Warum ich nicht mehr im Internet bin!

Immer wieder wird vor Kriminellen gewarnt, die im Internet unsere Identität klauen und dann Kaviar, Kameras und anderen Kram auf unsere Rechnung bestellen. Ich erkundige mich bei einigen Digital-Native-Freunden, ob mein Passwort sicher sei. Zwecks leichterer Erinnerung habe ich nämlich ein relativ kurzes Passwort für mehrere Zugänge. Auf Empfehlung meiner entsetzten Freunde hin besorge mir ein Passwort-Programm. Welches leider genauso entsetzt ist. Bei fast jedem meiner Passwörter meldet es mir ein „sehr schwach“.

Recherchen ergeben, dass sichere Passwörter aus kryptischen Buchstabenkombinationen bestehen, etwa aus den Anfangsbuchstaben eines Satzes. Also: „Highway to Hell“ von AC/DC von 1979 ist mein Lieblingslied“ ergibt dann „HtH_vAC/DC_v1979imL“. Dummerweise ist das nicht mein Lieblingslied. Ich nehme das Passwort trotzdem. Das Passwort-Programm ist begeistert. Nachdem ich alle meine Zugänge ähnlich komplex ändere, brauche ich nur noch ein Master-Passwort für das Passwort-Programm. Das muss natürlich besonders sicher sein. Ich entscheide mich für „,Cheri cheri Lady‘ von Dieter Bohlen aus dem Jahr 1985 ist so was von Kacke“, also „CcL_vDBadJ_1985iswvK“. Eingetragen, verschlüsselt, nie wieder Datendiebstahl!

Leider fällt mir das Master-Passwort am nächsten Tag nicht mehr ein. War es wirklich „Cheri cheri Lady“? Oder „You’re my Heart, you’re my Soul“. Oder gar “Brother Louie”? Aus welchem Jahr, verdammt noch mal? Nachdem ich mehrere Wochen damit verbringe, die gesamte Discographie von „Modern Talking“ auszuprobieren, bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich nicht vielleicht „den Wendler“ eingegeben habe. Der ist doch auch unsäglich. Nachdem ich alle Interpreten sämtlicher unsäglicher Lieder des letzten Jahrhunderts ausprobierte, gebe ich nach einigen Monaten auf. Meine Passwörter sind auf ewig verloren. Das Passwort-Programm hat meine Identität geklaut und bestellt bestimmt bald Kaviar, Kameras und andern Kram auf meine Rechnung.