Warum die Bahn uns tötet!

Auf Zug- oder Flugzeug-Toiletten lauert leider der Tod. Dort hat man als Mann zwei Alternativen. Entweder man steht – wie bei einem allein wohnenden, etwas verwahrlosten Kumpel. Dann besprüht man in einem Akt brüderlicher Harnstoffvereinigung den Sitz-Ring. In der Bahn ist das ein gewagtes Unterfangen, weil der Zug häufig just in dem Augenblick in eine Kurve geht, in dem man den Winkel des Harnstrahls auf die Zielkoordinaten der Kloschüssel ausgerichtet hat. Neulich war ich in genau so einer Situation, als die Ansage kam: „Aufgrund von betriebsbedingten Störungen müssen wir eine großräumige Umleitung fahren…“ und ich dachte: „Rat mal, was meinem Harnstoff gerade widerfuhr…“

Zur Vermeidung derlei Ungemachs kann man sich (nach intensiver Reinigung) auch setzen. Und dann passiert es: Das beste Teil des Mannes fällt auf die bakterienverseuchte Kloschüssel und fängt sich die tödlichsten aller multiresistenten Keime. Und ich will jetzt nicht hören: „Oh, Chin, das ist sicherlich nur dein Problem, denn trotz deines schmächtigen Körperbaus bist du besser ausgestattet als ein Elefant auf Poppern!“ Das ist gelogen! Mein Geschlechtsteil hat schon für viel Belustigung gesorgt, und das ist nicht die von Komikern erwünschte Belustigung. Zusammen mit Kommentaren wie: „Kann man den auch als Köder beim Angeln verwenden – wenn die Maden alles sind?“ Oder „Wenn man Telefontarife an die Länge des Geschlechtsteils angliche, telefonierst du sicher umsonst!“

Wer entwirft diese Toiletten? Entweder Sadisten oder Ingenieure mit den kleinsten Penissen der Welt, also Leute, die bei Telefon-Tarifangleichung mit Telefonieren noch Geld dazu verdienen – oder Alice Schwarzer. Oder die Kombination der oben Genannten: sadistische Ingenieure mit unterentwickelten Champignons, die in ihrer Freizeit gleichgeschlechtliche Kolumnen für die Emma verfassen! Warum redet da keiner drüber?