Warum wir hochstapeln!

Schlimm: In den USA hat jemand mit guten Russen-Kontakten durch dreiste Lügerei viele Menschen finanziell ausgebeutet. Die durch das perfide Blendwerk Getäuschten gingen der Person, die vorgab, unfassbar reich zu sein, nur zu gern auf den Leim und blieben am Ende auf ihren Verlusten sitzen. Leider ist die Rede diesmal nicht von Donald Trump, sondern von der Deutsch-Russin Anna Sorokin. Sie hatte sich in der New Yorker „Society“ als reiche Erbin ausgegeben. Das war aufgeflogen und jetzt wurde sie verurteilt. Donald Trump hingegen, der ein viel erfolgreicherer Hochstapler ist und auch schon mal Verluste von 1,2 Milliarden Euro machte (also die 4000fache Summe von der, derentwegen Frau Sorokin in den Knast muss), ist weiterhin Präsident. Vermutlich muss er das auch bleiben, weil er sonst selbst eingebuchtet würde. Da er überdies das Geld anderer Leute in den Sand setzte, wurde er von Fox News auch noch gefeiert als „kühner Geschäftsmann“!

“Fake it till you make it” heißt ein Motto der “Instagrammer“, welche als wandelnde Litfaß-Säulen Produkte an ihre „Follower“ verkaufen. So zitierte das auch der Anwalt von Sorokin, die natürlich nach ihrer Haft einen Buch-Vertrag haben und mit der „Story“ durch die Talk-Shows tingeln wird. Hochstapeln ist keine Sünde mehr, sondern Gebot der Zeit. Nicht erst seit der Bankenkrise wird klar, dass viele Banker nur hochstapeln, wenn sie vorgeben, am Gewinn ihrer Kunden interessiert zu sein. Politiker stapeln hoch, indem sie sich für Altruisten ausgeben. Viele Eltern können bestätigen: Selbst Kleinkinder geben nur vor, Menschen zu sein. In Wahrheit sind sie fiese kleine Monster, die ihre Erzeuger mit überzogenen Erwartungen und unersättlicher Gier in den Ruin treiben.

Vielleicht ist es das, was zukünftige Zivilisationen mal über den Menschenaffen „Homo Sapiens“, also zu gut deutsch den „wissenden Gleichen“, sagen werden: Die Homos waren zwar in ihrem Egoismus gleich, aber das „Sapiens“ war eindeutig hochgestapelt!