Warum wir so grün hinter den Ohren sind!

Klimanotstand – das hat der Senat neulich ganz offiziell festgestellt. Gut so. Notstand ist schließlich ein ernstes Problem. Und ein Bekanntes. Frauen kennen es als „Garderoben-Notstand“ – sie stehen vor überquellendem Kleiderschrank und haben „Nix zum Anziehen“. Männer kennen den „Paarungs-Notstand“ – wobei der Begriff etwas irreführend ist, da in dieser Not nix steht… und wenn, dann interessiert es halt keine Sau!

Auch die Europäische Union hat sich gedacht: Wenn die Berliner so konsequent durchgreifen, dann setzen wir jetzt noch einen drauf. Einen „European Green Deal“, welcher Europa bis 2050 klimaneutral machen soll. Leider klingt „klimaneutral“ etwas verdächtig. Wenn Ihre Partnerin oder Partner Ihnen eröffnet, sie oder er wolle bis 2025 „beziehungsneutral“ sein, wie begeistert wären Sie?

Aber der Begriff „Green Deal“ klingt schon mal gigantisch. Wenn man ihn locker fallen lässt: „Liebling, warum hast du auf einmal dieses brandneue, irre teure Kleid aus Naturwolle gekauft?“ „Mein Beitrag zum Green Deal! Und gegen den Notstand. Im Schrank.“ Oder: „Schatz, wer ist denn die Frau da an deiner Seite?“ „Ach, äh, meine Umweltreferentin. Also, äh, mein Beitrag zum Green Deal – sie reduziert meine CO2-Bilanz, indem ich nicht nach Thailand fliegen muss…“

All das blendet herrlich aus, dass es dem Klima wunderbar geht. Dem Klima ginge es auch wunderbar, wenn der Planet sich im Schnitt um 30 Grad aufheizt. Auch der Erde geht es dann wunderbar. Wem es nicht ganz so wunderbar gehen wird, ist der menschlichen Zivilisation. Die wird es dann höchstens noch in barbarischen Überresten an ehemals fürchterlich kalten und unbekannten Orten geben – und ich rede ausnahmsweise mal nicht von Bielefeld… Das Klima hat also keinen Notstand. Es muss auch nicht gerettet werden. WIR müssen gerettet werden. Wann ruft man endlich den „Menschheits-Notstand“ aus?