Warum wir nett zu Flüchtlingen sein sollten!

Wer in den letzten Tagen mal durch einen Wald in Berlin oder Brandenburg gegangen ist, der hat sicherlich mitbekommen, dass es keine Waldwege mehr gibt. Der Boden ist so trocken, dass er nur noch aus einer Art dreckigen Sandstrand besteht. Drumherum stehen Bäume mit traurig herabhängenden Blättern. Neulich las ich in der Zeitung, dass die nächsten vier Jahre überdies sehr, sehr heiß werden sollen. Dann kann es sein, dass uns das Wasser ausgeht. Das ist nicht gut, denn Cola soll ja auf Dauer den Durst nicht so wahnsinnig zuverlässig löschen.

Vielleicht sind dann irgendwann, also in etwa drei Jahren, gar nicht die anderen die Klima-Flüchtlinge, sondern wir Berliner und Brandenburger… An der Stelle fiel mir auf, dass es vielleicht sinnvoll wäre, etwas netter zu Flüchtlingen zu sein – vielleicht treffen wir uns nämlich irgendwann auf halbem Weg. Die einen flüchten vor der Armut, die anderen wollen zum Regenwald wegen des Wassers. „Wir kamen von Süden und Norden, mit Herzen so fremd und so stumm,“ sang Zarah Leander in einem Anfall von Hellsichtigkeit. Wir treffen uns dann in Tripolis.

Natürlich haben wir die besseren Flüchtlings-Boote. Da könnten wir ihnen sogar großzügig sein und ihnen die zur Rückfahrt überlassen. Die Schleppergebühren kassiert TUI und dann setzen die über mit „Mein Schiff 6“. Da ganz Afrika nach Norden will, dürfen wir uns natürlich nichts anmerken lassen. Sonst unterbrechen die am Ende ihre Flucht noch und wir haben nix zum Wohnen. „Brandenburg? Super! Nein, ist noch alles da. Straßen, Brücken – gut, am Flughafen müsste noch ein bisschen was gemacht werden… Warum wir wegwollen? Ach, Urlaub, Fortbildung! Workshop: Bongo im Kongo, haha! Wie, was in den Anhängern drin ist? Och, nix, ein paar Solar-Fabriken und etwas Diesel-Technologie…“ Und dann nix wie aus dem Staub machen, bevor die merken, dass Brandenburg eine totale Wüste ist.