Warum wir England vermissen!

Seit heute sind die Briten aus der EU raus. Das ist schade und traurig. In Zeiten, wo globale Herausforderungen nur gemeinsam angegangen werden können, kochen die Briten jetzt ihre eigene Suppe. Wer die britische Küche kennt, weiß, dass das keine besonders gute Suppe sein kann…

Hoffen wir jetzt das Beste für England. Hoffen wir, dass der Traum wahr wird: dass ein von Brüsseler Fesseln befreites Land einen nie gekannten Wohlstand erlebt und zum „Singapur in Europa“ wird. Allerdings muss man leider sagen: Chinesen (und Singapur ist in erster Linie chinesisch) sind keine Fußball-Rowdys. Außerdem können sie kochen…

Doch die Briten werden uns fehlen. Sogar ihre Küche: Auch wenn das Gemüse so zerkocht ist, dass Vitamine nur noch als homöopathische, historische Erinnerung vorkommen – es wird gegessen. Genauso wie jener in Mehl gewälzte Fisch zusammen mit vor Fett triefenden Kartoffelstücken. Jedes Volk auf so einer Diät dreht irgendwann durch. Verherrlicht etwa das schottische Nationalgericht „Haggis“, das aus in Schafsmagen gekochten Innereien eben jener Tiere besteht. Oder stimmt für die Abspaltung von Europa.

Dabei waren gerade wir Deutschen und die Briten stets ein gutes Team. Allein unsere gemeinsamen Sauftouren auf Mallorca! Was sollen wir Deutschen nur tun, wenn die Visa-Gebühren so hoch sind, dass die Engländer wegbleiben? Wenn man niemand mehr die Liege am Pool mit einem Handtuch-„Blitzkrieg“ vor der Nase wegreservieren kann? Wenn wir uns nicht mehr über Briten mit rotgebrannter Haut mokieren können? Einer Haut, die fast schon sagt: „Die einen kochen Hummer, ich röste mir nen Krebs!“

Aber am meisten werden wir ihren unerschütterlichen Sinn für Humor vermissen. Oder um es in den Worten des begnadeten Komikers Stewart Lee zu sagen: „Es ist sehr unfair, die Brexiteers über einen Kamm zu scheren. Man muss da differenzieren. Es waren ja nicht nur Rassisten und Nationalisten, die für den Brexit stimmten. Es waren teilweise auch absolute A….löcher!“