Warum wir jetzt mit Äpfeln zahlen!

Der Apfel als Zahlungsmittel hat eine gewisse Tradition – er war gewissermaßen erste Währung der Menschheit und laut Bibel Grund für den Rausschmiss aus dem Paradies. Da sollte man eigentlich hellhörig werden, wenn jetzt wieder mit Äpfeln gezahlt werden darf. Denn seit gestern gibt es Apple Pay – Bezahlung via iPhone.

Natürlich nicht überall. Ein Kumpel beichtete mir, dass es überhaupt nicht funktioniere, mit dem iPhone zu zahlen – ein Händler habe ihm gesagt, er könne sich auf den Kopf stellen, aber er kriege nun mal keinen VW-Golf für ein Telefon – „auch nicht für das iPhone XS“ und habe ihm im Gegenzug höchstens einen schrottreifen Diesel angeboten…

Andererseits: ein Apple-Bezahldienst – kennen wir das nicht schon? Bestand der bislang nicht darin, dass das iPhone alle paar Jahre den Geist aufgab und man für ein Neues bezahlen durfte? Jetzt jedoch kann man direkt mit dem iPhone oder Apple Watch zahlen und so das Portemonnaie daheimlassen. Diesen Dienst lässt sich Apple natürlich bezahlen – mit 0,15 Prozent des Umsatzes, den der Händler jetzt nicht mehr an Bank oder Kreditkartenbetreiber zahlt, sondern an den Apfel-Produzenten. Wenn also 10 Millionen Deutsche im Jahr 10.000 Euro mit iPhone bezahlen, ist die Firma aus Cupertino um 150 Millionen Euro reicher – man muss also gar nicht mehr Mitglied im FC Bayern München werden, um Steuer-Vermeider großzügig zu alimentieren!

Positiv wird bewertet, dass Apple Pay einen erstaunlich soliden Datenschutz hat und man genauso anonym einkaufen kann wie mit Bank- oder Kreditkarte. Also halt überhaupt nicht anonym (das schafft nur Bargeld) – aber zumindest speichert Apple (noch) nicht alle Finanzgewohnheiten. Eine Frage jedoch bleibt: Jetzt, wo Apple diesen neuen Bezahldienst hat – heißt das womöglich, dass das iPhone länger hält? Oder versucht hier doch nur eine Schlange, uns wieder mal einen Apfel schmackhaft zu machen?