack im Vollsuff an einem Baum und seine letzten Worte waren: „le-olee-oleee“!

Noch besser für Haut und Haare als Bier ist nur noch Urea. Also Urin. Pisse. Äußerlich angewendet. Sollten Sie also jemand nach dem Oktoberfest im Voll Suff in seiner eigenen Pisse liegen sehen, handelt es sich nicht immer um einen verantwortungslosen Alkoholiker. Wahrscheinlicher macht der Mann eine Intensiv-Kur für Haut und Haare mit innerlichen und äußerlichen Anwendungen, schützt sich zeitgleich vor Krebs, Osteoporose sowie Entzündungen und hat sich die Welt so schön gesoffen, dass ihm der Asphalt grade unglaublich erotisch vorkommt!

 

Warum VW keine Energie zurück bringt!

„Mars bringt verbrauchte Energie sofort zurück“ hieß ein bekannter Werbeslogan meiner Kindheit. Leider musste Mars neulich sogar unverbrauchte Energie zurück bringen und eine gigantische „Mars“, „Milky-Way“ sowie „Snicker-Riegel“ Rückruf-Aktion durchführen. Was die Firma erfolgreich tat. Im Gegensatz etwa zu VW, wo auch die gestrige Aufsichtsrats-Sitzung keine endgültige Klarheit brachte.

Denn der VW-Skandal ist noch viel skandalöser als bisher bekannt. Laut einer mir bekannten Quelle hat die Firma Bosch nämlich nicht nur in Autos Schummel-Software-Module eingebaut, sondern auch in VW-Manager-Hirnen! Das Resultat sind manipulierte Bonus-Werte – das sogenannte „Bonus-Plus“-Programm zeigt unter Prüf-Bedingungen kurzzeitig Reue um dann aber bei freier Fahrt wieder ungehemmt Boni auszuschütten. Volkswagen-intern ist dieser Prozess als „das Gehalt hoch-Pötschen“ bekannt.

Chips im Hirn? „Werden die Manager dann nicht zu Androiden?“ fragte ich meinen Informanten. „Nein“, er schüttelt traurig den Kopf, „Androiden sind menschlicher.“ Eine Rückruf-Aktion für die befallenen Gehirne sei zwar in Vorbereitung, aufgrund einer Kultur der Angst im Konzern VW jedoch praktisch nicht durchführbar. Die Schummel-Software produziere bei den Managern (wie in der gestrigen Aufsichtsrats-Sitzung zu beobachten) außerdem einen starken Ausstoß überflüssiger Worte, also erhöhte „Verbal-Abgas-Werte“.

Besonders alarmierend: Die Schummel-Software ist anscheinend nicht nur von VW verwendet worden, sondern DAX-übergreifend. Und ein schadensregulierendes Software-Update sei nicht in Sicht. Mars wird die betroffenen Schoko-Riegel übrigens fermentieren und in einer Biogas-Anlage wieder in Energie verwandeln. Ein derartiges Verfahren ist leider für die betroffenen Manager nicht möglich – dank der Software stinken sie schließlich jetzt schon zum Himmel – ohne dass eine messbare Energie-Erhöhung zu beobachten wäre.

Warum ich jetzt die Welt regiere!

Wir sind wieder wer! Wir Komiker! Seit der Causa Böhmermann ist klar: Man hört auf uns! Wir können sogar türkische Staatschefs zu Handlungen zwingen, die dem Begriff „Paranoia“ eine neue Dimension abringen. Immerhin hat der türkische Präsident etwa 2000 Klagen laufen, weil er sich anscheinend bereits beleidigt fühlt, wenn der Schafsbraten nicht durchgebraten ist „Hammel hält Erdogan für roh“ – oder so. Versucht der türkische Wähler, sich die sicherlich kostspielige Therapie Erdogans narzisstischer Störung zu sparen, indem er ihn kurzerhand in den Präsidentenpalast und nicht in eine geschlossene Einrichtung einweist?

Ja, wir Narren werden jetzt ernst genommen. Sieg auf der ganzen Linie. Wir können auch deutsche Kanzlerinnen dazu bringen, sich mit überholten Gesetzen auseinander zu setzen, obwohl es vielleicht dringendere Probleme in diesem Land gibt. Jetzt hat die Merkel den Böhmermann ausgeliefert und ich sage, gut so. Nee, wenn man schon so ein fesch antiquiertes Gesetz wie den § 103 hat, der bis 2018 abgeschafft werden soll, dann sollte man ihn vorher noch mal so richtig ausreizen.

Nun blasen wir zum Kanzlerinnensturm. „Schlimm: Merkel verrät Pressefreiheit“ lautet der Tenor, aber mal ehrlich: Schlimm ist was anderes. Im Mittelmeer auf der Flucht zu ertrinken, das ist schlimm. Ein Komiker, der für eine „Schmähkritik“ bundesweite Sympathie erhält und dem ZDF satte Quoten beschert, ist nicht so schlimm. Das ist ein voller Erfolg. Eine vergleichbare Werbekampagne hätte Milliarden gekostet! Und wenn es dem Jan Böhmermann zu viel wird, biete ich hiermit an, für ihn in den Knast zu gehen – auch ich könnte etwas Werbung gebrauchen!

Aber die Welt – die betrachte ich jetzt durch andere Augen. Könnte ich TTIP mit einem Schmähgedicht auf Donald Trump zu Fall bringen? Irgendwas mit „kleiner Schwanz im Cabriolet“ und „geistiger Totentanz unterm Toupet“? Zittere, Amerika, zittere – ich hol jetzt mal das Reimlexikon raus!

Wie Sie erfolgreich mit Drogen dealen!

Der Stoff ist weiß. Er ist fast immer rein. Eine Wunderdroge. Sie vermittelt Wohlgefühl, Stimmungshoch, verdrängt Unsicherheit, steigert Konzentration, Kreativität und Leistung. Das weiße Gold! Gut, es gibt Nebenwirkungen: der Stoff macht süchtig, nach kurzem Hoch folgen Müdigkeit, Depressionen, Durchfall, Verstopfung, Haarausfall, Schlafstörungen, Herzprobleme, Tod…

Aus Profitsucht mischen Sie ihre Droge in alle möglichen Lebensmittel, um möglichst viele Menschen süchtig zu machen. Allerdings wollen Sie nicht, dass ihre Kunden sterben – das ist ja schließlich auch nicht grade umsatzförderlich und sorgt überdies für schlechte Presse. Deshalb vertreiben Sie zusätzlich ein Mittel, das den Tod ihrer Klienten verhindert. Da verdienen Sie natürlich auch noch dran, klar.

Dieser Dealer könnten Sie sein! Der Name des Stoffs: „Zucker“. Eine legale Droge. Wären Sie Pharmaproduzent und hätten Sie die begabtesten Lobbyisten sowie einen korrupten Gesundheitsminister – selbst dann könnten Sie kein Medikament mit den Nebenwirkungen von Zucker zur Zulassung bringen! Aber bei Zucker geht immer was. Schon Minderjährige werden in zartem Kindesalter mit dem Zeug angefixt. Die Dealer heißen abwechselnd Weihnachtsmann, Osterhase oder Mutti. Oder Sie, wenn Sie Coca-Cola Aktien erwerben.

422 Millionen Menschen leiden weltweit an Diabetes. Etwa drei Millionen Menschen sterben jährlich an den direkten und indirekten Folgen von Zucker. Mehr als durch alle Kriege, Morde, Selbstmorde und Verkehrsunfälle zusammen. Wollten Sie das Risiko vorzeitiger Todesfälle effektiv minimieren, wäre es sinnvoll, alle Sicherheitskräfte von Flughäfen abzuziehen und vor Tankstellenläden, Bäckereien und Aldi-Supermärkten einzusetzen, wo sie das Handgepäck nach zuckerhaltigen Lebensmitteln filzen.

Zusätzlich werden Sie mit dem Vertrieb von Insulinmitteln reich. Kaufen Sie Aktien von Novo-Nordisk (jährliche Rendite etwa 20 Prozent), dem weltweit führenden Hersteller von Insulin-Medikamenten. Anschließend besorgen Sie sich eine Tafel Schokolade und genießen es, sich in jeder Hinsicht zu bereichern!

 

 

Warum wir Böhmermann an die Türkei ausliefern müssen!

Ich koche vor Wut! Diese Sau! Dieser Jan Böhmermann! Wie hat er es nur geschafft, den türkischen Präsidenten dazu zu kriegen, umsonst Werbung für ihn zu machen? Als Kollege im Dienst der finanziell-wirtschaftlichen Aufklärung kann ich nur sagen: Genial! Wer hat das in den letzten Jahren schon so perfekt hingekriegt, dass sowohl die deutsche als auch die türkische Regierung für einen deutschen Komiker die PR-Maschinerie anwerfen und über der Frage der Strafverfolgung fast schon einen Krieg riskieren, den sogenannten Satire-Krieg?

Natürlich wirft das ein trauriges Licht auf den Zustand der Welt. Wer den Narren ernst nimmt, ist selbst einer! So gesehen hat Erdogan eine brillante Karriere auf deutschen Comedy-Bühnen vor sich. Vielleicht sogar im frotzelnden Duo mit Böhmermann, der in der Türkei dann nur noch zärtlich „Küçük yarakli Alman adam“ – der Deutsche mit dem kleinen Schwanz – genannt wird. Andererseits kann man sich angesichts der massiven türkischen Reaktion auf Extra3 und ZDF des Eindrucks nicht erwehren, dass man in Ankara nichts Besseres zu tun hat als den ganzen Tag deutsches Fernsehen zu gucken!

Dummerweise ist Erdogan vermutlich nicht nur erfolgreicher Psychopath in Präsidentenverkleidung sondern auch ein wichtiger Spieler in der Flüchtlingsfrage, so dass Böhmermanns „Schmähkritik“ und der daraus resultierende Zorn des obersten Türken einigen armen Menschen aus Syrien oder anderen Kriegsgebieten teuer zu stehen kommen kann. Aus Menschlichkeit aber auch aus purem Egoismus (immerhin ist Böhmermann Mitbewerber im Satire-Markt) bin ich für eine Auslieferung und Einkerkerung Böhmermanns in Istanbul. Die anschließende Comedy-Tour durch die ausverkauften Stadien Kurdistans wird ihn mehr als entschädigen.

Aber etwas wehmütig wird man schon. Was waren das noch für Zeiten, als das Staatsoberhaupt, also der Souverän, noch wirklich souverän war?

Warum Panama uns Chancen bietet!

Eine Panama-Panne jagt die nächste. Jetzt hat also auch der britische Premier, David Cameron zugegeben, an der Briefkastenfirma seines Vaters beteiligt gewesen zu sein. Allerdings dementiert Downing Street, er habe mit dieser dubiosen Aktion den nötigen „Stallgeruch“ für eine FIFA-Präsidentschaftskandidatur beweisen oder seine menschliche Nähe zu Lionel Messi demonstrieren wollen. Letzterer konnte seine Millionen irgendwann auch nicht mehr in der Wohnung stapeln und lagerte sie daher in einen Briefkasten aus. „Was? Sogar Lionel Messi?“ soll selbst Uli Hoeneß entsetzt geschrien haben, um sich dann intensiv zu fragen, warum er es nur bis nach Zürich geschafft hatte.

Gottseidank gibt es noch ein paar Promis, die wir niemals in Panama finden werden. Tebarz van Elst etwa, ehemaliger Bischof von Limburg. Nein, das wäre sogar in Panama aufgefallen – ein Briefkasten mit goldener Badewanne… Oder Lothar Matthäus, der seinem Geld niemand anvertrauen würde, der nicht mindestens die Oberweite Doppel D hat. Ganz zu schweigen von Teyyip Erdogan, der grad kein Geld über hat, weil er es lieber gleich in überdimensionierte Paläste und Bomben auf Kurden investiert.

Allerdings könnte gerade diesem neuen großen europäischen Freund und Partner im Kampf gegen Pressefreiheit demnächst eine entscheidende Rolle zukommen. Denn während die Balkan-Route weitgehend dicht ist, ist die Panama-Route immer noch weit offen. Wann schickt eigentlich die EU die ersten Fregatten rüber, um flüchtige Euros aus dem Meer zu fischen? Bei der Umverteilung dieser Flüchtlinge dürfte auch Osteuropa wieder Hurra schreien. Ein wichtiger Schritt Richtung europäischer Einheit! Sollte die AfD mit der Flüchtlingswelle der verhassten Euros überfordert sein, gibt es ein neues Abkommen mit der Türkei: Für jeden deutschen Steuerflüchtling, der in einem türkischen Lager festgehalten wird, darf ein syrischer Steuerflüchtling nach Deutschland. Das ist Integration „Panama-Style“!