Warum wir jetzt E-Tretrollern!

Seit gestern hat der Bundesrat E-Tretroller in Deutschland genehmigt. Kindheitserinnerungen an den alten, roten Tretroller mit den riesigen Rädern werden wach, mit dem man in den 60gern angab, bevor irgendein fieser Fettsack einem das Ding wegnahm und mit seinem Gewicht zerstörte. Doch genug von meinen Albträumen über Rainer Calmund… Treten und rollern, bislang nur als politische Taktik von Donald Trump bekannt, gibt es jetzt auch mit umweltfreundlichem Elektro-Antrieb. Also wie die politische Taktik von Boris Palmer…

Der E-Tretroller wird unsere Mobilität revolutionieren, sagen die einen. Indem er die Straßen noch mehr verstopft mit alternden Hippies im Start-Up-Look, die mit der Schnelligkeit ihres Gefährts im Verhältnis zur Fähigkeit ihres Lenkens überfordert sind, sagen die anderen. Mit der Schnelligkeit im Verhältnis zur Lenkfähigkeit überfordert zu sein, ist übrigens die politische Strategie von Kevin Kühnert…

Kritikern befürchten „San Franzisko-eske Zustände“ – dort hatte der E-Tretroller-Verkehr derart überhandgenommen, dass die Stadt 2018 fast kollabierte und überall achtlos weggetretener E-Roll-Müll zufällig angereiste Neapolitaner sehnsuchtsvoll an ihre Heimatstadt denken ließ. Brauchen wir denn noch mehr Verkehr auf den Straßen, fragen die einen wiederum besorgt? Die anderen sagen: Wenn man die sinkende Geburtenrate betrachtet, brauchen wir Verkehr egal wo – Hauptsache ohne Kondom… Apropos Verkehr: Erst wenn türkische Hochzeitsverbände auf dem E-Tretroller Innenstädte und Autobahnen lahmlegen, kann man sagen: Umweltschutz kennt keine Grenzen!

Doch wozu rollern? In Zeiten, in denen Nestle sich das Grundwasser patentieren lässt, lasse ich mir jetzt eine sensationelle, umweltverträgliche, CO2-neutrale, gesundheitsfördernde Mobilitäts-Technologie patentieren, die sogenannte „Green-Power-Hyper-Self-Mobility“ – oder, wie man früher ignoranter Weise sagte: Zu Fuß gehen!