Warum wir jetzt reich werden!

„Daten sind das Gold des 21. Jahrhunderts“, las ich jüngst. Seit gestern sind sie noch wertvoller, denn jetzt gilt die neue DSGVO, die viele verunsichert. Das erfuhr ich gestern beim Arzt. „Hallo, Frau Schmidt,“ begrüßte ich die Assistentin. „Schhhh – bitte keine Klar-Namen,“ erwiderte die, „seit heute gilt die DSGVO – da müssen wir ganz vorsichtig sein.“ Dann schob sie mir ein Formular unter, in dem ich einwilligen musste, mit meinem richtigen Namen angesprochen zu werden sowie meine Adresse für ein Rezept preiszugeben. Außerdem sollte ich zustimmen, dass die Ärztin sich über den Zustand meiner Zunge Notizen macht.

Positiv bei der Sache ist, dass in den letzten Tagen viele Menschen an mich denken. Das geht aus den zahlreichen Emails hervor, die ich von Firmen und Individuen erhalte, mit denen ich noch nie im Leben zu tun hatte. „Bitte lassen Sie uns Ihnen weiterhin Informationen zukommen“ steht dann da, „Ihre Mode-Boutique Blablabla“. Etwas panisch guckte ich, ob nicht auch die Krauss-Maffei-Wegmann GmbH mir geschrieben hatte wegen eines Leopard Panzers, von dem mir neulich träumte. Oder ein russischer Hacker-Club, der mich bat, meine Email weiterhin bei Angriffen aufs Pentagon einzusetzen zu dürfen…

Neulich treffe ich Mark Zuckerberg im Traum und sage zu ihm: “Hey, Mark, lass uns diesen doofen Datenschutz einfach vergessen. Wir beide wissen, dass ihr das sowieso nicht ernst meint. Ich möchte lieber ein Drittel Umsatzbeteiligung für jeden Dollar, den du mit meinen Daten verdienst!“ „Bist du verrückt?“ sagt Mark, „Daten sind das Gold des 21. Jahrhunderts – schon mal gehört, dass eine Goldmine am Umsatz beteiligt wird?“ „Schon mal gehört, dass eine Goldmine auf Facebook Werbung schaltet? Oder diesen sinnlosen Quatsch kauft, den ihr ständig bewerbt?“ erwidere ich. Denn das ist das Schöne – wir sind die Goldmine, aber auch ihr Besitzer. Wir haben es nur irgendwie vergessen…