Warum wir bereits herdenimmun sind!

Herdenimmunität! Noch so ein Wort, das wir vor sechs Wochen nicht kannten. „Erst wenn eine Durchseuchung der Bevölkerung stattgefunden hat, und ein Stadium der „Herdenimmunität“ erreicht ist, kann das gesellschaftliche Leben wieder zu einem Vor-Corona-Zustand zurückkehren“ – heißt es gern. Dabei gibt es Herdenimmunität bereits: Jeder, der schon mal einen Lieblings-Witz auf einer Party riss, gegen den die ganze versammelte Herde immun zu sein schien, kennt dieses Phänomen. Auch gegen die Klimakatastrophe ist die Menschheit weitgehend immun: Umwelt wird vielerorts nur als etwas wahrgenommen, das einer Autobahn im Weg steht.

Weitere Bereiche, in denen Herdenimmunität bereits erreicht ist: Eltern, deren Sprösslinge immun gegen akzeptable Manieren sind. Finanzpolitiker, die als Herde immun gegen schärfere Regeln für Banken sind. Spitzenfußballer und Großkonzerne, die eine Herdenimmunität gegen Steuerzahlungen entwickelt haben. Unternehmensberater und -optimierer sind immun gegen die wirklichen Bedürfnisse von Firmen. Nazis sind herdenimmun gegen Mitgefühl. Und natürlich Beamte, denen man eine Herdenimmunität gegen Arbeit nachsagt. Tatsächlich erstaunt es, dass noch nicht einmal Donald Trump diesen Ansatz in die Diskussion eingebrachte: Aus Beamtenblut einen Impfstoff gewinnen – das Virus wird darin so träge, dass eine weitere Verbreitung bis nach dem Tod des Wirtskörpers verzögert wird!

Doch auch der amerikanische Präsident lebt ja in Herdenimmunität: Seine Hirnzellen sind als Herde immun gegen wirklich intelligente Gedanken. Vielleicht liegt es an einer Therapie, die er jetzt auch seinem Volk empfiehlt: Dem Spritzen von Desinfektionsmitteln – ein Großteil seiner Spiegelneuronen scheint bereits zu Tode desinfiziert.

Nur was das Corona-Virus angeht, scheint eine Herdenimmunität noch so fern wie eine Durchseuchung der Menschheit mit Intelligenz…