Warum wir zum Fliegen nicht mehr bereit sind!

Umwelt hin, Umwelt her – Fliegen ist eine tolle Sache: Der Triumph des Menschen über die Schwerkraft, eine beeindruckende technische Leistung und die Garantie, dass man schnell zu lebenswichtigen Terminen um den Erdball fliegen kann. Außer man gehört der deutschen Regierung an. Dann wird Fliegen zu einer unwägbaren Gefahr für Leib und Termin. Denn nach einer erneuten Panne eines Luftwaffen-Jets gestern in Schönefeld (nur dank eines sehr guten Piloten kam niemand zu Schaden) wird klar, dass die deutsche Flugbereitschaft weder „Flug“ noch „bereit“ ist, sondern in erster Linie „schaft“ ist – wie in „total ge-schafft“.

Der Flugbereitschaftsdienst der deutschen Bundesregierung ist so häufig defekt, dass der ADAC bereits befürchtet, ihm solle das Label „Pannendienst“ abspenstig gemacht werden. Es wird das große Geheimnis dieser Regierung bleiben, warum sie auf Flugzeuge setzte, die so aus der Mode gekommen waren, dass sie bereits bei Ausbruch der Napoleonischen Kriege als veraltet galten? Waren es heimliche Sabotage-Akte? Wurden die Flieger von ehemaligen Kadern des Islamischen Staates gewartet? Hatten chinesische Spione lebenswichtige Teile entwendet? War etwa der einzige Zweck des nimmer-fertigen neuen Berliner Flughafens, den dem Boden verhafteten Flugzeugen der Flugsicherheit ein standesgemäßes Grab zu setzen?

Man kann dieser Tage schon von Glück sprechen, im Gegensatz zur Notre Dame Katastrophe nicht in Donald Trumps Tweets vorzukommen: „Schrecklich, was da in Deutschland passiert ist – Regierungsflieger fast in Flammen. Sie sollten fliegende Wassertanker schicken!“

Andererseits: Ist Fliegen nicht sowieso ein Riesenproblem für das Klima? Und sind Kriegsflugzeuge nicht wesentlich friedlicher, wenn sie am Boden stehen? So wird eben eine gute Nachricht draus: Die deutsche Flugbereitschaft ist Greta Thunbergs Lieblings-Fluglinie!