Wer anderen einen Zoll gräbt!

Die USA erheben Strafzölle auf europäische Waren, um Subventionen für Airbus zu unterbinden. Im Gegenzug will die EU Zölle auf amerikanische Waren erheben, um Subventionen von Boeing zu unterbinden. Das Ganze nennt sich Handelskrieg. Bei uns zu Hause hieß so was früher nur: Kindergarten! Zölle haben eine lange, wechselhafte Geschichte. Im Mittelalter gab es Wegzölle. Heute sind die abgeschafft. Und durch „Sanifair“ oder „Struller-Zoll“ ersetzt. Im Prinzip dasselbe, nur dass es im Mittelalter keinen Wertbon gab, mit dem man sich dann Süssigkeiten kaufte, die der Diabetes eigentlich nicht brauchen konnte.

Nun ist nicht jeder Zoll schlecht. Greta Thunberg etwa wird zum ersten Mal mit Trump einer Meinung sein: Zölle auf Flugzeuge sind lang überfällig! Vielleicht gibt es am Flughafen demnächst diese Ansage: „Wir können leider nicht abheben, weil die Flugzeuge zu teuer waren. Bitte nehmen Sie den Zug und bedanken Sie sich für diese umweltfreundliche Maßnahme bei Donald Trump.“

Staatliche Subventionen, damit etwas in die Luft geht, gibt es ebenfalls schon länger und sie haben viele Namen: im Fall von Condor heißt das Rettungspaket, im Fall von Airbus Forschungszuschüsse. Im Fall von Boeing heißt es: Milliardenschwere Rüstungsaufträge, um ganz nebenher einen Kamikaze-Bomber wie die neue Boeing 737Max zu entwickeln. Freie Märkte sind halt ein Mythos, der sich genauso hartnäckig hält wie „Boris Johnson will nur das Beste für Großbritannien“.

Nun werden aber nicht nur Flugzeuge mit Zöllen belegt, sondern interessanterweise auch die drei heiligen Ps der Italiener: Parmesan, Pecorino und Provolone – wenn es noch einen Beweis brauchte, dass diese ganze Fliegerei letztlich nix als Käse ist, ist er hiermit erbracht!

Besonders schön: Berlin ist von den Zöllen komplett ausgenommen – keinen Flughafen zu haben, hat eben auch Vorteile!