Warum wir jetzt alle AfD wählen!

Der AfD-Wut-Bürger-Wahlkampf gegen vegane, links-grün versifften Eliten war erfolgreich. Die Rechten punkteten in Brandenburg und Sachsen mit Slogans wie „Vollwende für die Wende“. Was konkret natürlich bedeutet, einfach mal die Wende um 180 Grad zu drehen. Da stellt sich die Frage: Wohin soll diese „Vollwende“ gehen? In die wirtschaftlich lahme DDR? Oder gleich ins wirtschaftlich noch lahmere Dritte Reich? Oder nach ganz früher? Also „Steinzeit-lahm“ statt „Steinzeit-Islam“?

Interessanterweise waren die Rechten dort besonders erfolgreich, wo es besonders wenig Ausländer gibt. Das letzte Mal dürften viele AfD-Wähler einen gewaltbereiten, dunkelhäutigen Menschen wahrgenommen haben, als sie im Kino Don Cheadle in „Avengers Endgame“ als „War Machine“ sahen. Um den Menschen die Angst vor den Fremden zu nehmen, wäre es eventuell sinnvoll, in jedem Haushalt östlich von Niedersachsen einen Flüchtling unterzubringen…

Man muss auch mal mit der AfD reden, sagen viele. Also ihnen dort recht geben, wo sie Recht haben. Jawoll. Es gab und gibt nämlich kriminelle Ausländer in Deutschland: Anis Amri, Adolf Hitler, Josef Ackermann – da sollte man nix beschönigen. Leider hat die Welt vieler AfD-Wähler mit der Realität in etwa so viel gemeinsam wie Charlie Sheen mit sexueller Enthaltsamkeit. Sie leben nämlich in einem Land, in dem der Islam regiert, wo Ausländer viele Verbrechen verüben, wo man als Deutscher von lauter Fremden umgeben ist, wo die Regierenden das Volk brutal unterdrücken – in einem Wort: sie leben mental in… Syrien! Kein Wunder, dass sie sich ihr Land zurückholen wollen. Dafür gibt es nur einen Königsweg: Die Realität Schritt für Schritt wieder ins Leben integrieren. Vielleicht mal nachgucken, was auf dem Umschlag des Reisepasses steht. Oder bei Google Maps eine Standortbestimmung durchführen. Oder mal hören, ob die Nachbarn ein freundliches „Guten Morgen“ verstehen und erwidern können. Und vor allem: ein entspanntes Bier miteinander trinken. Zur Not ein veganes.