Warum wir jetzt mehr frei haben!

Der Bürgermeister hat es versprochen: Wir kriegen einen nigelnagelneuen Feiertag. Hurra! Nun sind wir Deutschen ja in letzter Zeit etwas skeptisch, wenn es um sehr neue Dinge geht. Besonders, wenn sie mit Dieselmotor geliefert werden! Aber wer kann schon gegen einen neuen Feiertag sein? Zumal sie in Bayern 13 bis 14 Feiertage haben – in Berlin nur neun! Das will man sich völlig zu Recht in einer Hauptstadt nicht bieten lassen – wo käme man denn da hin, wenn man sich den Rang einer Feier-Metropole von eher unbekannten Dörfern wie München ablaufen lässt?

Unklar ist, welcher Tag jetzt in den Rang eines Feiertags erhoben wird. In der Diskussion sind der 8. Mai als „Tag der Befreiung“ oder der 17. Juni als „Tag des Volksaufstands“. Obwohl letzterer so nigelnagelneu ja nicht wäre – will man sich wirklich einen “Gebraucht-Feiertag“ ans Bein binden? Der 31. Oktober als Reformationstag scheidet aus ähnlichen Gründen aus. Außerdem in der Diskussion sind der 18. März als „Gedenktag der Revolution von 1848“ und der 27. Januar als „Holocaust-Gedenktag“. All das sind noble Vorschläge, aber will man wirklich mehr freie Zeit an Tagen haben, an denen das Wetter traditionell beschissen ist?

Außerdem weisen all diese Gedenktage in die Vergangenheit. Berlin als Zukunfts-Standort braucht einen Feiertag, der in die Zukunft weist. Zur Not sogar in die ganz ferne Zukunft: Der „Tag der Eröffnung des BER!“ Jedes Jahr am 3. Juni (2012 – verschoben) gedenken wir voller Vorfreude an den Tag, an dem wir mal wieder einen richtigen Flughafen haben werden. Da die Flughafeneröffnung gleich mehrfach verschoben wurde, kommen auch noch der 17. März (2013 – verschoben) und der 30. Oktober (2011 – verschoben) dazu. Mit der Kompromiss-Auflage, dass jeweils in den 18.3. (Revolution) und in den 31.10. (Reformation) hineingefeiert wird. Allein durch diese Feiertage wird der Flughafen komplett überflüssig – wir feiern einfach bis zum Abheben!