Warum wir dringend Berater brauchen!

Rund eine Milliarde Euro hat die Bundesregierung in den letzten Jahren für externe Beratung ausgegeben. Nun ist es natürlich super, wenn man zugibt, keine Ahnung zu haben und jemand fragt, von dem man glaubt, dass der sie hat. Wobei man vielleicht lieber jemand fragen sollte, der etwas nicht nur „ahnt“ oder rät, sondern konkret weiß! Also keine Be-Rater, sondern am besten „Wissende“… Das ist teuer. Wobei sich die Kosten natürlich lohnen können, wenn sie im Nachhinein Geld einsparen.

Viele kennen das von zuhause, wenn die Dame des Hauses fragt: „Wieso fehlt wieder Geld in der Haushaltskasse?“ „Naja, äh…“ „Gib es zu: Du warst im Puff!“ „Nein, so kann man das nicht sehen, es handelte sich um einen Intensiv-Kontakt mit externen Fachberatern zur Verbesserung inter-körperlicher Kommunikation!“ „Gut, ich gebe hiermit weitere Gelder für das Projekt frei.“ „Wie bitte?“ wird er verdattert fragen, „du gibt Gelder frei? Aber – wir wollten doch sparen!“ „Genau, wenn deine Fachkompetenz auf diesem Gebiet ein erträgliches Maß erreicht hat, können wir endlich den Gärtner feuern!“

Besonders das Verteidigungsministerium fiel in den letzten Jahren durch eine Vergabepraxis für Beraterverträge auf, die in etwa so transparent war wie Milchglas in einer dunklen Nacht. Einige Berater sollen derart eng mit führenden Verteidigungsleuten verbandelt gewesen sein, dass man darum bittet, den Begriff „Vettern-Wirtschaft“ durch „Kameraden-Kneipe“ zu ersetzen.

Nun ist man schnell versucht, andere zu kritisieren – aber vielleicht hat das System einfach einen Wurm? Immerhin heißt der Top-Posten im Ministerium „Minister“ – ein Wort, das ja eigentlich aus zwei zusammen gesetzten Worten besteht: „Mini“ und „Ster“. Mini heißt klein, Ster ist ein Maß für Hohlräume – glauben Sie ernsthaft, dass ein Job Genies anzieht, der als „kleiner Hohlkopf“ ausgeschrieben ist?