Warum wir Weihnachten bald mit Algorithmus feiern!

Bald ist Bescherungs-Zeit. Um das Schenken zu vereinfachen, besitzt Amazon ein Patent auf einen „vorausschauenden Algorithmus“. Der ermittelt, was Sie wohl als Nächstes bestellen. Das wird dann in ein Logistik-Zentrum in Ihrer Nähe geliefert, damit es schnell da ist. Wo geht diese Entwicklung hin? Wird Amazon demnächst auch ermitteln, was ich nach Weihnachten wieder zurückschicke? Heißt es dann: „Die Ware wird Ihnen leider nicht zugestellt, da Sie das sowieso zurückschicken. Um die Umwelt und unser Logistikzentrum zu schonen, bestellen Sie doch lieber ein Prime-Abo.“

Vielleicht warnt der baldige Geschenk-Monopolist sogar vor weihnachtlichen Fehlentscheidungen: „Sind Sie sicher, dass Sie Ihrem Gatten diesen Gutschein für einen Paar-Tanzkurs schenken wollen? Weiß Ihr Mann, dass Sie den Tanzlehrer Alessandro aus Costa Rica wahnsinnig scharf finden? Was geschieht, wenn bald jeder über so einen Algorithmus verfügt? „Liebling, das System hat errechnet, dass du mich am 4.Dezember 2021 mit dem Tanzlehrer Alessandro betrügst, woraufhin ich dich am 21. Dezember mit deiner besten Freundin Gabi „zurückbetrüge“ – um uns Lebenszeit zu sparen, habe ich mein Zurückbetrügen schon mal vorgezogen…“ Die Versicherungsbranche wird diese Planungssicherheit lieben. Beim Abschließen einer Lebensversicherung kommt dann die Meldung: „Wir können für 2022 leider keine Versicherung mit Ihnen abschließen. Der Algorithmus hat errechnet, dass Tanzlehrer Alessandro Sie am 22.12.21 erschießt…“

Extrem lästig wären dann natürlich Datenpannen. Wenn es auf einmal gefragt wird: „Sind Sie wirklich der Jürgen Kowalski, der in Pankow wohnt und 2011 eine heftige Sehnenscheidenentzündung hatte?“ „Nein, ich wohne in Marzahn wohnt und sehnte mich 2011 heftig nach einer Scheidung.“ „Oh, da müssen wir jetzt aber mal gucken, ob wir den Alessandro noch irgendwie erwischen…“