Warum wir an der Nadel hängen!

Neben Schnäppchen gab es am gestrigen Black Friday auch Klima-Proteste. Was allerdings kaum auffiel, weil die Mehrheit ja im Netz Sonderangebote jagte. Das Dilemma einer gesellschaftlichen Schizophrenie regiert nicht nur im Netz: Während groß angekündigte „Klimapakete“ im Bundesrat scheitern, wird etwa Braunkohle von dieser Regierung weiterhin subventioniert.

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Braunkohle – die Mutter aller Dreckschleudern – wird den Energieversorgern freigestellt von der „Förderabgabe für Bodenschätze“, von „Wasserentnahme-Entgelten“, und sie profitiert absurderweise sogar von Ausnahmen im „Erneuerbare-Energien-Gesetz“ (EEG). Wieviel Drogen muss man intus haben, um sich so etwas auszudenken? Obendrein müssen Braunkohle-Produzenten auch nicht herhalten für klimatische Folgeschäden, die per Tonne CO2 bei 180 Euro liegen (und nicht den kümmerlichen 10 Euro des „Klima-Bonsai-Päckchens“ der Regierung).

Stellen wir uns einmal vor, Heroin wäre neuerdings steuerlich begünstigt. Produzenten wie die „Himmelfahrts GmbH“ haben durchgedrückt, dass der Stoff mit dem „Wohlfühlfaktor XXL“ am Black Friday zum Schnäppchenpreis unter das Volk gebracht wird. Zu einem verringerten Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent, um es auch dem „kleinen Mann“ zugänglich zu machen. Die erwarteten Steuereinnahmen sind trotzdem immens. Heroin ist außerdem befreit von der erhöhten „Risiko-Zulage der Krankenversicherungen“, dem „Spritzbesteck-Entgelt“ und der „Beschaffungs-Kriminalitäts-Gefahrenzulage“. Denn die „Himmelfahrts-GmbH“ ist dank ehemaliger Minister in ihren Diensten bestens in der Regierung vernetzt… ein Aufschrei der Entrüstung wäre sicher.

Bei Braunkohle bleibt dieser Aufschrei aus. Dabei schädigt Heroin nur den jeweiligen Verbraucher – wäre also durchaus klimaverträglicher. Aber deshalb heißt es ja „Black Friday“ – das Gehirn ist umnebelt von dunklen Kohlegedanken…