Warum Jan Böhmermann für die Türkei kandidiert!

Cross-Promotion heißt es im Marketing, wenn zwei Werbetreibende durch gemeinsame Aktionen eine größere Zielgruppe erreichen wollen. Wenn etwa Jan Böhmermann als SPD-Chef kandidiert, dann stärkt das sowohl die Marke Böhmermann als auch die SPD. Allein die Tatsache, dass überhaupt irgendjemand von landesweiter Bekanntheit, der noch keinen G20 Gipfel verkackt hat, sich einen Job vorstellen kann, der ähnlich beliebt zu sein scheint wie „Klärgruben-Duft-Überprüfer“, dürfte der Partei Hoffnung machen.

Ähnlich agieren Volksbank Frankfurt und die Taunus Sparkasse, die gestern verkündeten, ab sofort im hessischen Sulzbach die erste gemeinsame Filiale betreiben zu wollen. Banken stehen immerhin unter Druck – immer mehr Menschen scheuen den Besuch bei ihnen. Das könnte auch damit zu tun haben, dass der Filial-Gang häufig Wartezeiten und Kosten mit sich bringt. Allein eine beim „Bank-Beamten“ getätigte Überweisung kann bis zu zwei Euro kosten – da kauft man sich lieber zwei Rubbel-Lose und lässt sich vom Enkel das Internet-Banking erklären.

Die „Volks-Sparkasse“ wird nicht das einzige Kreditinstitut mit Hang zu Cross-Promotion bleiben. Die Postbank residiert schon seit Jahren in Postfilialen und man wäre nicht erstaunt, wenn demnächst die ersten Banken ihre Filialen in Tankstellen eröffnen. Die Vorteile liegen auf der Hand: 24 Stunden-Service – und der Tankwart muss gar nicht erst so tun, als hätte er Ahnung von der Materie. Wann ziehen andere analoge Filialen nach? Obi mit Bauhaus? Lidl mit Aldi? Oder Karstadt mit… gut, es kann eben nicht immer funktionieren.

Im Promi-Bereich gibt es PR-trächtige Cross-Promotion schon länger: Jan Ullrich macht das mit Til Schweiger, Luke Mockridge mit Andrea Kiewel, Willi Herren mit dem Rest der Welt und Jan Böhmermann mit Ziegen sowie Recep Erdogan. So gesehen hat die SPD sogar noch mal Glück gehabt!