Warum er nicht ausgeMerzt wurde!

Gestern verkündete Friedrich Merz seine Kandidatur für den CDU-Vorsitz. Endlich mal jemand aus der „Mittelschicht“, denkt man erleichtert, während man den Lear-Jet betankt, um zur Konferenz nach Cottbus zu fliegen.

Leider leistet sich der Kandidat den einen oder anderen Lapsus. Neuerdings ist er sogar für Frauenrechte! Er würde sich wünschen, dass die Grünen „beim Thema „Burkaverbot“ auf unserer Seite“ wären, twitterte er neulich. Und: „Vollverschleierung ist ein Zeichen absoluter Missachtung fundamentaler Rechte von Frauen.“ Damit ist er ein kompletter Umfaller. Vor 22 Jahren immerhin stimmte Merz noch gegen die Strafbarkeit von Vergewaltigung in der Ehe und stand damit fest gegen Frauenrechte und an der Seite muslimischer Männer, die das haargenau so sehen. Zwei Jahre vorher stimmte er gegen die Straffreiheit von Frauen bei Abtreibungen bis zum vierten Monat, wiederum fest an der Seite muslimischer Männer, die das genauso sehen. Auch sein Kommentar zu Wowereits Homosexualität „ist mir egal, solange er sich mir nicht nähert“ dürfte breite Zustimmung in der muslimischen (männlichen) Community gefunden haben. Merz‘ Verrat an seinen muslimischen Kumpels schmerzt.

Ein böser Verdacht drängt sich auf: Hat sich eventuell doch etwas Sozialdemokratie in den Hardliner geschlichen? Hat Angie ihm heimlich ein paar ihrer Stammzellen verabreicht? Was kommt da noch an Feminismus auf uns zu? Fordert Merz demnächst eine „Frauenquote“? Und zwar nicht die auch unter Muslimen so beliebte Quote „vier Frauen pro Mann“…

Andererseits: Mit Merz an der CDU-Spitze ist da einer, der den Chauvinismus nicht kampflos der AfD überlässt. Einer, der Schluss macht mit diesem ganzen Weiber-Gedöns. Der die „Zwangsver-Merkel-ung“ beendet. Der für „Aufbruch und Erneuerung“ in Richtung Vergangenheit steht. Und der der SPD endlich wieder die Sozialdemokratie überlässt – Friedrich Merz ist der Traum-Kandidat aller Linken.