Warum Hamster ein Vorbild sind!

Was unterscheidet Hamster von Arbeitern in der Fleischindustrie? Richtig: Hamster kriegen Corona-Schutz! Einer Studie zufolge steckten sich Hamster, die durch ein Äquivalent von Atemschutzmasken geschützt wurden, erheblich weniger mit Corona an. Eine Hamster-Kontrollgruppe ohne Atemschutz infizierte sich fast vollständig. Denen ging es also nicht besser als osteuropäischen Fleisch-Arbeitern – dafür hatten sie aber weniger mit Schweinen zu tun. Und ich rede hier nicht nur von den Fleischindustrie-Bossen…

Letztere sollen nach Corona-Massenansteckungen in Fleischfabriken verpflichtet werden, für bessere Arbeits- und Unterbringungsbedingungen ihrer Arbeiter zu sorgen. Die Industrie lehnt erwartungsgemäß staatliche Regulierung ab und möchte lieber eine „freiwillige Selbstverpflichtung“ – was letztlich wirtschaftsdeutsch für „Ihr könnt uns mal“ ist.

Die Unterkünfte sind allerdings wirklich nicht gut und teils so katastrophal, dass ein Sub-Unternehmer mal aus Kostengründen vorgeschlagen haben soll, zusätzlich zu den Arbeitern auch Schweine in der Massen-Unterkunft einzuquartieren. „Was ist mit dem Gestank?“ fragten die Arbeiter entsetzt? Antwort: „Ach, daran werden sich die Schweine schon gewöhnen!“

Fleisch ist ja auch deshalb so günstig, weil diverse Kosten nicht im Preis enthalten sind: Etwa die Umweltschäden, welche Massentierhaltung produziert. Oder die gesellschaftlichen Folgekosten kranker Mitarbeiter. Oder das Leid der Schweine. Vielleicht ist es an der Zeit, Massentier- und Massen-Mensch-Haltung mal auf ihre Nachhaltigkeit zu überprüfen? Und auf die Schäden, die ein aus dieser Nachlässigkeit entstehendes weiteres Herunterfahren der Wirtschaft verursachen könnte.

Anders gefragt: Wenn sogar Hamster Corona-Schutz kriegen, wann sind die Arbeiter in der Schweine-Industrie damit dran? Bevor wieder irgendwelche Schweine mit dem „hamstern“ anfangen…